Sprachbausteine Teil 1 — DTB B2:
die wichtigste Grammatik einfach erklärt
In diesem Artikel finden Sie alle wichtigen Grammatikthemen für Sprachbausteine Teil 1 der DTB-B2-Prüfung. Einfache Erklärungen, viele Beispiele, typische Fallen und klare Strategien — ideal für die Prüfungsvorbereitung.
Was ist Sprachbausteine Teil 1 in der DTB-B2-Prüfung?
Sprachbausteine Teil 1 ist ein Teil der schriftlichen Prüfung „Deutsch-Test für den Beruf B2“ (DTB B2). In diesem Teil gibt es einen Text mit sechs Lücken. Diese Lücken haben die Nummern 46, 47, 48, 49, 50 und 51. Für jede Lücke gibt es eine Wortliste mit 15 Optionen (a bis o). Sie müssen für jede Lücke das richtige Wort aus der Liste wählen.
Der Text ist immer eine formelle E-Mail aus dem Berufsleben: eine Bewerbung, eine Kündigung, eine Frage zum Arbeitsvertrag oder eine andere Nachricht aus dem Büro. In diesem Teil der Prüfung wird vor allem Ihre Grammatik geprüft. Deshalb ist es wichtig, die wichtigsten Grammatikregeln gut zu kennen.
In der Wortliste sind 15 Wörter, aber Sie brauchen nur 6 Wörter für die Lücken. Die anderen 9 Wörter sind „falsche Freunde“ — sie sehen passend aus, sind aber falsch.
In diesem Artikel erkläre ich Ihnen die 14 wichtigsten Grammatikthemen. Wir beginnen mit dem Thema, das in der Prüfung am häufigsten vorkommt.
Pronominaladverbien (darauf, dabei, darüber, hierüber …)
Pronominaladverbien sind kleine Wörter, die eine Sache oder einen Gedanken ersetzen. Man braucht sie, damit man nicht immer dieselben Wörter wiederholen muss.
Beispiel: Statt „Ich freue mich auf das Treffen“ sagt man: „Ich freue mich darauf.“
Wie werden sie gebildet?
Die Regel ist einfach:
- Präposition beginnt mit einem Konsonanten (z. B. mit, für, bei, von, zu): da + Präposition → damit, dafür, dabei, davon, dazu.
- Präposition beginnt mit einem Vokal (z. B. auf, an, über, aus, in): dar + Präposition → darauf, daran, darüber, daraus, darin.
- In formellen Briefen verwendet man oft hier statt da: hierüber, hiermit, hierauf — die Bedeutung ist gleich, aber der Stil ist formeller.
Die wichtigsten Pronominaladverbien mit Bedeutung
| Wort | Bedeutung | Beispielsatz |
|---|---|---|
| darauf | darauf warten / sich darauf freuen | Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen. |
| darüber / hierüber | über eine Sache sprechen / sich über etwas freuen | Hierüber freue ich mich sehr. |
| dabei | während dieser Handlung / bei dieser Sache | Ich habe den Vertrag geprüft und dabei Fragen bekommen. |
| davon | von dieser Sache | Sie sprachen davon, dass Sie mir Kleidung geben. |
| dafür | für diese Sache / für diesen Zweck | Brauchen Sie dafür meine Größe? |
| dahin | bis zu diesem Moment oder Ort | Bis dahin habe ich noch Zeit. |
| damit | mit dieser Sache | Ich kann damit gut arbeiten. |
Das Pronominaladverb hängt immer vom Verb ab. Jedes Verb hat eine feste Präposition. Wenn Sie das Verb finden, finden Sie auch das richtige Pronominaladverb.
Typische Verben mit Präposition
- sich freuen auf (Zukunft) → darauf
- sich freuen über (Gegenwart/Vergangenheit) → darüber / hierüber
- warten auf → darauf
- sprechen von / über → davon / darüber
- sich interessieren für → dafür
- rechnen mit → damit
- bestehen aus → daraus
- denken an → daran
Viele Lernende wählen das Pronominaladverb nach der Logik ihrer Muttersprache. Das ist falsch! Die deutsche Präposition folgt immer dem Verb, nicht der Logik der anderen Sprache. Lernen Sie das Verb und seine Präposition immer zusammen.
