Teil 1 der mündlichen DTZ-Prüfung ist die Vorstellung: 6 Stichworte, circa 2 Minuten pro Person, danach Fragen von den Prüfern. Hier lesen Sie einfach erklärt: Wie läuft Teil 1 ab? Was wollen die Prüfer hören? Wie viele Punkte gibt es für 1A und 1B?
Sprechen Teil 1 im DTZ – die Antwort kurz
Teil 1 in der mündlichen Prüfung vom Deutsch-Test für Zuwanderer (DTZ) heißt „Über sich sprechen“. Sie bekommen ein Blatt mit 6 Stichworten: Name, Geburtsort, Wohnort, Arbeit/Beruf, Familie, Sprachen. Sie stellen sich mit diesen Stichworten vor. Das ist Teil 1A. Danach stellt der Prüfer oder die Prüferin eine oder mehrere Fragen. Sie antworten. Das ist Teil 1B. Pro Person dauert das circa 2 Minuten. Bei zwei Personen dauert Teil 1 also circa 4 Minuten.
Der ganze Prüfungsteil Sprechen hat 100 Punkte: 50 Punkte für den Inhalt (alle fünf Aufgaben 1A, 1B, 2A, 2B und 3) und 50 Punkte für die Sprache im ganzen Gespräch. Teil 1 bringt beim Inhalt maximal 10 Punkte: 5 Punkte für die Vorstellung (1A) und 5 Punkte für die Antworten (1B). Die Sprache (Aussprache, Flüssigkeit, Korrektheit, Wortschatz) bewerten die Prüfer nicht für Teil 1 extra. Sie bewerten die Sprache einmal für das ganze Gespräch von Teil 1 bis Teil 3. Und Ihre Sprache in Teil 1 zählt dabei auch. Teil 1 ist also der Moment, wo die Prüfer zum ersten Mal hören: Ist das A2 oder B1 nach dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen (GER)?
Alle offiziellen Informationen in diesem Artikel kommen von g.a.s.t. Diese Organisation macht den DTZ im Auftrag vom BAMF. Die Quellen sind: die Seite „Der DTZ auf einen Blick“, der DTZ-Übungssatz 1 (PDF) und die FAQ zum DTZ. Stand: 11.09.2026.
👉 Übungen zu DTZ Sprechen Teil 1 „Über mich“ mit BeispieltextenWie läuft Teil 1 ab?
Die mündliche DTZ-Prüfung ist normalerweise eine Paarprüfung: zwei Teilnehmer und zwei Prüfer. Ein Prüfer spricht mit Ihnen. Der zweite Prüfer hört zu und bewertet. Es gibt keine Vorbereitungszeit. Es gibt keine Hilfsmittel. Die mündliche Prüfung ist am gleichen Tag wie die schriftliche Prüfung, direkt danach.
Schritt für Schritt
- Die Prüfer stellen sich kurz vor. Sie sagen: Die mündliche Prüfung hat drei Teile.
- Das Blatt mit den 6 Stichworten kommt auf den Tisch. Beide Personen bekommen das gleiche Blatt.
- Person A stellt sich vor (Teil 1A, circa 1 Minute).
- Der Prüfer stellt eine Frage zu Ihrer Vorstellung. Wenn die Antwort kurz ist, stellt er 2 oder 3 Fragen (Teil 1B, circa 1 Minute).
- Der Prüfer sagt „Danke“ und geht zu Person B. Person B macht das Gleiche.
- Nach circa 4 Minuten sagt der Prüfer: „Danke, wir sind am Ende von Teil 1.“ Dann beginnt Teil 2.
Vielleicht stoppen Sie mitten in der Vorstellung. Das ist kein Problem. Dann gibt der Prüfer einen Impuls, zum Beispiel: „Was machen Sie beruflich?“ oder „Haben Sie Kinder?“. Das ist normal und gehört zum offiziellen Ablauf. g.a.s.t. beschreibt diesen Ablauf im Übungssatz 1 auf den Seiten 28–32. Die Prüfer sollen offene Fragen stellen (W-Fragen: Was? Wo? Wie?). Sie sollen klar und deutlich sprechen und einfache Wörter auf Niveau B1 benutzen.
Die Prüfer haben Ihre persönlichen Daten schon von der Anmeldung. In Teil 1 kontrollieren sie keine Fakten. Sie hören, wie Sie diese Fakten auf Deutsch verbinden. Es ist okay, wenn Sie nicht jedes Detail sagen. Wichtig ist: Sie sprechen.
Früher und heute: Was ist seit 2023 neu?
