Deutsch-Test für den Beruf B2 (DTB)
Wie man Lesen Teil 3 besteht

NÄCHSTES
KOSTENLOSES WEBINAR
27. April · 19:00 Uhr
32 TAGE
4 STD.
52 MIN.
Deutsch auswählen
Englisch auswählen
Russisch auswählen
Ukrainisch auswählen
Türkisch auswählen
Polnisch auswählen
Autor: Olena Bazalukova, 19.03.2026

Eine einfache Anleitung für alle, die die Logik der Aufgabe verstehen und die maximale Punktzahl erreichen möchten

Einleitung: Was ist das für eine Prüfung – und wozu dient sie?

Wenn Sie diesen Artikel lesen, bereiten Sie sich auf die Deutschprüfung auf dem Niveau B2 vor. Diese Prüfung heißt:

Deutsch-Test für den Beruf B2
Abkürzung: DTB B2

Diese Prüfung ist kein gewöhnlicher Sprachtest. Es handelt sich um eine staatliche Prüfung, die einen speziellen Sprachkurs für Erwachsene – den „Berufssprachkurs" – abschließt. Solche Kurse werden in ganz Deutschland für Menschen angeboten, die arbeiten möchten oder bereits arbeiten und ihr berufliches Deutsch verbessern wollen.

Wer ist für diese Prüfung verantwortlich? Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge – BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge). BAMF legt die Regeln fest: Was muss man wissen, wie werden Punkte gezählt, was bedeutet „bestanden" oder „nicht bestanden".

Das offizielle Regelwerk heißt Prüfungshandbuch. Es ist auf der BAMF-Website veröffentlicht und kostenlos verfügbar:

Website: bamf.de → Infothek → Prüfungshandbuch Deutsch-Tests für den Beruf
Direktlink: https://www.bamf.de/...

Wie ist die gesamte Prüfung aufgebaut?

Die Prüfung prüft vier Kompetenzen. Für jede gibt es maximal 60 Punkte:

Kompetenz Maximale Punktzahl
Lesen – Texte lesen60 Punkte
Hören – Hörverstehen60 Punkte
Schreiben – Schreiben60 Punkte
Sprechen – Sprechen60 Punkte
Gesamt240 Punkte
Mindestpunktzahl zum Bestehen144 Punkte = 60 %

Lesen Teil 3 ist einer von vier Teilen des Abschnitts „Lesen" der B2-Berufsprüfung. Dafür können bis zu 12 Punkte erreicht werden (4 Fragen × 3 Punkte). Jeder Punkt zählt!

Kapitel 1: Was erwartet Sie in der Prüfung?

Stellen Sie sich vor: Sie schlagen das Aufgabenblatt auf. Vor Ihnen liegt eine Seite mit einem Internetforum. Menschen stellen Fragen zu ihrer Arbeit, und andere Menschen antworten darauf.

Ihre Aufgabe ist es, jede Frage mit der richtigen Antwort zu verbinden. Das ist Lesen Teil 3.

Wie sieht die Aufgabe aus?

Links (oder oben): 4 Personen haben über ihr Problem bei der Arbeit geschrieben. Wir nennen sie „Posts". Sie sind nummeriert: 10, 11, 12, 13.

Rechts (oder unten): 6 Personen haben Antworten geschrieben. Wir nennen sie „Ratschläge". Sie sind mit Buchstaben gekennzeichnet: a, b, c, d, e, f.

Beispiel: Wie die Posts aussehen
Post 10: „Mein Chef verlangt eine Krankmeldung schon ab dem ersten Krankheitstag. Ich dachte, sie sei erst nach drei Tagen erforderlich. Ist das rechtens?"
Post 11: „Ich habe vergessen, meinen Chef anzurufen, als ich krank war. Jetzt sagt er, er könne mich kündigen. Ist das möglich?"
Post 12: „...(ein anderes Problem)"
Post 13: „...(ein anderes Problem)"

Was ist zu tun?

Zu jedem Post (10, 11, 12, 13) muss der passende Ratschlag (a, b, c, d, e oder f) gefunden werden.

WICHTIG! Zwei der sechs Ratschläge sind überflüssig. Sie passen zu niemandem. Sie werden einfach nicht verwendet.

NOCH WICHTIGER! Für einen Post gibt es überhaupt keinen richtigen Ratschlag. Dann schreiben Sie den Buchstaben X.

Wie viele Punkte gibt es?

