B1 Sprechen · DTZ · telc · Goethe · ÖIF · ÖSD

„Gemeinsam etwas planen“ ist das Paargespräch der mündlichen B1-Prüfung: Sie und Ihr Partner bekommen dasselbe Aufgabenblatt mit einer Alltagssituation und einigen Stichpunkten und planen daraus gemeinsam einen Plan. Hier erfahren Sie, welche Themen in DTZ, telc, Goethe, ÖIF und ÖSD kommen, wie lange die Aufgabe dauert, wer beginnt und wie viele Punkte sie bringt.

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Was ist „Gemeinsam etwas planen“ in der B1-Prüfung?

„Gemeinsam etwas planen“ ist eine Aufgabe zum interaktiven Sprechen auf dem Niveau B1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens (GER). Zwei Teilnehmende bekommen dasselbe Aufgabenblatt: eine kurze Situation aus dem Alltag und darunter einige Stichpunkte. Gemeinsam machen sie Vorschläge, reagieren auf die Ideen des anderen und entscheiden am Ende, was sie tun.

Die Aufgabe gibt es in mehreren Prüfungen. Nummer, Dauer und Gewichtung unterscheiden sich, das Prinzip ist überall gleich:

Prüfung Prüfungsteil Dauer Vorbereitung Gewicht
DTZ (g.a.s.t.) Sprechen Teil 3 ca. 6 Min. keine eigene Vorbereitungszeit, nur kurz Zeit zum Lesen Aufgabenbewältigung: max. 20 von 100 Punkten im Sprechen
telc Deutsch B1 Mündlicher Ausdruck Teil 3 ca. 6 Min. 20 Min. für alle drei Teile max. 30 von 75 Punkten
Goethe-Zertifikat B1 Sprechen Teil 1 ca. 3 Min. 15 Min. für alle drei Teile Teil des Moduls Sprechen (max. 100 Punkte, bestanden ab 60)
ÖSD Zertifikat B1 Sprechen Teil 1 ca. 3 Min. 15 Min. für alle drei Teile wie Goethe (gemeinsam entwickelte Prüfung)

Stand: 02.11.2026. Quellen: g.a.s.t. DTZ Übungssatz 1, telc Deutsch B1 Übungstest 1, Goethe-Zertifikat B1 Modellsatz, ÖSD Zertifikat B1 Modellsatz Sprechen.

Nicht verwechseln

Das ÖSD Zertifikat Deutsch Österreich B1 (ZDÖ) ist eine andere Prüfung als das ÖSD Zertifikat B1: Dort heißt die vergleichbare Aufgabe „Gemeinsam eine Aufgabe lösen“ und ist Aufgabe 3. In der neueren Prüfung telc Deutsch A2·B1 steht „Gemeinsam etwas planen“ als Teil 2 im Prüfungsablauf. Prüfen Sie deshalb immer, welche Prüfung genau auf Ihrer Anmeldung steht.

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Welche Themen kommen bei „Gemeinsam etwas planen“?

Die Themen kommen immer aus dem Alltag: Ausflüge, Feiern, Besuche, Hilfe für Freunde oder Kolleginnen und Kollegen. Die offiziellen Übungs- und Modellsätze zeigen, welche Art von Situationen Sie erwarten:

Thema Stichpunkte Quelle
Wanderung mit dem Deutschkurs Wohin? · Was besichtigen? · Übernachten? · Essen? · Wer soll kommen? · …? DTZ Übungssatz 1 (g.a.s.t.)
Besuch bei einem Freund in Wien Wann/Wie lange? · Bahn? Auto? Flugzeug? · Gemeinsame Aktivitäten? · Informationen über Wien? · Geschenk? · …? DTZ Übungssatz 2 (g.a.s.t.)
Abschiedsparty im Urlaub Wann? · Wo? · Essen · Getränke · Wer bezahlt wofür? · … telc Deutsch B1 Übungstest 1
Besuch im Krankenhaus und Hilfe Wann besuchen? · Wie hinkommen? · Was mitnehmen? · Wie kann man helfen? · … Goethe- und ÖSD-Modellsatz B1
Klassenparty und Geschenk Wann? Wo? · Wen noch einladen? · Essen, Getränke? · Geschenk? · … ÖSD-Modellsatz B1 Jugendliche

