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Autor: Olena Bazalukova, 20.05.2026
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DTZ B1 · Lesen Teil 3

Lesen Teil 3:
Texte verstehen und Fallen erkennen

Hier lesen Sie keinen Anzeigentext, sondern einen ganzen Brief, eine Mitteilung oder eine kurze Nachricht. Sie müssen verstehen, was wirklich darin steht. Klingt einfach – aber jede Frage hat versteckte Fallen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie alle Punkte holen.

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Worum geht es bei Lesen Teil 3?

In Lesen Teil 3 sehen Sie drei kurze Texte. Das können Briefe, E-Mails, Mitteilungen oder Nachrichten sein. Zu jedem Text gibt es zwei Aufgaben. Insgesamt sind das also 6 Aufgaben (Nummer 31 bis 36) und 6 Punkte.

Die Texte sind etwas länger als in Teil 2 – aber auch nicht sehr lang. Meistens ist es ein halber Brief. Sie müssen verstehen, was die Person wirklich sagt. Nicht jedes Wort – aber die wichtigsten Informationen.

Das Wichtigste in Kürze

✓ 3 Texte mit je 2 Aufgaben = 6 Aufgaben
✓ Für jede richtige Antwort: 1 Punkt
✓ Maximal möglich: 6 Punkte
✓ Zeit für Teil 3: ca. 10 bis 12 Minuten

Lesen Teil 3 ist wie eine kleine Detektivarbeit. Jeder Text hat seine Geheimnisse. Manchmal sagt der Text das Gegenteil von dem, was die Frage behauptet. Manchmal steht die Antwort mit ganz anderen Wörtern dort. Manchmal gibt es zwei oder drei Zahlen – aber nur eine ist die richtige. Wer die Fallen kennt, gewinnt seine Punkte sicher.

👉 Hier finden Sie Übungen zum B1 DTZ Lesen Teil 3
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Die zwei Aufgabentypen erklärt

Zu jedem Text gehören zwei verschiedene Aufgaben. Das ist wichtig zu verstehen, weil Sie für beide Typen eine andere Methode brauchen.

Typ 1: Richtig oder Falsch?

Die erste Aufgabe ist immer ein Satz. Sie müssen entscheiden: Stimmt dieser Satz mit dem Text überein oder nicht? Es gibt nur zwei Antworten: richtig oder falsch.

Beispiel

Im Text steht: Das Bürgerbüro wird in zwei Wochen wieder eröffnet.
Frage: Das Bürgerbüro wird in zwei Wochen geschlossen.   Richtig / Falsch?
Antwort: Falsch! Es wird eröffnet, nicht geschlossen. Das ist ein wichtiger Unterschied.

Typ 2: Drei Antworten (a, b, c)

Die zweite Aufgabe gibt Ihnen drei Antwortmöglichkeiten. Sie müssen die richtige wählen. Hier ist Vorsicht angesagt: Oft sind zwei Antworten plausibel, aber nur eine stimmt wirklich mit dem Text überein.

Beispiel

Im Text steht: Das Parkhaus ist im Zentrum und man kann kostenlos parken.
Frage: Das Parkhaus...
a) hat keine Treppen
b) ist nur für ältere Menschen
c) kann man umsonst benutzen
Erklärung: „umsonst“ ist ein anderes Wort für „kostenlos“. Antworten a und b sind nicht falsch in der Welt – aber sie stehen nicht so im Text.

Sehr wichtig

Die richtige Antwort steht fast nie mit den gleichen Wörtern im Text. Sie müssen Synonyme erkennen – das nennt man Parafrasen. Das ist die wichtigste Fähigkeit für Lesen Teil 3.

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Was lesen Sie zuerst?

Bei Teil 3 gibt es einen kleinen Trick, der viel Zeit spart. Lesen Sie nicht zuerst den ganzen Text. Lesen Sie zuerst die zwei Fragen darunter. Erst dann lesen Sie den Text – und Sie wissen schon, worauf Sie achten müssen.

Die richtige Reihenfolge

1. Erst die zwei Fragen (31 + 32, oder 33 + 34, oder 35 + 36) lesen
2. Wichtige Wörter unterstreichen
3. Dann den Text lesen
4. Im Text suchen: Wo steht etwas zu diesen Fragen?

