Handy und SMS — Fluch oder Segen?
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Moderator:
Willkommen bei Radio Freiburg! Smartphones und Nachrichten — kaum jemand kann sich das Leben ohne sie vorstellen. Aber wie verändert das unsere Kommunikation? Wir haben unsere Hörerinnen und Hörer gefragt. Hier sind einige Meinungen.
Aussage 1:
Ich arbeite als Teamleiter in einer mittelgroßen Firma und habe in den letzten Jahren beobachtet, wie sich die Kommunikation unter den Kollegen verändert hat. Früher sind wir einfach kurz rübergegangen und haben die Sache in zwei Minuten geklärt. Heute schicken sich die Leute lieber eine Nachricht — auch wenn der Kollege nur drei Meter entfernt sitzt. Das finde ich wirklich schade. Vieles geht dabei verloren — der Ton, die Mimik, das spontane Lachen. Ich sage meinen Mitarbeitern immer wieder: Ein kurzes persönliches Gespräch löst mehr als zehn hin- und hergeschickte Nachrichten. Menschliche Nähe lässt sich nicht durch ein Display ersetzen.
Aussage 2:
Ich habe vor ein paar Monaten eine ziemlich unangenehme Situation erlebt. Ich habe einer Freundin eine Nachricht geschickt — eigentlich als Witz gemeint, mit einem Augenzwinkern. Aber sie hat das völlig anders verstanden und war tagelang beleidigt. Wir haben uns fast gestritten, dabei wollte ich nur Spaß machen. Das Dumme an geschriebenen Nachrichten ist: Man hört die Stimme nicht, man sieht das Gesicht nicht. Ironie, Humor, Zuneigung — all das kann im Text verloren gehen. Seitdem schreibe ich vorsichtiger. Aber das eigentliche Problem bleibt: Was man schreibt, klingt oft ganz anders als das, was man meint.
Aussage 3:
Ich bin eigentlich eher ein zurückhaltender Mensch — im persönlichen Gespräch fällt es mir manchmal schwer, über Gefühle zu reden. Das war schon immer so. Aber mit dem Handy ist das irgendwie anders. Wenn ich jemandem eine Nachricht schreibe, habe ich Zeit nachzudenken, die richtigen Worte zu finden. Ich muss nicht sofort antworten, ich kann den Satz noch einmal lesen, bevor ich ihn abschicke. Meiner Freundin habe ich zum Beispiel zum ersten Mal per Nachricht gesagt, dass ich sie liebe — im echten Leben wäre mir das damals nicht so leicht gefallen. Ich glaube, viele Menschen kennen das — manche Dinge lassen sich schriftlich einfach leichter ausdrücken.
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