Nachbarschaftshilfe
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Nachbarschaftshilfe spielt in vielen Wohnvierteln Deutschlands eine immer wichtigere Rolle. Besonders seit der Corona-Pandemie sind viele Menschen bereit, älteren Nachbarn beim Einkaufen zu helfen oder sich um Kinder von Alleinerziehenden zu kümmern. Laut einer Umfrage des Bundesfamilienministeriums aus dem Jahr 2024 sagen 72 % der Befragten, dass sie mindestens einmal im Jahr ihren Nachbarn aktiv unterstützen.
Doch nicht jeder hat Zeit oder Lust, sich zu engagieren – manche beklagen sogar, dass Hilfsbereitschaft oft nur von wenigen ausgeht. In unserer heutigen Sendung sprechen drei Menschen über ihre Erfahrungen mit Hilfe im Alltag – und welche Vorschläge sie haben, um das Miteinander in der Nachbarschaft zu stärken.
Aussage 1
Ich wohne mit meinen beiden Kindern in einem Mehrfamilienhaus in Oberstedt. Zum Glück habe ich eine Nachbarin im Erdgeschoss, die immer einspringt, wenn ich spontan arbeiten muss. Letzte Woche hat sie meine Kleine von der Kita abgeholt, weil ich in der Spätschicht war.
Ich finde, solche Hilfe sollte selbstverständlich sein – aber viele reden nicht mal miteinander im Haus. Vielleicht sollte man in Wohnanlagen wieder schwarze Bretter einführen oder Nachbarschaftsgruppen gründen, damit man weiß, wer was braucht.
Aussage 2
Ich bin gerade in Rente gegangen und merke, dass ich Zeit habe, anderen zu helfen. Ich bringe zum Beispiel jeden Dienstag der alten Frau im Nebenhaus die Einkäufe hoch. Früher hat sie das noch selbst gemacht, aber seit dem Oberschenkelbruch geht das nicht mehr.
Ich finde, solche kleinen Gesten machen den Alltag schöner. Man sollte vielleicht in Städten kleine Programme starten, wo Leute sich für Nachbarschaftshilfe melden können – wie so eine Art Ehrenamtsbörse, nur im Haus.
Aussage 3
Ich wohne in einer Reihenhaussiedlung. Viele glauben, nur weil man nebeneinander wohnt, muss man ständig helfen. Ich arbeite Vollzeit, habe selbst Familie – da kann ich nicht auch noch für die Nachbarskinder babysitten oder Pakete annehmen.
Natürlich sag ich nicht immer nein. Aber ich finde, man sollte nicht automatisch erwarten, dass jeder jederzeit hilft. Vielleicht sollte man sowas besser organisieren – mit klaren Regeln, wer wann was übernimmt.
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