Interview aus den Bergen
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Moderatorin: Willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer! Während wir hier im Norden Deutschlands bei fast 32 Grad schwitzen, schalten wir heute mal in eine ganz andere Klimazone. Am Telefon ist Herr Feldmann, er arbeitet als Ranger im Nationalpark Berchtesgaden und befindet sich gerade an der Bergstation des Watzmanns. Hallo Herr Feldmann, wie ist es bei Ihnen oben auf dem Berg?
Herr Feldmann: Grüß Gott zusammen! Also ich sag es mal so: Wer heute mit Flip-Flops hochgekommen wäre, hätte es bereut. Wir haben aktuell etwa einen Meter Neuschnee – auf über 2.600 Metern ist tiefster Winter.
Moderatorin: Ein Meter Schnee? Mitte Juli?
Herr Feldmann: Ja, ungewöhnlich, aber nicht einmalig. Es gab zum Beispiel auch 2021 am Brocken im Harz Schnee im Juli. Und wir hier oben erleben gerade eine Art "Winter-Comeback". Unten im Tal ist es grün, aber oben ist Wintersaison – ohne Liftbetrieb allerdings.
Moderatorin: Das heißt, Skifahren geht aktuell nicht?
Herr Feldmann: Nein, dafür reicht es nicht – kein Skibetrieb, keine Präparation. Aber zum Schneemannbauen reicht es locker.
Moderatorin: Und wie sieht es im Tal aus – in Berchtesgaden selbst?
Herr Feldmann: Unterhalb von 1.800 Metern ist alles grün. Die Schneefallgrenze lag gestern bei etwa 2.000 Metern. Im Ort kann man gemütlich spazieren gehen – wenn es trocken bleibt.
Moderatorin: Heißt das, es regnet auch bei Ihnen?
Herr Feldmann: Immer wieder. Gestern Mittag war es kurz sonnig, dann kamen wieder Schauer. Wir sagen hier: "Es regnet zur Abkühlung der Übermütigen."
Moderatorin: Die Wetterprognosen bei uns sagen Sonne satt. Wie sieht es bei Ihnen für die nächsten Tage aus?
Herr Feldmann: Laut Bergwetterbericht wird es ab Montag freundlicher. Wir hoffen allerdings schon auf besseres Wetter am Sonntag – denn dann gibt es bei uns an der Jennerbahn eine besondere Veranstaltung: Der Bergchor singt, und es findet eine Messe im Freien statt. Wenn das Wetter mitspielt.
Moderatorin: Eine Messe auf dem Berg?
Herr Feldmann: Ja, ein ökumenischer Gottesdienst mit Musik. Und jedes Jahr hoffen wir auf Sonnenschein. Aber bisher hat es meist geklappt.
Moderatorin: Können Sie uns die Landschaft gerade ein bisschen beschreiben?
Herr Feldmann: Wenn ich aus meiner Hütte schaue, sehe ich weiße Gipfel und grünes Tal. Die Sonne kommt manchmal durch – und dann hat man dieses Postkartenbild: schneebedeckte Berge über blühenden Almen. Es ist wirklich malerisch.
Moderatorin: Wie reagieren denn die Touristen? Ist das schlechte Wetter ein Problem?
Herr Feldmann: Erstaunlich gelassen. Viele sagen: "Dann machen wir eben was anderes." Es gibt ein Naturkino, Kletterhalle, Schwimmbad, und viele gehen trotzdem wandern – mit Regenjacke eben.
Moderatorin: Herr Feldmann, wie geht es Ihnen persönlich mit dem Wetter? Drückt es auf die Stimmung?
Herr Feldmann: Ach, wissen Sie, ich bin hier oben aufgewachsen. Mich wundert das nicht mehr. Ich sage mir: Wenn es schneit, kommt auch wieder die Sonne. Das war immer so. Ich bleib da entspannt.
Moderatorin: Und hat Sie der Schneefall im Juli gar nicht überrascht?
Herr Feldmann: Nicht wirklich. Wir hatten in der Vergangenheit auch schon in August Schneetage. Es ist zwar selten, aber nicht völlig neu. Klimaveränderung hin oder her – die Berge machen eh, was sie wollen.
Moderatorin: Letzte Frage: Würden Sie sagen, Sie sind mit Ihrem Arbeitsplatz zufrieden?
Herr Feldmann: Und wie! Ich habe den schönsten Arbeitsplatz der Welt. Diese Aussicht, die Ruhe, die Natur. Ich würde nicht tauschen wollen – gegen nichts.
Moderatorin: Vielen Dank, Herr Feldmann – für Ihre Zeit und den kühlen Blick von oben!
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