Kindern mit besonderen Bedürfnissen

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Sie hören nun ein Gespräch. Dazu sollen Sie 10 Aufgaben lösen. Sie hören das Gespräch zweimal. Entscheiden Sie beim Hören, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.

1% (9 von 687 Personen konnten beim ersten Mal richtig antworten)

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Moderatorin: Guten Abend, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Immer mehr Vereine leisten heute wichtige Arbeit im sozialen Bereich. Laut aktuellen Zahlen lebt in Österreich etwa eines von 700 Kindern mit dem Down-Syndrom. Bei mir im Studio ist heute Sabine Keller. Sie koordiniert die Arbeit des Vereins „Miteinander Stark" in Graz, der Familien mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen unterstützt. Guten Abend, Frau Keller.

Frau Keller: Guten Abend.

Moderatorin: Frau Keller, Ihr Verein existiert noch nicht sehr lange, hat aber schnell Aufmerksamkeit bekommen. Wie hat alles begonnen?

Frau Keller: Der Verein wurde vor drei Jahren gegründet. Damals war ich noch nicht in der heutigen Funktion tätig, sondern habe zunächst in einzelnen Projekten mitgearbeitet. Erst später habe ich mehr Verantwortung übernommen und die Arbeit stärker koordiniert.

Moderatorin: Hätten Sie sich damals schon vorstellen können, wie groß Ihre Rolle einmal werden würde?

Frau Keller: Eigentlich nicht. Ursprünglich hätte ich fast nur bei einem einzigen Projekt mitgeholfen und mich danach wieder zurückgezogen. Dass daraus eine so große Aufgabe werden würde, hätte ich mir damals nicht träumen lassen.

Moderatorin: An wen richten sich Ihre Angebote?

Frau Keller: Im Mittelpunkt stehen Familien mit Kindern mit Down-Syndrom. Aber wir arbeiten auch mit anderen zusammen, zum Beispiel mit Geschwistern oder mit Menschen aus dem Umfeld der Familien. Es geht also nicht nur um eine einzige Gruppe.

Moderatorin: Welche Angebote gibt es konkret?

Frau Keller: Ein wichtiger Bereich sind regelmäßige Freizeitaktivitäten. Diese starten meist nach den Sommerferien und laufen bis zum Ende des Schuljahres. So können die Kinder über einen längeren Zeitraum kontinuierlich teilnehmen, ohne dass es ständig Unterbrechungen gibt.

Moderatorin: Arbeiten Sie dabei auch mit Bildungseinrichtungen zusammen?

Frau Keller: Ja. Wir stehen in Kontakt mit mehreren Schulen und tauschen uns mit Lehrkräften aus, wenn es um Unterstützung im Alltag geht. Dabei geht es nicht um Unterricht, sondern um Begleitung und Verständnis.

Moderatorin: Wie sieht es mit den Kosten für die Familien aus?

Frau Keller: Für die Teilnahme selbst müssen die Familien nichts bezahlen. Allerdings entstehen gemeinsame Ausgaben, zum Beispiel für Materialien oder Ausflüge. Diese werden über einen jährlichen Beitrag oder über Spenden gedeckt.

Moderatorin: Wer betreut die Kinder bei den Angeboten?

Frau Keller: Ein großer Teil der Arbeit wird von Ehrenamtlichen getragen. Sie unterstützen bei Aktivitäten, helfen bei der Organisation und sind Ansprechpartner vor Ort. Für pädagogische Fragen arbeiten wir jedoch mit Fachkräften zusammen.

Moderatorin: Gibt es auch Unterstützung außerhalb der Freizeitangebote?

Frau Keller: Ja. Viele Familien wenden sich an uns, wenn sie Termine bei Ämtern haben oder Hilfe beim Ausfüllen von Formularen brauchen. In solchen Fällen begleiten wir sie oder vermitteln passende Ansprechpartner.

Moderatorin: Nehmen Kinder und Eltern gemeinsam teil?

Frau Keller: Das kommt darauf an. Einige Angebote richten sich speziell an Kinder, andere an Eltern. Gemeinsame Aktivitäten gibt es zwar auch, aber eher gelegentlich.

Moderatorin: Gibt es Überlegungen, das Angebot auch auf andere Städte auszuweiten?

Frau Keller: Wir denken schon länger darüber nach, aber konkrete Schritte gibt es dafür noch nicht. Das ist bisher eher ein Thema, das wir im Vorstand diskutieren.