Richtiges Paar3 Punkte
Richtiges X3 Punkte
Falsche Antwort0 Punkte
Gesamtzahl der Fragen in Teil 34 Fragen
Maximum für Teil 312 Punkte

Kapitel 2: Eine wichtige Regel – merken Sie sich diese für immer

HAUPTREGEL

Der richtige Ratschlag beantwortet GENAU die Frage des Posts.

Nicht „spricht über ein ähnliches Thema" – sondern beantwortet genau das, wonach die Person fragt.

Lassen Sie uns das an einem einfachen Beispiel aus dem Alltag erklären.

Sie fragen Ihren Nachbarn: „Wo ist hier die nächste Apotheke?"

Nachbar Nr. 1 sagt: „Die Apotheke ist um die Ecke, sie ist bis 20:00 Uhr geöffnet." ← Das ist die richtige Antwort.

Nachbar Nr. 2 sagt: „Ich gehe immer zur Poliklinik, dort gibt es gute Ärzte." ← Das ist keine Antwort auf Ihre Frage. Auch wenn es ums Gesundheitssystem geht – es trifft nicht den Punkt.

Genauso funktioniert die Prüfung. Die Frage handelt von der Krankmeldung – die richtige Antwort spricht über die Krankmeldung. Nicht über Ärzte im Allgemeinen, nicht über Krankheit im Allgemeinen – sondern über die Krankmeldung.

Achten Sie auf den LETZTEN Satz des Posts

In jedem Post erzählt die Person zunächst ihre Geschichte und stellt am Ende die eigentliche Frage. Diese Frage steht im letzten Satz.

Beispiel aus der Übung „Krankmeldung"

„Ich war nur einen Tag krank und heute war ich wieder im Büro. Mein Chef wollte sofort ein Attest sehen. Ich dachte immer, so etwas braucht man erst nach mehreren Tagen."

Hauptfrage (letzter Satz): Braucht man ein Attest schon ab dem ersten Tag?
Was wir im Ratschlag suchen: Eine Antwort zur Krankmeldung – ab wann sie genau erforderlich ist.

Tipp: Schreiben Sie beim Lesen jedes Posts ein Stichwort daneben – womit sich die Person beschäftigt. Zum Beispiel: „Attest", „Kündigung", „Pause", „Urlaub". Das ist Ihr Orientierungspunkt.

Kapitel 3: Wie findet man den richtigen Ratschlag?

Schritt 1: Post lesen. Thema notieren.

Lesen Sie den Post und suchen Sie am Ende die Frage. Schreiben Sie ein Stichwort neben die Nummer. Zum Beispiel:

  • Post 10 → „Attest" (über die Krankmeldung)
  • Post 11 → „Kündigung" (über die Entlassung)
  • Post 12 → „Überstunden" (über Überstunden)
  • Post 13 → „Urlaub" (über den Urlaub)

Schritt 2: Ratschläge lesen. Thema jedes Ratschlags notieren.

Lesen Sie die ersten 1–2 Sätze jedes Ratschlags. Schreiben Sie ein Stichwort neben den Buchstaben:

  • Ratschlag a → „über Krankmeldung"
  • Ratschlag b → „über Kündigung"
  • Ratschlag c → „persönliche Arzt-Erfahrung"
  • Ratschlag d → „über Urlaub"
  • Ratschlag e → „über Pausen"
  • Ratschlag f → „über Vertrag"

Schritt 3: Verbinden – beginnend mit dem Offensichtlichsten.

Beginnen Sie mit dem, was ganz klar ist. Post 10 fragt nach der Krankmeldung → Ratschlag a spricht über die Krankmeldung. Passt! Streichen Sie beide durch.

Dann nehmen Sie das nächste offensichtliche Paar. Und so weiter.

Schritt 4: Der verbleibende Post ist X.

Wenn drei Paare gefunden wurden, schauen Sie sich den verbleibenden Post an. Prüfen Sie: Gibt es unter den verbleibenden Ratschlägen mindestens einen, der die Frage dieses Posts genau beantwortet? Falls nicht – schreiben Sie X.

Abschlusskontrolle: Sie sollten erhalten haben: 3 Paare (Post + Ratschlag) + 1 Mal X. Und 2 Ratschläge bleiben ungenutzt. Wenn nicht – irgendwo ist etwas schiefgelaufen, überprüfen Sie erneut.

Kapitel 4: Der Buchstabe X – was ist das und wie findet man ihn?

