Ehrenamt

Sie haben in einer Zeitschrift etwas zum Thema gelesen. Berichten Sie Ihrer Gesprächs- partnerin/Ihrem Gesprächspartner darüber. Ihre Gesprächspartnerin/Ihr Gesprächspartner hat eine andere Meinung dazu gelesen und berichtet Ihnen auch darüber.

Unterhalten Sie sich dann mit Ihrer Gesprächspartnerin/Ihrem Gesprächspartner über das Thema. Sagen Sie Ihre Meinung und erzählen Sie von eigenen Erfahrungen.

Brigitte Hopfner, 58 Jahre, Krankenschwester

Für mich ist mein Ehrenamt wirklich eine Herzensangelegenheit. Seit zehn Jahren helfe ich am Wochenende in einem Altersheim in meiner Stadt. Außerdem besuche ich dort ältere Menschen, die keine Familie haben. Wir trinken zusammen Kaffee und ich höre ihren Geschichten aus dem Leben zu. Außerdem helfe ich auch beim gemeinsamen Singen und beim Vorlesen. Für diese Menschen sind meine Besuche das Highlight ihrer Woche. Ich finde, das Ehrenamt gibt meinem Leben einen tieferen Sinn. Außerdem lerne ich von den alten Menschen unglaublich viel. Sie haben so viel erlebt und erzählen mir wunderschöne Geschichten. Für mich ist das wirklich keine Arbeit, sondern eine echte Freude.

Tobias Kreuzberg, 36 Jahre, Wirtschaftsprüfer

Für mich kommt ein Ehrenamt wirklich nicht in Frage. Ich arbeite schon Vollzeit als Wirtschaftsprüfer und habe oft auch am Wochenende viel zu tun. Außerdem möchte ich meine wenige Freizeit für meine Familie und meine Hobbys nutzen. Wenn ich noch Energie für anderen Menschen hätte, würde ich das gerne tun. Außerdem zahle ich jeden Monat hohe Steuern und Abgaben. Dafür soll der Staat sich um die alten Menschen, um die Flüchtlinge und um die armen Familien kümmern. Ich finde, das ist die Aufgabe der Politik und nicht meine Aufgabe. Außerdem spende ich auch jedes Jahr Geld an verschiedene Hilfsorganisationen. Damit habe ich meinen Teil getan.

Beispiel

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TN 1: Ich habe hier einen Text über das Thema Ehrenamt gelesen. Darin geht es um eine Krankenschwester, die Brigitte Hopfner heißt. Sie ist 58 Jahre alt. Da steht, dass ihr Ehrenamt für sie eine Herzensangelegenheit ist. Sie ist der Meinung, dass das Ehrenamt ihrem Leben einen tieferen Sinn gibt. Außerdem sagt sie, dass sie seit zehn Jahren am Wochenende in einem Altersheim hilft. Zum Beispiel besucht sie dort ältere Menschen, die keine Familie haben. Sie trinken zusammen Kaffee und sie hört ihren Geschichten aus dem Leben zu. Außerdem hilft sie auch beim gemeinsamen Singen und beim Vorlesen. Für diese Menschen sind ihre Besuche das Highlight ihrer Woche. Sie lernt auch unglaublich viel von den alten Menschen. Und worum geht es in deinem Text?

TN 2: Ah, das ist ja interessant! In meinem Text geht es auch um das Thema Ehrenamt, aber die Meinung ist ganz anders. Da geht es um einen Wirtschaftsprüfer, der Tobias Kreuzberg heißt. Er ist 36 Jahre alt. Da steht, dass ein Ehrenamt für ihn wirklich nicht in Frage kommt. Er ist der Meinung, dass das die Aufgabe der Politik ist und nicht seine Aufgabe. Außerdem sagt er, dass er Vollzeit arbeitet und oft auch am Wochenende viel zu tun hat. Zum Beispiel möchte er seine wenige Freizeit für seine Familie und seine Hobbys nutzen. Außerdem zahlt er jeden Monat hohe Steuern und Abgaben. Dafür soll der Staat sich um die alten Menschen, die Flüchtlinge und arme Familien kümmern. Er spendet auch jedes Jahr Geld an verschiedene Hilfsorganisationen. Und was meinst du persönlich dazu?

