Zwei Bekannte – Anna und Robert – treffen sich zufällig im Wartebereich eines Bürgerbüros in der Innenstadt von Grevenau

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Sie hören nun ein Gespräch. Sie hören das Gespräch einmal. Dazu lösen Sie sieben Aufgaben.
Wählen Sie: sind die Aussagen Richtig oder Falsch.
Lesen Sie zuerst die Aufgaben. Dazu haben Sie 60 Sekunden Zeit.

4% (13 von 324 Personen konnten beim ersten Mal richtig antworten)

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- Ach, Robert! Das ist ja eine Überraschung. Ich hätte nicht gedacht, dass ich hier heute jemanden treffe, den ich kenne. Was führt dich denn ins Bürgerbüro?
- Hallo Anna! Schön, dich zu sehen. Ich muss ein paar Unterlagen für meine Steuererklärung nachreichen. Und du?
- Ich habe gerade ein Gespräch mit der Verbraucherzentrale hinter mir. Ich hatte ein ziemlich unangenehmes Erlebnis mit einem Modegeschäft hier in der Stadt, und ich wollte mich einfach mal rechtlich informieren.
- Oh, das klingt ernst. Was ist passiert?
- Also pass auf: Letztes Wochenende war ich mit meiner Schwester in der Altstadt unterwegs. Wir haben ein bisschen gebummelt, und in einem kleinen Laden habe ich eine wirklich schöne Übergangsjacke im Schaufenster gesehen – angeblich reduziert wegen Lagerräumung. Ich hab sie spontan gekauft, ohne groß darüber nachzudenken, weil ich mich auf Anhieb in das Design verliebt habe.
- Hast du sie denn vorher nicht anprobiert?
- Doch, schon – aber ehrlich gesagt nur ganz kurz über dem Pullover, den ich an dem Tag trug. Zu Hause wollte ich sie dann mit einem etwas dickeren Kleid kombinieren, das ich oft im Frühling trage – und da habe ich gemerkt, dass die Jacke leider an den Schultern extrem spannt. Also zu eng geschnitten für meinen Geschmack.
- Das ist natürlich ärgerlich. Hättest du die Jacke denn nicht einfach umtauschen können?
- Tja, das dachte ich auch. Aber als ich sie am Montag zurückbringen wollte, sagte mir die Verkäuferin, dass ein Umtausch ausgeschlossen sei – wegen eines fehlenden Etiketts. Beim An- und Ausziehen zu Hause ist das kleine Preisschild irgendwie abgegangen, es war nur mit einem Faden befestigt. Ich hab es sogar noch mitgebracht, aber sie meinte, das sei nicht akzeptabel.
- Und das war alles? Nur das fehlende Schild war der Grund?
- Nicht ganz. Es kam noch schlimmer: Die Verkäuferin war ziemlich unfreundlich und hat mir vorgeworfen, dass ich die Jacke möglicherweise absichtlich beschädigt hätte, weil an einer Naht ein winziger Riss zu sehen war – den ich selbst erst an der Kasse bemerkt habe. Ich war ehrlich schockiert über diese Unterstellung.
- Was für eine Frechheit! Und dabei hast du ja nur versucht, höflich zu reklamieren. Gab es denn keine Kulanz?
- Leider nein. Sie hat sich auf die AGB berufen, die im Laden aushängen. Angeblich besteht bei reduzierter Ware kein Anspruch auf Rückgabe oder Umtausch – und da das Schild nicht mehr dran war und sie von einer Benutzung ausgegangen ist, wollte sie nicht mal mit der Filialleitung Rücksprache halten.
- Ob das so rechtens ist, ist aber auch fraglich. Ich meine, selbst bei reduzierter Ware gibt es doch Mindeststandards, oder?
- Genau das habe ich mir auch gedacht – und deshalb bin ich eben zur Verbraucherzentrale. Die meinten, dass die Rückgabe tatsächlich freiwillig ist, solange es sich nicht um einen Mangel handelt. Aber falls der Riss schon beim Kauf vorhanden war, wäre das ein Sachmangel und damit ein Reklamationsgrund. Leider kann ich das jetzt nicht mehr nachweisen.
- Puh, das ist wirklich kompliziert. Ich hätte gedacht, dass man mit dem Kassenbon und dem Artikel einfach hingehen kann und dann klappt das schon. Aber offenbar nicht.
- Ich habe den Bon ja sogar noch! Aber da das Preisschild ab war und die Jacke angeblich schon getragen aussah, war die Verkäuferin wie blockiert. Ich fühlte mich richtig machtlos in dem Moment.
- Und was wirst du jetzt machen? Lässt du es auf sich beruhen?
- Ich überlege noch. Die Frau bei der Verbraucherzentrale meinte, ich könnte es mit einem schriftlichen Reklamationsversuch direkt an den Filialleiter versuchen – sachlich und mit Fristsetzung. Vielleicht reagiert er ja anders als das Verkaufspersonal.
- Das klingt nach einem guten Plan. Vielleicht bekommst du ja wenigstens einen Gutschein oder einen Teilbetrag zurück. Es geht ja auch ums Prinzip.
- Genau. Es geht nicht nur um die 49 Euro, sondern um den Umgang mit Kunden. Ich finde, da ist in manchen Geschäften wirklich noch Luft nach oben. Vor allem, wenn man freundlich bleibt und einfach nur eine faire Lösung möchte.
- Da hast du absolut recht. Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen – und falls du Hilfe beim Formulieren brauchst, sag einfach Bescheid.
- Danke, das ist lieb von dir. Und was deine Steuerunterlagen angeht – viel Erfolg damit! Ich hoffe, du bekommst ordentlich was zurück.
- Das hoffe ich auch. Sonst müsste ich demnächst selbst anfangen, Jacken im Sonderangebot zu kaufen.
- Dann aber bitte mit Etikett – und gleich anprobieren mit dem dicken Pulli drunter!

