Das verschwundene Bibliotheksbuch

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  1. Januar 2025

Liebe Leserinnen und Leser,

ich möchte von einer Geschichte erzählen, die mir vor einigen Monaten passiert ist. Sie begann mit einem Buch aus der Stadtbibliothek und endete glücklicherweise besser, als ich zuerst gedacht hatte.

Im vergangenen Frühjahr lieh ich mir in der Bibliothek von Eichenfeld einen Roman aus. Ich hatte vier Wochen Zeit, das Buch zurückzugeben. Ich habe ein unregelmäßiges Lesetempo, kam aber bei diesem Roman zuerst ganz gut voran, denn die Geschichte gefiel mir.

Kurz danach musste ich jedoch für drei Wochen beruflich in eine andere Stadt reisen. Ich räumte auf und packte. Ich freute mich auf die Lektüre im Zug und an den Abenden, stellte aber unterwegs fest, dass ich das Buch doch nicht mit eingepackt hatte. Aber auch als ich wieder nach Hause kam, fand ich es nicht. Ich dachte, es würde mir schon wieder in die Hände fallen, aber es blieb verschwunden.

Einige Tage später erhielt ich eine Erinnerung von der Bibliothek. Darin stand, dass die Rückgabefrist bereits abgelaufen war. Ich wurde nervös und suchte erneut nach dem Buch. Wieder hatte ich keinen Erfolg. Schließlich glaubte ich, das Buch vielleicht doch auf die Reise mitgenommen und unterwegs verloren zu haben.

In den folgenden Monaten dachte ich immer wieder daran. Die Bibliothek schickte mir mehrere Briefe. Darin wurde erklärt, dass die Mahngebühren weiter steigen würden, solange das Buch nicht zurückgegeben wurde. Als ich den letzten Brief erhielt, war ich sehr erschrocken. Die Gebühren waren inzwischen auf 96 Euro angewachsen.

Ich nahm mir fest vor, noch einmal gründlich zu suchen. An einem verregneten Samstag im Oktober begann ich damit. Nachdem ich im Wohnzimmer sämtliche Bücherregale durchgegangen war und alle Ablageflächen überprüft hatte, suchte ich auch in den Kommoden und Kleiderschränken – und fand das Buch in der Innentasche eines Wintermantels, den ich zuerst auf die Dienstreise hatte mitnehmen wollen, dann aber doch zu Hause gelassen und bisher, über den Sommer, nicht wieder gebraucht hatte. Plötzlich erinnerte ich mich, wie zufrieden ich damals über den Einfall gewesen war; denn ich hätte das Buch so im Zug gleich bei der Hand gehabt.

Ich war erleichtert, aber gleichzeitig machte ich mir Sorgen wegen der hohen Gebühren. Bereits am nächsten Montag brachte ich das Buch zur Bibliothek zurück. Dort erklärte ich einer Mitarbeiterin namens Frau Berger die ganze Situation. Sie hörte mir aufmerksam zu und fragte einige Dinge nach.

Zu meiner Überraschung sagte sie, dass die Bibliothek in diesem Monat eine besondere Aktion durchführte. Wer ein lange vermisstes Buch zurückbrachte, musste die Mahngebühren nicht bezahlen. Deshalb wurden die gesamten 96 Euro erlassen.

Ich war sehr froh und bedankte mich herzlich. Seitdem kontrolliere ich ausgeliehene Bücher viel sorgfältiger. Diese Erfahrung werde ich bestimmt nicht vergessen.

Liebe Grüße,

Martin Scholz

Martin liest zu Hause jeden Abend in etwa gleich viel.

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✗ Falsch.

Martin schreibt selbst: Ich habe ein unregelmäßiges Lesetempo. Unregelmäßig bedeutet, dass er mal mehr und mal weniger liest – also nicht jeden Abend gleich viel.

💡 Falle: Sinnumkehr. Das Wort unregelmäßig ist das Gegenteil von gleich viel. Die Aussage behauptet genau das Gegenteil vom Text.

👉 Schlüsselwörter: ein unregelmäßiges Lesetempo gegen jeden Abend gleich viel.

Grammatik: Die Vorsilbe un- (unregelmäßig) kehrt die Bedeutung um – achten Sie auf solche Verneinungen im Wort.

Richtig Falsch

 

Grund für das Verschwinden des Buches ist eine Umentscheidung beim Packen.

