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Autor: Olena Bazalukova, 18.06.2026
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telc Deutsch B1 · Leseverstehen, Teil 3

Leseverstehen Teil 3 (telc B1):
Aufbau, Punkte und alle Fallen einfach erklärt

Verstehen Sie den Aufbau von Leseverstehen Teil 3, die Punkte und vor allem die typischen Fallen. So wissen Sie genau, worauf Sie achten müssen, um diese Aufgabe sicher zu lösen.

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Was ist Leseverstehen, Teil 3?

Leseverstehen Teil 3 ist eine Aufgabe in der schriftlichen Prüfung telc Deutsch B1. Es ist der dritte und letzte Teil des Leseverstehens. Viele Teilnehmer finden gerade diesen Teil schwer. Der Grund ist nicht die Sprache, sondern die Logik der Aufgabe.

In Teil 3 lesen Sie kleine Anzeigen, so wie in einer Zeitung oder im Internet. Dann müssen Sie zu jeder Situation die passende Anzeige finden. Es geht also nicht darum, einen langen Text zu verstehen. Es geht darum, schnell die richtige Information zu finden.

Das Ziel: selektives Verstehen

Offiziell prüft Teil 3 das „selektive Verstehen“. Das bedeutet: Sie suchen nur ganz bestimmte Informationen und ignorieren den Rest. Sie müssen nicht jedes Wort verstehen. Sie müssen nur erkennen, ob eine Anzeige zu Ihrem Wunsch passt oder nicht.

Stellen Sie sich vor, Sie suchen im echten Leben einen Deutschkurs am Abend. Sie lesen viele Anzeigen schnell durch und achten nur auf zwei Dinge: „Deutsch“ und „Abend“. Genau diese Fähigkeit prüft Teil 3.

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Der Aufbau: 10 Situationen, 12 Anzeigen und das „x“

Der Aufbau des Teils Lesen (telc B1) ist immer gleich. Wenn Sie ihn gut kennen, verlieren Sie keine Zeit in der Prüfung.

  • 10 Situationen (Nummer 11 bis 20). Jede Situation beschreibt kurz einen Wunsch oder ein Problem, zum Beispiel: „Sie suchen für Ihren Sohn einen Kurs.“
  • 12 Anzeigen (Buchstaben a bis l). Jede Anzeige ist ein kleines Angebot: ein Kurs, ein Geschäft, eine Veranstaltung, eine Reise und so weiter.

Ihre Aufgabe lautet: Welche Anzeige passt zu welcher Situation? Dabei gibt es drei wichtige Regeln.

Die drei Grundregeln

  1. Jede Anzeige dürfen Sie nur einmal verwenden.
  2. Es gibt mehr Anzeigen als Situationen (12 gegen 10). Einige Anzeigen bleiben also übrig. Diese übrigen Anzeigen nennt man „Ablenker“ (oder Distraktoren). Sie sehen passend aus, sind es aber nicht.
  3. Manchmal passt keine einzige Anzeige zu einer Situation. In diesem Fall markieren Sie den Buchstaben „x“.
💡 Wichtig zu wissen

Weil es 12 Anzeigen und nur 10 Situationen gibt, bleiben immer mindestens zwei Anzeigen übrig. Und weil es oft ein bis drei „x“ gibt, bleiben am Ende sogar noch mehr Anzeigen ohne Partner. Das ist normal und kein Fehler.

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Punkte, Zeit und Gewichtung

Teil 3 hat 10 Aufgaben. Jede richtige Antwort bringt 2,5 Punkte. Insgesamt können Sie also 25 Punkte bekommen. Damit ist Teil 3 ein Drittel des gesamten Leseverstehens.

Teil Ziel Aufgaben Punkte
Leseverstehen Teil 1 Globalverstehen (Überschriften zuordnen) 5 25
Leseverstehen Teil 2 Detailverstehen (Mehrfachauswahl) 5 25
Leseverstehen Teil 3 Selektives Verstehen (Anzeigen zuordnen) 10 25
Leseverstehen gesamt 20 75

Wie viel Zeit haben Sie?