Präposition + Artikel zusammen (zum, zur, im, am, vom …)
Einige Präpositionen verbinden sich mit dem Artikel zu einem Wort. Das passiert sehr oft im formellen Deutsch und besonders in Geschäftsbriefen.
Die wichtigsten Verbindungen
| Präposition + Artikel | Kurzform | Beispiel |
|---|---|---|
| zu + dem (maskulin/neutrum) | zum | zum Arzt, zum Termin, zum Vertrag |
| zu + der (feminin) | zur | zur Arbeit, zur Ausbildung, zur Besprechung |
| in + dem (wo?) | im | im Büro, im Nachhinein, im Voraus |
| in + das (wohin?) | ins | ins Büro gehen |
| an + dem | am | am Montag, am Arbeitsplatz |
| an + das | ans | ans Telefon gehen |
| von + dem | vom | vom Gesundheitsamt, vom Chef |
| bei + dem | beim | beim Vorstellungsgespräch |
Wann ist die Kurzform obligatorisch?
- In festen Ausdrücken: zum Beispiel, im Allgemeinen, zur Verfügung, im Voraus, im Nachhinein.
- Bei Tagen und Daten: am Montag, im April, zum 1. März, zum nächstmöglichen Datum.
- Bei Wegen und Zielen: zum Arzt gehen, zur Arbeit fahren.
In formellen E-Mails und Geschäftsbriefen ist die Kurzform fast immer richtig. Wenn Sie unsicher sind: zum und zur sind oft die beste Wahl bei Terminen, Daten und Ausbildungen.
zum und zur sind verschieden! zum = maskulin oder neutrum (zum Arzt, zum Vertrag). zur = feminin (zur Arbeit, zur Ausbildung). Prüfen Sie immer das Geschlecht des Nomens!
Präpositionen mit Genitiv (aufgrund, während, wegen …)
Manche Präpositionen brauchen nach sich den Genitiv (2. Fall — wessen?). Diese Präpositionen sind sehr typisch für formelles Deutsch.
Die wichtigsten Präpositionen mit Genitiv
| Präposition | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| aufgrund | wegen einer Sache (formell) | Aufgrund meiner Situation ist das schwierig. |
| während | in der Zeit von | Während des Praktikums lernt man viel. |
| wegen | aus einem Grund | Wegen des Wetters bleibe ich zu Hause. |
| trotz | obwohl etwas passiert | Trotz des Regens arbeite ich im Garten. |
| innerhalb | in dieser Zeit / in diesem Bereich | Innerhalb einer Woche antworten wir. |
| außerhalb | nicht in diesem Bereich | Außerhalb der Arbeitszeit bin ich nicht erreichbar. |
| statt / anstatt | anstelle von | Statt eines Briefs schickt er eine E-Mail. |
Wie erkennt man den Genitiv?
Nach diesen Präpositionen gibt es typische Endungen:
- Maskulin/Neutrum: des … -s oder -es (des Praktikums, des Vertrags, des Chefs).
- Feminin: der (der Woche, der Firma, der Situation).
- Plural: der (der Mitarbeiter, der Kollegen).
- Mit Possessivpronomen: meines, meiner (meines Vaters, meiner Mutter, meiner Situation).
Wenn Sie im Satz die Endung -s/-es beim Nomen sehen oder des / der / meiner / meines, dann passt eine Präposition mit Genitiv.
Verben mit festen Präpositionen
Viele deutsche Verben haben eine feste Präposition. Das bedeutet: Das Verb und die Präposition gehören immer zusammen. Man kann die Präposition nicht frei wählen.
Beispiel: Man sagt immer sich interessieren für. Nicht „sich interessieren an“ oder „sich interessieren über“.
