Sprachkurs
Deutsch
Wie ist Sprachbausteine Teil 1 in der telc Deutsch B1 Prüfung aufgebaut? Wie viele Punkte gibt es, wie viel Zeit haben Sie, und welche Fehler kosten am meisten Punkte? Hier bekommen Sie einen klaren Überblick und die wichtigsten Tipps.
Sprachbausteine ist der zweite Subtest im schriftlichen Teil der Pruefung telc Deutsch B1. Er kommt direkt nach dem Leseverstehen und besteht aus zwei Teilen: Teil 1 prueft die Grammatik, Teil 2 prueft den Wortschatz.
In Teil 1 lesen Sie einen kurzen Text mit zehn Luecken. Das ist fast immer ein Brief oder eine E-Mail aus dem Alltag. Bei jeder Luecke waehlen Sie aus drei Moeglichkeiten (a, b oder c) das Wort, das grammatisch richtig in den Satz passt. Es geht also nicht um neue Woerter, sondern um die richtige Form: das richtige Pronomen, die richtige Praeposition, die richtige Verbform und so weiter.
In Teil 1 ist immer nur eine Loesung richtig. Die beiden anderen Optionen sind echte Woerter, aber sie passen grammatisch oder inhaltlich nicht. Genau das macht die Aufgabe schwierig: Alle drei Varianten sehen auf den ersten Blick moeglich aus.
Der Aufbau ist in jeder Pruefung gleich. Sie bekommen:
Wichtig zu verstehen: Die Grammatik steckt nicht isoliert in der Luecke, sondern im ganzen Satz. Sie muessen oft das lesen, was vor und nach der Luecke steht, um die richtige Form zu finden.
Damit Sie das Prinzip sehen, hier ein kurzes Beispiel:
«Ich wohne jetzt schon seit drei Jahren in (21) Stadt.»
a) diese b) dieser c) diesen
Richtig ist b) dieser. Die Praeposition «in» steht hier fuer einen Ort (Frage: Wo?), also kommt der Dativ. «die Stadt» wird im Dativ zu «dieser Stadt». Die Varianten «diese» (Nominativ/Akkusativ) und «diesen» (Maskulinum Akkusativ) passen nicht.
So funktioniert jede der zehn Luecken: Sie erkennen, welche Grammatik gefragt ist, und waehlen die passende Form.
Sprachbausteine wird zusammen mit dem Leseverstehen geschrieben. Beide Subtests teilen sich ein gemeinsames Zeitfenster von 90 Minuten. Es gibt keine getrennte Zeit nur fuer die Sprachbausteine: Sie teilen sich die 90 Minuten selbst ein. In der Praxis ist es klug, fuer Teil 1 ungefaehr 10 bis 15 Minuten einzuplanen, weil die anderen Aufgaben mehr Lesezeit brauchen.
Die Punkte fuer Sprachbausteine sehen im offiziellen telc-Uebungstest so aus:
| Subtest | Ziel | Aufgabentyp | Punkte |
|---|---|---|---|
| Sprachbausteine, Teil 1 | Grammatik | 10 Multiple-Choice-Aufgaben (a, b, c) | 15 |
| Sprachbausteine, Teil 2 | Wortschatz | 10 Zuordnungsaufgaben (a bis o) | 15 |
| Sprachbausteine gesamt | – | – | 30 |
Teil 1 bringt also 15 Punkte in der Rohwertung. Es gibt keine getrennte Bestehensgrenze nur fuer die Sprachbausteine: Die Punkte zaehlen in das Gesamtergebnis des schriftlichen Teils. Um die schriftliche Pruefung zu bestehen, brauchen Sie ueber alle schriftlichen Subtests zusammen mindestens 60 Prozent.
Sprachbausteine Teil 1 ist kurz, aber es lohnt sich. Diese Punkte lassen sich durch gezieltes Grammatiktraining oft leichter holen als zum Beispiel Punkte im Hoerverstehen. Wer die typischen Grammatik-Luecken kennt, beantwortet viele Fragen in unter einer Minute.