So machen Sie es wie ein Detektiv: Sie wissen schon, was Sie suchen, bevor Sie den Tatort betreten. So sehen Sie sofort, was wichtig ist – und was nur Ablenkung ist.

Unterstreichen Sie die Schlüssel-Wörter

Nehmen Sie einen Stift. Unterstreichen Sie in den Fragen:

  • Hauptwörter (Wohnung, Geld, Termin, Schule)
  • Verben (kaufen, mieten, anrufen, kommen)
  • Zahlen (Datum, Preis, Alter, Prozent)
  • Verneinungen (nicht, kein, niemals)

Diese unterstrichenen Wörter sagen Ihnen, was Sie im Text finden müssen. Das spart Zeit und Energie.

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Die richtige Methode Schritt für Schritt

Ein guter Plan ist die halbe Miete. Wenn Sie immer gleich vorgehen, machen Sie weniger Fehler und sparen Zeit.

Schritt 1: Die zwei Fragen lesen

Lesen Sie die Frage 1 (Richtig/Falsch) und die Frage 2 (a, b, c). Verstehen Sie, was gefragt wird. Unterstreichen Sie die wichtigsten Wörter.

Schritt 2: Den Text einmal überfliegen

Lesen Sie den Text schnell durch. Sie müssen nicht jedes Wort verstehen. Suchen Sie nur: Worum geht es? Wer schreibt? An wen?

Schritt 3: Die richtige Stelle finden

Lesen Sie den Text jetzt langsamer. Suchen Sie die Wörter aus der Frage. Manchmal stehen die gleichen Wörter da – manchmal nur ähnliche Synonyme. Markieren Sie diese Stelle.

Schritt 4: Genau vergleichen

Lesen Sie den Satz in der Frage und den Satz im Text Wort für Wort. Sagt der Text wirklich das Gleiche? Oder steht da etwas anderes? Achten Sie auf kleine Wörter wie „nicht“, „kein“, „nur“, „ohne“.

Schritt 5: Entscheiden und markieren

Wenn Sie sicher sind, markieren Sie Ihre Antwort. Wenn Sie unsicher sind: Schauen Sie sich die anderen Antworten an. Manchmal ist eine Antwort sicher falsch – und das hilft Ihnen.

Wichtige Regel

Die Antwort muss vollständig zum Text passen. Wenn nur ein Detail nicht stimmt, ist die ganze Antwort falsch.

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Die 12 wichtigsten Fallen im Überblick

Bei der Vorbereitung auf die DTZ-Prüfung kann man immer wieder ähnliche Arten von Fallen beobachten. Wir haben sie für Sie systematisch zusammengefasst. Jetzt schauen wir uns alle 12 an, mit Beispielen und Erklärungen.

Nr. Falle Was ist das Problem?
1 Parafrase Andere Wörter, gleiche Bedeutung
2 Inversion Das Gegenteil ist gemeint (mehr/weniger, neu/alt)
3 Verneinung „nicht“ oder „kein“ dreht den Sinn
4 Absolutes Wort „alle“, „immer“, „nur“ entscheiden
5 Zahlenfalle Mehrere Zahlen im Text, eine ist richtig
6 Zeit-Falle Schon gemacht oder muss noch gemacht werden?
7 Falsche Handlung kaufen, mieten, reparieren – nicht das Gleiche
8 Falscher Ort Ein Ort hat eine andere Bedeutung als gedacht
9 Falsche Information Der Text beschreibt – aber erklärt nicht
10 Ähnliche Namen Buslinie 19 ist nicht Buslinie 91
11 Was nicht im Text steht Klingt plausibel, aber steht nicht da
12 Falsche Rolle Wer schreibt? An wen? Warum?
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Falle 1: Die Parafrase

Das ist die wichtigste Falle in Lesen Teil 3. Wenn Sie diese Falle verstehen, lösen Sie schon die Hälfte aller Aufgaben richtig. Eine Parafrase bedeutet: das Gleiche sagen, aber mit anderen Wörtern.

Die richtige Antwort enthält fast nie die gleichen Wörter wie der Text. Sie müssen Synonyme erkennen. Wer nur das gleiche Wort sucht, findet die Antwort nicht.

