Sprechen Teil 1 im Deutsch-Test für den Beruf B2 besteht aus drei Schritten: Präsentation, Prüferfragen und Erläuterung eines Aspekts. Hier finden Sie den offiziellen Ablauf, alle acht Themen, die Bewertungskriterien und eine Methode, mit der Sie alle acht Themen mit einem Gerüst und einem Wortschatz vorbereiten.
Sprechen Teil 1 im DTB B2 auf einen Blick
Sprechen Teil 1 im Deutsch-Test für den Beruf B2 ist eine Präsentation zu einem beruflichen Thema mit anschließendem Gespräch. Sie wählen eines von zwei angebotenen Themen, sprechen etwa zwei Minuten frei darüber, beantworten danach Fragen der Prüfenden und hören zu, wenn Ihre Partnerin bzw. Ihr Partner präsentiert – denn am Ende erläutern Sie einen Aspekt aus deren Antworten.
Der Deutsch-Test für den Beruf B2 (DTB B2) ist die Abschlussprüfung des Basisberufssprachkurses B2 nach § 45a AufenthG. Die Prüfung wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales mit fachlicher Begleitung des BAMF von der telc gGmbH entwickelt und orientiert sich an der Niveaustufe B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER). Der Subtest Sprechen ist eine Paarprüfung mit zwei Prüfenden und dauert insgesamt etwa 16 Minuten – ohne Vorbereitungszeit.
| Merkmal | Sprechen Teil 1 (DTB B2) |
|---|---|
| Aufgabe | Über ein berufliches Thema sprechen (monologisch), Anschlussfragen beantworten, einen Aspekt erläutern |
| Unterteile | 1A Präsentation · 1B Prüferfragen · 1C Erläuterung eines Aspekts |
| Themen | 8 feste Themen, davon 2 zur Auswahl in der Prüfung |
| Zeit pro Teilnehmer/in | ca. 2 Min. (1A) + ca. 2 Min. (1B) + ca. ½ Min. (1C) |
| Vorbereitungszeit in der Prüfung | keine |
| Hilfsmittel | Themenblatt mit Stichpunkten; eigene Notizen zum Vortrag des Partners (für 1C) |
| Bewertung | 4 Kriterien; Aufgabenbewältigung für 1A, 1B, 1C einzeln (A–D) |
Die Angaben zu Ablauf, Zeiten und Themen stammen aus dem offiziellen telc-Übungstest zum Deutsch-Test für den Beruf B2 sowie aus dem Modelltest des BAMF. Stand: 10.09.2026.
Wie läuft Teil 1 ab? Teil 1A, 1B und 1C
Teil 1 hat für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer drei Schritte, die direkt nacheinander folgen. Erst wenn Teilnehmer A alle drei Schritte abgeschlossen hat, beginnt Teilnehmer B mit seiner Präsentation. Wer gerade nicht präsentiert, hat trotzdem eine aktive Rolle: zuhören und Notizen machen.
Teil 1A – Über ein Thema sprechen (ca. 2 Minuten)
Sie erhalten ein Blatt mit zwei Themen und entscheiden sich für eines. Jedes Thema enthält in Klammern drei bis fünf Stichpunkte als Anregung. Die offizielle Anweisung lautet sinngemäß: Wählen Sie ein Thema und sprechen Sie etwa zwei Minuten darüber – zeigen Sie, was Sie können. Die Stichpunkte sind eine Hilfe, keine Pflichtliste: Sie müssen nicht alle abarbeiten, sollten aber die Kernaspekte des Themas abdecken.
In diesen zwei Minuten sprechen nur Sie. Die Prüfenden hören zu, die Partnerin bzw. der Partner macht sich Notizen. Es ist ein zusammenhängender Vortrag, kein Gespräch.