X ist der schwierigste Teil der Aufgabe. Viele Lernende haben Angst vor X. Aber eigentlich ist alles einfach, wenn man die Logik versteht.

Was bedeutet X?

X bedeutet: Keiner der sechs Ratschläge passt zu diesem Post. Die Person hat eine Frage gestellt, aber in der Liste der Ratschläge gibt es keinen einzigen, der ihre Frage genau beantwortet.

Beispiel – warum X?

Stellen Sie sich vor: Sie fragen nach der Versicherung, als Sie auf dem Weg zur Arbeit gestürzt sind – aber vorher Ihr Kind in der Kita abgegeben haben.

Ein Ratschlag spricht über Versicherung am Arbeitsplatz (im Gebäude). Ein anderer – über Versicherung bei einem Autounfall.

Keiner der beiden beantwortet Ihre konkrete Frage: Sind Sie versichert, wenn Sie nicht den direkten Weg genommen haben.

Also – X.

Wie erkennt man, dass es X ist?

Stellen Sie sich für jeden der verbleibenden Ratschläge eine Frage:

„Beantwortet dieser Ratschlag direkt die Frage des Posts – oder spricht er nur über ein ähnliches Thema?"

Wenn nur „ähnliches Thema", aber keine genaue Antwort – dann passt er nicht. Wenn das für alle verbleibenden Ratschläge gilt – dann ist es X.

Wann ist X häufig anzutreffen?

Achten Sie auf diese Hinweise – wenn der Post etwas davon enthält, könnte es X sein:

  • Sehr ungewöhnliche Situation: z. B. jemand ist nicht auf dem direkten Weg zur Arbeit gestürzt, sondern mit einem Umweg – solche Details werden selten von Standardratschlägen abgedeckt
  • Frage über Geld oder persönliche Möglichkeiten: „Kann ich mir das leisten?" – darauf gibt es keine rechtliche Antwort
  • Frage über Praktikanten oder besondere Verträge: das sind Nicht-Standardsituationen
  • Kombination aus zwei verschiedenen Problemen: z. B. Überstunden + Teilzeit-Vertrag gleichzeitig

X-Beispiel aus einer echten Übung

Aus der Übung „Arbeitszeitregelungen": Sandra arbeitet 20 Stunden pro Woche (Teilzeit). Der Chef sagt plötzlich: „Arbeite zwei Wochen lang 8 Stunden täglich." Sandra fragt: Muss sie das?

Kein Ratschlag thematisiert den Teilzeit-Vertrag und das Recht, eine Verdopplung der Stunden abzulehnen. Ein Ratschlag handelt von der Bezahlung von Überstunden. Ein anderer – von Regeln in einzelnen Branchen. Aber keiner beantwortet die konkrete Frage von Sandra.

Antwort: X.

Kapitel 5: Drei Fallen – und wie man ihnen entgeht

Falle Nr. 1: „Über dasselbe" – aber beantwortet die Frage nicht

Das ist der häufigste Fehler. Der Lernende sieht ähnliche Wörter im Ratschlag und denkt, er habe die Antwort gefunden. Aber der Ratschlag spricht über einen anderen Aspekt desselben Themas.

FALLE: gleiche Wörter, anderer Sinn

Post: Moritz ist auf dem Weg zur Arbeit gestürzt. Aber vorher hat er sein Kind in der Kita abgegeben – ein Umweg. Ist er versichert?

Falle: Ratschlag e sagt – „Ja, am Arbeitsplatz bist du versichert." In beiden Texten kommt das Wort „versichert" vor. Es scheint zu passen!

Warum nicht: Moritz fragt nach der Versicherung AUF DEM WEG zur Arbeit. Ratschlag e spricht über die Versicherung AN DER ARBEIT (im Gebäude). Das sind verschiedene Dinge. → X.

Regel: Ähnliche Wörter bedeuten nicht die richtige Antwort. Prüfen Sie immer den Sinn, nicht die Wörter.