Beispiel

Im Text steht: Bei einem Tarif bekommen Sie Geld zurück, wenn Sie Sport machen.
Frage 32 c: Die Krankenversicherung zahlt manchmal Geld an die Versicherten zurück.
Parafrase: „Geld zurückbekommen“ = „Geld zurückzahlen“. Gleicher Sinn, andere Wörter.

Häufige Parafrasen

Im Text In der Antwort
kostenlos umsonst, ohne Kosten, gratis
telefonisch anmelden anrufen
per Post zugesandt im Extrabrief zugeschickt
Verspätungsgebühren Strafe
im Viertelstundentakt alle 15 Minuten
500.000 Euro halbe Million
gegenüber dem Busbahnhof in der Nähe des Busbahnhofs
Familienpause lange nicht gearbeitet
Detektiv-Tipp

Wenn ein Wort in der Frage GENAU gleich wie im Text ist – seien Sie vorsichtig. Oft ist das eine Falle. Die richtige Antwort benutzt meistens Synonyme.

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Falle 2: Die Inversion

Bei dieser Falle behauptet die Frage das Gegenteil von dem, was im Text steht. Das Thema ist richtig, aber die Richtung ist umgedreht. Wer schnell liest, sieht das oft nicht.

Beispiel 1

Im Text steht: Das Bürgerbüro wird in zwei Wochen wieder eröffnet.
Frage: Das Bürgerbüro wird in zwei Wochen geschlossen.   Falsch!
Hier ist das Gegenteil gemeint. Wer nur „in zwei Wochen“ sieht, denkt vielleicht: passt!

Beispiel 2

Im Text steht: Die Familie hat ein Guthaben von 150 Euro – sie hat zu viel Nebenkosten bezahlt.
Frage: Ab Februar muss die Familie mehr Miete zahlen.   Falsch!
Sie zahlt weniger, nicht mehr. Das „Guthaben“ bedeutet: Sie hat zu viel bezahlt, sie bekommt Geld zurück.

Typische Inversions-Paare

  • eröffnet ↔ geschlossen
  • mehr ↔ weniger
  • neu ↔ alt / wieder
  • billiger ↔ teurer
  • zu viele ↔ zu wenige
  • im Zentrum ↔ am Stadtrand
  • spart ↔ verbraucht
Prüffrage

Sagt der Text wirklich das, was die Frage behauptet? Oder sagt der Text das Gegenteil?

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Falle 3: Die Verneinung

Ein kleines Wort wie nicht, kein oder weder kann den Sinn eines Satzes komplett umdrehen. Diese Wörter sind kurz und unscheinbar – aber sehr wichtig.

Beispiel 1

Im Text steht: Die Fahrpläne für Straßenbahnen und U-Bahnen ändern sich aber nicht.
Frage: Neue Fahrpläne gibt es nur für Busse.   Richtig!
Das kleine Wort „nicht“ bedeutet: nur Busse haben neue Fahrpläne. Straßenbahnen und U-Bahnen nicht.

Beispiel 2

Im Text steht: Man muss weder einen Fitness-Club noch eine Sporthalle aufsuchen.
Frage: Die KKB bezahlt einen Kurs im Fitness-Club.   Falsch!
„weder ... noch“ bedeutet: keins von beiden. Kein Fitness-Club, keine Sporthalle. Alle Übungen sind im Internet.

Verneinungs-Wörter, auf die Sie achten müssen

  • nicht – macht das Gegenteil
  • kein / keine – nichts davon
  • weder ... noch – keins von beiden
  • leider – oft mit Verneinung verbunden
  • ohne – fehlt etwas
Tipp

Wenn Sie eine Antwort fast richtig finden, lesen Sie den Satz noch einmal langsam. Suchen Sie nach Verneinungen. Sie sind oft kurz und leicht zu übersehen.

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Falle 4: Das absolute Wort

Manche Wörter sind absolut: alle, immer, nur, jeder. Wenn so ein Wort in der Frage steht, müssen Sie prüfen: Sagt der Text wirklich „alle“? Oder vielleicht nur „manche“?