Das Themen-Raster: fünf Fragetypen, die immer wiederkehren

Vergleicht man die offiziellen Aufgaben, wiederholen sich dieselben Fragetypen, egal welches Thema kommt:

  1. Zeit und Ort: Wann? Wo? Wie lange?
  2. Weg und Transport: Wie hinkommen? Bahn, Auto oder Flugzeug?
  3. Essen und Mitbringen: Was mitnehmen? Essen, Getränke? Geschenk?
  4. Personen: Wer soll kommen? Wen einladen? Wie kann man helfen?
  5. Geld und Aufgaben: Wer bezahlt wofür? Wer übernimmt was?

Wer für jeden dieser Fragetypen ein paar sichere Sätze vorbereitet, ist auf fast jedes Thema vorbereitet, auch auf eines, das er vorher nie gesehen hat.

Typische Themen zum Üben finden Sie in den Themenlisten Ihrer Prüfung:

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Wie läuft „Gemeinsam etwas planen“ ab?

Der Ablauf ist in allen vier Prüfungen ähnlich: Beide Teilnehmenden bekommen dasselbe Aufgabenblatt, die Prüfenden erklären kurz die Situation, dann planen die beiden miteinander. Die Prüfenden hören zu, greifen nur bei Bedarf ein und beenden den Teil, wenn die Zeit vorbei ist.

Wie ist das Aufgabenblatt aufgebaut?

Oben steht eine kurze Situation, zum Beispiel ein Ausflug, eine Feier oder ein Besuch. Darunter folgen meist vier oder fünf Stichpunkte als Fragen oder einzelne Wörter, ganz unten oft drei Pünktchen „…“. Die Stichpunkte geben die Themen des Gesprächs vor, die Pünktchen lassen Platz für einen eigenen Punkt.

Wie viel Vorbereitung habe ich?

  • DTZ und ÖIF: Es gibt keine eigene Vorbereitungszeit. Sie bekommen das Aufgabenblatt im Prüfungsgespräch und haben nur kurz Zeit, es zu lesen.
  • telc B1: Sie bereiten alle drei Teile vorher im Vorbereitungsraum vor und schreiben Notizen nur auf gestempelte Blätter. Die Notizen dürfen Sie mitnehmen, ablesen sollen Sie sie nicht.
  • Goethe und ÖSD: Sie bereiten sich allein vor, dürfen zu jeder Aufgabe Notizen machen und sollen in der Prüfung frei sprechen.

Wer fängt an?

Das legen die Prüfenden fest, nicht die Teilnehmenden. Im ÖIF und DTZ bekommen beide das gleiche Aufgabenblatt und kurz Zeit zum Lesen. Laut den offiziellen Übungssätzen von g.a.s.t. fragt die prüfende Person bei Bedarf, wer beginnen möchte. Sie kann aber auch eine Person direkt bitten anzufangen. Bei telc bittet der Moderator eine Person, ihre Vorschläge zu nennen, und fordert danach die zweite Person zur Reaktion auf. Bei Goethe und ÖSD stellen die Prüfenden die Situation kurz vor und bitten das Paar, mit der Planung zu beginnen. Warten Sie also auf das Zeichen der Prüfenden.

Was machen die Prüfenden während des Gesprächs?

  • DTZ und ÖIF: Eine prüfende Person leitet das Gespräch, die zweite beobachtet. In Teil 3 unterstützt die leitende Person das Planungsgespräch nur, falls nötig, und achtet auf eine möglichst gerechte Verteilung der Redeanteile.
  • telc B1: Der Moderator spricht möglichst wenig. Er greift ein, wenn eine Person zu stark dominiert oder sich kaum beteiligt, und spricht dann die Person mit dem geringeren Redeanteil direkt an. Stockt das Gespräch, bringt er es mit offenen Fragen wieder in Gang.
  • Goethe und ÖSD: Die Prüfenden leiten die Aufgabe ein und beenden die Planung, wenn die Zeit um ist.
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Was im Aufgabenblatt wirklich verlangt wird

Das Aufgabenblatt sieht einfach aus. Einige Details in der Gestaltung entscheiden aber darüber, ob Sie die Aufgabe vollständig erfüllen.