Leseverstehen und Sprachbausteine bilden zusammen einen Block von 90 Minuten. Es gibt keine eigene Zeit nur für Teil 3. Das bedeutet: Sie teilen sich die Zeit selbst ein. Viele Teilnehmer planen für Teil 3 etwa 15 bis 20 Minuten. Mehr Zeit sollten Sie hier nicht verlieren, denn die Sprachbausteine brauchen Sie auch noch.

Das richtige Tempo lernt man am besten mit einem kompletten Test unter echten Bedingungen. In unserem Bereich Modeltest können Sie ganz einfach und bequem trainieren, sich an das Tempo gewöhnen und lernen, sich die Zeit richtig einzuteilen.

⚠ Wichtiger Hinweis

Ob Sie die gesamte Prüfung bestehen, hängt von der Punktzahl in allen Prüfungsteilen zusammen ab, nicht nur von Teil 3. In der Regel müssen Sie rund 60 % der Punkte erreichen. Die genauen Bedingungen können sich unterscheiden — prüfen Sie diese bitte immer direkt bei Ihrem Prüfungszentrum.

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Warum ist Teil 3 so schwer? Die Logik hinter den Fallen

Viele Teilnehmer machen in Teil 3 Fehler, obwohl sie alle Wörter verstehen. Warum? Weil die Prüfung mit einem einfachen Trick arbeitet: Sie testet, ob Sie nur Wörter vergleichen oder ob Sie wirklich die Bedeutung verstehen.

Die wichtigste Regel ist diese: In der Situation und in der richtigen Anzeige steht fast nie genau dasselbe Wort. Die richtige Anzeige benutzt ein anderes Wort mit der gleichen Bedeutung (ein Synonym oder eine Umschreibung).

Gleichzeitig gibt es oft eine falsche Anzeige, in der genau dasselbe Wort wie in der Situation steht. Diese Anzeige sieht perfekt aus, ist aber eine Falle. Wer nur nach gleichen Wörtern sucht, fällt sofort hinein.

💡 Die goldene Regel

Gleiches Wort in Situation und Anzeige → oft falsch. Gleiche Bedeutung mit anderen Wörtern → oft richtig. Vergleichen Sie also nie Wörter, sondern immer die Bedeutung.

Im nächsten Abschnitt sehen Sie die typischen Fallen, jede mit einem einfachen Beispiel. Wenn Sie diese Fallen kennen, lesen Sie die Anzeigen mit ganz anderen Augen.

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Die wichtigsten Fallen Schritt für Schritt erklärt

Es gibt nicht unendlich viele Fallen. Es sind immer dieselben Typen. Lernen Sie diese Typen, und Sie erkennen sie in jeder Prüfung wieder.

Falle 1: Gleiches Wort, andere Bedeutung

Das ist die häufigste Falle. Ein Wort in der Anzeige sieht aus wie das Wort in der Situation, meint aber etwas anderes.

Beispiel: Die Situation sagt, ein Kind hat Probleme beim Sprechen und braucht Hilfe. Eine Anzeige wirbt für eine Sprachschule. Beide haben das Wort „Sprach“ — aber eine Sprachschule lehrt Fremdsprachen, sie hilft nicht bei einer Sprechstörung. Die richtige Anzeige ist eine logopädische Praxis, auch wenn dort das Wort „Sprachproblem“ gar nicht steht.

Falle 2: Die falsche Richtung (anbieten oder suchen)

Achten Sie genau darauf, wer was tut. Wer sucht etwas, und wer bietet etwas an?

Beispiel: Sie suchen jemanden, der Ihnen Klavierunterricht gibt. Die richtige Anzeige ist von einer Lehrerin, die Unterricht anbietet. Eine Anzeige, in der eine andere Familie ebenfalls einen Klavierlehrer sucht, passt nicht — auch wenn das Wort „Klavier“ darin steht. Beide suchen, aber niemand bietet etwas an.