Beispiel 1

Im Text steht: Den ersten Antragstellern zahlt die Familienkasse den Betrag schon im April. In Einzelfällen kann es bis Ende Mai dauern.
Frage: Alle Eltern bekommen bis Ende April 100 Euro überwiesen.   Falsch!
Nicht alle – nur die ersten. Manche müssen bis Mai warten. Das Wort „alle“ macht den Satz falsch.

Beispiel 2

Im Text steht: Die Firma nimmt die Sauce mit der Nummer 7R128 und dem Datum 08.05.2017 zurück. Andere Saucen sind nicht betroffen.
Frage: Die Firma nimmt alle Nudelsaucen zurück.   Falsch!
Nicht alle – nur eine bestimmte Sorte.

Achten Sie auf diese Wörter

  • alle – jeder ohne Ausnahme
  • immer – jedes Mal, ohne Ausnahme
  • nur – nichts anderes
  • jeder – ohne Ausnahme
  • ausschließlich – nur das
  • komplett – ganz, ohne Ausnahme
Detektiv-Tipp

Absolute Wörter sind oft ein Signal für eine Falle. Prüfen Sie genau: Sagt der Text wirklich „alle“? Oder sind manche Ausnahmen erlaubt?

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Falle 5: Die Zahlenfalle

In vielen Texten stehen mehrere Zahlen. Eine davon ist die richtige Antwort. Die anderen sind dort, um Sie zu verwirren. Sie müssen genau lesen, welche Zahl zu welcher Information gehört.

Beispiel

Im Text steht: Die Zahl der Schüler ist in 10 Jahren um 14% zurückgegangen. In den alten Bundesländern sind es 17%. In diesem Schuljahr kamen 2,3% weniger Kinder.
Frage 32: In diesem Schuljahr gab es in Deutschland... a) 14% weniger / b) 2,3% weniger / c) 17% weniger.
Hier muss man genau lesen: 14% sind über 10 Jahre, 17% sind in den alten Bundesländern, und 2,3% sind in diesem Schuljahr.

Beispiel 2

Im Text steht: Die Arbeiter fordern 8% Gehaltserhöhung. Der Arbeitgeber bietet nur 5%.
Frage: Die Mitarbeiter wollen... a) 8 Prozent mehr verdienen / b) 5%...  
Die richtige Zahl ist 8% – das ist, was die Arbeiter fordern. 5% ist das Angebot vom Arbeitgeber.

Detektiv-Tipp

Wenn im Text mehrere Zahlen stehen, fragen Sie sich: Was gehört zu welcher Zahl? Lesen Sie den ganzen Satz mit der Zahl, nicht nur die Zahl selbst.

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Falle 6: Die Zeit-Falle

Bei dieser Falle dreht sich alles um den Zeitpunkt. Ist etwas schon passiert? Oder muss es noch passieren? Ist etwas jetzt der Fall – oder früher?

Beispiel 1

Im Text steht: Vor fünf Wochen hat unsere Firma in Ihrer Wohnung einen neuen Telefonanschluss eingerichtet.
Frage: Die Firma Telefix soll bei Herrn Thomas einen neuen Telefonanschluss einrichten.   Falsch!
Das ist schon passiert – vor fünf Wochen. Es soll nicht erst noch passieren.

Beispiel 2

Im Text steht: Eigenbeteiligung für Krankenhausaufenthalt vom 24.05. bis 26.05.
Frage: Herr Slacanin muss ins Krankenhaus gehen.   Falsch!
Er war schon im Krankenhaus. Jetzt soll er nur noch bezahlen.

Zeit-Signale, auf die Sie achten müssen

  • haben + Partizip – schon passiert (haben gemacht, ist gekommen)
  • werden – wird in der Zukunft passieren
  • bald – wird passieren
  • vor fünf Wochen – schon passiert
  • schon – passiert oder gemacht
  • noch nicht – muss noch gemacht werden
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Falle 7: Die falsche Handlung

Bei dieser Falle ist das Thema richtig, aber die Handlung – das Verb – ist falsch. Ein Teppich kann repariert oder gekauft werden – das ist nicht das Gleiche. Kleidung kann verkauft oder gespendet werden – das ist auch nicht das Gleiche.