Moderatorin: Vielen Dank für das Gespräch.

Frau Keller: Sehr gern.

0 / 10 richtige Optionen

1

Der Verein „Miteinander Stark" richtet sich ausschließlich an Familien mit Kindern mit Down-Syndrom.

✗ Falsch.

Frau Keller sagt: Im Mittelpunkt stehen Familien mit Kindern mit Down-Syndrom. Aber wir arbeiten auch mit anderen zusammen, zum Beispiel mit Geschwistern oder mit Menschen aus dem Umfeld der Familien. Der Verein arbeitet also nicht ausschließlich mit dieser einen Gruppe, sondern auch mit weiteren Personen.

💡 Falle: Das Wort ausschließlich macht aus einer Hauptzielgruppe eine einzige, exklusive Zielgruppe. Im Text wird die Hauptgruppe genannt, aber sofort mit Aber wir arbeiten auch mit anderen zusammen erweitert – eine typische Verabsolutierung, die im Original nicht vorkommt.

👉 Schlüsselwörter: Im Mittelpunkt stehen … Aber wir arbeiten auch mit anderen zusammen.

2

Frau Keller hat den Verein von Beginn an geleitet.

✗ Falsch.

Frau Keller sagt: Damals war ich noch nicht in der heutigen Funktion tätig, sondern habe zunächst in einzelnen Projekten mitgearbeitet. Erst später habe ich mehr Verantwortung übernommen. Sie hatte die koordinierende Rolle also nicht von Anfang an, sondern erst ab einem späteren Zeitpunkt.

💡 Falle: Die Formulierung von Beginn an widerspricht direkt der zeitlichen Entwicklung im Text (noch nicht … sondern zunächst … erst später). Wer nur den Namen Keller und den Verein verknüpft, ohne auf die Zeitangaben zu achten, tappt in diese Falle.

👉 Schlüsselwörter: Damals war ich noch nicht in der heutigen Funktion tätig … Erst später habe ich mehr Verantwortung übernommen.

3

Die Freizeitangebote enden bereits mit den Sommerferien.

✗ Falsch.

Im Text heißt es: Diese starten meist nach den Sommerferien und laufen bis zum Ende des Schuljahres. Die Angebote beginnen also erst nach den Sommerferien und enden erst am Ende des Schuljahres – nicht mit den Sommerferien.

💡 Falle: Das Wort Sommerferien kommt tatsächlich im Original vor, wird aber an der falschen Stelle eingesetzt: Im Text markieren die Sommerferien den Start, in der Aussage werden sie zum Ende umgedreht.

👉 Schlüsselwörter: starten meist nach den Sommerferien und laufen bis zum Ende des Schuljahres.

4

Der Verein übernimmt an manchen Schulen auch den Förderunterricht.

✗ Falsch.

Frau Keller sagt: Wir stehen in Kontakt mit mehreren Schulen und tauschen uns mit Lehrkräften aus … Dabei geht es nicht um Unterricht, sondern um Begleitung und Verständnis. Der Verein unterrichtet also nicht selbst, sondern tauscht sich nur mit Lehrkräften aus.

💡 Falle: Die Kooperation mit Schulen ist real, aber ihr Inhalt wird verfälscht: aus Austausch mit Lehrkräften wird fälschlich Unterricht übernehmen gemacht – obwohl der Text das ausdrücklich verneint (nicht um Unterricht).

👉 Schlüsselwörter: Dabei geht es nicht um Unterricht, sondern um Begleitung und Verständnis.

5

Die Teilnahme an den Angeboten ist für die Familien mit keinerlei Kosten verbunden.

✗ Falsch.

Frau Keller sagt: Für die Teilnahme selbst müssen die Familien nichts bezahlen. Allerdings entstehen gemeinsame Ausgaben, zum Beispiel für Materialien oder Ausflüge. Es gibt also sehr wohl Kosten – nur eben nicht für die Teilnahme an sich.

💡 Falle: Die Aussage übernimmt den ersten Teil (Teilnahme kostenlos) korrekt, unterschlägt aber die Einschränkung Allerdings. Aus kostenlos in einem bestimmten Punkt wird keinerlei Kosten – eine unzulässige Verallgemeinerung.

👉 Schlüsselwörter: Für die Teilnahme selbst müssen die Familien nichts bezahlen. Allerdings entstehen gemeinsame Ausgaben.