Seit dem 1. Januar 2023 organisiert g.a.s.t. den DTZ. Vorher war das telc. Das Format und die Aufgaben sind gleich geblieben. Das sagt g.a.s.t. klar im Übungssatz 1 (Seite 7). Die 6 Stichworte, die Teile 1A und 1B und die Punkte sind identisch mit dem offiziellen Prüfungshandbuch. Neu ist nur die Organisation der schriftlichen Prüfung (personalisierte Antwortbögen, Kugelschreiber statt Bleistift, keine Pause). Für Teil 1 der mündlichen Prüfung gibt es keine Änderung.
Die 6 Stichworte: Was können Sie sagen?
Die Reihenfolge auf dem Blatt ist nicht wichtig. Das steht so im Übungssatz 1 (Seite 30). Die Stichworte sind eine Hilfe für Ihr Gedächtnis, kein Formular. Der Unterschied zwischen A2 und B1 ist nicht: „Habe ich alle 6 Punkte gesagt?“ Der Unterschied ist: „Wie viel sage ich zu jedem Punkt, und verbinde ich die Sätze?“
| Stichwort | Typisch A2 | Typisch B1 |
|---|---|---|
| Name | Ich heiße … / Mein Name ist … | Ich heiße …, aber meine Freunde sagen … / Mein Name kommt aus … und bedeutet … |
| Geburtsort | Ich komme aus … / Ich bin in … geboren. | Ich bin in … geboren. Das ist eine kleine Stadt im Norden von … Dort habe ich bis … gelebt. |
| Wohnort | Ich wohne in … / seit zwei Jahren. | Seit … wohne ich in …, weil … Die Stadt gefällt mir, denn … |
| Arbeit/Beruf | Ich bin … von Beruf. / Ich arbeite nicht. / Ich mache einen Deutschkurs. | In meiner Heimat habe ich als … gearbeitet. Jetzt mache ich …, und später möchte ich … |
| Familie | Ich bin verheiratet. / Ich habe zwei Kinder. | Ich lebe mit … zusammen. Meine Tochter geht in die …, mein Sohn … Ein Teil von meiner Familie lebt noch in … |
| Sprachen | Ich spreche … und ein bisschen Deutsch. | Meine Muttersprache ist … Englisch habe ich in der Schule gelernt. Deutsch lerne ich seit … Zu Hause sprechen wir … |
In der rechten Spalte sehen Sie immer das gleiche Prinzip: eine Information plus ein zweites Element. Das zweite Element ist ein Grund (weil, denn), eine Zeit (seit, bis, jetzt, später) oder ein Kontrast (in meiner Heimat … hier …). Genau das meinen die Kriterien mit „detailliertere Informationen“ für B1.
Auf dem offiziellen Blatt stehen genau diese 6 Stichworte. Hobbys oder Pläne für die Zukunft stehen nicht auf dem Blatt. Aber die Prüfer können in Teil 1B danach fragen. Wer zu diesen Themen ein paar Sätze vorbereitet hat, hat in Teil 1B einen Vorteil.
Teil 1B: Die Fragen der Prüfer
Viele Teilnehmer denken: Teil 1 ist nur die Vorstellung. Aber Teil 1B ist genauso wichtig. Der Prüfer nimmt eine Information aus Ihrer Vorstellung und fragt weiter. Die Fragen sind nicht spontan erfunden. Die Prüfer haben einen Katalog mit Standard-Fragen. Im Übungssatz 1 (Seite 30) zeigt g.a.s.t. Beispiele: Fragen zum Beruf, zu den Kindern und zu den Sprachen. Zum Beispiel: Wann und wo haben Sie diese Sprache gelernt?
Warum fragen die Prüfer?
Die Frage hat zwei Funktionen. Erstens: Der Prüfer testet, ob Sie ein Gespräch führen können. Ein auswendig gelernter Text ist kein Gespräch. Genau das ist der Unterschied in den Kriterien: B1 = „relativ spontan und ausführlich antworten“, A2 = „knapp antworten“, A1 = „mit einzelnen Wörtern oder auswendig gelernten Sätzen antworten“. Zweitens: Die Frage gibt Ihnen Zeit. Sind Sie nach 30 Sekunden fertig? Dann bekommen Sie 2 oder 3 Fragen. So können Sie die Minute doch noch füllen.
Typische Themen der Fragen
- Beruf: Was machen Sie genau in Ihrem Beruf? Möchten Sie später in Deutschland in diesem Beruf arbeiten?
- Familie: Haben Sie Kinder? Was machen Ihre Kinder? Wo lebt Ihre Familie?
- Sprachen: Wann haben Sie diese Sprache gelernt? Was sprechen Sie zu Hause?
- Wohnort: Wie lange wohnen Sie schon dort? Gefällt es Ihnen?
- Pläne für die Zukunft: Was möchten Sie nach dem Deutschkurs machen? Möchten Sie in Deutschland bleiben?
