Geschwister — wie wichtig sind sie?
Sie hören Aussagen zu einem Thema. Welcher der Sätze a–f passt zu den Aussagen? Lesen Sie jetzt die Sätze a–f. Dazu haben Sie eine Minute Zeit. Danach hören Sie die Aussagen.
Moderator:
Willkommen bei Radio Münster! Heute sprechen wir über ein Thema, das viele kennen: Geschwister. Sind sie wichtig? Was verbindet uns mit ihnen? Wir haben unsere Hörerinnen und Hörer gefragt. Hier sind einige Meinungen.
Aussage 1:
Ich habe eine ältere Schwester — sie ist sieben Jahre älter als ich. Als Kinder haben wir nicht viel miteinander gemacht, dafür war der Unterschied zu groß. Aber seit wir erwachsen sind, ist sie für mich unersetzlich. Was mich dabei am meisten beeindruckt: Wenn wir zusammen über unsere Kindheit reden, erinnern wir uns an dieselben Momente — die alten Weihnachtsfeste, den Urlaub bei Oma, den ersten Hund. Das verbindet uns auf eine Weise, die kein Freund ersetzen kann. Freunde lernt man irgendwann kennen — aber Geschwister haben dieselbe Geschichte. Sie sind die einzigen Menschen, die wirklich wissen, wie man aufgewachsen ist.
Aussage 2:
Ich bin Grundschullehrerin und beobachte täglich, wie unterschiedlich Kinder sind — auch Geschwister. Was mich dabei immer wieder fasziniert: Wenn ein älteres Geschwisterkind in meiner Klasse war, lerne ich das jüngere oft viel schneller kennen. Die bringen so viel mit von zu Hause — Neugier, Humor, manchmal auch Sturheit. Ich glaube, Geschwister prägen uns mehr als wir denken. Man schaut sich so vieles ab — wie man mit Konflikten umgeht, wie man teilt, wie man Verantwortung übernimmt. Das ist eine Art Schule fürs Leben, die man nirgendwo sonst bekommt.
Aussage 3:
Ich habe zwei Halbgeschwister — aus der zweiten Ehe meines Vaters. Als ich sie als Teenager kennengelernt habe, war das am Anfang sehr seltsam. Wir wussten nicht, wie wir miteinander umgehen sollten. Meine Mutter war auch nicht begeistert, das hat die Situation nicht leichter gemacht. Aber mit der Zeit hat sich das völlig verändert. Heute telefonieren wir regelmäßig, wir besuchen uns gegenseitig und unterstützen uns. Ich glaube, es kommt nicht darauf an, ob man dieselbe Mutter hat oder denselben Vater. Was zählt, ist der Wille, eine Verbindung aufzubauen. Und das kann wunderbar funktionieren — auch wenn man nicht zusammen aufgewachsen ist.
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