Falle Nr. 2: Persönliche Erfahrung statt Antwort

In jeder Aufgabe gibt es 1–2 Ratschläge, die keine Frage beantworten. Das sind die „überflüssigen" Ratschläge. Wie erkennt man sie? Achten Sie auf den Beginn des Ratschlags:

Beginn des Ratschlags Was das bedeutet
„Ich gehe immer sofort zum Arzt..."Persönliche Gewohnheit → wahrscheinlich überflüssig
„Bei uns im Büro ist das möglich..."Persönliche Erfahrung → wahrscheinlich überflüssig
„Das kenne ich auch! Bei mir war..."Persönliche Geschichte → wahrscheinlich überflüssig
„Ich finde das nicht in Ordnung..."Persönliche Meinung → wahrscheinlich überflüssig
„Laut Gesetz..." / „Im Vertrag steht..."Rechtliche Information → wahrscheinlich richtig
„Du hast das Recht auf..."Konkretes Recht → wahrscheinlich richtig

Beispiel eines überflüssigen Ratschlags

Aus der Übung „Krankmeldung": Ratschlag f (Miguel) sagt: „Ich gehe grundsätzlich sofort zum Arzt, sobald ich krank werde. Dann weiß ich schnell, was los ist..."

Miguel erzählt von seinem eigenen Verhalten. Das ist keine Antwort auf irgendeine Frage. Das ist ein überflüssiger Ratschlag.

Falle Nr. 3: Thema richtig – aber andere Frage

Das ist eine heimtückische Falle für die X-Antwort. Unter den Ratschlägen gibt es einen, der dasselbe Thema wie der Post behandelt. Wenn man aber genau hinschaut – beantwortet er eine leicht andere Frage.

FALLE: ähnliches Thema, andere Frage

Post von Daniel (Übung „Krankmeldung"): „Mein Kind war krank, ich bin nicht zur Arbeit gekommen. Der Chef droht mit Kündigung, wenn ich noch einen Tag fehle. Ist das legal?"

Falle – Ratschlag e (Sophie): „Das kennen alle Eltern. Bei uns im Büro darf man manchmal das Kind mit zur Arbeit bringen..."

Ratschlag e handelt auch von Kindern und Arbeit. Ähnlich!

Aber Daniels Frage: „Ist die Kündigungsdrohung legal?"
Ratschlag e sagt: „Man kann das Kind ins Büro mitbringen."

Das sind verschiedene Dinge. → X.

Kapitel 6: Welche Themen kommen in den Aufgaben vor?

Die gute Nachricht: Die Themen sind immer gleich. In jeder Prüfung geht es um Arbeit in Deutschland. Folgendes kommt am häufigsten vor:

Thema Was die Menschen fragen
Krankheit und KrankmeldungenWann braucht man ein Attest? Kann man gekündigt werden?
UrlaubKann der Chef Urlaub ablehnen? Wie viele Tage stehen mir zu?
Überstunden und PausenMuss ich Überstunden machen? Habe ich das Recht auf eine Pause?
ArbeitswegBin ich bei einem Unfall versichert? Muss ich bei Streik ein Taxi nehmen?
Kurse und WeiterbildungMuss ich in der Freizeit Kurse besuchen? Wer zahlt?
TeilzeitarbeitKann der Chef die Stunden erhöhen? Was sind meine Rechte?

Tipp: Wenn Sie diese Themen kennen, verstehen Sie beim ersten Blick auf die Aufgabe den Kontext. Auch wenn Sie nicht jedes Wort kennen – das Thema ist klar. Das hilft, die Bedeutung unbekannter Wörter zu erraten.

Die wichtigsten Wörter – merken Sie sich diese!

Kündigung – Entlassung
Attest / Krankschreibung – Krankmeldung vom Arzt
Überstunden – zusätzliche Arbeitsstunden
Urlaub – Urlaub
Pause – Pause
Versicherung – Versicherung
Arbeitsvertrag – Arbeitsvertrag
Abmahnung – offizielle Verwarnung (erster Schritt vor der Kündigung)

Kapitel 7: Woran erkennt man, dass ein Ratschlag richtig ist?

Ein richtiger Ratschlag ist fast immer gleich aufgebaut. Er folgt diesem Schema:

Aufbau eines richtigen Ratschlags

1. Beantwortet die Frage: „ja" / „nein" / „kommt auf die Situation an"
2. Erklärt warum: bezieht sich auf Gesetz oder Vertrag
3. Gibt einen Rat: „Sprich mit dem Chef" / „Schau in den Vertrag" / „Man kann Folgendes tun"

 

Beispiel eines richtigen Ratschlags (aus der Übung „Krankmeldung")

„Eine Kündigung passiert normalerweise nicht sofort [Antwort]. In vielen Fällen erhält man zunächst eine offizielle Verwarnung [Erklärung]. Vielleicht solltest du das Gespräch mit deinem Chef suchen [Rat]."