Beispiel 1

Im Text steht: Sie haben letzte Woche einen Teppich zur Reparatur und Reinigung in unser Geschäft gebracht.
Frage: Frau Korte hat bei Herrn Özdemir einen Teppich gekauft.   Falsch!
Sie hat keinen Teppich gekauft. Sie hat ihren alten Teppich zur Reparatur gebracht. Ganz andere Handlung.

Beispiel 2

Im Text steht: Wir sammeln Schuhe, Bekleidung, Wäsche, Wolldecken...
Frage: Sie können hier Ihre alten Sachen verkaufen.   Falsch!
Sie können die Sachen abgeben – nicht verkaufen. Die Organisation sammelt sie. Geld bekommen Sie nicht.

Typische Verb-Fallen

Verb im Text Falsche Handlung in der Frage
reparieren kaufen
sammeln (kostenlos) verkaufen
kündigen abschließen
anmelden bestellen
informieren einen Kurs machen
Wichtig

Das Verb ist oft wichtiger als das Hauptwort. Lesen Sie immer genau, WAS die Person macht – nicht nur WORUM es geht.

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Falle 8: Der falsche Ort

Manchmal steht ein Ortsname im Text und in der Frage – aber er hat eine andere Bedeutung. Das ist eine besonders gemeine Falle.

Beispiel

Im Text steht: Die Zahl der Schulanfänger ist um 14% zurückgegangen. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.
Frage: Nur in Wiesbaden gibt es immer weniger Schulanfänger.   Falsch!
Wiesbaden ist die Stadt, wo das Bundesamt sitzt – nicht die Stadt, wo es weniger Schüler gibt. Das Bundesamt sagt: in ganz Deutschland gibt es weniger Schüler.

Detektiv-Tipp

Wenn ein Ortsname im Text vorkommt, fragen Sie sich: Warum steht der Ort hier? Ist das der Ort des Ereignisses? Oder nur der Ort einer Quelle, einer Person, einer Firma?

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Falle 9: Die falsche Information

Bei dieser Falle geht es darum, was der Text wirklich macht. Beschreibt der Text etwas? Oder erklärt er etwas? Diese zwei Sachen sind verschieden.

Beispiel

Im Text steht: 1,5 Millionen Menschen zwischen 25 und 35 haben keinen Berufsabschluss. Deshalb gibt es ein neues Projekt „Spätstarter“ mit Ausbildung in 24 Monaten.
Frage: Der Text erklärt warum viele junge Leute keinen Berufsabschluss haben.   Falsch!
Der Text sagt nur, DASS sie keinen Abschluss haben. Aber er sagt nicht WARUM. Der Text beschreibt das Projekt, nicht die Gründe.

Prüffrage

Erklärt der Text wirklich WARUM? Oder sagt er nur DASS? Das ist ein großer Unterschied.

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Falle 10: Ähnliche Namen und Nummern

Manchmal stehen im Text zwei ähnliche Namen oder Nummern. Buslinie 19 ist nicht Buslinie 91. Familie Meyer ist nicht Familie Mayer. Die Prüfer benutzen oft ähnliche Namen, um zu sehen, ob Sie genau lesen.

Beispiel

Im Text steht: Die Buslinie 19 fährt nicht mehr zur Messe, sondern zum Leopoldplatz. Die Buslinie 91 fährt zweimal pro Stunde vom Bahnhof zur Messe.
Frage: Vom Bahnhof zur Messe fährt ab Dezember die...
a) Buslinie 19 viermal pro Stunde   (Falsch! Linie 19 fährt nicht zur Messe)
b) Buslinie 91 einmal pro Stunde   (Falsch! Sie fährt zweimal)
c) Buslinie 91 zweimal pro Stunde

Detektiv-Tipp

Lesen Sie Namen und Zahlen genau. Verwechseln Sie 19 nicht mit 91. Lesen Sie den ganzen Satz mit der Zahl – nicht nur die Zahl selbst.

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Falle 11: Was im Text gar nicht steht

Manchmal klingt eine Antwort plausibel und logisch – aber sie steht so gar nicht im Text. Sie müssen sich fragen: Steht das wirklich im Text? Oder denke ich nur, dass es so sein könnte?