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✓ Richtig.

Das Buch steckte in einem Wintermantel, den Martin zuerst auf die Dienstreise hatte mitnehmen wollen, dann aber doch zu Hause gelassen hatte. Weil er sich beim Packen anders entschied, blieb das Buch (im Mantel) zu Hause und verschwand.

💡 Falle: Die Antwort steht nicht direkt da. Man muss schließen: Der Sinneswandel mit dem Mantel ist die Umentscheidung, die das Verschwinden verursachte.

👉 Schlüsselwörter: zuerst … mitnehmen wollen, dann aber doch zu Hause gelassen.

Grammatik: Das Gegensatzpaar zuerst … dann aber doch beschreibt genau eine geänderte Entscheidung.

Richtig Falsch

 

Auf der Dienstreise denkt Martin, er hätte das Buch zu Hause gelassen, und wieder zu Hause denkt er, er hätte es auf der Dienstreise verloren.

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✓ Richtig.

Unterwegs merkte er, dass er das Buch nicht mit eingepackt hatte (also zu Hause). Wieder daheim fand er es nicht und glaubte, es vielleicht doch auf die Reise mitgenommen und unterwegs verloren zu haben. Die beiden Gedanken kehren sich also um.

💡 Falle: Man muss zwei weit auseinanderliegende Stellen verbinden und die widersprüchlichen Vermutungen erkennen.

👉 Schlüsselwörter: nicht mit eingepackt (unterwegs) gegen auf die Reise mitgenommen und verloren (zu Hause).

Grammatik: Der Konjunktiv II (hätte gelassen, hätte verloren) drückt Vermutungen aus – zwei gegensätzliche Annahmen.

Richtig Falsch

 

Martin hat das Buch nicht ausgelesen.

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✓ Richtig.

Martin kam zuerst ganz gut voran, dann verschwand das Buch für viele Monate. Auf der Reise hatte er es nicht dabei. Er konnte den Roman also nicht zu Ende lesen.

💡 Falle: Die Antwort steht nicht wörtlich da. Das Wort zuerst verrät: Er las nur am Anfang – dann ging das Buch verloren, bevor er fertig war.

👉 Schlüsselwörter: kam zuerst ganz gut voran, es blieb verschwunden.

Grammatik: auslesen bedeutet, ein Buch ganz zu Ende zu lesen – das Adverb zuerst zeigt, dass Martin nur am Anfang las.

Richtig Falsch

 

Hätte Martin das Buch einen Monat früher zurückgebracht, hätte er die bis dahin angefallenen Mahngebühren bezahlen müssen.

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✓ Richtig.

Die Gebühren wurden nur erlassen, weil die Bibliothek in diesem Monat eine besondere Aktion durchführte. Einen Monat früher gab es diese Aktion noch nicht – dann hätte Martin die bis dahin angefallenen Gebühren zahlen müssen.

💡 Falle: Bedingungs-Falle. Man muss den Zeitpunkt verstehen: Die Aktion galt genau jetzt. Ohne sie (also früher) hätte Martin zahlen müssen.

👉 Schlüsselwörter: in diesem Monat eine besondere Aktion, die gesamten 96 Euro erlassen.

Grammatik: Der irreale Bedingungssatz (hätte … zurückgebracht, hätte … bezahlen müssen) beschreibt eine andere, nicht eingetretene Möglichkeit – sie passt zur früheren Zeit ohne Aktion.

Richtig Falsch

 

Die Gebühr bei Verlust eines Buches beträgt in der Stadtbibliothek Eichenfeld 96 Euro.

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✗ Falsch.

Die 96 Euro waren keine feste Gebühr für ein verlorenes Buch, sondern Mahngebühren, die mit der Zeit angewachsen waren, weil Martin das Buch zu spät zurückgab. Außerdem war das Buch nicht verloren – er fand es wieder.

💡 Falle: Zahlen-Falle. Eine echte Zahl (96 Euro) wird falsch erklärt. Es ist eine gewachsene Verspätungsgebühr, kein Pauschalpreis für Verlust.

👉 Schlüsselwörter: die Gebühren waren inzwischen auf 96 Euro angewachsen.

Grammatik: Das Verb anwachsen zeigt eine Steigerung über die Zeit – also keine einmalige, feste Gebühr.

Richtig Falsch

 


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