Teil 1B – Prüferfragen (ca. 2 Minuten)
Im Anschluss stellen Ihnen die Prüfenden Fragen zu Ihrer Präsentation. Diese Fragen beziehen sich auf das, was Sie gesagt haben – sie vertiefen einen Punkt, fragen nach einem Beispiel oder nach Ihrer Meinung. Während Sie antworten, macht sich Ihre Partnerin bzw. Ihr Partner weiter Notizen.
Teil 1C – Erläuterung eines Aspekts (ca. ½ Minute)
Jetzt wechselt die Perspektive. Die zweite Prüferin bzw. der zweite Prüfer wendet sich an Ihre Partnerin bzw. Ihren Partner und bittet darum, einen Aspekt aus Ihren Antworten zu erläutern. Im offiziellen Übungstest wird das etwa so formuliert: „Teilnehmer/in A hat über … gesprochen. Das habe ich leider nicht ganz verstanden. Können Sie mir das noch einmal erläutern?“ Die Partnerin bzw. der Partner gibt den Inhalt dann in eigenen Worten wieder.
Genau diese Aufgabe erwartet Sie auch, wenn Ihre Partnerin bzw. Ihr Partner präsentiert: Sie hören zu, notieren die wichtigsten Punkte und erläutern am Ende einen davon. Teil 1C prüft damit nicht nur Sprechen, sondern auch Hörverstehen und die Fähigkeit, Informationen weiterzugeben – eine Kompetenz, die im Berufsalltag ständig gebraucht wird.
| Schritt | Wer spricht? | Was macht der Partner? | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1A Präsentation | Teilnehmer/in A | hört zu, macht Notizen | ca. 2 Min. |
| 1B Prüferfragen | Prüfende fragen, A antwortet | hört zu, macht Notizen | ca. 2 Min. |
| 1C Erläuterung | Teilnehmer/in B erläutert einen Aspekt aus A’s Antworten | A hört zu | ca. ½ Min. |
| Wechsel | Dieselben drei Schritte für Teilnehmer/in B, danach folgen Teil 2 und Teil 3 | ca. 4½ Min. | |
Keine Vorbereitungszeit in der Prüfung bedeutet: Die gesamte Vorbereitung findet vor dem Prüfungstag statt. Das ist gut möglich, weil alle acht Themen offiziell veröffentlicht sind und sich nicht ändern. Wer zu jedem Thema eine feste Struktur im Kopf hat, braucht in der Prüfung nur noch das Thema auszuwählen und zu starten.
Die acht Präsentationsthemen im DTB B2
Im DTB B2 gibt es genau acht Themen für Teil 1A. In der Prüfung bekommen Sie zwei davon vorgelegt. Die Stichpunkte in der rechten Spalte stehen so auch auf dem Themenblatt in der Prüfung.
| Nr. | Thema (Aufgabenstellung) | Stichpunkte auf dem Themenblatt |
|---|---|---|
| 1 | Einen Arbeitgeber beschreiben, für den Sie gearbeitet haben oder arbeiten möchten | Branche, Produkte und Dienstleistungen, Abteilungen und ihre Aufgaben, Besonderheiten |
| 2 | Beschreiben, wie Sie sich ein gutes Arbeitsumfeld vorstellen | Jobsicherheit, Lohn/Gehalt, Karrierechancen, Kommunikation in der Firma, Beispiele aus Ihrer Berufserfahrung |
| 3 | Ereignisse und Erfahrungen beschreiben, die Ihre Berufswahl beeinflusst haben | Stationen, wichtige Personen, Motivation, Folgen |
| 4 | Eine Person aus Ihrem Umfeld beschreiben, die für Sie ein berufliches Vorbild ist | Beziehung zu dieser Person, Eigenschaften, Einfluss auf Sie |
| 5 | Das Vorgehen bei der Arbeitssuche für ein Land Ihrer Wahl beschreiben | Angebote finden, Erstkontakt, Bewerbungsunterlagen oder -gespräch |
| 6 | Beschreiben, worauf es bei einem Bewerbungsgespräch ankommt (Land Ihrer Wahl) | Berufsfeld, Vorbereitung, Kleidung, typische Fragen |
| 7 | Ein Produkt / eine Dienstleistung Ihrer Wahl beschreiben | Merkmale, Nutzen für Kunden, Vor- und Nachteile, Erfolg |
| 8 | Sie möchten sich selbstständig machen: Ihre Geschäftsidee beschreiben | welches Produkt / welche Dienstleistung, Besonderheiten, Zielgruppe |
Welches Thema sollten Sie wählen?