Die wichtigsten Verben für formelle Briefe
| Verb | Präposition + Fall | Beispiel |
|---|---|---|
| sich freuen | auf + Akkusativ (Zukunft) | Ich freue mich auf den Arbeitsbeginn. |
| sich freuen | über + Akkusativ (Gegenwart) | Ich freue mich über die Einladung. |
| sich interessieren | für + Akkusativ | Ich interessiere mich für die Abläufe. |
| sich bewerben | um (Stelle) / bei (Firma) | Ich bewerbe mich um die Stelle bei Ihrer Firma. |
| sich bedanken | bei (Person) + für (Sache) | Ich bedanke mich bei Ihnen für das Gespräch. |
| rechnen | mit + Dativ | Kann ich mit dieser Leistung rechnen? |
| warten | auf + Akkusativ | Ich warte auf Ihre Antwort. |
| denken | an + Akkusativ | Ich denke an meine Familie. |
| sprechen | über / von | Wir sprachen über die Arbeitskleidung. |
| sich vorbereiten | auf + Akkusativ | Ich bereite mich auf die Prüfung vor. |
| bestehen | aus + Dativ | Die Prüfung besteht aus vier Teilen. |
| beginnen | mit + Dativ | Ich beginne mit einer neuen Tätigkeit. |
Lernen Sie das Verb und seine Präposition immer als Paar. Schreiben Sie sich die Präpositionen mit einer anderen Farbe. So sehen Sie sie sofort.
Modalwörter und Partikeln (bereits, nämlich, eventuell …)
Modalwörter und Partikeln sind kleine Wörter, die dem Satz eine besondere Bedeutung oder einen Ton geben. Sie verändern die Grundinformation nur wenig, aber sie sind sehr wichtig für den Sinn.
Die wichtigsten Modalwörter und ihre Bedeutung
| Wort | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| bereits / schon | früher als erwartet (ein Ereignis hat schon stattgefunden) | Ich habe mich bereits informiert. |
| noch | die Situation ist nicht zu Ende | Ich brauche noch Zeit. |
| nämlich | gibt einen Grund an („der Grund ist …“) | Ich war nämlich immer gerne hier tätig. |
| eventuell / möglicherweise / vielleicht | nicht sicher, aber möglich | Brauche ich eventuell ein Attest? |
| bestimmt / sicher / gewiss | ich bin sehr sicher | Bestimmt überzeuge ich Sie. |
| gerne | mit Freude | Gerne überzeuge ich Sie im Gespräch. |
| ausdrücklich | klar und deutlich | Ich möchte mich ausdrücklich bedanken. |
| ausführlich | mit vielen Details | Ich habe den Vertrag ausführlich geprüft. |
| dennoch / trotzdem | obwohl es anders sein könnte | Kann ich dennoch mit der Leistung rechnen? |
| deshalb / daher | aus diesem Grund | Deshalb brauche ich die Termine. |
Das Wort nämlich steht niemals am Anfang eines Satzes. Es steht immer nach dem Verb, meist in der Mitte des Satzes.
✅ Richtig: Ich war nämlich krank.
❌ Falsch: Nämlich war ich krank.
Lesen Sie den Satz genau. Fragen Sie sich: Was will der Autor sagen? Ist er sicher? Unsicher? Will er einen Grund geben? Will er einen Kontrast zeigen? So finden Sie das richtige Modalwort.
Konjunktionen mit Verb am Ende (da, weil, dass, ob, sobald …)
Eine Konjunktion verbindet zwei Sätze. Nach manchen Konjunktionen geht das Verb ans Ende des Nebensatzes. Diese Gruppe von Konjunktionen ist sehr wichtig für DTB B2.
Beispiel: Ich komme nicht, weil ich krank bin.
Konjunktionen für einen Grund (warum?)
- weil = weil / denn. Sehr häufig, auch gesprochen. Beispiel: Ich komme nicht, weil ich krank bin.
- da = weil, aber formeller. Sehr häufig in Geschäftsbriefen! Beispiel: Da mein Mann versetzt wurde, muss die Familie umziehen.
Beide Wörter haben dieselbe Bedeutung. Aber: da ist formeller und steht oft am Satzanfang. weil ist neutraler und steht fast immer in der Satzmitte. In der DTB-B2-Prüfung sehen Sie oft da, weil die Briefe formell sind.
Konjunktion für eine Information (was?)
- dass = das / что. Beispiel: Im Vertrag steht, dass Mitarbeiter umziehen können.
dass (mit doppeltem s) = Konjunktion „dass“.
das (mit einem s) = Artikel neutrum oder Pronomen „das“.