Dieselbe Falle gibt es bei Kursen und Jobs: „Eine Schule sucht Lehrer“ ist eine Stellenanzeige (ein Job), kein Kurs für Sie.

Falle 3: Das falsche Alter oder die falsche Person

Oft passt das Thema, aber das Alter oder die Person stimmt nicht.

Beispiel: Sie suchen einen Club für Ihre 14-jährige Tochter. Eine Anzeige wirbt für einen Club — aber nur für Kinder von 4 bis 10 Jahren. Das Thema „Club“ passt, das Alter passt nicht. Achten Sie immer auf Zahlen wie Alter, Klasse oder „ab 16 Jahren“.

Falle 4: Der falsche Tag oder die falsche Zeit

Ein Angebot kann inhaltlich perfekt sein und trotzdem nicht passen, weil der Tag oder die Uhrzeit nicht stimmt.

Beispiel: Sie möchten Ihre Freunde am Montagabend in den Zirkus einladen. Die Anzeige sagt: „Letzte Vorstellung am Sonntag.“ Der Zirkus passt, aber der Tag ist falsch. Sehr oft ist die richtige Antwort dann „x“. Achten Sie auch auf Wörter wie „tagsüber“, „am Wochenende“ oder „nur werktags“.

Falle 5: Oberbegriff und konkretes Beispiel

Manchmal nennt die Situation einen Oberbegriff, und die Anzeige nennt nur ein konkretes Beispiel davon — oder umgekehrt.

Beispiel: Sie möchten billige Winterkleidung für die ganze Familie. Eine Anzeige bietet 50 % Rabatt auf Skianzüge nur für Damen. Das ist zwar Winterkleidung, aber nur für Frauen, nicht für die ganze Familie. Die richtige Anzeige ist ein Geschäft mit günstiger Wintermode für die ganze Familie.

Falle 6: Das gleiche Thema, aber ein anderes Angebot

Das Thema einer Anzeige stimmt, aber es ist gar nicht das, was Sie brauchen.

Beispiel: Sie möchten nach Ägypten reisen. Eine Anzeige spricht von Ägypten — aber es ist ein Buch über Ägypten oder eine Ausstellung über Ägypten. Ein Buch oder ein Museum ist keine Reise. Das Land stimmt, das Angebot ist falsch.

Ein weiteres Beispiel: Sie suchen einen Tierfilm für Ihr Kind. Eine Anzeige nennt einen Film mit dem Wort „Spinne“ im Titel — aber das ist ein Krimi für Erwachsene (ab 16 Jahren), kein Tierfilm für Kinder.

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Die zwei schwersten Fallen: Doppel-Anzeige und das „x“

Diese beiden Fallen kosten die meisten Punkte. Wenn Sie sie verstehen, sind Sie vielen anderen Teilnehmern voraus.

So gehen Sie am besten vor: Lesen Sie immer zuerst die Situation und suchen Sie erst danach die passende Anzeige — nie umgekehrt. Wenn auf den ersten Blick zwei oder drei Anzeigen passen könnten, markieren Sie diese kurz, zum Beispiel mit einem Kreis. Konzentrieren Sie sich dann auf die Schlüsselwörter und die wichtigen Ausdrücke. Meist sind es Synonyme, also andere Wörter mit gleicher Bedeutung. Wählen Sie am Ende nur die Anzeige, die Ihren Wunsch zu hundert Prozent erfüllt.

Die Doppel-Anzeige (eine Anzeige passt scheinbar zu zwei Situationen)

Eine einzige Anzeige kann so geschrieben sein, dass sie zu zwei oder mehr Situationen zu passen scheint. Aber Sie dürfen jede Anzeige nur einmal verwenden. Nur eine Situation bekommt die Anzeige wirklich. Bei der anderen Situation ist die Anzeige nur eine Falle.

