Sprachkurs
Deutsch
In Sprachbausteine Teil 1 sehen alle drei Antworten oft richtig aus. Hier lernen Sie die typischen Fallen kennen, mit denen die Pruefung Sie testet – mit klaren Beispielen und einer einfachen Erklaerung, warum die falschen Optionen falsch sind.
In Sprachbausteine Teil 1 ist nur eine von drei Antworten richtig. Die anderen beiden sind keine Zufalls-Woerter: Sie sind absichtlich so gewaehlt, dass sie auf den ersten Blick passen. Genau das ist die Schwierigkeit. Eine falsche Option klingt vielleicht gut, hat aber den falschen Kasus, die falsche Verbform oder passt nicht zur Wortstellung.
Die gute Nachricht: Es sind immer wieder dieselben Arten von Fallen. Wenn Sie diese Muster kennen, erkennen Sie die Falle schon beim Lesen – und waehlen sicher die richtige Antwort.
Eine falsche Option ist fast nie voellig sinnlos. Sie ist nur in einem Punkt falsch: Kasus, Form, Wortstellung oder Bedeutung. Ihre Aufgabe ist es, genau diesen einen Punkt zu finden.
Das ist die haeufigste Falle. Eine Option zeigt das Wort in der Form, die Sie aus dem Woerterbuch kennen (Nominativ). Der Satz verlangt aber einen anderen Kasus – meistens Akkusativ oder Dativ.
«Ich danke dir fuer (...) Hilfe.»
a) dein b) deine c) deiner
Richtig: b) deine. «danken fuer» verlangt den Akkusativ: «fuer deine Hilfe». Die Woerterbuchform «dein» (Nominativ) ist die Falle.
Diese Falle gibt es auch bei Praepositionen, die einen Ort beschreiben. Hier muss man oft den Dativ nehmen:
«Wir wohnen seit zwei Jahren in (...) Haus.»
a) dieses b) diesem c) diesen
Richtig: b) diesem. «in» fuer einen Ort (Wo?) verlangt den Dativ: «in diesem Haus». «dieses» (Nominativ) und «diesen» (Akkusativ Maskulinum) sind die Fallen.
Fragen Sie bei jedem Artikel, Pronomen oder Adjektiv: Welcher Kasus ist hier noetig? Schauen Sie auf das Verb («danken fuer» → Akkusativ) oder die Praeposition («in» + Ort → Dativ).
Verbindungswoerter wie «aber», «denn», «weil», «obwohl», «trotzdem» und «sondern» haben aehnliche Bedeutungen, aber sie veraendern die Wortstellung unterschiedlich. Die Falle: Eine Option passt zur Bedeutung, aber nicht zur Satzstellung.
| Typ | Beispiele | Wo steht das Verb? |
|---|---|---|
| Hauptsatz-Konnektor | und, aber, denn, oder, sondern | Verb an normaler Stelle (Position 2) |
| Konjunktionaladverb | trotzdem, deshalb, daher, ausserdem | Verb direkt danach (Position 2 nach dem Konnektor) |
| Nebensatz-Konnektor | weil, obwohl, dass, damit, wenn | Verb ganz am Ende |
«Es war kalt. (...) nahm ich keine Jacke mit.»
a) Trotzdem b) Obwohl c) Weil
Richtig: a) Trotzdem. Nach «trotzdem» steht das Verb sofort: «Trotzdem nahm ich ...». «Obwohl» und «Weil» wuerden das Verb ans Ende schicken («... ich keine Jacke mitnahm») – das passt hier nicht.
«sondern» braucht immer eine Verneinung davor: nicht ... sondern. Ohne «nicht» oder «kein» ist «sondern» fast immer falsch – dann passt meistens «aber».
Beispiel: «Das Buch war nicht teuer, sondern sogar billig.» (richtig, weil «nicht» davor steht)
Schauen Sie nicht nur auf die Bedeutung, sondern auf das Verb: Steht es an zweiter Stelle oder am Ende? Daran erkennen Sie, ob ein Hauptsatz-Konnektor oder ein Nebensatz-Konnektor passt.
