Jugendliche heute – was ist bei der Erziehung besonders wichtig?
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Jugendliche wachsen heute mit ganz anderen Bedingungen auf als frühere Generationen. Wir haben fünf Menschen gefragt, worauf sie im Umgang mit Teenagern heute besonderen Wert legen.
Hörerin 1:
Ich arbeite als Lehrerin in einer Gesamtschule und sehe oft, wie sehr Jugendliche heute unter Druck stehen. Nicht nur wegen Noten, sondern auch, weil sie sich ständig vergleichen – vor allem über soziale Netzwerke. Für mich ist daher das Entscheidende, dass sie lernen, sich selbst zu akzeptieren, auch wenn nicht alles perfekt läuft. Ich ermutige meine eigenen Kinder immer, ehrlich zu sich selbst zu sein und mit Rückschlägen umzugehen. Fehler gehören dazu, auch wenn das online oft anders aussieht.
Hörer 2:
Ich bin Vater von zwei Teenagern, 13 und 16 Jahre alt. Was mich besonders beschäftigt: Die Zeit, die sie am Bildschirm verbringen. Natürlich machen sie auch Schulisches am Laptop, aber daneben läuft ständig Musik, Videos oder Chats. Ich will nicht alles verbieten, das wäre sinnlos, aber sie sollen lernen, Pausen einzulegen. Wir haben z. B. feste Zeiten, in denen keine Geräte erlaubt sind – zum Beispiel beim Abendessen oder an den Wochenenden morgens. Das klappt nicht immer, aber es wird besser.
Hörerin 3:
Mein Sohn ist 15 und will immer mehr selbst entscheiden – was er anzieht, mit wem er Zeit verbringt, wann er nach Hause kommt. Ich finde das grundsätzlich richtig, denn sie sollen ja selbstständig werden. Trotzdem braucht es Regeln, auch wenn sie diskutiert werden. Zum Beispiel haben wir gemeinsam eine Uhrzeit vereinbart, wann er abends zurück sein soll. Das funktioniert, weil er merkt, dass ich ihm vertraue, aber auch Erwartungen habe. Reine Kontrolle bringt nichts, aber ganz ohne geht’s auch nicht.
Hörer 4:
Was mir im Alltag auffällt, ist, dass viele Jugendliche gar nicht mehr wissen, wie man sich benimmt. Ich meine damit nicht nur das Grüßen oder Bitte und Danke sagen, sondern auch den Umgangston zu Hause oder in der Schule. Ich bin kein Freund von ständigen Verboten, aber ich denke, Eltern müssen deutlich zeigen, was sie erwarten. Meine Tochter ist 14, und wir reden oft darüber, wie man mit anderen spricht – besonders im Internet. Da geht’s schnell unter die Gürtellinie, wenn man nicht aufpasst.
Hörerin 5:
Ich finde, Jugendliche sollten möglichst früh lernen, Verantwortung zu übernehmen – nicht nur in der Schule, sondern auch im Alltag. Meine Nichte ist 17, und sie kocht mittlerweile selbst, macht ihre Bankgeschäfte online und kümmert sich um ihren Nebenjob. Ich glaube, viele Eltern machen ihren Kindern zu vieles zu einfach. Natürlich ist Unterstützung wichtig, aber selbstständig wird man nicht, wenn einem alles abgenommen wird. Und gerade in der digitalen Welt darf man das Reale nicht vernachlässigen.
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