Die deutsche Wirtschaft steht aktuell unter Druck
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Der Fachkräftemangel, niedrige Produktivität in manchen Bereichen und eine wachsende Teilzeitkultur führen laut mehreren Studien zu einem deutlichen Rückgang an geleisteten Arbeitsstunden. Immer weniger Menschen wollen oder können Vollzeit arbeiten – viele Ämter, Behörden und auch Banken sind vormittags geschlossen oder nur an wenigen Tagen erreichbar.
Aber was kann man tun, um wieder mehr Leistungsbereitschaft und Effizienz in den Arbeitsalltag zu bringen?
Drei Personen äußern sich zu ihrer Sicht – mit Vorschlägen für konkrete Veränderungen.
Aussage 1
Ich arbeite im Personalbereich eines großen Unternehmens in Leipzig und sehe jeden Tag, wie schwer es ist, Stellen mit Vollzeitkräften zu besetzen. Die Nachfrage nach Teilzeit steigt, aber die Aufgaben bleiben dieselben. Das bremst ganze Abteilungen aus.
Deshalb denke ich: Teilzeit sollte eine Ausnahme sein – nicht die Regel. Wer gesundheitlich eingeschränkt ist oder schwanger, soll natürlich Unterstützung bekommen. Aber junge, gesunde Menschen sollten ganz normal 40 Stunden arbeiten – sonst wird unser System irgendwann unbezahlbar.
Laut Bundesagentur für Arbeit arbeiteten 2023 fast 50 % aller Frauen in Teilzeit – viele davon freiwillig, nicht aus familiären Gründen. Das muss man hinterfragen.
Aussage 2
Ich bin selbstständig und habe fast täglich mit Ämtern zu tun – Finanzamt, Handelsregister, Krankenkassen. Am schlimmsten ist: Viele Behörden haben nur von 9 bis 12 Uhr offen – und das auch nicht jeden Tag. Wenn man berufstätig ist, kommt man da kaum hin.
In Ländern wie Dänemark, Estland oder der Schweiz sind viele öffentliche Stellen werktags ab 7 oder 7:30 Uhr geöffnet – und dort funktioniert der Ablauf auch viel effizienter. Ich finde, auch in Deutschland sollten Ämter wieder echte Servicezeiten anbieten. Wer arbeitet, muss auch Behördengänge vor der Arbeit erledigen können.
Aussage 3
Alle sprechen nur noch über Work-Life-Balance – aber was heißt das eigentlich? Dass man um 16 Uhr das Büro verlässt und keine Verantwortung mehr trägt? Ich finde, diese Haltung schadet unserer Wirtschaft.
Schauen wir doch mal zurück: In den 1950er- und 60er-Jahren haben unsere Großeltern dieses Land mit harter Arbeit wieder aufgebaut – 48 Stunden pro Woche waren ganz normal. Heute dagegen scheint jede Anstrengung „toxisch“.
Ich glaube, wir müssen wieder lernen, dass Leistung etwas Gutes ist. Nicht jeder Job muss erfüllend sein – aber er sollte gesellschaftlich etwas beitragen. Weniger Arbeiten kann sich kein Land auf Dauer leisten.
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