Sehr oft stehen drei Formen desselben Verbs zur Wahl, zum Beispiel «gemacht», «machen» und «zu machen». Die Falle: Alle drei sind echte Formen, aber nur eine passt zur Konstruktion im Satz.
| Wenn im Satz steht ... | ... dann brauchen Sie | Beispiel |
|---|---|---|
| haben oder sein (Perfekt) | Partizip II | Ich habe es gemacht. |
| ein Modalverb (koennen, muessen ...) | Infinitiv ohne «zu» | Ich muss es machen. |
| Verben wie «versuchen», «sich lohnen» | Infinitiv mit «zu» | Ich versuche, es zu machen. |
«Ich habe gestern einen langen Brief (...).»
a) schreiben b) geschrieben c) zu schreiben
Richtig: b) geschrieben. «habe ... geschrieben» ist Perfekt, also Partizip II. «schreiben» und «zu schreiben» sind die Fallen.
«Es hat sich gelohnt, frueh (...).»
a) aufstehen b) aufgestanden c) aufzustehen
Richtig: c) aufzustehen. «Es hat sich gelohnt ...» verlangt einen Infinitiv mit «zu». Bei trennbaren Verben steht das «zu» in der Mitte: aufzustehen.
Suchen Sie das Signalwort im Satz: ein «haben»/«sein» (→ Partizip II), ein Modalverb (→ Infinitiv ohne «zu») oder ein Verb, das «zu» verlangt (→ zu-Infinitiv).
Jeder Brief ist entweder auf «du» oder auf «Sie». Diese Anrede gilt fuer den ganzen Text und entscheidet ueber Pronomen und Imperativ. Die Falle: Eine Option gehoert zur falschen Anrede.
«Ich moechte (...) herzlich zu meinem Fest einladen.»
a) dich b) Sie c) euch
Richtig: b) Sie. Der ganze Brief ist hoeflich auf «Sie». «dich» (du) und «euch» (ihr) sind die Fallen.
«(...) mir bitte bald zurueck!»
a) Schreiben Sie b) Schreib c) Schreibt
Richtig: b) Schreib. Bei «du» ist der Imperativ «Schreib». «Schreiben Sie» (Sie) und «Schreibt» (ihr) passen nicht.
Die Anrede haengt nicht vom Ton ab, sondern von der Form. Ein sehr freundlicher Brief kann trotzdem auf «Sie» sein. Schauen Sie ganz am Anfang nach: «Liebe ...» mit «du» oder «Sehr geehrte ...» mit «Sie»? Diese Entscheidung gilt dann fuer alle Luecken.
Viele Verben und Adjektive haben eine feste Praeposition: «sich freuen auf», «denken an», «warten auf», «sich kuemmern um». Die Falle: Eine Option bietet eine Praeposition an, die zu einem anderen Verb gehoert.
«Ich kuemmere mich (...) die Anmeldung.»
a) auf b) um c) an
Richtig: b) um. Es heisst «sich kuemmern um». «auf» und «an» gehoeren zu anderen Verben.
Wenn das Objekt nicht genannt wird, wird aus «Verb + Praeposition» ein Pronominaladverb mit «da(r)-»: «sich freuen auf» → «darauf», «denken an» → «daran», «sprechen von» → «davon».
«Ich freue mich schon sehr (...)!»
a) darauf b) darum c) damit
Richtig: a) darauf. «sich freuen auf» wird zu «darauf». «darum» und «damit» gehoeren zu anderen Verben.
| Verb + Praeposition | Pronominaladverb |
|---|---|
| sich freuen auf | darauf |
| denken an | daran |
| sprechen von, erzaehlen von | davon |
| sich kuemmern um | darum |
| sich gewoehnen an | daran |
Lernen Sie wichtige Verben immer zusammen mit ihrer Praeposition. Wer weiss, dass es «sich freuen auf» heisst, waehlt sicher «darauf».