In Teil 1 kommen immer wieder dieselben Grammatik-Bereiche vor. Wenn Sie diese sicher beherrschen, sind Sie schon sehr gut vorbereitet. Hier die wichtigsten Bereiche im Ueberblick:
| Bereich | Worum es geht |
|---|---|
| Verbformen | richtige Zeitform und Form: Praesens, Praeteritum, Perfekt; Partizip II; Infinitiv mit und ohne «zu»; Hilfsverb «haben» oder «sein» |
| Konnektoren | Verbindungswoerter wie «aber», «denn», «weil», «obwohl», «trotzdem», «damit», «sondern» und die richtige Wortstellung dazu |
| Kasus und Deklination | Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv bei Artikeln, Possessivartikeln und Adjektiven |
| Praepositionen | richtige Praeposition und richtiger Kasus, besonders die Wechselpraepositionen (an, auf, in usw.) |
| Pronomen | Personalpronomen, Relativpronomen und Pronominaladverbien wie «darauf», «davon», «daran» |
| Konjunktiv II | hoefliche und irreale Formen: «waere», «haette», «wuerde» + Infinitiv |
| Modalverben und Partikeln | «koennen», «muessen», «wollen», «moechten» sowie kleine Woerter wie «schon», «noch», «nur», «einfach» |
Drei Bereiche kommen besonders oft vor: Verbformen, Konnektoren und Kasus/Deklination. Wenn Sie hier sicher sind, holen Sie die meisten Punkte.
Viele Punkte gehen nicht verloren, weil die Grammatik zu schwer ist, sondern weil man in typische Fallen tappt. Hier sind die haeufigsten Fehler – mit eigenen Beispielen erklaert.
Die richtige Form haengt oft von einem Wort ab, das weiter weg steht. Wer nur um die Luecke herum liest, uebersieht das. Lesen Sie immer den ganzen Satz, am besten auch den Satz davor.
Eine sehr haeufige Falle: Man waehlt die Form, die man aus dem Woerterbuch kennt (Nominativ), obwohl der Satz einen anderen Kasus verlangt.
«Ich danke dir fuer (...) Hilfe.» – a) dein b) deine c) deiner
Richtig: b) deine. «danken fuer» braucht den Akkusativ, «die Hilfe» wird zu «deine Hilfe». Die Woerterbuchform «dein» ist hier falsch.
Woerter wie «aber», «denn», «weil» und «trotzdem» koennen aehnlich klingen, aber sie veraendern die Wortstellung unterschiedlich. Achten Sie darauf, wo das Verb steht.
«Es war kalt, (...) ich nahm keine Jacke mit.» – a) trotzdem b) obwohl c) weil
Richtig: a) trotzdem. Nach «trotzdem» steht das Verb an zweiter Stelle («trotzdem nahm ich ...»). «obwohl» und «weil» wuerden das Verb ans Satzende schicken – das passt hier nicht.
Im Brief steht entweder «du» oder «Sie». Diese Anrede entscheidet ueber Pronomen und Imperativ – und zwar im ganzen Text. Achtung: Die Anrede haengt nicht vom Ton ab, sondern von der Form. Ein freundlicher Brief kann trotzdem «Sie» verwenden.
In einem Brief an «Sie»: «Ich moechte (...) herzlich einladen.» – a) dich b) Sie c) euch
Richtig: b) Sie. Der ganze Brief ist auf «Sie» – also passt nur das hoefliche «Sie».
Sehr oft muss man entscheiden zwischen Formen wie «gemacht» (Partizip II), «machen» (Infinitiv) und «zu machen». Pruefen Sie: Steht ein «haben»/«sein» (dann Perfekt → Partizip II)? Steht ein Modalverb (dann Infinitiv ohne «zu»)?
«Ich habe gestern einen Brief (...).» – a) schreiben b) geschrieben c) zu schreiben
Richtig: b) geschrieben. «habe ... geschrieben» ist Perfekt, also braucht man das Partizip II.
Lassen Sie nie eine Luecke leer. Auch wenn Sie unsicher sind: Streichen Sie zuerst eine Option weg, die sicher falsch ist. Dann haben Sie eine 50-zu-50-Chance.
Lesen Sie den ganzen Satz, denken Sie an den Kasus, achten Sie auf die Wortstellung bei Konnektoren, halten Sie die Anrede (du/Sie) durch – und lassen Sie keine Luecke leer.
Mit einem festen Vorgehen machen Sie weniger Fehler und sparen Zeit. Diese vier Schritte helfen bei jeder Luecke:
Trainieren Sie nicht mit einzelnen, isolierten Grammatik-Saetzen, sondern immer mit ganzen Lueckentexten. Nur so gewoehnen Sie sich an das echte Pruefungsformat. Lesen Sie nach jeder Uebung die Erklaerung und fragen Sie sich: Welche Grammatik war das? Schreiben Sie neue Woerter in Ihr Wortschatz-Heft.
Quelle fuer Aufbau, Aufgabentyp und Punkte: offizieller telc-Uebungstest «Zertifikat Deutsch / telc Deutsch B1», telc gGmbH, Frankfurt a. M. Den offiziellen Uebungstest finden Sie kostenlos auf der Webseite von telc unter www.telc.net.

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