Beispiel: Eine Anzeige für einen Jugendtreff bietet auch eine kostenlose Hausaufgabenhilfe an. Sie passt also scheinbar zu zwei Situationen: „Club für meine Tochter“ und „Nachhilfe in Mathe“. Aber ein Jugendtreff mit Hausaufgabenhilfe ist kein gezielter Mathe-Unterricht. Die richtige Antwort für „Nachhilfe“ ist ein echtes Nachhilfe-Institut. Der Jugendtreff gehört nur zur ersten Situation.

💡 Tipp

Wenn eine Anzeige zu zwei Situationen zu passen scheint, fragen Sie sich: „Zu welcher Situation passt sie am besten und ganz genau?“ Dort gehört sie hin. Die andere Situation braucht eine andere Anzeige oder ein „x“.

Das „x“ — die größte Angst der Teilnehmer

Viele Teilnehmer trauen sich nicht, „x“ zu schreiben. Sie denken: „Eine Anzeige muss doch passen!“ Das ist ein großer Fehler. Das „x“ ist eine richtige Antwort, keine Notlösung.

Das „x“ ist richtig, wenn jede Anzeige ein kleines, aber wichtiges Detail falsch hat: das Alter, den Tag, die Richtung (suchen statt anbieten) oder das Angebot (Buch statt Reise). Dann passt eben keine Anzeige.

Beispiel: Ihre Mutter ist 72 Jahre alt und sucht eine Gruppe für Menschen in ihrem Alter. Es gibt aber nur einen Kinderclub und einen Jugendtreff. Für ihr Alter gibt es nichts. Die richtige Antwort ist „x“.

✅ Merksatz

Haben Sie Mut zum „x“. Wenn alle Anzeigen einen klaren Fehler im Detail haben, ist „x“ die richtige Lösung. Eine erzwungene Anzeige bringt 0 Punkte, ein richtiges „x“ bringt 2,5 Punkte.

👉 Übungen zur Vorbereitung auf die telc-Prüfung B1
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FAQ — Leseverstehen Teil 3 (telc B1)

Wie viele Situationen und Anzeigen gibt es in Teil 3?
Es gibt 10 Situationen (Nummer 11 bis 20) und 12 Anzeigen (Buchstaben a bis l). Sie ordnen jeder Situation die passende Anzeige zu. Weil es mehr Anzeigen als Situationen gibt, bleiben einige Anzeigen am Ende übrig.
Was bedeutet das „x“?
Das „x“ markieren Sie, wenn zu einer Situation keine einzige Anzeige passt. Es ist eine ganz normale, richtige Antwort. Oft gibt es ein bis drei „x“ in der Aufgabe. Haben Sie keine Angst davor, „x“ zu schreiben.
Wie viele Punkte bekomme ich für Teil 3?
Teil 3 hat 10 Aufgaben. Jede richtige Antwort bringt 2,5 Punkte, also insgesamt 25 Punkte. Das gesamte Leseverstehen (Teil 1, 2 und 3) bringt zusammen 75 Punkte.
Darf ich eine Anzeige zweimal verwenden?
Nein. Jede Anzeige dürfen Sie nur ein einziges Mal verwenden. Wenn eine Anzeige zu zwei Situationen zu passen scheint, gehört sie nur zu der Situation, zu der sie am besten und genau passt. Die andere Situation braucht eine andere Anzeige oder ein „x“.
Wie viel Zeit habe ich für Teil 3?
Leseverstehen und Sprachbausteine bilden zusammen einen Block von 90 Minuten. Eine feste Zeit nur für Teil 3 gibt es nicht. Viele Teilnehmer planen dafür etwa 15 bis 20 Minuten, damit genug Zeit für die anderen Aufgaben bleibt.
Warum ist die Anzeige mit demselben Wort oft falsch?
Weil die Prüfung testet, ob Sie die Bedeutung verstehen und nicht nur Wörter vergleichen. Die richtige Anzeige benutzt meist andere Wörter mit gleicher Bedeutung. Eine Anzeige mit genau demselben Wort ist oft eine Falle. Prüfen Sie deshalb immer die Bedeutung, nicht nur das Wort.