0 / 7 richtige Optionen

1

Anna hat sich bei der Verbraucherzentrale beschwert, weil sie keine Quittung mehr hatte.

❌ Anna hat sich bei der Verbraucherzentrale beschwert, weil sie keine Quittung mehr hatte.

Richtige Lösung: Falsch

Begründung: Anna sagt: „Ich hatte ein ziemlich unangenehmes Erlebnis mit einem Modegeschäft hier in der Stadt, und ich wollte mich einfach mal rechtlich informieren.“ Später sagt sie: „Ich habe den Bon ja sogar noch!“ → Anna war bei der Verbraucherzentrale, um sich zu informieren. Die Quittung hat sie noch.

Fallenanalyse: Robert sagt: „Ich hätte gedacht, dass man mit dem Kassenbon und dem Artikel einfach hingehen kann.“ Das Wort „Kassenbon“ lenkt die Aufmerksamkeit auf die Quittung. Das Problem war aber nicht der Bon, sondern das fehlende Preisschild.

Schlüsselwörter: „wollte mich einfach mal rechtlich informieren“ / „Ich habe den Bon ja sogar noch!“

2

Die Jacke war reduziert, weil sie leicht beschädigt war.

❌ Die Jacke war reduziert, weil sie leicht beschädigt war.

Richtige Lösung: Falsch

Begründung: Anna sagt: „… eine wirklich schöne Übergangsjacke im Schaufenster gesehen – angeblich reduziert wegen Lagerräumung.“ → Die Jacke war wegen einer Lagerräumung billiger.

Fallenanalyse: Später spricht Anna über einen „winzigen Riss“ an einer Naht. Wer beides verbindet, denkt, dass der Riss der Grund für den Rabatt war. Im Text wird als Grund für den Rabatt aber nur die Lagerräumung genannt.

Schlüsselwörter: „reduziert wegen Lagerräumung“

3

Die Verkäuferin lehnte den Umtausch wegen fehlendem Etikett und sichtbarem Schaden ab.

✅ Die Verkäuferin lehnte den Umtausch wegen fehlendem Etikett und sichtbarem Schaden ab.

Richtige Lösung: Richtig

Begründung: Anna sagt: „… sagte mir die Verkäuferin, dass ein Umtausch ausgeschlossen sei – wegen eines fehlenden Etiketts.“ Auf Roberts Frage „Nur das fehlende Schild war der Grund?“ antwortet sie: „Nicht ganz. […] weil an einer Naht ein winziger Riss zu sehen war.“ → Die Verkäuferin nannte beide Gründe: das fehlende Etikett und den Riss.

Fallenanalyse: Zuerst nennt Anna nur das Etikett als Grund. Wer hier aufhört zuzuhören, denkt, es gab nur einen Grund. Die Antwort „Nicht ganz“ zeigt: Es kommt noch ein zweiter Grund dazu.