Die Anweisung verlangt mehr als die Stichpunkte

Die Stichpunkte fragen nach Wann, Wo oder Was. Die Anweisung verlangt mehr: Bei telc sollen Sie klären, was zu tun ist und wer welche Aufgabe übernimmt, und sich auf einen gemeinsamen Vorschlag einigen. Beim Goethe- und ÖSD-Zertifikat steht auf dem Blatt, dass Sie gemeinsam planen und entscheiden sollen. Wer nur Ideen sammelt, ohne Aufgaben zu verteilen und Entscheidungen festzuhalten, erfüllt die Aufgabe nur zum Teil.

Die Situation setzt Grenzen

Der Satz über den Stichpunkten enthält Informationen, die Ihre Vorschläge einschränken. Im Goethe-Modellsatz lebt der Kollege allein und braucht nach dem Krankenhaus Hilfe, im DTZ-Übungssatz geht der ganze Kurs wandern. Ein Vorschlag, der nicht zur Situation passt, wirkt, als hätten Sie die Aufgabe nicht verstanden. Lesen Sie die Situation deshalb immer zuerst.

Die Beispiele in Klammern sind geschenkter Wortschatz

Manche Stichpunkte enthalten Beispiele, im DTZ-Übungssatz etwa „Wohin (in den Wald, an den Fluss, in die Stadt …)?“. Das ist kein Auswahlmenü, an das Sie gebunden sind. Sie dürfen die Wörter nutzen, wenn Ihnen spontan nichts einfällt, und genauso eigene Ideen einbringen.

Mehr Stichpunkte, als die Zeit vermuten lässt

Vier oder fünf Punkte plus „…“ wirken wenig. Rechnet man nach, bleibt bei Goethe und ÖSD für jeden Stichpunkt weniger als eine Minute, im DTZ und bei telc etwa eine Minute. Die Aufgabe belohnt deshalb Paare, die zügig zu Entscheidungen kommen und dann zum nächsten Punkt gehen.

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Wie wird „Gemeinsam etwas planen“ bewertet?

Bewertet wird nicht, ob Ihr Plan gut ist, sondern wie Sie planen: ob Sie Vorschläge machen, begründen, auf den Partner eingehen und das Gespräch voranbringen. Zwei lizenzierte Prüfende bewerten jede Person einzeln, nicht das Paar als Team.

DTZ: Teil 3 hat das größte Gewicht in der Aufgabenbewältigung

Im DTZ wird die Aufgabenbewältigung für jeden Teil einzeln bewertet, und Teil 3 bringt dabei mehr Punkte als jeder andere Teil. Laut den Bewertungskriterien von g.a.s.t. liegt der Unterschied zwischen A2 und B1 im Gesprächsverhalten:

  • A2: Sie beteiligen sich am Planungsgespräch und drücken Ideen, Meinungen und Vorschläge auf einfache Weise aus.
  • B1: Sie können das Gespräch beginnen und in Gang halten, spontan planen, Vorschläge machen und auf Vorschläge reagieren.

Aussprache, Flüssigkeit, Korrektheit und Wortschatz bewerten die Prüfenden über die gesamte mündliche Prüfung, Teil 3 zählt also auch dort mit. Die beiden Prüfenden bewerten unabhängig voneinander, das Endergebnis ist der Mittelwert. Für ein DTZ-Zertifikat B1 brauchen Sie im Teil Sprechen das Teilergebnis B1. Was sich bei den Bestehensregeln seit dem 1. November 2026 geändert hat, lesen Sie im Artikel DTZ B1 Prüfung ab November 2026.

telc Deutsch B1: vier Kriterien, doppelt gewichtet

Bei telc wird jeder Teil der mündlichen Prüfung nach vier Kriterien bewertet. In Teil 3 zählen sie doppelt so viel wie in Teil 1:

Kriterium Was bewertet wird Punkte in Teil 3 (A / B / C / D)
Ausdrucksfähigkeit Wortschatz, passende Ausdrucksweise, Verwirklichung der Sprechabsicht 8 / 6 / 2 / 0
Aufgabenbewältigung Gesprächsbeteiligung, Gesprächsstrategien, Flüssigkeit 8 / 6 / 2 / 0
Formale Richtigkeit Satzbau und Formen 8 / 6 / 2 / 0
Aussprache und Intonation ob Abweichungen das Verstehen erschweren 6 / 4 / 2 / 0
Summe Teil 3   max. 30

Die mündliche Prüfung ist bei telc bestanden, wenn Sie mindestens 60 Prozent der Punkte erreichen. Wichtig: Laut telc werden Nachfragen und gegenseitige Hilfestellungen positiv bewertet. Eine Frage an Ihren Partner bringt Ihnen also Punkte.