Die Themen lassen sich in drei Gruppen einteilen. Das hilft bei der Entscheidung in der Prüfung, wenn Sie nur wenige Sekunden zum Überlegen haben:
- Erfahrungsthemen (1, 3, 4): Sie erzählen von etwas, das Sie selbst erlebt haben. Vorteil: Der Inhalt ist Ihnen vertraut, Sie müssen nichts erfinden. Anspruch: Vergangenheitsformen sicher verwenden.
- Meinungs- und Vorgehensthemen (2, 5, 6): Sie erklären, wie etwas abläuft oder was Sie wichtig finden. Vorteil: Gut planbar, funktioniert mit einer festen Gliederung. Anspruch: Begründungen liefern, nicht nur aufzählen.
- Beschreibungsthemen (7, 8): Sie stellen ein Produkt oder eine Idee vor. Vorteil: Sehr klare Struktur nach den Stichpunkten. Anspruch: Konkret werden – ein reales oder klar ausgedachtes Beispiel, nicht allgemein „ein gutes Produkt“.
Wählen Sie das Thema, zu dem Sie sofort ein konkretes Beispiel im Kopf haben. Ein konkretes Beispiel trägt eine zwei-Minuten-Präsentation zuverlässiger als ein Thema, das „leichter klingt“.
Aus der Prüfungsvorbereitung mit meinen Lernenden kenne ich ein wiederkehrendes Muster: In der Regel wird ein Thema aus der ersten Hälfte der Liste (1–4) mit einem Thema aus der zweiten Hälfte (5–8) kombiniert. Offiziell ist diese Kombination nicht festgelegt, deshalb sollten Sie sich nicht darauf verlassen – aber es ist ein guter Grund, beide Hälften der Liste gleich gründlich vorzubereiten.
Bei den Themen 5 und 6 steht ausdrücklich „für ein Land Ihrer Wahl“. Sie dürfen also über die Arbeitssuche oder das Bewerbungsgespräch in Ihrem Herkunftsland sprechen. Ein Vergleich mit Deutschland ist möglich, aber keine Pflicht.
Wie wird Sprechen Teil 1 bewertet?
Die mündliche Leistung im DTB B2 wird von zwei Prüfenden nach vier Kriterien bewertet. Ein Kriterium betrifft den Inhalt, drei betreffen die Sprache:
| Kriterium | Was wird beurteilt? | Wie wird eingestuft? |
|---|---|---|
| I Kommunikative Aufgabenbewältigung | Ist die Aufgabe inhaltlich und niveaugerecht erfüllt? Wurde das Thema angemessen behandelt, wurden die Fragen beantwortet, wurde der Aspekt verständlich erläutert? | A / B / C / D – getrennt für Teil 1A, 1B und 1C |
| II Aussprache und Intonation | Verständlichkeit, Betonung, Satzmelodie | gut erfüllt / erfüllt / darunter – übergreifend für Teil 1–3 |
| III Formale Richtigkeit | Grammatik: Satzbau, Verbstellung, Kasus, Zeitformen | Niveau B2 / B1 / A2 – übergreifend für Teil 1–3 |
| IV Spektrum sprachlicher Mittel | Wortschatz und Strukturen: Kann sich die Person auch zu komplexeren Sachverhalten differenziert äußern? | Niveau B2 / B1 / A2 – übergreifend für Teil 1–3 |
Was bedeutet das praktisch für Teil 1?