- Hobbys: Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Was machen Sie am Wochenende mit der Familie?
- Klärung: „Sie haben etwas über Ihren Beruf gesagt. Das habe ich nicht genau verstanden.“
Der letzte Punkt ist wichtig: Diese Frage bedeutet nicht, dass Sie schlecht gesprochen haben. Das ist ein offizieller Impuls und eine zweite Chance. Sie können die gleiche Information noch einmal einfacher sagen.
👉 Übung „Über sich selbst erzählen“ mit Beispieltext und eigener VorstellungWie bewerten die Prüfer Teil 1?
Zwei Prüfer bewerten unabhängig, jeder für sich. Aus beiden Bewertungen kommt der Durchschnitt. Es gibt zwei Gruppen von Kriterien: Inhalt (Kriterium „Aufgabenbewältigung“ – das heißt: Haben Sie die Aufgabe gemacht?) für jede Aufgabe einzeln, und Sprache (vier Kriterien) für das ganze Gespräch. Die Punkte und die Kriterien stehen im DTZ-Übungssatz 1 von g.a.s.t. auf den Seiten 44–48.
Punkte für den Inhalt in Teil 1
| Aufgabe | B1 gut erfüllt | B1 erfüllt | A2 gut erfüllt | A2 erfüllt | A1 | 0 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1A Über sich sprechen | 5 | 4 | 3 | 2 | 1 | 0 |
| 1B Auf Fragen antworten | 5 | 4 | 3 | 2 | 1 | 0 |
| Teil 1 zusammen (von 50 Punkten für den Inhalt) | 10 | 8 | 6 | 4 | 2 | 0 |
Zum Vergleich: Teil 2 bringt 20 Punkte (2A und 2B je 10 Punkte). Teil 3 bringt 20 Punkte. Teil 1 hat also beim Inhalt das kleinste Gewicht. Die Prüfer rechnen in der Prüfung keine Punkte. Sie entscheiden mit den Kriterien: A1, A2 oder B1? Die Punkte kommen erst später bei der zentralen Auswertung.
Was bedeuten B1, A2 und A1 in Teil 1 konkret?
| Niveau | 1A – sich vorstellen | 1B – auf Fragen antworten |
|---|---|---|
| B1 | Stellt sich vor und gibt auch Details. | Antwortet relativ spontan und ausführlich. |
| A2 | Stellt sich vor, gibt aber nur kurze, allgemeine Informationen. | Antwortet kurz und/oder nur teilweise verständlich. |
| A1 | Sagt Informationen ohne Verbindung. | Antwortet mit einzelnen Wörtern oder auswendig gelernten Sätzen. Braucht langsame, direkte Fragen. |
Der wichtigste Punkt ist „ohne Verbindung“ in der Zeile A1. Eine Vorstellung wie „Name: Ahmed. Land: Syrien. Beruf: Elektriker. Familie: verheiratet, zwei Kinder.“ hat alle Informationen. Aber das ist A1, weil nichts verbunden ist. Die gleichen Informationen in ganzen Sätzen mit „und“, „aber“, „seit“ sind A2. Mit Gründen, Zeiten und Details sind sie B1.
Die Sprache zählt für das ganze Gespräch
Aussprache/Intonation (10 Punkte), Flüssigkeit (10), Korrektheit (15) und Wortschatz (15) gibt es nicht für Teil 1 extra. Diese 50 Punkte gibt es einmal für Ihre ganze Leistung von Teil 1 bis Teil 3. Das hat zwei praktische Folgen. Erstens: Ein Fehler in der Vorstellung kostet nicht sofort Punkte. Die Prüfer hören noch 10 Minuten Ihre Sprache. Zweitens: In Teil 1 bilden die Prüfer ihre Erwartung. Wer sich flüssig und in verbundenen Sätzen vorstellt, bekommt in Teil 2 und 3 eher die B1-Fragen. Wer kurz antwortet, bekommt eher die A2-Fragen. Die Prüfer haben für Teil 2 wirklich zwei Listen mit Fragen: eine für A2 und eine für B1.
Für das Ergebnis B1 im Sprechen brauchen Sie 75 von 100 Punkten, für A2 mindestens 35 Punkte. Wer im Sprechen unter A2 bleibt, bekommt kein DTZ-Zertifikat, nur einen Ergebnisbogen. Das gilt auch, wenn die schriftlichen Teile gut sind. Diese Regel steht auf der Seite „Der DTZ auf einen Blick“ von g.a.s.t.
👉 Weiter zu Teil 2: Bild beschreiben und über Erfahrungen sprechen 👉 Alle Übungen zum Prüfungsteil DTZ B1 Sprechen
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