Drei Kontrollfragen für einen Ratschlag

Wenn Sie glauben, den richtigen Ratschlag gefunden zu haben – überprüfen Sie ihn mit drei Fragen:

  1. Beantwortet dieser Ratschlag GENAU die Frage des Posts – oder spricht er nur „über dasselbe"?
  2. Enthält der Ratschlag mindestens eine konkrete Information – Gesetz, Vertrag, Recht?
  3. Wenn man diesen Ratschlag weglässt – gibt es einen anderen, der noch besser passt?

Wenn die Antwort auf Frage 1 „ja" ist, auf Frage 2 „ja" und auf Frage 3 „nein" → das ist der richtige Ratschlag.

Kapitel 8: Eine ganze Aufgabe gemeinsam durcharbeiten – Schritt für Schritt

Nehmen wir die Übung „Urlaubsregelungen und Arbeitsrecht" von der Website deutsch-vorbereitung.com. Dort haben nur 7 % der Lernenden beim ersten Versuch richtig geantwortet. Schauen wir uns an, warum – und wie man es richtig macht.

Posts (Fragen der Menschen):

Sabine: „Mein Chef sagt, er genehmigt meinen Sommerurlaub möglicherweise nicht, weil diese Woche ein wichtiges Projekt läuft. Kann er so spät noch ablehnen?"

Mark: „Ich arbeite seit einem Jahr in der Firma. Ich möchte im Winter lange Urlaub nehmen. Habe ich im zweiten Arbeitsjahr Anspruch auf fünf Wochen Urlaub?"

Laura: „Im letzten Jahr habe ich viele Überstunden angesammelt. Ich wollte sie als zusätzliche Urlaubstage nehmen. Gibt es dafür ein Gesetz?"

Alex: „Der Chef hat gesagt, ich muss im Urlaub für Notfälle telefonisch erreichbar sein. Ist das gesetzlich erlaubt?"

 

Ratschläge (was andere schreiben):

a (Erik): Der Chef kann Urlaub nur in Ausnahmefällen ablehnen (dringendes Projekt). Aber er muss eine Lösung finden, die beide zufriedenstellt. Urlaub ist ein gesetzliches Recht.

b (Lara): Laut Gesetz in Deutschland – mindestens 24 Arbeitstage Urlaub pro Jahr (bei 6-Tage-Woche). Wenn man mehr möchte – muss man verhandeln oder es muss im Vertrag stehen.

c (Tom): Überstunden kann man oft als Freizeitausgleich nehmen, wenn das im Vertrag oder in einer Vereinbarung geregelt ist. Ein Gesetz, das den Arbeitgeber dazu verpflichtet, gibt es nicht. Das muss man beim Chef nachfragen.

d (Nina): Im Urlaub bist du grundsätzlich nicht verpflichtet, erreichbar zu sein. Aber es gibt Ausnahmen, wenn das im Vertrag steht. Sprich mit dem Chef über klare Grenzen.

e (Sofia): In den ersten sechs Monaten des Arbeitsverhältnisses gibt es in der Regel keinen vollen Urlaubsanspruch. Ab dem zweiten Jahr – voller gesetzlicher Urlaub. Prüfe deinen Vertrag.

f (Michael): Wenn Überstunden angefallen sind, kann man versuchen, mit dem Chef zu reden – um sie als freie Tage zu nehmen. Aber das hängt von den Firmenregeln ab, ein Gesetz dazu gibt es nicht.

Unser Algorithmus angewendet:

Sabine fragt: „Kann der Chef den Urlaub so spät ablehnen?" → Suchen wir nach einem Ratschlag über das Recht des Chefs, Urlaub abzulehnen. → Ratschlag a (Erik): Der Chef darf nur bei einem sehr dringenden Projekt ablehnen, muss aber eine Lösung suchen. Passt! Paar: Sabine → a.

Mark fragt: „Habe ich Anspruch auf 5 Wochen Urlaub im zweiten Jahr?" → Suchen wir nach einem Ratschlag über die Anzahl der Urlaubstage und die ersten Arbeitsjahre. → Ratschlag e (Sofia): In den ersten 6 Monaten kein voller Urlaub, ab dem zweiten Jahr – voller Urlaub. Passt! Paar: Mark → e.

Alex fragt: „Muss ich im Urlaub erreichbar sein?" → Suchen wir nach einem Ratschlag über Erreichbarkeit im Urlaub. → Ratschlag d (Nina): Grundsätzlich nein, aber es kann laut Vertrag Ausnahmen geben. Passt! Paar: Alex → d.