Zwei Punkte ergeben sich direkt aus dem Bewertungsbogen:
- 1A, 1B und 1C zählen einzeln. Eine starke Präsentation gleicht eine schwache Antwort auf die Prüferfragen nicht automatisch aus. Umgekehrt gilt: Wer in 1A holprig startet, kann in 1B und 1C noch eine gute Aufgabenbewältigung zeigen. Jeder Schritt ist eine eigene Chance.
- Sprache wird über die ganze Prüfung beurteilt. Aussprache, Grammatik und Wortschatz werden nicht pro Aufgabe, sondern für Teil 1 bis 3 gemeinsam eingestuft. Ein Grammatikfehler in der Präsentation entscheidet also nichts allein – das Gesamtbild aus allen drei Teilen zählt.
Für den gesamten Subtest Sprechen gibt es maximal 60 Punkte; in der ganzen Prüfung sind 240 Punkte erreichbar, verteilt zu je 25 % auf Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen. Bestanden ist der DTB B2 mit 144 Punkten, wenn zusätzlich mindestens drei der vier Fertigkeiten über 60 % liegen; eine Fertigkeit darf zwischen 40 und 60 % liegen und wird dann ausgeglichen. Details zum Punktesystem der Gesamtprüfung finden Sie im Artikel Deutsch-Test für den Beruf B2: Prüfungsformat, Aufgaben und Bewertung.
Die Bewertungskriterien sind im offiziellen Übungstest (Abschnitt „Bewertungskriterien Sprechen“) beschrieben; die genaue Beschreibung der Stufen A bis D kann sich in Details unterscheiden und sollte dort nachgelesen werden.
So bauen Sie die Präsentation auf (mit Muster und Redemitteln)
Zwei Minuten entsprechen bei normalem Sprechtempo etwa 200 bis 250 Wörtern. Das reicht für eine klare Gliederung – und diese Gliederung kann für alle acht Themen dieselbe sein. Das ist der Kern der Methode, die ich mit meinen Lernenden für den DTB B2 einsetze: nicht acht verschiedene Präsentationen lernen, sondern ein festes Gerüst, in das nur der themenspezifische Teil eingesetzt wird.
Schritt 1: Der universelle Einstiegssatz
Der erste Satz ist für alle Themen gleich und enthält den Titel des gewählten Themas:
- „Heute möchte ich über einen Arbeitgeber, für den ich gearbeitet habe, sprechen.“
- „Heute möchte ich über ein gutes Arbeitsumfeld sprechen.“
- „Heute möchte ich über meine Geschäftsidee sprechen.“
Dieser Satz ist auswendig gelernt und sitzt auch dann, wenn die Aufregung am Anfang groß ist. Er gibt Ihnen die ersten Sekunden Sicherheit und zeigt den Prüfenden sofort, welches der zwei Themen Sie gewählt haben.
Schritt 2: Ihr beruflicher Steckbrief (4–5 Sätze)
Nach dem Einstiegssatz folgt ein kurzer Absatz über Sie – aber nicht „Ich heiße …, ich bin … Jahre alt, ich komme aus …“. Diese Angaben sagen nichts über Ihre berufliche Situation und passen zu keinem der acht Themen. Stattdessen formulieren Sie vier bis fünf Sätze über Ihren Beruf, Ihre Ausbildung und Ihr Ziel in Deutschland:
„In meiner Heimat habe ich ein Hochschulstudium als Lehrerin abgeschlossen und danach zehn Jahre an einer Schule unterrichtet. In Deutschland möchte ich in diesem Bereich weiterarbeiten, weil mir gefällt, wie das Bildungssystem hier aufgebaut ist. Besonders interessant finde ich, dass Schulen und Sprachschulen hier eng mit Betrieben zusammenarbeiten. Deshalb habe ich mich in den letzten Monaten intensiv mit diesem Berufsfeld beschäftigt.“
Dieser Steckbrief bleibt bei allen acht Themen gleich. Er verbindet Sie mit dem Thema und macht den Übergang zum Hauptteil natürlich: Nach dem Steckbrief einer Lehrerin ist es logisch, dass sie eine Sprachschule als Arbeitgeber beschreibt (Thema 1), ihre Berufswahl erklärt (Thema 3), eine Mentorin als Vorbild nennt (Thema 4) oder eine Nachhilfe-Plattform als Geschäftsidee vorstellt (Thema 8).