Test: Kann man „dieses“ oder „welches“ sagen? → dann das. Wenn es etwas erklärt (nach „ich glaube/denke/weiß“) → dann dass.
Konjunktion für eine Ja/Nein-Frage
- ob = „ob“ (wie „ли“ in einer indirekten Frage). Beispiel: Ich möchte wissen, ob es möglich ist.
Zeit-Konjunktionen
| Wort | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| wenn | wenn (Gegenwart/Zukunft oder etwas Wiederholtes) | Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie mich an. |
| als | wenn (einmal in der Vergangenheit) | Als ich ankam, war es schon dunkel. |
| sobald | sofort wenn … | Ich schicke den Vertrag zurück, sobald die Punkte geklärt sind. |
| bis | bis zu einem Zeitpunkt | Ich warte, bis Sie antworten. |
| während | gleichzeitig | Während ich arbeitete, klingelte das Telefon. |
| nachdem | nach einem Ereignis | Nachdem ich gegessen habe, gehe ich spazieren. |
| bevor | vor einem Ereignis | Bevor ich komme, rufe ich an. |
Weitere wichtige Konjunktionen
- obwohl = ungeachtet dessen, dass …: Obwohl es regnet, gehe ich raus.
- falls = für den Fall, dass: Falls Sie etwas brauchen, kontaktieren Sie mich.
- indem = durch etwas: Ich lerne Deutsch, indem ich Bücher lese.
- damit = mit dem Ziel, dass (andere Person): Ich erkläre es, damit du es verstehst.
Nach allen diesen Konjunktionen kommt das Verb ans Ende des Satzes!
Ich komme nicht, weil ich krank bin.
Ich weiß, dass er heute nicht kommt.
Ich frage, ob es möglich ist.
Das Wort „wie“ — viele Bedeutungen
Das Wort wie ist in der DTB-B2-Prüfung sehr oft die richtige Antwort. Aber „wie“ hat mehrere Bedeutungen. Sie müssen jede Bedeutung kennen.
Bedeutung 1: Vergleich „so … wie“
- Ich bin so groß wie mein Bruder.
- Er arbeitet wie ein Profi.
- So bald wie möglich.
Bedeutung 2: „wie“ + Partizip (sehr wichtig in Briefen!)
Dies ist die wichtigste Bedeutung für die Prüfung! Das sind feste Ausdrücke in formellen Briefen.
| Ausdruck | Bedeutung |
|---|---|
| wie besprochen | wie wir gesprochen haben |
| wie vereinbart | wie wir abgemacht haben |
| wie gewünscht | wie Sie es wollten |
| wie angekündigt | wie wir vorher gesagt haben |
| wie erwähnt | wie ich schon gesagt habe |
| wie erwartet | wie wir gedacht haben |
| wie geplant | wie wir geplant haben |
Bedeutung 3: Indirekte Frage „wie“
- Ich möchte wissen, wie die Ausbildung organisiert ist.
- Können Sie mir sagen, wie das funktioniert?
Bedeutung 4: Direkte Frage
- Wie geht es Ihnen?
- Wie lange dauert das?
Wenn Sie im Text einen Ausdruck wie „… besprochen“ oder „… vereinbart“ oder „… geplant“ sehen — dann ist die Lücke fast immer wie!
Relativpronomen (der, die, das, dessen, deren, was)
Ein Relativpronomen verbindet zwei Sätze und zeigt, worauf wir uns beziehen. Auf Deutsch gibt es viele Formen. Für die Prüfung sind besonders dessen, deren und was wichtig.
Tabelle der Relativpronomen
| Fall | Maskulin | Feminin | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der | die | das | die |
| Akkusativ | den | die | das | die |
| Dativ | dem | der | dem | denen |
| Genitiv | dessen | deren | dessen | deren |
Die schwierigen Formen: dessen und deren
dessen und deren bedeuten „wessen“. Sie zeigen, dass etwas zu einer Person oder Sache gehört.
- dessen → für Maskulin (der Mann) und Neutrum (das Kind). Beispiel: Der Kollege, dessen Büro neben mir ist, hilft mir oft.
- deren → für Feminin (die Frau) und Plural (die Leute). Beispiel: Die Internetseiten, mit deren Hilfe ich lerne, sind nützlich.