Goethe und ÖSD: Erfüllung und Interaktion

Beim Goethe- und ÖSD-Zertifikat B1 bewerten die Prüfenden in Teil 1 die Erfüllung (Sprachfunktionen wie Vorschlag oder Zustimmung, Inhalt, Umfang), die Interaktion (Gespräch beginnen, in Gang halten, beenden; Reaktionsfähigkeit; passendes Register), den Wortschatz und die Strukturen. Die Aussprache wird über alle drei Teile bewertet. Ist der Gesprächsanteil nicht bewertbar, erhält die Aufgabe insgesamt 0 Punkte.

👉 Wie Sie diese Kriterien im Gespräch erfüllen: Strategie, Redemittel und Beispieldialog
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FAQ — Themen, Ablauf und Punkte

Wie lange dauert „Gemeinsam etwas planen“ in der B1-Prüfung?
Das hängt von der Prüfung ab. Im DTZ (Sprechen Teil 3) und bei telc Deutsch B1 (Mündlicher Ausdruck Teil 3) dauert die Aufgabe ca. 6 Minuten. Beim Goethe-Zertifikat B1 und beim ÖSD Zertifikat B1 ist sie Teil 1 des Moduls Sprechen und dauert ca. 3 Minuten.
Wie viele Punkte bringt „Gemeinsam etwas planen“?
Bei telc Deutsch B1 bringt Teil 3 maximal 30 von 75 Punkten der mündlichen Prüfung. Im DTZ zählt die Aufgabenbewältigung in Teil 3 maximal 20 von 100 Punkten im Sprechen, mehr als in jedem anderen Teil. Beim Goethe- und ÖSD-Zertifikat B1 ist die Aufgabe Teil des Moduls Sprechen mit maximal 100 Punkten, bestanden ist das Modul ab 60 Punkten.
Wer fängt bei „Gemeinsam etwas planen“ an?
Das legen die Prüfenden fest. Im DTZ fragt die prüfende Person laut den offiziellen Übungssätzen von g.a.s.t. bei Bedarf, wer beginnen möchte, sie kann aber auch eine Person direkt bitten anzufangen. Bei telc B1 bittet der Moderator eine Person anzufangen, beim Goethe- und ÖSD-Zertifikat B1 fordern die Prüfenden das Paar auf, mit der Planung zu beginnen.
Werden beide Partner zusammen bewertet?
Nein. Zwei Prüfende bewerten jede Person einzeln. Ein schwacher Partner senkt Ihre Punkte also nicht automatisch. Entscheidend ist, wie aktiv Sie selbst planen, Vorschläge machen und auf Ihren Partner reagieren.
Darf ich bei „Gemeinsam etwas planen“ Notizen benutzen?
Bei telc Deutsch B1 machen Sie in 20 Minuten Vorbereitung Notizen auf gestempelten Blättern und dürfen sie mitnehmen, sollen aber nicht ablesen. Beim Goethe- und ÖSD-Zertifikat B1 haben Sie 15 Minuten Vorbereitung mit Notizen und sollen in der Prüfung frei sprechen. Im DTZ gibt es keine eigene Vorbereitungszeit, Sie bekommen das Aufgabenblatt erst im Prüfungsgespräch.
Gibt es „Gemeinsam etwas planen“ auch auf A2?
Ja, im DTZ, der als Prüfung A2–B1 aufgebaut ist. Alle bekommen dieselbe Aufgabe, das Niveau ergibt sich aus der Leistung: Für A2 reicht es, sich am Planungsgespräch zu beteiligen und Ideen einfach auszudrücken. Für B1 sollten Sie das Gespräch selbst in Gang halten, Vorschläge machen und auf die Vorschläge des Partners reagieren.