Schritt 3: Die Stichpunkte in Klammern – zu Hause vorformuliert
Die Stichpunkte in Klammern auf dem Themenblatt sind Ihr Hauptteil. Für jeden Stichpunkt schreiben Sie zu Hause zwei bis drei Sätze auf B2-Niveau: mit Nebensätzen (weil, dass, obwohl, damit), Relativsätzen und Konnektoren – aber mit einfachem, sicherem Wortschatz. Komplexe Satzstrukturen mit einfachen Wörtern werden bei Kriterium III und IV besser eingestuft als einfache Sätze mit schwierigen Wörtern, die dann falsch verwendet werden.
Bei drei bis fünf Stichpunkten ergeben sich daraus 8 bis 15 Sätze – genau die Menge, die zusammen mit Einstieg und Steckbrief zwei Minuten füllt. Sie müssen nicht jeden Stichpunkt gleich lang behandeln; Stichpunkte, zu denen Sie viel sagen können, dürfen mehr Raum bekommen.
Schritt 4: Ein Schlusssatz
Ein Satz, der die Präsentation erkennbar beendet – damit die Prüfenden wissen, dass Sie fertig sind, und direkt zu Teil 1B übergehen können: „Damit bin ich am Ende meiner Präsentation.“
Musterpräsentation zu Thema 1: Einen Arbeitgeber beschreiben
So sehen die vier Schritte zusammen aus (Vorschlag auf Niveau B2, etwa zwei Minuten):
„Heute möchte ich über einen Arbeitgeber sprechen, für den ich gerne arbeiten möchte.
In meiner Heimat habe ich ein Hochschulstudium als Lehrerin abgeschlossen und danach zehn Jahre an einer Schule unterrichtet. In Deutschland möchte ich in diesem Bereich weiterarbeiten, weil mir gefällt, wie das Bildungssystem hier aufgebaut ist. Besonders interessant finde ich, dass Schulen und Sprachschulen hier eng mit Betrieben zusammenarbeiten. Deshalb habe ich mich in den letzten Monaten intensiv mit diesem Berufsfeld beschäftigt.
Der Arbeitgeber, den ich vorstellen möchte, ist eine private Sprachschule in meiner Stadt. Zur Branche: Die Schule gehört zum Bereich Bildung und Weiterbildung. Sie bietet vor allem zwei Dienstleistungen an – zum einen Integrationskurse und Berufssprachkurse, zum anderen Firmenkurse, die direkt in den Betrieben stattfinden.
Die Schule ist in drei Abteilungen gegliedert. Die Verwaltung kümmert sich um Anmeldungen und Verträge, die Kursleitung plant die Kurse und teilt die Lehrkräfte ein, und die Lehrkräfte unterrichten und bereiten die Teilnehmenden auf die Prüfungen vor.
Eine Besonderheit ist, dass neue Lehrkräfte in den ersten Wochen von einer erfahrenen Kollegin begleitet werden. Das finde ich sehr wichtig, weil man dadurch die Abläufe schneller versteht und Fragen jederzeit stellen kann.
Damit bin ich am Ende meiner Präsentation. Vielen Dank.“
Beachten Sie, was dieses Beispiel leistet: Einstiegssatz und Steckbrief sind wiederverwendbar. Alle vier Stichpunkte des Themenblatts (Branche, Produkte und Dienstleistungen, Abteilungen, Besonderheiten) sind mit je zwei bis drei Sätzen abgedeckt. Die Strukturen sind B2-typisch – Nebensätze mit „weil“ und „dass“, Relativsätze, „zum einen … zum anderen“ –, der Wortschatz bleibt einfach. Und der Schluss ist eindeutig markiert.
