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Hören Teil 2 ist kein Zufallsspiel. Wer die Strategie und die typischen Fallen kennt, kann viel mehr Aufgaben sicher lösen. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie vorgehen sollten, und erklären die wichtigsten Fallenarten mit Beispielen.
Eine gute Strategie hilft Ihnen, in der telc B1 Prüfung ruhig und systematisch zu arbeiten, statt einfach nur zu hoffen, dass Sie alles verstehen. Die Strategie besteht aus drei klaren Schritten.
Lesen Sie zuerst alle zehn Aussagen genau durch. Unterstreichen Sie bei jeder Aussage das Subjekt (wer handelt) und das Verb (was passiert). Unterstreichen Sie danach alle auffälligen Wörter, zum Beispiel Wörter wie alle, nur, immer, nie, schon lange oder genaue Zahlen. Diese Wörter sind fast immer wichtig für die richtige Lösung.
Hören Sie den Text und ordnen Sie im Kopf jede Information einer Aussage zu, in der Reihenfolge, in der die Aussagen nummeriert sind. Der Text folgt fast immer der gleichen Reihenfolge wie die Aussagen. Achten Sie besonders auf die Wörter, die Sie vorher unterstrichen haben, und auf ihre Synonyme oder Gegenteile im Text.
Beim zweiten Hören prüfen Sie die Aussagen, bei denen Sie noch unsicher waren. Nutzen Sie diesen zweiten Durchgang bewusst als Kontrolle, nicht nur als Wiederholung.
Subjekt und Verb der Aussage zeigen Ihnen, worauf Sie hören müssen. Die unterstrichenen Signalwörter zeigen Ihnen, wo im Text wahrscheinlich eine Falle versteckt ist.
Das ist die wichtigste Regel in diesem ganzen Prüfungsteil: Wenn eine Aussage fast wörtlich genauso klingt wie ein Satz im Text, ist das kein sicheres Zeichen für richtig. Im Gegenteil: Es ist oft ein Warnsignal.
telc formuliert die richtigen Antworten fast immer mit anderen Wörtern als im Hörtext, also mit Synonymen oder Umschreibungen. Wenn eine Aussage dagegen fast identisch mit dem Text klingt, versteckt sich in der Nähe oft ein kleines Wort, das die ganze Bedeutung verändert, zum Beispiel außer, obwohl oder nur wenn.
Perfekte Wort-für-Wort-Übereinstimmung ist kein Beweis für richtig. Prüfen Sie in diesem Fall besonders genau, ob nicht doch ein kleines Wort den Sinn dreht.
Genauso wichtig ist das Gegenteil: Ein Signalwort wie mehr als oder arm bedeutet nicht automatisch, dass die Aussage falsch ist. Manchmal stimmt die Zahl oder die Beschreibung tatsächlich, auch wenn sie zunächst verdächtig klingt. Prüfen Sie deshalb immer die konkrete Logik, nicht nur das Gefühl.
Im Laufe vieler Prüfungen wiederholen sich bestimmte Fallenmuster immer wieder. Wenn Sie diese Muster kennen, erkennen Sie sie viel schneller im echten Text. Alle Beispiele in dieser Tabelle sind frei erfunden und dienen nur zur Erklärung.
Die Aussage benutzt ein Wort, das etwas als absolut darstellt. Im Text ist die Wirklichkeit aber meistens nur teilweise wahr.
Aussage: Der Verein finanziert sich nur durch Mitgliedsbeiträge. Das Wort nur ist hier das entscheidende Signalwort, denn es behauptet, dass es keine andere Geldquelle gibt. Im Text sagt der Vereinssprecher, dass ein Teil des Geldes von Beiträgen kommt, der Rest aber von der Gemeinde und von Spenden. Es gibt also mehrere Geldquellen, nicht nur eine. Genau deshalb ist die Aussage falsch.
Die Aussage verwechselt einen früheren Zeitpunkt mit dem heutigen Zustand, oder umgekehrt.
Aussage: Der Chor hatte von Anfang an auch männliche Mitglieder. Die Zeitangabe von Anfang an ist hier das Signalwort, das genau geprüft werden muss. Im Text erzählt die Leiterin, dass der Chor zuerst nur aus Frauen bestand und erst zwölf Jahre später die ersten Männer aufgenommen wurden. Die Aussage ist falsch.
Ein einziges kleines Wort dreht die ganze Bedeutung des Satzes um.
Aussage: Das Fitnessstudio bietet auch Yogakurse an. Im Text sagt die Leiterin, sie bieten fast jeden Kurs an, außer Yoga, weil es nebenan ein spezialisiertes Studio dafür gibt. Genau dieses kleine Wort außer dreht die ganze Bedeutung um: Die Aussage ist deshalb falsch.
Die Aussage nennt einen Grund für etwas, aber im Text steht ein anderer, oft gegenteiliger Grund.
Aussage: Die Band hat sich getrennt, weil sie keinen Erfolg mehr hatte. Das Wort weil kündigt hier eine Ursache an, die genau geprüft werden muss. Im Text sagt der Sänger, dass sie sich gerade auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs trennen, weil sie diesen Moment nicht kaputt machen wollen. Der wahre Grund ist also das Gegenteil von dem, was die Aussage behauptet.
Ein einmaliger, besonderer Fall wird in der Aussage als normaler Alltag dargestellt.
