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Tim und Jonas (beide 10) erklären ihren Lehrern, wie das Online-Spiel funktioniert
Von Sandra Wegener
Sie sind die Experten in der Realschule am Stadtwald. Wenn das Spielmenü nicht reagiert, plötzlich ein Fenster erscheint, das niemand kennt, dann holen die Lehrer Tim und Jonas zu Hilfe. Die sind zwar erst zehn Jahre alt, aber mit Roblox kennen sie sich bestens aus. Manche Schüler verstehen die digitale Welt besser als wir Erwachsenen, sagt Klaus Berger, Direktor der Realschule. Erworben haben die beiden ihr Wissen bei der Medien-Werkstatt für Jugendliche, einem Angebot, das das Jugendamt zusammen mit dem Technikhaus am Marktplatz ins Leben gerufen hat.
Im Rahmen dieses Angebots werden in örtlichen Realschulen vier Arbeitsplätze mit je zwei Tablets und einem Großbildschirm aufgebaut. Die Arbeitsplätze ziehen durch 18 Realschulen, wo sie jeweils für sechs Wochen bleiben. Mit dabei in den Schulen: ein gesamtes Paket an Spiele-Anwendungen. Zehnjährige bei Roblox? In Pädagogen kreisen sind viele Vorbehalte da, weiß Petra Lindner, Fachberaterin für Realschulen beim Jugendamt, aber wir können diese Entwicklung nicht einfach ignorieren. Die Kinder möchten sich mit ihrer digitalen Umwelt beschäftigen. Begonnen hat diese Beschäftigung im Technikhaus am Marktplatz — 248 Schüler waren eingeladen, um erste Schritte in der Welt von Roblox zu unternehmen. Die Schüler waren völlig hingerissen, haben ständig nachgefragt, wann dürfen wir wieder kommen, so Frau Lindner.
Bevor jedoch Roblox in die Realschulen kam, mussten die Eltern überzeugt werden. Bei manchen Eltern löste das Stichwort Online-Spiel akute Sorgen aus nach dem Motto: Mein aufgewecktes, freundliches Kind setzt sich vor Roblox und steht zwei Stunden später still, abwesend und reizbar wieder auf.
Diese Sorgen haben sich mittlerweile beruhigt und die Erfahrung im Schulalltag zeigt, dass sie weitgehend unbegründet sind. Die Lehrer achten auch darauf, dass die Schüler nie länger als 25 bis 30 Minuten bei Roblox bleiben, und holen vor allem pädagogisch wertvolle Anwendungen auf den Bildschirm.
Das stille Versinken vor dem Bildschirm ist wohl ohnehin eher Sache der Erwachsenen — die Schüler spielen meist zu viert oder zu fünft an einem Arbeitsplatz. Klaus Berger hat bemerkt, dass die Schüler bei Roblox sehr rücksichtsvoll miteinander umgehen, sie unterstützen sich gegenseitig, es gibt selten Streitigkeiten. Dabei zeigen gerade Schüler, die sich sonst nur schwer auf etwas konzentrieren können, plötzlich erstaunliche Konzentrationszeiten. Klaus Berger kann sich deshalb Roblox als festen Bestandteil im Schulalltag der Realschule vorstellen.

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