TN 1: Aha, verstehe. Also, meiner Meinung nach ist das Ehrenamt wirklich sehr wertvoll. Ich bin eher der Meinung von Brigitte. Bei mir ist es so, dass ich auch ein Ehrenamt habe. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass mir das viel Freude bringt. Zum Beispiel arbeite ich seit drei Jahren bei der Tafel in meiner Stadt. Wir verteilen Lebensmittel an Menschen, die wenig Geld haben. Außerdem treffe ich dort viele nette Menschen, die auch helfen wollen. Ich finde auch, dass das Ehrenamt mein Leben reicher gemacht hat. Ich sehe die Welt jetzt mit anderen Augen und bin dankbarer für mein eigenes Leben. Und wie ist das bei dir? Hast du ein Ehrenamt?

TN 2: Hmm, das verstehe ich gut. Da stimme ich dir teilweise zu, weil das Ehrenamt eine schöne Erfahrung sein kann. Aber meiner Meinung nach ist die Zeit dafür wirklich begrenzt. Ich bin eher der Meinung von Tobias. Bei mir ist es so, dass ich auch kein Ehrenamt habe. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass mein Leben schon sehr voll ist. Zum Beispiel arbeite ich 45 Stunden pro Woche und habe zwei kleine Kinder zu Hause. Außerdem spende ich aber regelmäßig an verschiedene Organisationen. Ich gebe pro Jahr etwa 1.000 Euro für gute Zwecke. Ich finde auch, dass nicht jeder Mensch Zeit für ein Ehrenamt haben kann. Manche Menschen helfen mit Geld, andere mit ihrer Zeit. Wie viele Stunden pro Monat machst du dein Ehrenamt?

TN 1: Das finde ich auch spannend. Da stimme ich dir voll zu, weil Spenden auch sehr wichtig sind. Aber meiner Meinung nach ist persönlicher Kontakt unbezahlbar. Bei mir ist es so, dass ich pro Monat etwa zwölf Stunden bei der Tafel bin. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass diese Stunden mir große Freude bringen. Zum Beispiel kenne ich viele Familien persönlich, die wir unterstützen. Außerdem habe ich gelernt, was es bedeutet, in Armut zu leben. Diese Erfahrung kann man mit Geld nicht kaufen. Ich finde auch, dass das Ehrenamt jüngere Menschen anziehen sollte. Was meinst du, sollten Schulen Ehrenamt fördern?

TN 2: Ja, da stimme ich dir voll zu. Schulen sollten Ehrenamt fördern. Meiner Meinung nach lernen junge Menschen dabei viel. Bei mir ist es so, dass meine Kinder in der Schule mit ihrer Klasse einmal pro Jahr in einem Altersheim helfen. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass das eine gute Idee ist. Zum Beispiel haben sie zu Weihnachten für die alten Menschen gesungen. Außerdem haben sie gelernt, dass das Leben nicht für alle Menschen einfach ist. Aber ich finde, das ist genug. Junge Menschen müssen ihre Zukunft aufbauen und können nicht ständig anderen helfen. Ich finde auch, dass jede Familie selbst entscheiden muss. Und welches Ehrenamt würdest du anderen empfehlen?

TN 1: Bei mir ist es so, dass ich besonders die Arbeit mit alten Menschen empfehlen würde. Meiner Meinung nach ist das eine wirklich wichtige Aufgabe. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass viele alte Menschen sehr einsam sind. Zum Beispiel haben sie keine Kinder oder ihre Kinder wohnen weit weg. Außerdem brauchen sie oft nur jemanden, der ihnen zuhört. Aber es gibt auch viele andere schöne Ehrenämter, wie die Arbeit mit Kindern, mit Tieren oder im Sport. Jeder Mensch findet sicher etwas, das zu seinen Interessen passt. Aber ich verstehe auch, dass nicht jeder Mensch Zeit für ein Ehrenamt hat. Also, ich denke, das Thema Ehrenamt ist wirklich interessant.

TN 2: Da stimme ich dir voll zu. Meiner Meinung nach hat jeder Mensch andere Möglichkeiten zu helfen. Bei mir ist es so, dass ich mit Geld helfe, aber bei dir bringt das Ehrenamt viel Freude und Sinn. Beide Wege sind richtig. Ich denke, jeder muss selbst entscheiden, wie er anderen Menschen helfen möchte. Vielen Dank für das nette Gespräch!

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