Aussage: Im Durchschnitt bekommt der Fahrer 40 Euro Trinkgeld. Das Wort im Durchschnitt ist hier das Signalwort, denn es behauptet einen normalen, typischen Wert. Im Text erzählt der Fahrer, dass er einmal 40 Euro von einer Gruppe Geschäftsleute bekommen hat, das aber die absolute Ausnahme war, normal seien eher 10 Euro am Tag. Die Aussage verwechselt die Ausnahme mit dem Durchschnitt und ist deshalb falsch.
Etwas ist im Text tatsächlich passiert, aber nicht mit der Person, die in der Aussage genannt wird.
Aussage: Nadine hat ihre Ausbildung abgebrochen. Das Subjekt Nadine ist hier der entscheidende Punkt, nicht die Handlung selbst. Im Text erzählt Nadine, dass ihre Kollegin die Ausbildung abgebrochen hat, während sie selbst normal weiterstudiert hat. Die Handlung ist im Text vorhanden, aber sie gehört zur falschen Person.
Im Text wird etwas nur besprochen, überlegt oder gewünscht. Die Aussage tut so, als sei es schon entschieden oder passiert.
Aussage: Der Betrieb hat einen neuen Standort eröffnet. Das Verb hat eröffnet behauptet eine abgeschlossene Tatsache. Im Text sagt der Geschäftsführer aber nur, dass sie schon länger darüber nachdenken, aber noch keine konkreten Schritte unternommen haben. Ein Gedanke oder eine Diskussion ist noch keine Tatsache, deshalb ist die Aussage falsch.
Eine Zahl aus dem Text ist richtig, wird aber in der Aussage der falschen Gruppe zugeordnet.
Aussage: In der Stadt gibt es 3.400 Fahrradkurierinnen. Die Zahl 3.400 selbst stammt korrekt aus dem Text, aber die Gruppe, der sie zugeordnet wird, ist falsch: Im Text ist 3.400 die Gesamtzahl aller Fahrradkuriere, Frauen sind davon nur ein kleiner Teil. Die Aussage ordnet die Gesamtzahl der falschen Gruppe zu.
Im Text steht, dass jemand etwas versucht hat. Die Aussage behauptet, dass es tatsächlich gelungen ist.
Aussage: Der Vater war für seinen Sohn immer ein Vorbild. Im Text heißt es, der Vater habe immer versucht, ein Vorbild zu sein. Das Verb versuchen beschreibt nur ein Bemühen, kein garantiertes Ergebnis. Deshalb ist die Aussage falsch.
Wenn eine Aussage zwei Eigenschaften mit und verbindet, müssen beide Teile im Text bestätigt werden. Ist nur ein Teil richtig, ist die ganze Aussage falsch.
Aussage: Ihr Trainingspartner ist älter und erfahrener als sie. Das Wort und verbindet hier zwei Behauptungen, die beide stimmen müssen. Im Text wird bestätigt, dass er erfahrener ist, aber sie sagt ausdrücklich, dass er genauso alt ist wie sie. Weil der erste Teil falsch ist, ist die ganze Aussage falsch.
Die Aussage macht einen Ort oder eine Situation zum angeblichen Ursprung einer Idee, obwohl im Text klar eine bestimmte Person die Idee hatte.
Aussage: Die Idee für das Projekt kommt vom Busbahnhof. Das Subjekt der Busbahnhof ist hier das Problem: Ein Ort kann keine Idee haben. Im Text erzählt der Gründer, dass er als junger Mann täglich am Busbahnhof gewartet hat und dort Probleme beobachtet hat, die ihn zu seiner eigenen Idee inspiriert haben. Die Idee stammt von der Person, der Ort war nur der Auslöser.
| Fallenart | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|
| Übersteigerung | alle, immer, nur, niemand, ausschließlich |
| Zeitverschiebung | früher, heute, von Anfang an, seit, erst |
| Kleine Wörter mit großer Wirkung | außer, trotz, sondern, obwohl, fast |
| Falsche Ursache | weil, denn, aus diesem Grund |
| Ausnahme statt Regel | einmal, die Ausnahme, normalerweise aber |
| Falsches Subjekt | Wer genau handelt in der Aussage und im Text |
| Plan statt Tatsache | möchte, würde, könnte, wir denken darüber nach |
| Zahlen der falschen Gruppe | Zu welcher Gruppe gehört die Zahl wirklich |
| Versuch statt Erfolg | versuchen zu, sich bemühen |
Stellen Sie sich ein erfundenes Interview mit einer jungen Radrennfahrerin vor. Sie erzählt: Am Anfang durfte ich nie mit den Erwachsenen trainieren, ich musste immer nur zuschauen, bis ich mit acht Jahren endlich mitfahren durfte.
Eine mögliche Aussage dazu könnte lauten: Sie durfte von Anfang an mit den Erwachsenen trainieren. Das ist eindeutig falsch, denn genau das Gegenteil steht im Text: Sie durfte zuerst nur zuschauen.
Eine zweite Aussage könnte lauten: Ihr ganzes Team hat schon früh mit ihr trainiert. Auch hier müssen Sie genau prüfen, wer im Text wirklich gemeint ist, denn im Text geht es nur um die Erwachsenen in ihrer Familie, nicht um ein ganzes Team.
Achten Sie immer genau darauf, wer im Text handelt und zu welchem Zeitpunkt. Ein Detail wie mit acht Jahren oder nur zuschauen entscheidet über richtig oder falsch.

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