Kostenfaktor in einem Betrieb
Sie hören gleich eine Präsentation. Dazu gibt es vier Aufgaben. Welche Lösung (a, b oder c) passt jeweils am besten? Markieren Sie Ihre Lösungen für die Aufgaben. Lesen Sie jetzt die Aufgaben. Dazu haben Sie eine Minute Zeit.
34% (94 von 277 Personen konnten beim ersten Mal richtig antworten)
Chefin Frau Wendland: Guten Morgen zusammen. Laut einer Erhebung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung geben mittelständische Unternehmen durchschnittlich 18% ihres Energiebudgets allein für Heizung aus — und das, obwohl ein großer Teil dieser Energie durch einfache Maßnahmen eingespart werden könnte. Auch unser Papierverbrauch liegt mit etwa 10.000 Blatt pro Mitarbeiter im Jahr deutlich über dem Branchendurchschnitt. Wir haben deshalb heute Frau Dr. Brandt vom Beratungszentrum für betrieblichen Klimaschutz eingeladen. Sie ist Expertin für Energieeffizienz in Bürogebäuden und war bereits im letzten Quartal bei uns, um unsere Räumlichkeiten zu analysieren. Frau Dr. Brandt, ich übergebe Ihnen das Wort.
Frau Dr. Brandt: Vielen Dank, Frau Wendland. Ich freue mich, heute konkrete Ergebnisse und Empfehlungen vorstellen zu können. Unterbrechen Sie mich gerne jederzeit mit Fragen — das macht solche Präsentationen lebendiger.
Beginnen wir mit dem größten Kostenfaktor in Ihrem Betrieb: der Wärme. In Ihren Büros haben wir gemessen, dass die Raumtemperatur in den Abendstunden und am Wochenende kaum unter die üblichen Betriebstemperaturen sinkt. Das liegt daran, dass die Heizungsanlage bisher manuell gesteuert wird und oft einfach niemand daran denkt, sie herunterzuregeln. Meine klare Empfehlung: Installieren Sie programmierbare Thermostate, die die Temperatur außerhalb der Arbeitszeiten automatisch absenken. Eine Absenkung um nur zwei Grad kann den Heizenergieverbrauch um bis zu 12% reduzieren. Wichtig dabei: Die Thermostate sollten nicht von jedem Mitarbeiter individuell verstellt werden können — sonst verliert man schnell die Kontrolle über den Gesamtverbrauch. Eine zentrale Steuerung durch die Haustechnik ist hier die effizientere Lösung.
TN 1: Und was ist mit den Fenstern? Bei uns kippen viele Kollegen die Fenster den ganzen Tag, besonders im Sommer.
Frau Dr. Brandt: Das ist tatsächlich einer der häufigsten Fehler, den wir in Büros beobachten. Dauerhaft gekippte Fenster lassen kontinuierlich Wärme entweichen — im Winter verursacht das enorme Heizkosten, im Sommer arbeitet die Klimaanlage gegen die Außenluft an. Beides ist ineffizient. Die richtige Methode ist das sogenannte Stoßlüften: Fenster für drei bis fünf Minuten vollständig öffnen, dann wieder schließen. Dabei wird die Luft vollständig ausgetauscht, ohne dass die Wände auskühlen. Ich empfehle außerdem, die Heizkörper nicht durch Möbel zu verdecken — das klingt selbstverständlich, ist aber in vielen Büros ein echtes Problem. Bei Ihnen haben wir das in drei Räumen festgestellt.
TN 2: Ich wollte noch das Thema Papier ansprechen. Wir haben zwar schon einen Drucker mit Duplexfunktion, aber kaum jemand nutzt sie.
Frau Dr. Brandt: Das ist leider typisch. Der Duplexdruck — also das beidseitige Bedrucken — halbiert den Papierverbrauch auf einen Schlag. Ich empfehle, ihn als Standardeinstellung für alle Drucker im Haus festzulegen, sodass einseitiger Druck die Ausnahme wird und aktiv ausgewählt werden muss. Das gilt jedoch ausschließlich für interne Dokumente — bei Unterlagen, die an Kunden oder Geschäftspartner weitergegeben werden, entscheidet selbstverständlich die jeweilige Abteilung, welches Format angemessen ist. Zusätzlich lohnt es sich, Dokumente grundsätzlich digital zu kommentieren und erst dann auszudrucken, wenn wirklich eine Unterschrift oder eine physische Weitergabe erforderlich ist. Viele Unternehmen befürchten, dass dieser Umstieg auf digitale Workflows aufwendig ist. Das ist aber häufig übertrieben — die meisten Teams gewöhnen sich innerhalb von zwei bis drei Wochen daran.
TN 3: Was ist eigentlich wichtiger — weniger drucken oder das Papier recyceln?
Frau Dr. Brandt: Eine sehr gute Frage, die ich oft höre. Ich sehe, dass Sie hier bereits Sammelboxen für Altpapier aufgestellt haben — das ist gut und soll auch so bleiben. Aber um es klar zu sagen: Recycling ist die zweitbeste Lösung. Was wirklich zählt, ist der Verbrauch von vornherein zu senken. Wenn weniger gedruckt wird, wird die Frage des Papierrecyclings automatisch weniger relevant. Und das spart nicht nur Ressourcen, sondern auch die Kosten für Papier, Toner und Wartung der Drucker — das summiert sich erheblich.
Chefin Frau Wendland: Herzlichen Dank, Frau Dr. Brandt. Wir haben heute viel Konkretes mitgenommen. Im Anschluss werden wir gemeinsam durch die Büros gehen und schauen, wo wir als erstes ansetzen können. Ich freue mich auf Ihre Beobachtungen und Vorschläge.
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