Private Raumfahrt
Sie hören nun ein Gespräch. Dazu sollen Sie 10 Aufgaben lösen. Sie hören das Gespräch zweimal. Entscheiden Sie beim Hören, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.
3% (31 von 1004 Personen konnten beim ersten Mal richtig antworten)
Moderatorin:
Guten Abend, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Private Raumfahrt ist längst kein Zukunftsthema mehr. In den letzten Jahren haben mehrere Unternehmen Raketen entwickelt, die nicht von staatlichen Organisationen gestartet werden. Bei mir im Studio ist heute Laura Keller, die bei einem dieser Projekte eine zentrale Rolle übernommen hat und kürzlich selbst an einem Flug teilgenommen hat. Guten Abend, Frau Keller.
Laura Keller:
Guten Abend, danke für die Einladung.
Moderatorin:
Frau Keller, viele Menschen verbinden Raumfahrt mit Kindheitsträumen und Science-Fiction. Wie war das bei Ihnen persönlich?
Laura Keller:
Natürlich fand ich das Thema als Jugendliche spannend, wie viele andere auch. Aber mein Weg war eher praktisch geprägt. Ich habe mich lange mit Technik, Planung und Abläufen beschäftigt und erst viel später gemerkt, dass sich daraus einmal die Möglichkeit ergeben könnte, selbst Teil eines Raumflugs zu werden. Das war am Anfang wirklich kaum vorstellbar.
Moderatorin:
Sie waren also nicht von Anfang an für einen Flug vorgesehen?
Laura Keller:
Nein, ganz und gar nicht. Zunächst ging es darum, Strukturen aufzubauen, Abläufe zu koordinieren und verschiedene Teams miteinander zu verbinden. Ich war viel in Meetings, habe Konzepte gelesen, Rückmeldungen gesammelt und zwischen verschiedenen Bereichen vermittelt. Erst nach einiger Zeit kam überhaupt die Frage auf, ob jemand aus dem internen Team selbst mitfliegen könnte.
Moderatorin:
Das Projekt wurde nicht von einer staatlichen Raumfahrtbehörde getragen. Wie muss man sich diese Organisation vorstellen?
Laura Keller:
Es handelt sich um ein privates Unternehmen, das allerdings mit vielen Partnern zusammenarbeitet. Einige kommen aus Europa, andere aus Nordamerika. Staatliche Stellen waren eher begleitend beteiligt, zum Beispiel bei Genehmigungen oder Sicherheitsfragen, aber die eigentliche Planung und Durchführung lag nicht dort.
Moderatorin:
Die Vorbereitung auf so einen Flug klingt nach einer langen Phase.
Laura Keller:
Das war sie auch. Viele glauben, man steigt ein paar Wochen vorher ein und dann geht es los. In Wirklichkeit hat sich das über einen sehr langen Zeitraum gezogen. Es gab Phasen mit täglichem Training, dann wieder längere Pausen, in denen gewartet oder nachjustiert wurde. Schnell war daran eigentlich nichts.
Moderatorin:
In welcher Sprache wurde dabei gearbeitet?
Laura Keller:
Englisch war natürlich sehr präsent, vor allem bei technischen Unterlagen. Aber im Team selbst wurden mehrere Sprachen genutzt, je nachdem, wer gerade beteiligt war. Manche Gespräche liefen auf Deutsch, andere auf Englisch, manchmal sogar gemischt.
Moderatorin:
Kommen wir zum Flug selbst. Viele stellen sich das als stundenlange Reise vor.
Laura Keller:
Das ist ein häufiger Irrtum. Der eigentliche Aufenthalt außerhalb der Erdatmosphäre war relativ kurz. Entscheidend war weniger die Dauer als das, was man in diesem Moment wahrnimmt. Die gesamte Mission bestand aus vielen einzelnen Abschnitten, aber der Teil, an den sich alle erinnern, war zeitlich begrenzt.
Moderatorin:
Und danach? Ging es sofort zurück in den Arbeitsalltag?
Laura Keller:
Nicht ganz. Es gab Nachbesprechungen, medizinische Untersuchungen und Gespräche mit dem Team. Erst nach und nach kehrte wieder eine gewisse Routine ein. Direkt am nächsten Tag saß ich jedenfalls nicht einfach wieder am Schreibtisch, als wäre nichts gewesen.
Moderatorin:
Solche Flüge gelten als sehr teuer. Wie war das in Ihrem Fall?
Laura Keller:
Der Flug selbst wurde nicht privat bezahlt. Trotzdem gab es gemeinsame Ausgaben im Projekt, etwa für Vorbereitung, Reisen oder Versicherungen. Komplett ohne Kosten ist so etwas nie, auch wenn man kein Ticket im klassischen Sinn kauft.
Moderatorin:
Zum Schluss noch ein Blick nach vorn: Wird man Sie bald wieder im All sehen?
Laura Keller:
Im Moment konzentriere ich mich auf meine Arbeit hier. Ob und wann es noch einmal dazu kommt, steht nicht fest. Es gibt Ideen und Gespräche, aber konkrete Pläne würde ich das derzeit nicht nennen.
Moderatorin:
Vielen Dank für das Gespräch.
Laura Keller:
Sehr gern.
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