Schlüsselwörter: „wegen eines fehlenden Etiketts“ / „Nicht ganz“ / „ein winziger Riss zu sehen“

4

Anna glaubt, dass der Riss erst nach dem Kauf entstanden ist.

❌ Anna glaubt, dass der Riss erst nach dem Kauf entstanden ist.

Richtige Lösung: Falsch

Begründung: Anna sagt: „… ein winziger Riss zu sehen war – den ich selbst erst an der Kasse bemerkt habe. Ich war ehrlich schockiert über diese Unterstellung.“ Später: „Aber falls der Riss schon beim Kauf vorhanden war, wäre das ein Sachmangel […]. Leider kann ich das jetzt nicht mehr nachweisen.“ → Anna sagt nirgends, dass der Riss erst nach dem Kauf entstanden ist. Sie weist den Vorwurf zurück und bedauert, dass sie nicht beweisen kann, dass er schon beim Kauf da war.

Fallenanalyse: „Erst … bemerkt“ bedeutet nur, dass Anna den Riss spät gesehen hat. Das heißt nicht, dass er erst spät entstanden ist.

Schlüsselwörter: „erst an der Kasse bemerkt“ / „schockiert über diese Unterstellung“ / „falls der Riss schon beim Kauf vorhanden war“

5

Die Verbraucherzentrale erklärte, dass reduzierte Ware generell nicht zurückgegeben werden darf.

❌ Die Verbraucherzentrale erklärte, dass reduzierte Ware generell nicht zurückgegeben werden darf.

Richtige Lösung: Falsch

Begründung: Anna sagt: „Die meinten, dass die Rückgabe tatsächlich freiwillig ist, solange es sich nicht um einen Mangel handelt. Aber falls der Riss schon beim Kauf vorhanden war, wäre das ein Sachmangel und damit ein Reklamationsgrund.“ → Laut Verbraucherzentrale entscheidet der Laden freiwillig über eine Rückgabe. Bei einem Mangel kann man reklamieren. Ein generelles Verbot gibt es nicht.

Fallenanalyse: Die Regel „kein Anspruch auf Rückgabe oder Umtausch bei reduzierter Ware“ steht in den AGB des Ladens, nicht in der Erklärung der Verbraucherzentrale. Außerdem macht das Wort „generell“ die Aussage zu stark.

Schlüsselwörter: „Rückgabe tatsächlich freiwillig“ / „solange es sich nicht um einen Mangel handelt“

6

Anna zieht in Erwägung, dem Filialleiter zu schreiben.

✅ Anna zieht in Erwägung, dem Filialleiter zu schreiben.

Richtige Lösung: Richtig

Begründung: Anna sagt: „Ich überlege noch. Die Frau bei der Verbraucherzentrale meinte, ich könnte es mit einem schriftlichen Reklamationsversuch direkt an den Filialleiter versuchen.“ → Anna denkt über einen Brief an den Filialleiter nach. Entschieden hat sie sich noch nicht, aber sie zieht diese Möglichkeit in Erwägung.

Fallenanalyse: Robert sagt: „Das klingt nach einem guten Plan.“ Wer daraus schließt, dass Anna schon einen festen Plan hat, versteht die Situation falsch. „In Erwägung ziehen“ bedeutet nur „überlegen“ – und genau das sagt Anna: „Ich überlege noch.“

Schlüsselwörter: „Ich überlege noch“ = „in Erwägung ziehen“ / „schriftlicher Reklamationsversuch“ = „schreiben“

7

Für Anna geht es vor allem darum, das Geld zurückzubekommen.

❌ Für Anna geht es vor allem darum, das Geld zurückzubekommen.

Richtige Lösung: Falsch

Begründung: Anna sagt: „Es geht nicht nur um die 49 Euro, sondern um den Umgang mit Kunden.“ → Für Anna ist vor allem wichtig, wie man mit Kunden umgeht. Das Geld ist nicht das Wichtigste.

Fallenanalyse: Robert spricht von „einem Gutschein oder einem Teilbetrag“, und Anna nennt den Preis von 49 Euro. Das lenkt auf das Geld. Aber „nicht nur …, sondern“ zeigt: Wichtiger ist ihr das Prinzip.

Schlüsselwörter: „nicht nur um die 49 Euro“ / „sondern um den Umgang mit Kunden“

Audio in dieser Übung wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.

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