Sprechen Teil 3 bei telc B1:
Aufbau, Bewertung und die häufigsten Fehler
Erfahren Sie, wie Sprechen Teil 3 (Gemeinsam eine Aufgabe lösen) bei telc Deutsch B1 abläuft, wie die Prüfenden diesen Teil bewerten, welche Fehler beim gemeinsamen Planen am meisten Punkte kosten und mit welchen Redemitteln Sie zu einer echten Einigung mit Ihrem Partner kommen.
Aufbau von Sprechen Teil 3 – Wie läuft dieser Prüfungsteil ab?
Sprechen Teil 3 heißt bei telc Deutsch B1 „Gemeinsam eine Aufgabe lösen“. Sie und Ihr Gesprächspartner bekommen dasselbe Aufgabenblatt mit einer Alltagssituation, die gemeinsam geplant werden muss – zum Beispiel ein Fest, ein Geschenk oder ein Ausflug. Auf dem Blatt stehen mehrere Leitpunkte, die als Orientierung dienen und nicht vollständig sind: Sie können auch eigene Ideen einbringen.
Anders als in Teil 2, wo jeder Partner eine andere Information hat, haben in Teil 3 beide Partner dieselbe Aufgabe. Ihre Aufgabe ist es, gemeinsam Vorschläge zu machen, auf die Ideen des Partners zu reagieren und sich am Ende auf einen gemeinsamen Plan zu einigen.
Vorbereitungszeit und Ablauf
Vor dem eigentlichen Gespräch haben Sie 20 Minuten Zeit, sich individuell auf alle drei Teile der Mündlichen Prüfung vorzubereiten. Handschriftliche Notizen aus dieser Vorbereitungszeit dürfen Sie während des Gesprächs benutzen – direkt vom Blatt ablesen ist jedoch nicht erlaubt. Die gesamte Mündliche Prüfung dauert danach etwa 15 Minuten und wird von zwei geschulten Prüfenden mit telc-Lizenz durchgeführt.
| Merkmal | Sprechen Teil 3 |
|---|---|
| Aufgabenblatt | Beide Partner haben dasselbe Blatt |
| Ziel des Gesprächs | Vorschläge machen, reagieren, sich gemeinsam einigen |
| Hilfsmittel | Eigene handschriftliche Notizen (kein Ablesen) |
| Maximale Punktzahl | 30 Punkte |
Genau wie Teil 2 zählt Teil 3 doppelt so viel wie Teil 1 (Kontaktaufnahme) und ist damit einer der beiden wichtigsten Abschnitte der Mündlichen Prüfung.
Bewertungskriterien – Worauf achten die Prüfenden?
Wie in den anderen Teilen der Mündlichen Prüfung bewerten die Prüfenden auch Teil 3 nach vier Kriterien. Entscheidend ist hier vor allem, wie aktiv beide Partner gemeinsam zu einer Lösung kommen – und nicht, wessen Idee am Ende gewinnt.
| Kriterium | Was bedeutet das konkret in Teil 3? | Maximale Punktzahl |
|---|---|---|
| I. Ausdrucksfähigkeit | Wortschatz rund um Vorschläge, Zustimmung, Ablehnung und Begründungen | 8 |
| II. Aufgabenbewältigung | Gemeinsames Planen, Reagieren auf den Partner, Erreichen einer Einigung | 8 |
| III. Formale Richtigkeit | Grammatik, vor allem bei Begründungen mit weil und weil-Sätzen | 8 |
| IV. Aussprache und Intonation | Verständlichkeit, besonders bei Zahlen, Zeiten und Orten im Plan | 6 |
Nachfragen und gegenseitige Hilfestellung werden hier ausdrücklich positiv bewertet. Wenn Sie eine Idee des Partners nicht verstehen, ist eine Rückfrage kein Nachteil, sondern ein Zeichen für aktive Gesprächsbeteiligung.
Der entscheidende Unterschied zu Teil 2
Während es in Teil 2 vor allem um Meinung und persönliches Beispiel geht, prüft Teil 3 zusätzlich eine ganz andere Fähigkeit: gemeinsam zu einem Ergebnis zu kommen. Ein Gespräch ohne klare Einigung am Ende gilt bei der Aufgabenbewältigung als unvollständig gelöst, selbst wenn beide Partner viel gesprochen haben.
