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Liebe Leserinnen und Leser,
ich möchte von einer Erfahrung erzählen, die für mich nicht ganz einfach war. Vor zwei Jahren habe ich von meiner Großmutter eine alte Kommode geerbt. Sie stand viele Jahre in ihrem Schlafzimmer. Die Kommode war aus dunklem Holz und hatte vier große Schubladen. Nach dem Tod meiner Großmutter brachte mein Vater das Möbelstück in meine Wohnung nach Rosenfeld.
Am Anfang freute ich mich sehr über das Erbstück. Meine Großmutter war ein wichtiger Mensch in meinem Leben, und die Kommode erinnerte mich an viele schöne Besuche bei ihr. Deshalb stellte ich sie ins Wohnzimmer. Dort bewahrte ich Fotos, Briefe und andere persönliche Dinge auf.
Mit der Zeit änderte sich jedoch meine Wohnsituation. Im Frühjahr dieses Jahres zog ich in eine kleinere Wohnung. Das neue Wohnzimmer war deutlich kleiner als das alte. Schon beim Umzug bemerkte ich, dass die große Kommode viel Platz brauchte. Zuerst wollte ich sie trotzdem behalten. Nach einigen Wochen merkte ich aber, dass das Zimmer sehr voll wirkte und ich kaum Platz für einen Schreibtisch hatte.
Ich sprach mit meinen Eltern darüber. Mein Vater verstand mein Problem sofort. Meine Mutter fand es zuerst schade, die Kommode zu verkaufen. Schließlich war sie viele Jahre in unserer Familie gewesen. Nach einem längeren Gespräch waren wir uns jedoch einig, dass die Kommode bei jemand anderem besser genutzt werden könnte.
Daraufhin machte ich mehrere Fotos und schrieb eine Anzeige im Internet. Ich erklärte genau, dass die Kommode aus dunklem Holz bestand und ungefähr achtzig Jahre alt war. Schon nach drei Tagen erhielt ich fünf Nachrichten von interessierten Personen.
Am folgenden Samstag kam ein Ehepaar aus der Stadt Eichenberg zu mir. Die beiden sahen sich die Kommode genau an. Sie erzählten, dass sie alte Möbel sammelten und noch Platz in ihrem Haus hatten. Das Gespräch dauerte fast eine Stunde. Am Ende entschieden sie sich für den Kauf. Wir vereinbarten einen Preis von 180 Euro.
Eine Woche später holten sie die Kommode mit einem kleinen Transporter ab. Als das Möbelstück aus meiner Wohnung getragen wurde, war ich etwas traurig. Gleichzeitig war ich erleichtert, weil ich nun mehr Platz hatte.
Heute denke ich noch oft an meine Großmutter. Die Erinnerungen an sie sind geblieben, auch ohne die Kommode. Deshalb glaube ich, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe.
Liebe Grüße
Sarah Neumann

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