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Liebe Leserinnen und Leser,
ich möchte von einer Erfahrung erzählen, die ich vor einigen Wochen gemacht habe. Meine Mitbewohnerin Jana war für zehn Tage im Urlaub. Sie besuchte ihre Schwester in der Stadt Falkenried. Vor ihrer Reise fragte sie mich, ob ich in dieser Zeit auf ihre Katze Minka aufpassen könnte. Natürlich sagte ich ja, denn ich mag Minka sehr gern, und Jana hat schon öfter meine Blumen gegossen, wenn ich im Urlaub war.
Jana erklärte mir genau, was ich machen sollte. Jeden Morgen sollte ich Minka um sieben Uhr füttern. Am Abend bekam die Katze noch einmal Futter. Außerdem musste ich jeden Tag frisches Wasser hinstellen. Minka war normalerweise eine ruhige Katze und blieb meistens in der Wohnung.
Die ersten vier Tage verliefen ohne Probleme. Minka fraß gut, schlief viel und spielte manchmal mit einem kleinen roten Ball. Am fünften Tag passierte aber etwas Unerwartetes. Nach der Arbeit kam ich gegen 18 Uhr nach Hause. Als ich die Wohnungstür öffnete, bemerkte ich sofort, dass ein Fenster im Wohnzimmer offen stand. Wahrscheinlich hatte ich es am Morgen nicht richtig geschlossen. Minka war nirgends zu sehen.
Ich suchte zuerst in allen Zimmern. Danach lief ich in den Hof hinter dem Haus. Dort fragte ich zwei Nachbarn, ob sie die Katze gesehen hatten. Niemand wusste etwas. Ich wurde langsam nervös. Am selben Abend druckte ich zehn kleine Suchzettel aus und hängte sie in den Straßen rund um unser Haus auf.
Am nächsten Morgen stand ich schon um sechs Uhr auf und suchte weiter. Ein älterer Mann erzählte mir, dass er am Vorabend eine graue Katze in der Nähe des kleinen Parks gesehen hatte. Deshalb ging ich nach der Arbeit direkt dorthin. Ich rief immer wieder Minkas Namen, aber die Katze kam nicht.
Am siebten Tag erhielt ich einen Anruf von einer Frau aus unserer Nachbarstraße. Sie hatte einen meiner Suchzettel gelesen. In ihrem Garten saß seit zwei Tagen eine graue Katze. Sofort fuhr ich mit dem Fahrrad zu ihrem Haus. Tatsächlich war es Minka. Die Katze wirkte etwas müde und hungrig, aber sie war gesund. Ich nahm sie vorsichtig auf den Arm und brachte sie nach Hause.
Als Jana drei Tage später aus dem Urlaub zurückkam, erzählte ich ihr alles. Zuerst war sie erschrocken, dann war sie sehr erleichtert. Wir besuchten die Frau, die Minka gefunden hatte.
Liebe Grüße,
Laura Becker

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