Der Konjunktiv II druckt Hoeflichkeit oder etwas Irreales aus («waere schoen», «haette gern», «wuerde mich freuen»). Die Falle: Man verwechselt «waere» und «haette», oder man nimmt «wuerde», wo eine einfache Form besser ist.
«Das (...) wirklich schoen.»
a) haette b) waere c) wuerde
Richtig: b) waere. «sein» hat eine eigene Konjunktivform: «waere». «haette» gehoert zu «haben», und «wuerde» braucht man hier nicht.
«Ich (...) mich sehr freuen, wenn Sie kommen.»
a) wuerde b) wurde c) werde
Richtig: a) wuerde. «Ich wuerde mich freuen ...» ist der hoefliche Konjunktiv. Achtung: «wurde» (mit u) ist Vergangenheit – das ist die Falle.
«wuerde» (Konjunktiv, mit ue) und «wurde» (Vergangenheit, mit u) sehen fast gleich aus. Lesen Sie genau: Geht es um eine hoefliche Bitte oder einen Wunsch? Dann ist «wuerde» richtig.
Manchmal sind alle drei Optionen grammatisch moeglich, und nur die Bedeutung entscheidet. Das betrifft kleine Woerter wie «schon», «noch», «nur», «einfach», «erst» oder feste Verbindungen wie «nicht mehr», «immer noch», «noch nicht».
«Wir haben die Reihenfolge (...) nicht festgelegt.»
a) schon b) noch c) nur
Richtig: b) noch. «noch nicht» bedeutet «bis jetzt nicht». «schon nicht» und «nur nicht» ergeben hier keinen Sinn.
Wenn alle drei Optionen grammatisch passen, geht es um die Bedeutung. Lesen Sie den Satz langsam und fragen Sie sich: Welches kleine Wort ergibt hier wirklich Sinn?
Manchmal sehen Sie eine Luecke und wissen einfach nicht, welche Antwort richtig ist. Kein Problem. Es gibt eine goldene Regel fuer Sprachbausteine Teil 1:
Lassen Sie niemals eine Luecke leer. Im Zweifel: raten Sie!
Warum lohnt sich das? Ganz einfach – rechnen Sie kurz mit:
| Situation | Ihre Chance auf den Punkt |
|---|---|
| Luecke leer lassen | 0 Prozent – sicher kein Punkt |
| Einfach raten (a, b oder c) | etwa 33 Prozent |
| Eine falsche Option wegstreichen, dann raten | etwa 50 Prozent |
Das ist viel besser als jede Lotterie! Im Lotto gewinnt fast niemand. Hier haben Sie bei jeder Luecke mindestens jede dritte Chance auf einen Punkt – und mit einem klugen Blick sogar jede zweite.
Streichen Sie zuerst die Option weg, die Ihnen am unmoeglichsten erscheint. Schon sind Sie bei einer 50-zu-50-Chance. Und denken Sie an die Anrede (du oder Sie) – oft faellt damit eine Option sofort weg.
Jede beantwortete Luecke kann ein Punkt sein. Jede leere Luecke ist sicher null. Geben Sie also immer eine Antwort – Sie haben nichts zu verlieren und einen Punkt zu gewinnen.
Sie kennen jetzt alle Fallen – aber erkennen Sie sie auch im echten Text? Machen Sie den Test: Oeffnen Sie eine Original-Aufgabe und versuchen Sie, bei jeder Luecke selbst die Falle zu finden. Das ist das beste Training fuer die Pruefung.
Grundlage fuer Aufbau und Aufgabentyp: offizieller telc-Uebungstest «Zertifikat Deutsch / telc Deutsch B1», telc gGmbH, Frankfurt a. M. Den offiziellen Uebungstest finden Sie kostenlos auf www.telc.net.

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