Wallner-Calletti
Sie hören nun ein Gespräch. Dazu sollen Sie 10 Aufgaben lösen. Sie hören das Gespräch zweimal. Entscheiden Sie beim Hören, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.
Audioaufnahme – Interview (Wallner-Caletti)
F = Frau Bach (Journalistin)
W = Frau Wallner-Caletti
F: Guten Tag, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Heute sind wir in Italien, genauer gesagt in Rom. Frau Wallner-Caletti ist bei mir. Sie stammt ursprünglich aus Deutschland und lebt seit einigen Jahren hier. Davor lebte sie fünf Jahre in einem Nachbarland. Frau Wallner-Caletti, es ist schön, dass Sie sich Zeit für uns nehmen.
W: Gern geschehen, guten Tag.
F: Sie leben ja schon eine ganze Weile in Italien. Wie kam es zu Ihrem Umzug?
W: Ursprünglich wollte ich nur kurz bleiben. Ich habe mich schon immer für Italien interessiert, besonders für die Sprache und Kultur. Was als kurzer Aufenthalt begann, entwickelte sich dann allmählich zu etwas Dauerhafterem.
F: Ursprünglich hatten Sie ganz andere berufliche Pläne.
W: Ja, genau. Ursprünglich wollte ich Deutsch an einem italienischen Gymnasium unterrichten. Ich habe Auffrischungskurse und Italienischkurse besucht. Es war ein Jahr Probezeit, um zu sehen, ob das Leben hier das Richtige für mich ist. Und in dieser Zeit habe ich meinen zukünftigen Mann kennengelernt.
F: Und auch Ihr Privatleben hier hat sich schnell verändert. Sie sind jetzt mit einem Italiener verheiratet.
W: Ja, wir haben uns in meinem ersten Jahr in Italien kennengelernt, als ich Italienischkurse besucht habe. Italien wurde einfach zu unserer gemeinsamen Basis, und vor allem Rom, wo wir jetzt leben.
F: Klingt wunderschön, wie im Film „Ein Herz und eine Krone“. Warum sind Sie nicht Lehrerin geworden?
W: Genau. Ich habe ein kleines Restaurant eröffnet, das sich auf Wiener Küche spezialisiert hat. Es war mir wichtig, Elemente meiner Heimat einzubringen und sie mit der italienischen Lebensart zu verbinden.
F: Viele denken, dass die Eröffnung eines Restaurants besonders schwierig ist, vor allem, wenn man aus einem anderen Land kommt. Hatten Sie Probleme beim Kochen?
W: Natürlich war nicht alles einfach. Man kann ein Handwerk lernen; viel wichtiger war es aber, sich an die lokalen Gegebenheiten und Erwartungen zu gewöhnen. Ich habe viel gelesen und hatte bereits etwas Kocherfahrung, da wir in Deutschland bei meinen Eltern immer Gerichte aus verschiedenen Kulturen gekocht haben. Ich war schon immer daran interessiert und begeistert, neue Rezepte zu lernen.
F: Haben Sie sich bisher nur auf dieses Restaurant konzentriert?
W: Ja. Manchmal gibt es Gerüchte über andere Projekte, aber im Moment konzentriere ich mich ganz bewusst auf dieses eine Restaurant, obwohl ich die Möglichkeit prüfe, eine italienische Weinbar zu eröffnen. Das würde mich interessieren.
F: Wie war es für Sie als Immigrantin, mit den italienischen Behörden zu interagieren?
W: Es gab Schwierigkeiten; das gehört dazu. Aber ich würde nicht sagen, dass ich immer oder ständig ernsthafte Probleme hatte. Mit Geduld hätte sich vieles lösen lassen.
F: Sie haben jetzt eine Tochter. Wie wächst sie hier auf?
W: Zweisprachig, ganz natürlich. Sie hört zu Hause Deutsch und Italienisch, und beide Sprachen sind für sie völlig normal.
F: Es geht das Gerücht um, Sie planen, eine Filiale eines Wiener Cafés im Zentrum Roms zu eröffnen.
W: Diese Idee kommt immer wieder auf, aber ich habe keine konkreten Pläne. Im Moment steht das nicht auf meiner Agenda.
F: Wenn Sie auf Ihren Werdegang zurückblicken – von Deutschland nach Italien, Familie und Ihr eigenes Unternehmen – was haben Sie gelernt?
W: Ich habe erkannt, dass Erfolg nicht vom Wohnort abhängt. Wenn man bereit ist, sich anzupassen und sich wirklich anzustrengen, kann man viel erreichen – egal wo man lebt.
F: Frau Wallner-Caletti, vielen Dank für das Interview.
W: Gern geschehen.
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