Schauen Sie auf das Nomen vor der Lücke:
- Maskulin oder Neutrum (der/das) → dessen
- Feminin oder Plural (die) → deren
Das Wort „was“ als Relativpronomen
Das Wort was verwendet man nach: alles, nichts, etwas, vieles, weniges, irgendwas, das (als Pronomen).
- Gibt es irgendwas, was ich vorher besorgen muss?
- Alles, was Sie brauchen, ist in der E-Mail.
- Das, was er sagt, ist wichtig.
Konjunktionen ohne Verbänderung (aber, sondern, sowie …)
Diese Konjunktionen verbinden zwei gleichwertige Sätze oder Satzteile. Nach diesen Konjunktionen bleibt die normale Wortfolge (Subjekt + Verb + …).
Die wichtigsten Konjunktionen
| Wort | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| und | und | Ich lese und schreibe. |
| aber | Gegensatz ohne „nicht“ | Ich bin müde, aber ich arbeite weiter. |
| sondern | Korrektur nach „nicht“ | Ich trinke nicht Kaffee, sondern Tee. |
| oder | eine von zwei Optionen | Kommen Sie heute oder morgen? |
| denn | weil (aber normale Wortfolge!) | Ich komme nicht, denn ich bin krank. |
| sowie | „und auch“ (formell) | Bestätigen Sie den Erhalt sowie das Datum. |
Der Unterschied zwischen „aber“ und „sondern“
sondern kommt nur nach einer Verneinung (nicht, kein) und bedeutet: „nicht X, sondern Y“.
✅ Richtig: Ich arbeite nicht im Hotel, sondern im Restaurant.
✅ Richtig: Ich habe keinen Hund, sondern eine Katze.
In allen anderen Fällen verwendet man aber.
Paare von Konjunktionen
- nicht nur …, sondern auch … — Ich arbeite nicht nur mit Menschen, sondern auch im Büro.
- entweder … oder … — Ich komme entweder heute oder morgen.
- weder … noch … — Ich habe weder Zeit noch Lust.
- zwar …, aber … — Das ist zwar schwer, aber möglich.
Adjektivendungen und Partizipien als Adjektive
Adjektive sind Wörter, die ein Nomen beschreiben: groß, schön, wichtig, neu. Wenn ein Adjektiv vor einem Nomen steht, bekommt es eine Endung.
Die Grundregel für Endungen
Die Endung hängt von zwei Dingen ab:
- Was steht vor dem Adjektiv (Artikel)?
- In welchem Fall steht das Nomen (Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv)?
Nach bestimmtem Artikel (der, die, das)
Die Endung ist fast immer -e oder -en.
| Fall | Maskulin (der) | Feminin (die) | Neutrum (das) | Plural (die) |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der gute | die gute | das gute | die guten |
| Akkusativ | den guten | die gute | das gute | die guten |
| Dativ | dem guten | der guten | dem guten | den guten |
Nach unbestimmtem Artikel (ein, eine, kein, mein …)
- ein guter Mann (Nom. maskulin)
- eine gute Frau (Nom./Akk. feminin)
- ein gutes Kind (Nom./Akk. neutrum)
- einen guten Mann (Akk. maskulin)
Partizipien als Adjektive
Ein Partizip ist eine Form des Verbs, die man wie ein Adjektiv verwenden kann. Es gibt zwei Partizipien:
Partizip I (aktiv, „machend“): Verb + -end
- anhaltend → die anhaltende Unterstützung (eine Unterstützung, die weitergeht)
- steigend → die steigenden Preise
- folgend → die folgende Frage
Partizip II (passiv, „gemacht“): wie beim Perfekt (ge + Verb + t/en)
- vereinbart → der vereinbarte Termin
- unterschrieben → der unterschriebene Vertrag
- geplant → die geplante Reise
In der Prüfung sehen Sie oft Wortformen wie anhaltende, vorzeitige, geplante. Fragen Sie sich: Welcher Artikel steht davor? Welches Geschlecht hat das Nomen? Nach eine + Feminin → -e.
Indirekte Fragen (ich möchte wissen, ob/wie …)
Eine indirekte Frage ist eine Frage, die in einem anderen Satz „versteckt“ ist. Man fragt nicht direkt, sondern formuliert die Frage höflicher.
