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Deutsch
Was erwartet Sie in Goethe B1 Lesen Teil 1? Hier finden Sie den genauen Aufbau, die Bewertung und die häufigsten Fehler – mit einfachen Beispielen erklärt.
Die Prüfung Goethe-Zertifikat B1 besteht aus mehreren Teilen. Einer davon ist Lesen Teil 1. In diesem Teil lesen Sie einen persönlichen Text – zum Beispiel eine E-Mail, einen Blog-Beitrag oder einen Brief. Danach lösen Sie sechs Aufgaben.
Goethe-Zertifikat B1 ist ein internationales Sprachzertifikat des Goethe-Instituts. Es bestätigt, dass Sie Deutsch auf dem Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) können. Offizielle Informationen zum Aufbau und zur Bewertung finden Sie direkt auf der Website des Goethe-Instituts: goethe.de – Goethe-Zertifikat B1 Aufbau.
Lesen Teil 1 prüft, ob Sie einen persönlichen Text gut verstehen können. Sie sollen erkennen, was im Text steht – und was nicht. Das klingt einfach, aber es gibt viele kleine Fallen. In diesem Artikel erklären wir alles genau.
👉 Alle Übungen zur Vorbereitung auf Goethe B1In Lesen Teil 1 bekommen Sie einen Text und sechs Aussagen. Zu jeder Aussage müssen Sie entscheiden: Ist die Aussage richtig oder falsch?
Der Text in Lesen Teil 1 ist immer ein persönlicher Text. Das bedeutet: Eine Person schreibt über sich selbst, über ihr Leben oder über ein Erlebnis. Mögliche Textarten sind:
Der Text hat immer eine Datumsangabe und eine Unterschrift. Die Themen kommen aus dem Alltag: Freizeit, Familie, Arbeit, Reisen, Sport, Gesundheit und ähnliches.
Nach dem Text gibt es ein Beispiel (Aufgabe 0) und sechs Aufgaben (1–6). Bei jeder Aufgabe steht ein Satz. Sie müssen ankreuzen: Richtig oder Falsch.
Die Aussagen folgen der Reihenfolge des Textes. Aufgabe 1 bezieht sich auf den Anfang des Textes, Aufgabe 6 auf das Ende. Das hilft Ihnen beim Lesen.
| Element | Details |
|---|---|
| Textlänge | ca. 250–350 Wörter |
| Anzahl der Aufgaben | 6 (+ 1 Beispiel) |
| Antwortmöglichkeiten | Richtig / Falsch |
| Maximale Punktzahl | 6 Punkte (1 Punkt pro Aufgabe) |
| Zeit für den gesamten Leseteil | 65 Minuten (alle fünf Leseteile zusammen) |
Die Bewertung von Lesen Teil 1 ist einfach: Für jede richtige Antwort bekommen Sie einen Punkt. Für eine falsche Antwort bekommen Sie keinen Punkt. Es gibt keine Minuspunkte.
Lesen Teil 1 ist ein Teil des gesamten Lesemoduls. Das Lesemodul hat insgesamt fünf Teile. Um die Prüfung zu bestehen, müssen Sie im gesamten Lesemodul mindestens 60 Prozent der Punkte erreichen.
Lassen Sie keine Aufgabe leer. Wenn Sie nicht sicher sind, raten Sie. Falsche Antworten kosten keinen zusätzlichen Punkt.
In Lesen Teil 1 wird geprüft, ob Sie:
In Lesen Teil 1 gibt es immer Fallen. Das sind Aussagen, die zunächst richtig klingen, aber bei genauerem Lesen falsch sind. Wer die Fallen kennt, macht weniger Fehler. Hier sind die häufigsten Typen – mit einfachen Beispielen.
Ein Wort aus der Aussage steht auch im Text. Deshalb denkt man: Die Aussage ist richtig. Aber im Text hat das Wort eine andere Bedeutung oder bezieht sich auf eine andere Person.
Beispiel: Im Text steht: Mein Bruder wollte am Anfang gar nicht mitkommen. Die Aussage lautet: Die Erzählerin wollte zunächst nicht mitkommen. ✗ Falsch – es war der Bruder, nicht die Erzählerin. Das Wort wollte nicht kommt im Text vor, aber es gehört zu einer anderen Person.
Die Aussage sagt, dass die Hauptperson etwas getan hat. Aber im Text macht das jemand anderes.
Beispiel: Im Text steht: Ein Mitarbeiter hat das Paket unterschrieben. Die Aussage lautet: Frau M. hat das Paket unterschrieben. ✗ Falsch – der Mitarbeiter hat unterschrieben, nicht Frau M.
Die Hauptperson wollte etwas tun, hat es aber nicht getan. Die Aussage sagt, sie hat es getan.
Beispiel: Im Text steht: Wir wollten eigentlich noch ins Café gehen, aber ich war zu müde. Die Aussage lautet: Sie sind nach dem Ausflug noch in ein Café gegangen. ✗ Falsch – sie wollten es, aber sie haben es nicht gemacht.
Wörter wie immer, nie, alle, sofort, nur, schon immer machen eine Aussage sehr absolut. Im Text steht oft etwas anderes – zum Beispiel manchmal oder meistens.
Beispiel: Im Text steht: Früher hat er manchmal Tennis gespielt. Die Aussage lautet: Er spielt seit seiner Kindheit immer Tennis. ✗ Falsch – manchmal früher ist nicht dasselbe wie immer seit der Kindheit.
Der Sinn im Text ist positiv, aber die Aussage ist negativ – oder umgekehrt.
