Wie man einen B1-Brief (DTZ) schreibt

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Autor: Olena Bazalukova, 20.01.2026

Schriftliche Prüfung B1 (DTZ): Struktur, Zeilen, Betreff und typische Fehler

Der Brief auf dem Niveau B1 ist einer der am meisten unterschätzten Teile der DTZ-Schreibprüfung.

Viele halten ihn für „leicht“, bis sie mit den echten Prüfungsbögen, der begrenzten Zeilenzahl und den strengen Bewertungskriterien konfrontiert werden.

In diesem Artikel analysieren wir:

  • wie die funktionale Struktur eines B1-Briefs aussieht,
  • warum der Betreff wichtig ist, auch wenn er nicht ausdrücklich verlangt wird,
  • warum eine leserliche Handschrift keine Kleinigkeit ist,
  • und wie man in die 15 Zeilen des Prüfungsbogens passt, ohne Punkte zu verlieren.

Was wird im B1-Brief (DTZ) tatsächlich bewertet?

Im schriftlichen Teil des DTZ (Deutsch-Test für Zuwanderer) bewertet der Prüfer nicht den Stil und nicht die „Schönheit“ des Textes.

Bewertet wird, ob der Kandidat:

  • die Aufgabe versteht,
  • alle Punkte logisch ausarbeitet,
  • die Sprache auf B1-Niveau verwendet,
  • den Brief in einer klaren und erwarteten Form gestaltet.

Mit anderen Worten: Der Brief soll funktionieren, nicht beeindrucken.

Formeller und informeller Stil: Hier beginnen die Fehler

Einer der häufigsten Gründe für Punktverlust ist ein falsch gewählter Stil.

Der Stil des Briefes ist immer in der Aufgabe vorgegeben und keine Frage der persönlichen Vorliebe.

Formeller Brief

Er wird verwendet bei Schreiben an:

  • Organisationen,
  • Vermieter,
  • offizielle Institutionen,
  • Arbeitgeber.

Typische Merkmale:

  • Sie-Form,
  • neutraler, höflicher Ton,
  • keine Emotionen und keine umgangssprachlichen Ausdrücke,
  • klare, vorhersehbare Struktur.

Typische Anreden im formellen Brief:

  • Sehr geehrte Damen und Herren,
  • Sehr geehrte Frau Müller,
  • Sehr geehrter Herr Schneider,
  • (die Anrede endet immer mit einem Komma, der Text beginnt in der nächsten Zeile klein)

Typische Schlussformeln:

  • Mit freundlichen Grüßen
  • Vielen Dank im Voraus und mit freundlichen Grüßen

Ein formeller Brief muss korrekt und funktional sein – ohne persönliche Kommentare und emotionale Bewertungen.

Informeller Brief

Er wird verwendet beim Schreiben an:

  • Freunde,
  • Bekannte,
  • Familienmitglieder.

Typische Merkmale:

  • du-Form,
  • persönlicher, aber strukturierter Stil,
  • einfache und klare Formulierungen.

Typische Anreden im informellen Brief:

  • Liebe Maria,
  • Lieber Paul,
  • Hallo Anna,

Typische Schlussformeln:

  • Viele Grüße
  • Liebe Grüße
  • Bis bald
  • Herzliche Grüße

Auch im informellen Brief ist es wichtig:

  • die Struktur einzuhalten,
  • Stile nicht zu mischen,
  • den Brief nicht in einen Chat zu verwandeln.

Die Struktur eines B1-Briefs: Ohne sie ist der Text schwer lesbar

Unabhängig vom Thema muss ein Brief auf B1-Niveau eine klare, erkennbare Struktur haben:

1️⃣ Anrede

2️⃣ Einleitung – warum du schreibst

3️⃣ Hauptteil – alle Punkte der Aufgabe

4️⃣ Abschluss

5️⃣ Unterschrift

Genau diese Logik erwartet der Prüfer.

Wenn die Struktur „verrutscht“, wird der Text schwerer zu bewerten – und das ist immer ein Risiko.

Betreff: Warum ich ihn empfehle

Formal ist in den B1-DTZ-Übungen nicht immer angegeben, dass ein Betreff geschrieben werden muss.

Ich empfehle ihn jedoch bewusst.