Redemittel für die Präsentation
| Funktion | Redemittel |
|---|---|
| Thema nennen | Heute möchte ich über … sprechen. / Ich habe mich für das Thema … entschieden. |
| Beruflichen Bezug herstellen | In meiner Heimat habe ich … / In Deutschland möchte ich … / Deshalb habe ich mich mit … beschäftigt. |
| Gliedern | Zunächst … / Anschließend möchte ich auf … eingehen. / Ein weiterer wichtiger Punkt ist … / Abschließend … |
| Beispiel geben | Ein Beispiel dafür ist … / Konkret bedeutet das, dass … / In meinem Fall war es so, dass … |
| Begründen | Das ist deshalb wichtig, weil … / Aus diesem Grund … / Das hat dazu geführt, dass … |
| Abschließen | Zusammenfassend lässt sich sagen, dass … / Damit bin ich am Ende meiner Präsentation. / Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. |
Teil 1B und 1C: Fragen beantworten, zuhören, erläutern
Viele Teilnehmende bereiten nur die Präsentation vor. Dabei werden 1B und 1C mit derselben Skala bewertet wie 1A – und beide lassen sich gezielt trainieren.
Teil 1B: So antworten Sie auf die Prüferfragen
Die Prüfenden fragen nach dem, was Sie gerade gesagt haben. Typische Frageformen sind: „Sie haben … erwähnt – können Sie das genauer beschreiben?“, „Warum war das für Sie wichtig?“, „Wie würden Sie … bewerten?“ oder „Gab es dabei auch Schwierigkeiten?“. Eine gute Antwort auf B2-Niveau hat drei Elemente:
- Direkte Antwort in einem Satz.
- Begründung oder Beispiel in ein bis zwei Sätzen.
- Kurzer Abschluss – eine Einschätzung oder ein Fazit.
Zwei Sätze reichen nicht, weil die Prüfenden dann sehen, dass Sie sich nur auf Nachfrage äußern können; ein neuer Monolog ist aber auch nicht gefragt. Etwa 20 bis 30 Sekunden pro Antwort sind ein guter Rahmen. Wenn Sie eine Frage nicht verstanden haben, fragen Sie nach – das ist eine normale berufliche Gesprächshandlung und wird nicht negativ bewertet: „Entschuldigung, meinen Sie damit …?“ oder „Könnten Sie die Frage bitte wiederholen?“
Teil 1C ist Mediation – was das bedeutet
Teil 1C ist die Aufgabe im DTB B2, in der Mediation (Sprachmittlung) direkt geprüft wird. Mediation heißt: Sie geben Informationen, die eine andere Person gesagt hat, so weiter, dass ein Dritter sie versteht. Im Berufsalltag ist das eine der häufigsten Sprachhandlungen überhaupt – eine Kollegin erklärt etwas, und Sie fassen es später für den Chef zusammen; ein Kunde ruft an, und Sie geben das Anliegen an die zuständige Abteilung weiter.
Genau das simuliert Teil 1C: Die zweite Prüferin bzw. der zweite Prüfer „hat etwas nicht ganz verstanden“ und bittet Sie, einen Aspekt aus den Antworten Ihrer Partnerin bzw. Ihres Partners zu erläutern. Bewertet wird, ob Sie den Inhalt korrekt erfasst haben und ihn in eigenen Worten verständlich weitergeben – nicht, ob Sie die Aussage wörtlich wiederholen.
Notizen machen: alles, in jeder Sprache
Daraus folgt die wichtigste Regel für die Zeit, in der Ihr Partner spricht: Schreiben Sie alles mit, was er sagt – in der Präsentation und in den Antworten auf die Prüferfragen. Sie wissen vorher nicht, welchen Aspekt die Prüfenden herausgreifen. Wer nur die Präsentation notiert und bei den Prüferfragen den Stift weglegt, hat in 1C oft genau den Punkt nicht, nach dem gefragt wird.
