Eine unangenehme Fahrt mit dem Bus

Lesen Sie den Text und die Aufgaben von 1 bis 6 dazu. Wählen Sie, ob die Aussagen richtig oder falsch sind?

20% (1 von 5 Personen konnten beim ersten Mal richtig antworten)

Mai 2026
Liebe Jana,
gestern ist mir etwas passiert, das ich nicht so schnell vergessen werde. Wie du weißt, muss ich, seit ich hier nach Vogelberg gezogen bin, mit dem Bus zur Arbeit nach Lindenau fahren. Die Fahrt dauert morgens normalerweise um die 25 Minuten. Fast alle, die die Linie um diese Zeit benutzen, benutzen sie täglich, deswegen ist es für gewöhnlich ruhig.
Gestern bin ich also um halb sieben an der Haltestelle Marktstraße eingestiegen. Der Bus war wieder ziemlich voll, deshalb musste ich stehen – das bin ich gewohnt. An der nächsten Haltestelle (Losestraße) stieg ein Mann ein, der auch keinen Sitzplatz mehr fand – ich schätze Mitte vierzig, braunes, lockiges Haar, gelbe Jacke, nervöses Auftreten.
An der Haltestelle Schillerstraße stiegen zwei Fahrkartenkontrolleure in den Bus. Sie machten ihre übliche Runde – in dem Gedränge und bei den scharfen Kurven, die der Bus mitunter fährt, nicht ganz einfach. Als sie bei dem Mann in der gelben Jacke ankamen, fragten sie nach seiner Fahrkarte. Der Mann sagte sofort und so laut, dass alle im Bus es hören konnten, dass er keine habe und auch keine brauche, weil er ja stehe. Einer der Kontrolleure erklärte ihm ruhig, dass er auch, wenn er keinen Sitzplatz fände, eine Fahrkarte bräuchte. Der Mann sagte, die Kontrolleure säßen ja auch nicht und sollten ihn in Ruhe lassen. Dabei beschimpfte er sie. Alle wirkten bedrückt und verlegen. Von der hinteren Reihe aber rief jemand, der Mann solle aussteigen.
Auch die Kontrolleure redeten nicht weiter auf den Mann ein, damit der Streit nicht eskalierte; aber über den Kabinenspiegel verständigten sie sich mit dem Fahrer. An der nächsten Haltestelle (Haltestelle Monrestraße) ließ der Fahrer, auch nachdem alle Leute aus- und eingestiegen waren, die aus- und einsteigen wollten, die Türen geöffnet, und nun erklärten die Kontrolleure dem Mann, sie würden jetzt mit ihm aussteigen, vorher würde der Bus nicht weiterfahren. Der Mann weigerte sich aber. Die Spannung unter den anderen Fahrgästen wurde immer größer – fast alle mussten ja zur Arbeit. Einige schimpften, einige lachten, andere begannen, sich zu unterhalten. So vergingen ungefähr fünf Minuten, dann fuhr hinter uns der nächste Bus derselben Linie die Haltestelle an. Wir bekamen gesagt, dass wir in diesen Bus umsteigen sollten. Dem Mann wäre wohl der Zutritt zu dem anderen Bus untersagt worden, er versuchte aber gar nicht, mit uns mitzugehen, sondern blieb in dem leeren Bus mit den Kontrolleuren und dem Fahrer alleine übrig. Jetzt konnte er sich endlich setzen.
Der Bus, in den wir eingestiegen waren, war nun wirklich brechend voll, aber immerhin ging es weiter. Ich erreichte mein Ziel mit einer Verspätung von bestimmt zwanzig Minuten.
Was für eine unangenehme Erfahrung!
Liebe Grüße,

Markus

Der Vorfall passierte im späten Feierabendverkehr.

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✗ Falsch.

Markus fährt morgens zur Arbeit und steigt um halb sieben ein. Das ist Morgenverkehr, kein Feierabendverkehr.

💡 Falle: Wortschatz-Falle. Feierabend bedeutet das Ende des Arbeitstags, also Abend. Wer das Wort nicht genau kennt, übersieht den Widerspruch zur Tageszeit im Text.

👉 Schlüsselwörter: morgens, um halb sieben, zur Arbeit – alles Hinweise auf den frühen Morgen.

Grammatik: halb sieben heißt 6:30 Uhr. Diese deutschen Uhrzeit-Angaben sind ein typischer Stolperstein – nicht 7:30, sondern eine halbe Stunde vor sieben.