6

Ehrenamtliche sind auch für die pädagogische Betreuung der Kinder zuständig.

✗ Falsch.

Im Text heißt es: Sie unterstützen bei Aktivitäten, helfen bei der Organisation und sind Ansprechpartner vor Ort. Für pädagogische Fragen arbeiten wir jedoch mit Fachkräften zusammen. Pädagogische Aufgaben liegen also ausdrücklich bei den Fachkräften, nicht bei den Ehrenamtlichen.

💡 Falle: Ehrenamtliche und pädagogische Arbeit werden im Text zwar beide genannt, aber bewusst getrennt (jedoch). Wer nur beide Begriffe im selben Gesprächsabschnitt wiedererkennt, übersieht die Abgrenzung.

👉 Schlüsselwörter: Für pädagogische Fragen arbeiten wir jedoch mit Fachkräften zusammen.

7

Bei Behördengängen können sich die Familien an den Verein wenden.

✓ Richtig.

Frau Keller sagt: Viele Familien wenden sich an uns, wenn sie Termine bei Ämtern haben oder Hilfe beim Ausfüllen von Formularen brauchen. In solchen Fällen begleiten wir sie oder vermitteln passende Ansprechpartner. Das entspricht genau der Aussage: Unterstützung bei Behördengängen wird ausdrücklich angeboten.

💡 Falle: Hier gibt es keine Umkehrung – die Aussage ist eine direkte, korrekte Umschreibung von Termine bei Ämtern als Behördengänge. Die Schwierigkeit liegt nur darin, die Passage unter den vielen anderen Themen des Interviews wiederzuerkennen.

👉 Schlüsselwörter: Viele Familien wenden sich an uns, wenn sie Termine bei Ämtern haben … begleiten wir sie.

8

Gemeinsame Angebote für Kinder und Eltern bilden im Verein die Regel.

✗ Falsch.

Frau Keller sagt: Einige Angebote richten sich speziell an Kinder, andere an Eltern. Gemeinsame Aktivitäten gibt es zwar auch, aber eher gelegentlich. Gemeinsame Angebote sind also die Ausnahme, nicht die Regel.

💡 Falle: Das Wort gelegentlich aus dem Original wird in der Aussage in sein Gegenteil die Regel verkehrt. Wer nur registriert, dass gemeinsame Aktivitäten vorkommen, ohne auf die Häufigkeit zu achten, fällt darauf herein.

👉 Schlüsselwörter: Gemeinsame Aktivitäten gibt es zwar auch, aber eher gelegentlich.

9

Frau Keller wollte sich nach einem einzigen Projekt eigentlich schon wieder aus dem Verein zurückziehen.

✓ Richtig.

Frau Keller sagt: Ursprünglich hätte ich fast nur bei einem einzigen Projekt mitgeholfen und mich danach wieder zurückgezogen. Das entspricht genau der Aussage: Ihre ursprüngliche Absicht war ein einmaliges Engagement mit anschließendem Rückzug.

💡 Falle: Der Konjunktiv II (hätte … mitgeholfen … zurückgezogen) beschreibt einen ursprünglichen Plan, der so nicht eingetreten ist – die Aussage gibt genau diese Ausgangslage korrekt wieder, ohne zu behaupten, dass es tatsächlich so gekommen ist.

👉 Schlüsselwörter: Ursprünglich hätte ich fast nur bei einem einzigen Projekt mitgeholfen und mich danach wieder zurückgezogen.

10

Der Verein plant, sein Angebot auch auf andere Städte auszuweiten.

✗ Falsch.

Frau Keller sagt: Wir denken schon länger darüber nach, aber konkrete Schritte gibt es dafür noch nicht. Das ist bisher eher ein Thema, das wir im Vorstand diskutieren. Es gibt also erst Überlegungen, aber keinen konkreten Plan.

💡 Falle: Das Verb planen suggeriert bereits eine feste Absicht mit konkreten Schritten. Im Original steht dagegen nur darüber nachdenken und diskutieren – ein deutlich unverbindlicheres Stadium, das der Text sogar ausdrücklich von konkreten Schritten abgrenzt (aber konkrete Schritte gibt es dafür noch nicht).

👉 Schlüsselwörter: Wir denken schon länger darüber nach, aber konkrete Schritte gibt es dafür noch nicht.

Audio in dieser Übung wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.

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