Die Notizen sind nur für Sie. Deshalb ist es egal, in welcher Sprache Sie schreiben: Deutsch, Ihre Muttersprache, Abkürzungen, Symbole – alles ist möglich, solange Sie es selbst nach einer halben Minute wieder lesen können. Wer versucht, auf Deutsch in ganzen Wörtern mitzuschreiben, verliert Tempo und verpasst Inhalte. Ein Beispiel für brauchbare Notizen: „Sprachschule – 3 Abt.: Verw., Kursltg., Lehrkr. – neu: Begleitung durch Kollegin – Frage Prüfer: warum wichtig? → Abläufe schneller“.
Wenn die Prüferin bzw. der Prüfer Sie anspricht, geben Sie den Punkt in eigenen Worten wieder:
- „Wenn ich es richtig verstanden habe, hat sie gesagt, dass …“
- „Er hat erklärt, dass … Das bedeutet, dass …“
- „Sie meinte damit, dass … Als Beispiel hat sie … genannt.“
Sprachlich ist hier die indirekte Rede gefragt – ein klassisches B2-Merkmal. Wer die Aussage mit „dass“-Sätzen oder Konjunktiv I wiedergibt, zeigt genau das, was Kriterium IV (Spektrum sprachlicher Mittel) verlangt. Eine halbe Minute entspricht drei bis vier Sätzen; mehr ist nicht nötig.
Falls Sie den gefragten Aspekt nicht mehr genau wissen, geben Sie wieder, was Sie sicher notiert haben, und sagen Sie das offen: „Den Punkt habe ich nicht ganz genau mitbekommen, aber sie hat erklärt, dass …“. Eine ehrliche, sprachlich korrekte Teilwiedergabe ist deutlich besser als Schweigen.
Typische Fehler und Fallen in Teil 1
Die folgenden Punkte zeigen sich in der Vorbereitung mit Lernenden auf den DTB B2 regelmäßig. Zu jedem Punkt steht, was Sie stattdessen tun.
Fallen, die im Aufgabenformat stecken
- Die Stichpunkte als Fragenkatalog lesen. Wer jeden Stichpunkt mit einem einzigen Satz „abhakt“, hat nach 40 Sekunden nichts mehr zu sagen. Die Stichpunkte sind Themenfelder: Jeder braucht eine Aussage und ein Beispiel.
- „Ein Land Ihrer Wahl“ übersehen. Bei Thema 5 und 6 berichten manche automatisch über Deutschland, obwohl sie den Prozess aus dem Herkunftsland viel besser kennen. Wählen Sie das Land, über das Sie am detailliertesten sprechen können.
- Die Rolle des Zuhörers unterschätzen. Teil 1C kommt für viele überraschend, weil sie während der fremden Präsentation gedanklich schon bei ihrem eigenen Thema sind. Wer die Aufgabe als Mediation versteht, plant die Notizphase bewusst ein.
- Die Prüferfragen als Wissensabfrage verstehen. Es gibt keine „richtige Antwort“ – die Prüfenden wollen sehen, ob Sie spontan vertiefen, begründen und bewerten können. Eine gut begründete Meinung ist immer eine gute Antwort.
Fehler, die Teilnehmende selbst machen
- Acht komplette Texte auswendig lernen. Das ist viel Stoff, klingt vorgelesen, und bei einem Blackout bricht die ganze Präsentation ab. Auswendig gelernt werden nur Einstiegssatz, Steckbrief und Redemittel; der Hauptteil wird aus den vorformulierten Sätzen zu den Stichpunkten frei zusammengesetzt.
- Mit den Personalien beginnen. Name, Alter und Herkunft füllen 15 Sekunden mit Sätzen auf A1-Niveau und führen nirgendwohin. Der berufliche Steckbrief nutzt dieselbe Zeit für B2-Strukturen und einen echten Übergang zum Thema.
- Nach 60 Sekunden aufhören. Meist fehlt dann der persönliche Bezug oder die Beispiele. Ein Selbsttest mit Timer zeigt schnell, ob die Präsentation die zwei Minuten füllt.