Warum?

  • Im echten Leben beginnt jeder Brief mit einem Thema.
  • Der Betreff zeigt dem Prüfer sofort, worum es geht.
  • Er fördert eine echte Schreibkultur – nicht nur das Bestehen der Prüfung.

Ein kurzer, neutraler Betreff:

  • nimmt kaum Platz ein,
  • stört die Struktur nicht,
  • macht den Brief professioneller.

👉 Er ist kein Pflichtbestandteil, sondern eine sinnvolle Praxis, die ich meinen Schülern empfehle.

15 Zeilen in der Prüfung: der wichtigste begrenzende Faktor

Auf dem offiziellen Prüfungsbogen für das DTZ-Schreiben stehen insgesamt nur 15 Zeilen zur Verfügung.

Das bedeutet, dass der Kandidat in der Lage sein muss:

  • alle Punkte der Aufgabe zu behandeln,
  • die Struktur des Briefes beizubehalten,
  • die Zeilenbegrenzung einzuhalten,
  • ausreichend leserlich zu schreiben.

Hier ist besonders wichtig:

  • keine zu langen Sätze zu schreiben,
  • sich nicht an einem Punkt „festzubeißen“,
  • im Voraus zu wissen, wie viel Platz jeder Teil des Briefes braucht.

👉 Ein B1-DTZ-Brief bedeutet, präzise und sachlich zu schreiben.

Die Handschrift ist wichtig (ja, wirklich)

Das wird oft unterschätzt, ist aber in der Praxis sehr relevant.

Der Prüfer:

  • liest hunderte Arbeiten,
  • entziffert keine unleserlichen Wörter,
  • bewertet nur das, was klar lesbar ist.

Wenn ein Wort nicht lesbar ist, existiert es für die Bewertung faktisch nicht.

Deshalb:

  • muss die Handschrift leserlich sein,
  • müssen die Buchstaben unterscheidbar sein,
  • dürfen die Zeilen nicht „zusammenkleben“.

👉 Es geht nicht um Kalligrafie, sondern um Lesbarkeit.

Umfang des Briefes: ohne Mythen und Extreme

In der DTZ-Prüfung ist keine feste Wortanzahl angegeben. In den offiziellen Dokumenten ist lediglich von einem ausreichend ausführlichen Text die Rede, der eine Bewertung der Aufgabenbewältigung ermöglicht.

In der Praxis gilt ein Text von etwa 90–110 Wörtern als optimal, weil:

  • alle Punkte gut ausgearbeitet werden können,
  • die Grammatik leichter kontrollierbar ist,
  • der Text gut in 15 Zeilen passt.

Das ist eine methodische Empfehlung, keine formale Vorschrift.

Typische Fehler, die Punkte kosten

Am häufigsten entstehen Probleme durch:

  • fehlende Punkte aus der Aufgabenstellung,
  • fehlende Struktur,
  • falschen Stil (du / Sie),
  • einen zu kurzen Text,
  • unleserliche Handschrift.

Die gute Nachricht:

👉 All diese Fehler lassen sich vermeiden, wenn man die Mechanik der Prüfung versteht.

Videoanalyse eines B1-Briefes

Wenn du sehen möchtest, wie das alles an einem echten Beispiel aussieht, empfehle ich dieses Video:

🎥 Wie man einen B1-Brief (DTZ) Schritt für Schritt schreibt

Im Video wird detailliert erklärt:

  • wie man die Aufgabe richtig liest,
  • wie man den Text auf die Zeilen verteilt,
  • wie man die Struktur beibehält und nicht über den Rahmen hinausgeht.

Offizielle Quellen

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf offiziellen Materialien:

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) — Auftraggeber der DTZ-Prüfung – https://www.bamf.de/

Verwendet werden:

  • offizielle Handbücher,
  • Bewertungskriterien für den schriftlichen Teil,
  • die Praxis der Korrektur von Prüfungsarbeiten.

Fazit

Ein B1-Brief bedeutet nicht, „einfach irgendetwas zu schreiben“, sondern die Fähigkeit:

  • innerhalb klarer Grenzen zu arbeiten,
  • die Form einzuhalten,
  • klar und sachlich zu schreiben.

Genau das wird in der DTZ-Prüfung verlangt.