Fachkräftemangel bei Ärzten und Lehrern – und wie Migration helfen kann

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In Deutschland fehlen nicht nur Pflegekräfte, sondern auch Lehrerinnen und Lehrer sowie Ärztinnen und Ärzte – besonders auf dem Land. Laut der Bundesärztekammer waren Ende 2023 rund 7.000 Hausarztstellen unbesetzt. Auch im Bildungsbereich gibt es laut Kultusministerkonferenz einen akuten Mangel an qualifiziertem Personal.

Gleichzeitig leben viele Zugewanderte in Deutschland, die bereits in ihrem Herkunftsland in diesen Berufen gearbeitet haben – aber wegen sprachlicher oder bürokratischer Hürden hier nicht arbeiten dürfen.

Wir wollten wissen: Wie kann man den Fachkräftemangel in diesen Bereichen besser lösen? Drei Personen geben ihre Meinung dazu ab.

Aussage 1
Ich arbeite beim Jobcenter in Nürnberg, und wir erleben regelmäßig, dass Geflüchtete oder Zuwanderer mit medizinischer oder pädagogischer Ausbildung keine Chance auf eine Arbeit in ihrem Bereich bekommen. Sie müssen oft jahrelang im Lager oder im Supermarkt arbeiten, obwohl sie früher als Lehrer oder Ärztin gearbeitet haben.

Wenn wir wirklich mehr Fachkräfte brauchen, dann sollten wir in Sprachförderung investieren und die Anerkennung von Abschlüssen vereinfachen. Es gibt schon Programme, aber sie reichen bei weitem nicht. Ich kenne eine syrische Lehrerin, die in Damaskus 15 Jahre unterrichtet hat – hier wartet sie seit drei Jahren auf Anerkennung. Das ist doch eine Verschwendung von Talent.

Aussage 2
Ich finde, die Politik macht es sich zu leicht. Es wird ständig über Arbeitskräftemangel geklagt – aber gleichzeitig werden gut ausgebildete Menschen aus dem Ausland in einfache Helferberufe gesteckt, ohne genau hinzuschauen. Warum gibt es kein nationales Programm zur gezielten Integration von Fachkräften in Medizin und Bildung?

2024 kamen laut BAMF über 280.000 Zuwanderer nach Deutschland – aber nur ein kleiner Teil davon wurde überhaupt nach Berufserfahrung gefragt. Das ist doch absurd. Wenn jemand ein Diplom und Berufserfahrung hat, sollte man nicht einfach sagen: „Putzen oder Lagerarbeit“. Ich denke, wir brauchen einen echten Strategiewechsel.

Aussage 3
Ich bin Hausarzt in Mecklenburg-Vorpommern. Unsere Region hat riesige Probleme, neue Ärzte zu finden – genau wie die Schulen, wo es kaum Nachwuchs gibt. Ich sehe nur eine realistische Lösung: Wir müssen aktiv Menschen mit Migrationserfahrung ausbilden oder schnell integrieren, wenn sie schon qualifiziert sind.

Letztes Jahr hatten wir im Landkreis einen afghanischen Internisten, der nach langer Prüfung endlich arbeiten durfte – und jetzt täglich 40 Patienten sieht. Warum machen wir nicht mehr in diese Richtung? Auch bei Lehrern geht es. Wenn Sprachkenntnisse und Praxis stimmen, ist das doch besser, als ständig Vertretungslösungen zu erfinden.

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Aussage 1

e) Fachkräftepotenzial von Geflüchteten wird durch langsame Anerkennung und fehlende Sprachförderung verschenkt.
Begründung:
Im Text wird deutlich erklärt, dass viele qualifizierte Zugewanderte, z. B. eine syrische Lehrerin mit 15 Jahren Berufserfahrung, nicht arbeiten dürfen, weil die Anerkennung der Abschlüsse zu lange dauert und Sprachförderung fehlt. Die Sprecherin sagt wörtlich: „Das ist doch eine Verschwendung von Talent.“ Genau das wird in dieser Aussage zusammengefasst.

❌ Warum a) falsch ist:
Zwar wird im Text erwähnt, dass viele im Lager oder Supermarkt arbeiten müssen, aber das ist nur ein Beispiel – nicht die Kernaussage. Die Hauptkritik richtet sich gegen die strukturellen Hürden, nicht gegen die Tätigkeiten selbst.

❌ Warum b) und c) falsch sind:
Diese Aussagen sind inhaltlich richtig, werden aber in dieser Aussage nicht angesprochen. Hier geht es nicht darum, wie Migration helfen könnte, sondern warum sie es derzeit nicht kann.

❌ Warum d) falsch ist:
Diese Aussage ist eine Falle: Im Text heißt es explizit, dass die bestehenden Programme „bei weitem nicht reichen“. Es gibt also kein funktionierendes nationales Programm, wie hier behauptet.