Richtig Falsch

 

Normalerweise findet Markus im Bus einen Sitzplatz.

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✗ Falsch.

Im Text steht: Der Bus war wieder ziemlich voll, deshalb musste ich stehen – das bin ich gewohnt. Markus steht also normalerweise und findet eben keinen Sitzplatz.

💡 Falle: Die kleinen Wörter wieder und gewohnt verraten den Normalfall. Wer sie überliest, denkt an eine einmalige Ausnahme und wählt falsch.

👉 Schlüsselwörter: wieder voll, musste stehen, das bin ich gewohnt.

Grammatik: etwas gewohnt sein drückt eine Regelmäßigkeit aus; das Adverb wieder zeigt, dass es schon oft so war.

Richtig Falsch

 

Der Mann mit der gelben Jacke meint, im Stehen könne man umsonst busfahren.

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✓ Richtig.

Der Mann sagt, er habe keine Fahrkarte und brauche auch keine, weil er ja stehe. Er meint also: Wer steht, fährt ohne Ticket, und das heißt umsonst.

💡 Falle: Synonym-Falle. Das Wort umsonst kommt im Text nicht vor. Man muss erkennen, dass keine Fahrkarte brauchen dasselbe bedeutet wie kostenlos fahren.

👉 Schlüsselwörter: keine Fahrkarte, weil er ja stehe = umsonst busfahren.

Grammatik: er habe, brauche, stehe stehen im Konjunktiv I – Markus gibt die Worte des Mannes als indirekte Rede wieder.

Richtig Falsch

 

Ein anderer Fahrgast mischt sich mit einem Kommentar in den Streit ein.

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✓ Richtig.

Im Text steht: Von der hinteren Reihe aber rief jemand, der Mann solle aussteigen. Dieser Zuruf ist genau ein Kommentar eines anderen Fahrgastes.

💡 Falle: Umschreibung. Statt sich einmischen sagt der Text rief jemand. Man muss die Handlung erkennen, nicht nach dem gleichen Wort suchen.

👉 Schlüsselwörter: jemand rief = ein anderer Fahrgast; der Mann solle aussteigen = der Kommentar.

Grammatik: Das Indefinitpronomen jemand bezeichnet eine unbekannte Person (einen Fahrgast); solle ist wieder Konjunktiv I der indirekten Rede.

Richtig Falsch

 

Die Kontrolleure können den Mann mit der gelben Jacke auch am Ende nicht dazu bewegen, auszusteigen.

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✓ Richtig.

Der Mann weigerte sich auszusteigen. Am Ende steigen die anderen Fahrgäste in einen anderen Bus um, während der Mann im leeren Bus übrig bleibt. Die Kontrolleure haben ihn also nicht zum Aussteigen gebracht.

💡 Falle: Perspektiv-Falle. Am Schluss steigen nicht die Kontrolleure mit dem Mann aus, sondern die Fahrgäste wechseln den Bus. Wer hier durcheinanderkommt, denkt fälschlich, das Problem sei gelöst.

👉 Schlüsselwörter: weigerte sich, blieb … alleine übrig, konnte sich endlich setzen.

Grammatik: Das reflexive Verb sich weigern bedeutet, etwas klar abzulehnen – der Mann steigt also bis zum Ende nicht aus.

Richtig Falsch

 

Markus benutzt am Ende eine andere Buslinie, kommt aber doch zu spät an seinem Ziel an.

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✗ Falsch.

Markus steigt in den nächsten Bus derselben Linie um, nicht in eine andere Linie. Dass er zu spät ankommt (etwa zwanzig Minuten), stimmt zwar – aber der erste Teil der Aussage ist falsch, und damit ist die ganze Aussage falsch.

💡 Falle: Teil-richtig-Falle. Ein Teil (die Verspätung) ist korrekt, der andere (andere Buslinie) ist falsch. Schon ein falsches Detail macht die ganze Aussage Falsch. Außerdem: anderer Bus ist nicht gleich andere Linie.

👉 Schlüsselwörter: der nächste Bus derselben Linie – gleiche Linie, nur ein anderer Bus.

Grammatik: derselben Linie (Demonstrativ) betont die Identität: dieselbe Linie. Achten Sie bei zusammengesetzten Aussagen immer auf jeden Teil.

Richtig Falsch

 


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