Direkt: Wie funktioniert das?
Indirekt: Ich möchte wissen, wie das funktioniert.
Struktur einer indirekten Frage
Einleitung + Komma + Frage + Verb am Ende.
Typische Einleitungen
- Ich möchte gern wissen, …
- Ich möchte nachfragen, …
- Ich bin mir nicht sicher, …
- Können Sie mir sagen, …?
- Teilen Sie mir bitte mit, …
- Ich würde gerne erfahren, …
Welches Wort nach dem Komma?
Es gibt zwei Möglichkeiten:
| Situation | Wort | Beispiel |
|---|---|---|
| Die Antwort ist Ja oder Nein | ob | Ich möchte wissen, ob das möglich ist. |
| Die Antwort ist eine Information | wie, wann, wo, was, wer, warum, wie lange, wie viel | Ich möchte wissen, wie die Ausbildung organisiert ist. |
In einer indirekten Frage steht das Verb immer am Ende!
✅ Ich frage, wo das Büro ist.
❌ Ich frage, wo ist das Büro.
Trennbare Verben (zurücksenden, mitteilen, zusagen …)
Viele deutsche Verben haben zwei Teile: eine Vorsilbe (Präfix) und das Grundverb. Bei einem normalen Satz geht die Vorsilbe ans Ende.
Beispiel: Das Verb zurücksenden = zurück + senden.
Im Satz: Ich sende den Vertrag zurück.
Wichtige trennbare Verben für das Berufsleben
| Verb | Bedeutung | Beispielsatz |
|---|---|---|
| zurücksenden | zurückschicken | Ich sende den Vertrag zurück. |
| zurückrufen | wieder anrufen | Ich rufe Sie gleich zurück. |
| zusagen | bestätigen, akzeptieren | Sie hat mir das Jobticket zugesagt. |
| absagen | nicht akzeptieren, absagen | Ich sage den Termin ab. |
| anbieten | etwas geben/vorschlagen | Ich biete Ihnen meine Hilfe an. |
| mitteilen | informieren | Ich teile Ihnen die Entscheidung mit. |
| einstellen | anstellen (Personal) | Die Firma stellt neue Mitarbeiter ein. |
| einladen | Einladung geben | Sie laden mich zum Gespräch ein. |
| zustehen | jemand hat ein Recht auf etwas | Mir stehen noch vier Urlaubstage zu. |
| aushändigen | geben, überreichen | Wir händigen Ihnen das Zeugnis aus. |
Wichtige Regel zur Wortstellung
- Hauptsatz: Vorsilbe geht ans Ende. Ich sende den Vertrag zurück.
- Nebensatz: Alles bleibt zusammen am Ende. Ich hoffe, dass ich den Vertrag schnell zurücksende.
- Perfekt: ge kommt in die Mitte. Ich habe den Vertrag zurückgesendet.
- mit „zu“: zu kommt in die Mitte. Ich plane, den Vertrag zurückzusenden.
Wenn Sie im Satz ein Verb sehen, aber am Ende eine kurze Silbe steht (zurück, zu, ab, an, mit, ein, auf), dann ist das eine Vorsilbe. In der Lücke muss oft genau diese Vorsilbe stehen.
Finalätze: „um … zu“ oder „damit“?
Einen Finalätze ist ein Satz, der ein Ziel angibt. Wir fragen: Wofür? Mit welchem Ziel? Auf Deutsch gibt es zwei Formen: um … zu und damit.
Regel: Wann „um … zu“?
Man verwendet um … zu, wenn die Person in beiden Teilen des Satzes dieselbe ist.
- Ich lerne Deutsch, um in Deutschland zu arbeiten. → Ich lerne und ich arbeite.
- Ich mache ein Praktikum, um Erfahrung zu sammeln. → Ich mache und ich sammle.
Regel: Wann „damit“?
Man verwendet damit, wenn die Person in den zwei Teilen verschieden ist.
- Ich erkläre es, damit du es verstehst. → Ich erkläre, aber du verstehst.
- Sie schreibt die Nachricht, damit der Chef informiert ist. → Sie schreibt, aber der Chef ist informiert.
Fragen Sie: Ist die Person in beiden Sätzen gleich?