❌ Warum f) falsch ist:
Diese Aussage klingt ähnlich, ist aber zu allgemein und bleibt politisch formuliert, ohne den konkreten Fokus auf Sprachförderung und Anerkennung, wie es im Text beschrieben wird.

Schlüsselwörter:
„keine Chance auf eine Arbeit in ihrem Bereich“
„Sprachförderung“
„Anerkennung von Abschlüssen“
„Programme […] reichen bei weitem nicht“
→ Nur e bildet diese Punkte vollständig ab.

2

Aussage 2

f) Die Politik vergeudet Fachkräftepotenzial durch falsche Integrationsstrategien.
Begründung:
Im Text kritisiert die sprechende Person deutlich, dass qualifizierte Menschen aus dem Ausland oft nicht als Fachkräfte eingesetzt werden, obwohl sie Diplome und Erfahrung mitbringen. Statt gezielter Integration landen sie in Helferberufen – ohne genaue Prüfung. Die Forderung nach einem Strategiewechsel zeigt: Die aktuelle Politik nutzt das Potenzial nicht richtig. Genau das wird mit Antwort f zusammengefasst.

❌ Warum d) falsch ist:
Diese Aussage ist eine bewusste Falle. Der Text sagt explizit, dass kein nationales Programm existiert. Der Sprecher fragt: „Warum gibt es kein nationales Programm?“ – also Gegenteil der Aussage.

❌ Warum c) falsch ist:
Obwohl der Sprecher Migration als Lösung ansieht, liegt der Fokus hier nicht auf einem positiven Ausblick, sondern auf Kritik an den aktuellen politischen Maßnahmen. Aussage c ist also zu optimistisch und nicht texttreu.

❌ Warum b) falsch ist:
Der Satz ist zwar richtig, aber zu allgemein formuliert. Die Aussage im Text ist deutlich konkreter und kritischer gegenüber politischem Handeln.

❌ Warum a) falsch ist:
Diese Aussage passt besser zu Aussage 1. Hier geht es nicht um Einzelfälle von Arbeit in Lagern oder Supermärkten, sondern um die grundsätzliche Integrationsstrategie der Politik.

❌ Warum e) falsch ist:
Diese Aussage thematisiert Sprachförderung und Anerkennung, das ist der Schwerpunkt von Aussage 1 – nicht von Aussage 2. Hier geht es mehr um fehlende politische Maßnahmen auf struktureller Ebene.

Schlüsselwörter:
„Politik macht es sich zu leicht“
„gut ausgebildete Menschen […] in einfache Helferberufe“
„kein nationales Programm“
„echter Strategiewechsel“
→ Nur f bringt die politische Kritik und Forderung nach Veränderung auf den Punkt.

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Aussage 3

c) Migration ist die Chance gegen den Fachkräftemangel – wenn sie richtig genutzt wird.
Begründung:
Der Sprecher ist selbst Hausarzt in einer Region mit akutem Personalmangel. Er nennt ein konkretes Beispiel eines afghanischen Arztes, der erfolgreich integriert wurde und nun 40 Patienten am Tag versorgt. Daraus leitet er eine klare Forderung ab: Migranten mit Qualifikation sollen gezielt eingebunden werden. Die Aussage c bringt das auf den Punkt – Migration kann helfen, wenn richtig umgesetzt.

❌ Warum b) falsch ist:
Auch wenn inhaltlich ähnlich, ist Antwort b zu allgemein formuliert. Im Text geht es nicht nur um die Möglichkeit, sondern um die Bedingung einer aktiven Integration – wie in c formuliert.

❌ Warum f) falsch ist:
Hier geht es nicht um Kritik an politischem Versagen, sondern um positive Lösungen. Der Sprecher zeigt eine realistische Perspektive und spricht nicht von falscher Strategie.

❌ Warum a) falsch ist:
Diese Aussage beschreibt einen Missstand, wie er in Aussage 1 erwähnt wird – nicht im Text von Aussage 3. Der afghanische Arzt im Beispiel arbeitet bereits erfolgreich.

❌ Warum d) falsch ist:
Auch hier passt die Kritikrichtung nicht: Der Sprecher spricht nicht über politische Programme oder deren Existenz, sondern über praktische Integration im Alltag.

❌ Warum e) falsch ist:
Diese Aussage passt zu Aussage 1, wo es um Sprachförderung und Anerkennung geht. In Aussage 3 steht der positive Beitrag bereits integrierter Migranten im Vordergrund.

Schlüsselwörter:
„riesige Probleme, neue Ärzte zu finden“
„müssen aktiv Menschen mit Migrationserfahrung ausbilden oder schnell integrieren“
„Warum machen wir nicht mehr in diese Richtung?“
→ Nur Antwort c bringt die konstruktive Hauptaussage klar zum Ausdruck.

Audio in dieser Übung wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.

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