Typische Fehler und Fallen in Sprechen Teil 3
Die folgenden fünf Fallen sind bei der gemeinsamen Planung besonders häufig.
Falle 1: Einer entscheidet allein
Ein Partner macht schnell einen Plan und der andere stimmt nur zu, ohne eigene Vorschläge zu machen. Das Gespräch wirkt dann nicht wie eine gemeinsame Planung, sondern wie eine Ansage. Beide Partner sollten aktiv Ideen einbringen.
Falle 2: Keine echte Einigung am Ende
Beide sprechen viel, äußern verschiedene Ideen – aber am Ende bleibt unklar, wofür sich die beiden nun tatsächlich entschieden haben. Ohne einen klaren Abschluss fehlt ein zentraler Teil der Aufgabe.
Falle 3: Ablehnen ohne Alternative
Ein Vorschlag wird abgelehnt („Das finde ich nicht so gut“), aber es folgt kein Gegenvorschlag. Dadurch stockt das Gespräch, und es entsteht keine Weiterentwicklung der Idee.
Falle 4: Leitpunkte werden übersprungen
Auf dem Aufgabenblatt stehen mehrere Leitpunkte als Orientierung, zum Beispiel Ort, Zeit, Essen und Getränke oder Kosten. Wird nur über einen oder zwei Punkte gesprochen, wirkt die Planung unvollständig, selbst wenn das Gespräch flüssig war.
Falle 5: Nur Zustimmen ohne Begründung
Ein einfaches „Ja, gut“ oder „Genau“ reicht bei der Bewertung nicht aus. Zustimmung und Ablehnung sollten immer kurz begründet werden, damit die Ausdrucksfähigkeit sichtbar wird.
Sprechen Teil 3 ist erfolgreich gelöst, wenn am Ende ein gemeinsamer, klar formulierter Plan steht – nicht, wenn eine Person besonders viel oder besonders korrekt gesprochen hat.
Praktische Tipps – So planen Sie gemeinsam wie ein Team
Die folgenden Redemittel und Strategien decken die vier Schritte einer guten Planung ab: Vorschlag machen, reagieren, Gegenvorschlag machen, sich einigen.
Tipp 1: Einen Vorschlag machen
- Wir könnten die Party am Samstag machen.
- Wie wäre es, wenn wir das Fest im Park feiern?
- Ich schlage vor, dass wir das Essen gemeinsam kochen.
- Vielleicht könnten wir zuerst über das Datum sprechen.
- Mein Vorschlag wäre, die Getränke selbst mitzubringen.
Tipp 2: Zustimmen mit Begründung
- Das finde ich gut, weil das Wetter im Park meistens schön ist.
- Genau, das spart uns wirklich Zeit.
- Da bin ich ganz deiner Meinung, das ist praktischer.
- Das ist eine gute Idee, so haben alle etwas davon.
- Einverstanden, das klingt vernünftig.
Tipp 3: Ablehnen und einen Gegenvorschlag machen
- Das finde ich nicht so gut, weil das Wochenende schon voll ist. Wie wäre es stattdessen mit Freitag?
- Ich bin nicht sicher, ob das reicht. Vielleicht sollten wir noch mehr einladen.
- Das ist eine Möglichkeit, aber ich hätte noch eine andere Idee.
- Eigentlich lieber nicht, weil das zu teuer wird. Können wir nicht etwas Einfacheres machen?
- Das sehe ich anders. Meiner Meinung nach wäre es besser, wenn wir es kleiner planen.
Tipp 4: Sich am Ende einigen
- Dann machen wir das also so.
- Wir sind uns also einig, dass wir am Samstag feiern.
- Gut, dann bleibt es dabei.
- Also fassen wir zusammen: Wir treffen uns um sechs Uhr im Park.
- Perfekt, dann haben wir jetzt einen Plan.
Tipp 5: Alle Leitpunkte systematisch abhaken
Gehen Sie die Leitpunkte auf dem Aufgabenblatt während des Gesprächs bewusst nacheinander durch, statt nur über den einfachsten Punkt zu sprechen. Eine kurze Zusammenfassung am Ende hilft dabei, zu prüfen, ob wirklich alle Punkte behandelt wurden:
- Wir haben jetzt über den Ort und die Zeit gesprochen. Was ist mit dem Essen?
- Und wer kümmert sich um die Einladungen?
- Haben wir an alles gedacht, oder fehlt noch etwas?
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