- Ja, gleiche Person → um … zu
- Nein, verschiedene Personen → damit
Ähnliche Konstruktionen
- ohne … zu = ohne eine Handlung. Er ging, ohne Tschüss zu sagen.
- statt / anstatt … zu = statt einer Handlung. Statt zu arbeiten, schläft er.
Reflexivpronomen (mich, mir, sich)
Ein Reflexivpronomen ist ein Wort, das die Handlung zurück zur Person bringt. Auf Deutsch bedeutet das: Die Handlung geht nicht zu einer anderen Person, sondern zur Person selbst.
Beispiel: Ich wasche mein Auto (das Auto — andere Sache). Aber: Ich wasche mich (mich selbst).
Die Formen der Reflexivpronomen
| Person | Akkusativ | Dativ |
|---|---|---|
| ich | mich | mir |
| du | dich | dir |
| er / sie / es | sich | sich |
| wir | uns | uns |
| ihr | euch | euch |
| sie / Sie | sich | sich |
Typische Reflexivverben in formellen Briefen
- sich bedanken — Ich bedanke mich für Ihre Antwort.
- sich freuen — Ich freue mich über die Einladung.
- sich interessieren — Ich interessiere mich für die Stelle.
- sich bewerben — Ich bewerbe mich um ein Praktikum.
- sich entscheiden — Ich habe mich entschlossen, zu kündigen.
- sich informieren — Ich habe mich schon informiert.
- sich beschweren — Ich beschwere mich über das Produkt.
- sich vorbereiten — Ich bereite mich auf die Prüfung vor.
Die meisten Reflexivverben stehen im Akkusativ (mich, dich, sich).
✅ Richtig: Ich bedanke mich (Akkusativ).
❌ Falsch: Ich bedanke mir.
Strategie: So lösen Sie Sprachbausteine Teil 1 richtig
Jetzt kennen Sie die wichtigsten Grammatikthemen. Aber wie gehen Sie in der Prüfung Sprachbausteine B2-Beruf vor? Hier ist die beste Strategie in 6 Schritten.
Schritt für Schritt zum Erfolg
- Lesen Sie zuerst den ganzen Text. Versuchen Sie zu verstehen, worum es geht. Verstehen Sie die Situation und die Stimmung (Bewerbung? Kündigung? Frage?).
- Schauen Sie auf das Verb in der Nähe der Lücke. Viele Verben haben eine feste Präposition. Das Verb zeigt oft, welches Pronominaladverb oder welche Präposition Sie brauchen.
- Achten Sie auf die Satzzeichen. Ein Komma vor der Lücke + Verb am Ende → das ist meistens eine Konjunktion (da, dass, ob, weil, obwohl, sobald).
- Schauen Sie auf die Nomenform. Sehen Sie die Endung -s / -es oder Formen wie des, der, meiner → das ist Genitiv, also eine Präposition mit Genitiv.
- Erkennen Sie feste Ausdrücke. „Wie besprochen“, „zur Verfügung“, „im Voraus“, „hiermit“ — das sind Standard-Formulierungen in Geschäftsbriefen. Lernen Sie diese Ausdrücke auswendig.
- Kontrollieren Sie am Ende. Wenn Sie 5 Lücken gelöst haben, können Sie die letzte oft durch Ausschluss finden. Streichen Sie die benutzten Wörter aus der Liste.
Die 5 wichtigsten Grammatikthemen für die Prüfung
Wenn Sie nur wenig Zeit zum Lernen haben, konzentrieren Sie sich auf diese fünf Themen:
- Pronominaladverbien (darauf, dabei, hierüber …) — das wichtigste Thema!
- Präposition + Artikel (zum, zur, im, am …) + Präpositionen mit Genitiv.
- Konjunktionen mit Unterschied (da, weil, dass, ob, sobald, obwohl).
- Modalwörter (bereits, nämlich, eventuell, bestimmt, ausdrücklich).
- Das Wort „wie“ in allen Bedeutungen (besonders „wie besprochen“).
Üben Sie mit echten Prüfungsaufgaben. Nur durch das Lösen von vielen Übungen bekommen Sie ein Gefühl für die typischen Satzstrukturen und die richtigen Antworten.
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