Beispiel

Im Text steht: Beim Elternsprechtag können Sie mit jeder Lehrkraft persönlich sprechen. Eine Lehrerin steht zu einem Gespräch zum Thema „Berufliche Orientierung“ zur Verfügung.
Frage: Es gibt...
a) eine Möglichkeit zur Berufsberatung
b) kostenlose Getränke
c) Wartelisten für die Lehrer
Problem: Die Antworten b und c klingen vielleicht plausibel. Im Text steht aber nur das mit der Berufsorientierung.

Wichtig

Eine Antwort ist nur dann richtig, wenn sie im Text steht. Egal wie logisch sie klingt – wenn der Text es nicht sagt, ist die Antwort falsch.

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Falle 12: Die falsche Rolle

Wer schreibt diesen Brief? An wen? Warum? Diese Fragen sind oft sehr wichtig. Manchmal müssen Sie genau verstehen, wer die Person im Text ist.

Beispiel

Im Text steht: Hiermit bestätige ich, dass ich Ihre Kündigung bekommen habe. Ich schlage vor, dass wir die Wohnung gemeinsam besichtigen... Die Kaution von 1800 Euro erhalten Sie zurück...
Frage: Der Schreiber des Briefs ist der Vermieter.   Richtig!
Warum? Weil er die Kündigung bekommen hat, die Wohnung besichtigt und die Kaution zurückzahlt – das macht der Vermieter.

Bei dieser Falle müssen Sie aus dem Text schließen, welche Rolle die Person hat. Achten Sie auf:

  • Wer kann was? (kündigen, vermieten, kaufen, verkaufen)
  • Wer zahlt wem? (Mieter zahlt Vermieter, Kunde zahlt Firma)
  • Wer schreibt an wen? (Firma an Kunde, Schule an Eltern)
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Die 7 wichtigsten Regeln

Jetzt fassen wir alles zusammen. Diese 7 Regeln helfen Ihnen in jeder B1 DTZ-Prüfung. Lernen Sie sie auswendig.

Regel 1: Erst die Fragen, dann den Text

Lesen Sie immer zuerst die zwei Fragen. Unterstreichen Sie die wichtigsten Wörter. Erst dann lesen Sie den Text. So wissen Sie schon, was Sie suchen.

Regel 2: Synonyme statt gleicher Wörter

Die richtige Antwort enthält fast nie die gleichen Wörter wie der Text. Suchen Sie Synonyme. Wenn ein Wort genau gleich ist, ist das oft ein Warnsignal.

Regel 3: Achten Sie auf kleine Wörter

Wörter wie „nicht“, „kein“, „nur“, „alle“, „immer“ sind klein – aber sehr wichtig. Sie können den ganzen Sinn ändern.

Regel 4: Lesen Sie den ganzen Satz

Lesen Sie nie nur ein Wort oder eine Zahl. Lesen Sie immer den ganzen Satz. Nur so verstehen Sie, was das Wort wirklich bedeutet.

Regel 5: Prüfen Sie alle drei Antworten

Bei der Frage mit a, b, c: Lesen Sie alle drei Antworten. Schließen Sie zuerst die aus, die ganz sicher falsch sind. So bleibt am Ende die richtige.

Regel 6: Nur was im Text steht

Eine Antwort ist nur dann richtig, wenn sie im Text steht. Egal wie logisch sie klingt – wenn der Text es nicht sagt, ist die Antwort falsch.

Regel 7: Verb und Zeit beachten

Achten Sie auf die Handlung (das Verb) und die Zeit (schon passiert / muss noch passieren). Diese zwei Sachen entscheiden oft über richtig oder falsch.

Kurz zusammengefasst

Fragen zuerst. Synonyme suchen. Kleine Wörter beachten. Ganze Sätze lesen. Antworten vergleichen. Nur was im Text steht. Verb und Zeit prüfen.

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Wie viel Zeit haben Sie?

Für den ganzen Prüfungsteil Lesen haben Sie 45 Minuten. Für Lesen Teil 3 brauchen Sie ungefähr 10 bis 12 Minuten. Das sind ca. 3 bis 4 Minuten pro Text.

Schritt Zeit pro Text
Die zwei Fragen lesen 30 Sekunden
Den Text einmal überfliegen 1 Minute
Antworten suchen und prüfen 1,5 Minuten
Kontrolle 30 Sekunden
Wichtiger Tipp

Markieren Sie Ihre Antworten sofort auf dem Antwortbogen. Am Ende des Prüfungsteils Lesen gibt es ein STOP-Zeichen. Sie dürfen dann nicht mehr schreiben.