- Nur einfache Hauptsätze verwenden. Inhaltlich richtig, aber sprachlich auf B1-Niveau – das kostet bei Kriterium III und IV. Bauen Sie bewusst Nebensätze, Relativsätze und Konnektoren ein.
- Den Schluss weglassen. Ohne Schlusssatz entsteht eine unklare Pause, und die Prüfenden müssen nachfragen, ob Sie fertig sind. Ein Satz wie „Damit bin ich am Ende meiner Präsentation“ löst das.
- Zu allgemein bleiben. „Ein gutes Arbeitsumfeld ist wichtig, weil man sich dann wohlfühlt“ ist keine B2-Aussage. Konkret wird es mit einem Beispiel: „In meiner letzten Firma gab es jeden Montag ein kurzes Teamgespräch. Dadurch wussten alle, wer welche Aufgaben hat.“
Vorbereitung: So üben Sie Teil 1 gezielt
Ein Beruf für alle acht Themen
Die Prüfung ist keine Polizeidienststelle: Niemand überprüft, ob die Firma, die Person oder die Geschäftsidee aus Ihrer Präsentation genau so existiert. Bewertet wird Ihre Sprache. Deshalb lautet meine wichtigste Empfehlung: Wählen Sie den Beruf, zu dem Sie den größten Wortschatz haben, und bauen Sie alle acht Themen um diesen einen Beruf herum.
Das hat einen konkreten sprachlichen Vorteil. Wer als Pflegekraft über einen Arbeitgeber (Thema 1), ein gutes Arbeitsumfeld (Thema 2), ein Vorbild (Thema 4) und eine Dienstleistung (Thema 7) spricht, benutzt in allen vier Präsentationen denselben Wortschatz – Station, Schicht, Patienten, Dokumentation, Pflegedienstleitung. Diese Wörter werden durch die Wiederholung sicher, und derselbe Steckbrief passt zu jedem Thema. Wer dagegen für jedes Thema ein anderes Berufsfeld wählt, muss acht Wortschatzfelder lernen und hat in keinem davon Routine.
Das gilt auch, wenn Sie in Deutschland gerade in einem anderen Bereich arbeiten als dem, den Sie gelernt haben: Nehmen Sie den Beruf, über den Sie am flüssigsten sprechen können.
Übungsplan für zwei bis drei Wochen
- Steckbrief schreiben und automatisieren. Vier bis fünf Sätze über Ausbildung, Berufserfahrung und Ziel in Deutschland – so oft sprechen, bis sie ohne Nachdenken kommen.
- Zu jedem der acht Themen die Stichpunkte ausformulieren. Pro Stichpunkt zwei bis drei Sätze mit Nebensätzen, alles im Wortschatz Ihres gewählten Berufs. Das ist die eigentliche Arbeit – etwa 80 bis 100 Sätze insgesamt, die sich stark überschneiden.
- Jede Präsentation mit Timer sprechen und aufnehmen. Prüfen Sie: Wurden zwei Minuten erreicht? Gibt es Nebensätze? Ist der Schluss erkennbar?
- Prüferfragen simulieren. Bitten Sie eine Lernpartnerin, einen Kollegen oder eine Lehrkraft, nach Ihrer Präsentation drei Fragen zu stellen. Antworten Sie nach dem Muster Antwort – Begründung – Fazit.
- Mediation trainieren. Hören Sie eine fremde Präsentation (im Kurs oder ein Video), notieren Sie alles in Ihrer schnellsten Schreibweise und geben Sie einen Punkt in indirekter Rede wieder. Das ist die Übung für Teil 1C.
Wenn das Gerüst sitzt, lohnt sich ein Durchlauf der gesamten mündlichen Prüfung, damit auch der Übergang zu Teil 2 (Gespräch mit Kollegen) und Teil 3 (Lösungswege diskutieren) vertraut ist.
👉 Modelltest zum Deutsch-Test für den Beruf B2 👉 Alle Übungen zur Prüfung B2 Beruf im Überblick
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