Beispiel: Im Text steht: Das Konzert hat uns sehr gut gefallen. Die Aussage lautet: Das Konzert hat ihnen nicht gefallen. ✗ Falsch – der Sinn ist genau umgekehrt.
Im Text steht ein Wunsch oder eine Bedingung mit wäre, hätte, könnte. Das bedeutet: Es ist nicht wirklich passiert. Die Aussage beschreibt es aber als Tatsache.
Beispiel: Im Text steht: Den Vortrag hätte ich echt noch eine Stunde lang anhören können! Die Aussage lautet: Sie hat den ganzen Nachmittag dem Vortrag zugehört. ✗ Falsch – sie hätte es gerne getan, aber sie hat es nicht.
Konjunktiv II kann auch richtig sein! Wenn die Aussage den Wunsch selbst beschreibt – zum Beispiel Sie wäre gerne länger geblieben – dann ist das Richtig. Der Unterschied: Die Aussage beschreibt die Realität (✗ Falsch) oder den Wunsch (✓ Richtig).
Jemand hat an einer Aktivität teilgenommen. Die Aussage sagt aber, diese Person hat die Aktivität organisiert oder geleitet.
Beispiel: Im Text steht: Meine Schwester hat mir von einem Lauftreff erzählt und war selbst dabei. Die Aussage lautet: Ihre Schwester organisiert einen Lauftreff. ✗ Falsch – die Schwester hat teilgenommen und erzählt, aber nicht organisiert.
Die Aussage nennt einen Grund. Im Text ist der Grund aber ein anderer.
Beispiel: Im Text steht: Ich möchte abnehmen, weil ich mich besser fühlen möchte. Mein Arzt findet das auch gut. Die Aussage lautet: Er nimmt ab, weil der Arzt es gesagt hat. ✗ Falsch – er will es selbst. Der Arzt ist nur einer Meinung, hat es aber nicht angeordnet.
Ein Wort oder eine Phrase aus der Aussage steht im Text – aber in einem ganz anderen Zusammenhang oder bei einer anderen Person.
Beispiel: Im Text steht: Mein Kollege war von Anfang an dagegen. Die Aussage lautet: Sie wollten von Anfang an eine Beratungsstelle aufsuchen. ✗ Falsch – von Anfang an steht im Text, aber der Kollege war dagegen (nicht dafür), und es geht um eine andere Person.
| Falle | Signalzeichen | Strategie |
|---|---|---|
| Gleiches Wort, anderer Sinn | Bekanntes Wort in der Aussage | Frage: In welchem Zusammenhang steht das Wort im Text? |
| Andere Person handelt | Name oder Pronomen in der Aussage | Frage: Wer macht das im Text wirklich? |
| Absicht ≠ Handlung | wollte, ursprünglich, aber | Frage: Hat die Person es wirklich getan? |
| Signalwörter | immer, alle, sofort, nur, nie, schon immer | Sehr absolute Wörter sind oft Fallen – genau prüfen! |
| Versteckte Verneinung | Positiv/negativ vertauscht | Frage: Was sagt der Text genau – positiv oder negativ? |
| Konjunktiv II | wäre, hätte, könnte | Frage: Ist es passiert oder nur gewünscht? |
| Teilnahme ≠ Organisation | organisiert, geleitet, veranstaltet | Frage: Hat die Person teilgenommen oder organisiert? |
| Falscher Grund | weil, denn, deshalb | Frage: Welchen Grund nennt der Text wirklich? |
| Wort aus anderem Zusammenhang | Bekannte Phrase an falscher Stelle | Frage: Zu wem und in welchem Sinne steht diese Phrase im Text? |
Viele Lernende machen in Lesen Teil 1 immer dieselben Fehler. Hier sind die häufigsten – und wie man sie vermeidet.
Viele sehen ein Wort aus der Aussage im Text und markieren sofort Richtig. Aber das bekannte Wort kann eine Falle sein. Lesen Sie immer den ganzen Satz im Text – nicht nur das eine Wort.
Im Text gibt es oft mehrere Personen: die Hauptperson und andere Menschen (Freunde, Geschwister, Kollegen). Eine Aussage sagt, die Hauptperson hat etwas getan – aber im Text war es jemand anderes. Fragen Sie immer: Wer macht das wirklich?
Wörter wie immer, alle, sofort, nie, schon immer, von Anfang an klingen normal. Aber sie machen eine Aussage sehr absolut. Im Text steht oft etwas schwacher – zum Beispiel manchmal oder erst danach. Seien Sie bei diesen Wörtern besonders vorsichtig.
Formen wie hätte gern, wäre gerne, könnte beschreiben oft einen Wunsch – etwas, das nicht passiert ist. Wenn die Aussage sagt, etwas ist passiert, und im Text steht es nur als Wunsch – dann ist die Aussage falsch.
Manche Lernende verbringen zu viel Zeit bei einer Aufgabe. Dann haben sie am Ende keine Zeit mehr. Tipp: Wenn Sie bei einer Aufgabe nicht sicher sind, kreuzen Sie etwas an und gehen Sie weiter. Am Ende können Sie zurückkommen.
Die richtige Antwort steht immer klar im Text. Sie müssen nichts erfinden oder raten. Wenn eine Aussage richtig ist, können Sie eine konkrete Textstelle finden, die das beweist. Wenn Sie keine Textstelle finden – ist die Antwort wahrscheinlich Falsch.
Mit der richtigen Strategie können Sie in Lesen Teil 1 fast alle Punkte holen. Hier sind fünf Tipps, die wirklich helfen.

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