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Wichtige Parafrasen zum Lernen

Diese Parafrasen kommen immer wieder in der Vorbereitung auf die DTZ-Prüfung vor. Wer sie auswendig kennt, löst die Aufgaben viel schneller.

Im Text In der Antwort (Parafrase)
kostenlos umsonst, gratis, ohne Kosten
telefonisch anmelden anrufen
per Post zusenden im Brief zuschicken
Verspätungsgebühren Strafe
im Viertelstundentakt alle 15 Minuten
halbe Million 500.000
gegenüber in der Nähe
Familienpause lange nicht gearbeitet
Geld zurückbekommen Geld zurückzahlen
nicht zu Hause sein können an dem Tag nicht zu Hause sein
Beiträge nicht bezahlt muss Geld zahlen
Termin verschieben anderen Termin
Guthaben von 150 Euro zu viel bezahlt
Wohnung besichtigen Wohnung ansehen
Apfelbaum Obstbaum
Online Banking nutzen mit dem Computer machen
auf Hunde achten auf Hunde aufpassen
weniger Schüler Zahl ist zurückgegangen
Gehaltserhöhung fordern mehr verdienen wollen
Wohnanlage Wohngebäude
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FAQ

Wie viele Punkte kann ich in Lesen Teil 3 bekommen?
Maximal 6 Punkte. Es gibt 3 Texte mit je 2 Aufgaben – insgesamt 6 Aufgaben. Für jede richtige Antwort gibt es einen Punkt.
Was lese ich zuerst – den Text oder die Fragen?
Zuerst die Fragen! So wissen Sie, worauf Sie im Text achten müssen. Das spart viel Zeit.
Was ist eine Parafrase?
Eine Parafrase ist: das Gleiche sagen, aber mit anderen Wörtern. Zum Beispiel ist „umsonst“ eine Parafrase von „kostenlos“. In Lesen Teil 3 finden Sie fast immer Parafrasen.
Was ist die schwierigste Falle?
Die Parafrase ist die wichtigste Falle. Aber auch die Inversion (das Gegenteil) und die Verneinung (nicht, kein) sind sehr häufig. Wer diese drei kennt, löst schon viele Aufgaben richtig.
Wie lange habe ich Zeit?
Für Lesen Teil 3 sollten Sie ungefähr 10 bis 12 Minuten brauchen. Pro Text also ca. 3 bis 4 Minuten.
Was mache ich bei Richtig/Falsch?
Vergleichen Sie den Satz in der Frage genau mit dem Text. Sagt der Text wirklich das? Oder steht da etwas anderes? Achten Sie besonders auf kleine Wörter wie „nicht“ oder „kein“.
Muss ich jedes Wort verstehen?
Nein. Sie müssen nicht jedes Wort verstehen. Konzentrieren Sie sich auf die wichtigsten Wörter: Hauptwörter, Verben, Zahlen, Verneinungen.
Was mache ich, wenn ich unsicher bin?
Bei der Frage mit a, b, c: Schließen Sie zuerst die Antworten aus, die ganz sicher falsch sind. So bleibt die richtige Antwort übrig. Bei Richtig/Falsch: Lesen Sie den Satz im Text noch einmal langsam.
Warum sind manche Antworten plausibel, aber falsch?
Eine Antwort kann logisch klingen, aber im Text steht sie nicht. Eine Antwort ist nur dann richtig, wenn sie im Text steht. Egal wie logisch sie klingt.
Was ist mit den Zahlen?
In vielen Texten stehen mehrere Zahlen. Lesen Sie genau, welche Zahl zu welcher Information gehört. Lesen Sie nicht nur die Zahl, sondern den ganzen Satz.
Wie kann ich mich am besten vorbereiten?
Üben Sie viele Übungsaufgaben zur Vorbereitung auf die DTZ-Prüfung. Lernen Sie die Parafrasen aus der Tabelle. Lernen Sie die 12 Fallen. Auf deutsch-vorbereitung.com finden Sie viele Übungen mit Lösungen und Erklärungen.