Taxifahrerinnen
Sie hören nun ein Gespräch. Dazu sollen Sie 10 Aufgaben lösen. Sie hören das Gespräch zweimal. Entscheiden Sie beim Hören, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.
Hörtext (Interview)
Moderator:
Heute sprechen wir über einen Beruf, der oft unterschätzt wird: das Taxifahren. Bei uns im Studio ist heute Lea Brandt aus Leipzig. Schön, dass du da bist.
Lea:
Hallo, freut mich.
Moderator:
Lea, Frauen am Steuer eines Taxis sind ja immer noch eine Seltenheit. In Leipzig gibt es über 1.200 Taxifahrer, aber nur rund acht Prozent davon sind Frauen. Wie fühlt sich das an?
Lea:
Ehrlich gesagt, ich denke da nicht viel drüber nach. Klar, wir sind nicht viele, aber ich habe mich daran gewöhnt. Ich fahre ja inzwischen auch schon eine ganze Weile.
Moderator:
Wie lange denn?
Lea:
Im März werden es vier Jahre. Manchmal kommt es mir kürzer vor, manchmal länger, je nach Schicht.
Moderator:
Wie bist du überhaupt zum Taxifahren gekommen?
Lea:
Ich habe damals an der Uni studiert und brauchte einen flexiblen Nebenjob. Eine Kommilitonin von mir hat schon Taxi gefahren und meinte, das wäre perfekt für Leute mit unregelmäßigem Stundenplan. Sie selbst hatte vorher eine Ausbildung zur Hotelfachfrau abgebrochen und suchte etwas Neues. Ich habe dann mit ihr zusammen gelernt und den Taxischein gemacht.
Moderator:
Viele denken ja, man braucht nur einen Führerschein und los geht’s.
Lea:
Das glauben viele, ja. Aber tatsächlich gibt es einige Voraussetzungen: Mindestalter 21, ein paar Jahre Fahrpraxis und natürlich die Ortskundeprüfung. Die ist echt anspruchsvoll. Unser Ausbilder meinte damals, dass über 80 Prozent beim ersten Versuch durchfallen. Das hat mich ziemlich überrascht.
Moderator:
Und du? Beim ersten Mal bestanden?
Lea:
Ja, zum Glück. Ich war vorher ziemlich nervös, weil ich wusste, wie viele durchfallen. Ein zweiter Versuch hätte mich wahrscheinlich komplett gestresst.
Moderator:
Hast du beim Fahren manchmal Angst?
Lea:
Eigentlich nicht. Ich fahre oft Nachtschichten, und da ist man natürlich vorsichtig. Interessanterweise rufen viele Frauen nachts extra an und fragen nach einer Fahrerin. Das gibt ihnen ein Gefühl von Sicherheit. Ich finde das gut und unterstütze das gern.
Moderator:
Kann man als Taxifahrerin gut verdienen?
Lea:
Es ist okay, aber reich wird man nicht. Das Trinkgeld macht viel aus. Einmal hat mir ein Stammgast nach einer langen Fahrt 40 Euro gegeben – das war außergewöhnlich. Normalerweise sind es eher ein bis zwei Euro pro Fahrt. Wenn ich sechs Stunden fahre, komme ich vielleicht auf 12–18 Euro Trinkgeld.
Moderator:
Was gefällt dir besonders an deinem Job?
Lea:
Die Abwechslung. Manchmal trifft man spannende Menschen, manchmal will einfach niemand reden. Laut einer internen Statistik unseres Unternehmens möchten rund 60 Prozent der Fahrgäste lieber ihre Ruhe haben. Das respektiere ich natürlich. Aber wenn jemand Lust auf ein Gespräch hat, entstehen oft richtig interessante Momente.
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