Laura fragt: „Gibt es ein Gesetz, Überstunden als Urlaub zu nehmen?" → Verbleiben Ratschläge b, c, f. Ratschlag b – über die allgemeine Anzahl von Urlaubstagen (nicht über Überstunden). Ratschlag c und f – beide über Überstunden als Freizeitausgleich, aber zu vage und widersprüchlich. Kein Ratschlag beantwortet die Rechtsfrage direkt und eindeutig. → Laura → X.

Ergebnis: Sabine → a,  Mark → e,  Alex → d,  Laura → X.  Überflüssig: b und f.

Kapitel 9: Ihr Aktionsplan in der Prüfung

Das ist Ihr Schritt-für-Schritt-Plan, wenn Sie Lesen Teil 3 vor sich haben:

IHR PLAN FÜR DIE PRÜFUNG

Schritt 1 – 20 Sekunden: Überfliegen Sie alle Posts und Ratschläge. Welches Thema? Krankheit? Urlaub? Arbeitsweg?

Schritt 2 – jeden Post lesen: Suchen Sie den letzten Satz – dort steht die Hauptfrage. Schreiben Sie ein Stichwort neben die Nummer.

Schritt 3 – jeden Ratschlag lesen: Die ersten 1–2 Sätze. Notieren Sie kurz, worum es geht. Persönliche Erfahrung? Gesetz? Vertrag?

Schritt 4 – Paare verbinden: Beginnen Sie mit dem Offensichtlichsten. Streichen Sie bereits verwendete Ratschläge durch.

Schritt 5 – X suchen: Für den verbleibenden Post: Gibt es einen Ratschlag, der die Frage genau beantwortet? Falls nicht – X.

Kontrolle: 3 Paare + 1 Mal X. 2 Ratschläge sind übrig. Fertig!

Kapitel 10: Die vier häufigsten Fehler

Fehler 1: Nach einem einzigen Wort suchen

Sie sehen im Post das Wort „krank" und suchen nach einem Ratschlag, in dem ebenfalls „krank" steht. Aber es kommt auf den Sinn an, nicht auf das Wort. Zwei Texte können dasselbe Wort verwenden und über verschiedene Dinge sprechen.

Fragen Sie sich immer: „Beantwortet dieser Ratschlag die Frage des Posts – oder spricht er nur über ein ähnliches Thema?"

Fehler 2: Den ersten ähnlichen Ratschlag nehmen

Der Lernende findet einen Ratschlag, der geeignet zu sein scheint, und trägt sofort die Antwort ein – ohne die anderen zu überprüfen. Aber es könnte einen anderen Ratschlag geben, der noch besser passt.

Finden Sie zuerst alle Paare – dann tragen Sie die Antworten ein.

Fehler 3: Angst vor X

Viele Lernende setzen nie X, weil sie Angst haben, falsch zu liegen. Sie wählen „irgendeine" Antwort. Aber X ist genauso eine vollwertige Antwort wie a, b oder f. 3 Punkte für ein richtiges X – genauso viele wie für ein richtiges Paar.

Wenn kein Ratschlag die Frage des Posts genau beantwortet – setzen Sie ruhig X.

Fehler 4: Alles zu langsam von Anfang bis Ende lesen

Manche lesen jeden Text von Anfang bis Ende, Wort für Wort. Das kostet viel Zeit. Für Lesen Teil 3 muss man nicht jedes Wort verstehen.

Für den Post: Es reicht, das Thema + den letzten Satz (Hauptfrage) zu verstehen.

Für den Ratschlag: Es reicht, die ersten 1–2 Sätze + den letzten Satz zu verstehen.

Das Wichtigste – in fünf Sätzen

1. Die Aufgabe ist ein Forum. 4 Fragen, 6 Ratschläge. Gesucht: 3 Paare + 1 Mal X.

2. Eine Regel gilt: Der Ratschlag muss die Frage des Posts genau beantworten – nicht „über ähnliches sprechen", sondern tatsächlich antworten.

3. X ist normal. Wenn kein Ratschlag passt – X. 3 Punkte, wie für jede richtige Antwort.

4. Überflüssige Ratschläge erkennt man an persönlichen Erfahrungen: „Ich mache das immer so...", „Bei uns ist...", „Ich finde..."

5. Üben Sie Lesen B2 Beruf-Aufgaben auf der Website deutsch-vorbereitung.com. Dort gibt es viele Übungen mit Erklärung zu jeder Antwort. Nach 5–7 Aufgaben wird die Logik automatisch verständlich.