Pflege (telc)
Deutsch

Situation: In der Erkältungszeit fallen gleich mehrere Teammitglieder aus. Auch Sie merken, dass Sie langsam krank werden. Doch bei so vielen Ausfällen wird es fast unmöglich, die Schichten noch sinnvoll zu besetzen.
Person A: Sag mal, hast du heute schon auf den Dienstplan geschaut? Drei Kolleginnen sind krank, und ich fühle mich selbst auch nicht gut. Wenn ich mich jetzt auch noch krankmelde, schaffen wir die Arbeit kaum noch. Ich frage mich gerade: Was ist wichtiger, meine eigene Gesundheit oder die Patienten? Wie siehst du das?
Person B: Oh, das kenne ich gut, und es ist gerade wirklich schwierig. Ich bin mir auch nicht sicher. Der erste Kollege auf der Karte sagt etwas, das mir gefällt. Er meint, wenn er selbst nicht gesund ist, kann er niemandem helfen. Deshalb achtet er gut auf sich und gönnt sich Pausen. Da ist viel Wahres dran. Was bringt es den Patienten, wenn wir uns kaputtmachen und dann ganz ausfallen? Findest du nicht auch?
Person A: Da hast du recht. Aber ich sehe auch die andere Seite. Die Kollegin in der Mitte sagt ja, für sie kommen die Patienten zuerst, weil sie unsere Hilfe brauchen. Das verstehe ich gut. Ich hatte letzten Winter so eine Situation. Eine ältere Patientin war nachts sehr unruhig und hatte Angst, und nur ich hatte Zeit für sie. Wenn ich an dem Tag zu Hause geblieben wäre, hätte sich niemand so um sie gekümmert. Solche Momente machen die Entscheidung schwer. Kennst du das auch?
Person B: Ja, das kenne ich gut, und genau das macht unseren Beruf so besonders. Aber siehst du nicht auch die Gefahr? Wenn ich krank zur Arbeit komme, kann ich die Patienten anstecken. Gerade jetzt ist das ein echtes Risiko. Ich erinnere mich an eine Kollegin, die trotz Fieber gearbeitet hat. Am Ende lagen zwei Patienten mit derselben Krankheit im Bett. Da hilft der gute Wille niemandem, oder?
Person A: Das stimmt, dieses Risiko darf man nicht vergessen. Und weißt du, was mir an der dritten Kollegin auf der Karte gefällt? Sie sagt, es kommt auf das Gleichgewicht an. Wir sollen die Patienten gut versorgen, aber wenn wir uns selbst zu viel zumuten, hilft das am Ende keinem. Ich glaube, das ist der richtige Weg. Es ist kein Entweder-oder. Meinst du nicht, dass eine gute Balance am besten ist?
Person B: Doch, das sehe ich genauso. Eine gute Balance ist die einzige Lösung, die auf Dauer klappt. Wer ständig über seine Grenzen geht, fällt irgendwann lange aus, und dann ist niemandem geholfen. Aber das Problem ist: In der Praxis fehlt uns oft genau diese Balance, weil zu wenig Personal da ist. Deshalb finde ich, das sollten wir nicht jeder für sich lösen. Sollten wir das nicht gemeinsam mit der Stationsleitung besprechen?
Person A: Genau das wollte ich auch vorschlagen. Wenn jeder allein entscheidet, sich durchzukämpfen oder krankzumelden, ändert sich nichts an der Lage. Aber wenn wir als Team klar sagen, dass wir bei so vielen Ausfällen eine bessere Vertretung brauchen, dann hat das mehr Gewicht. Wärst du bereit, das heute zusammen mit mir anzusprechen?
Person B: Ja, auf jeden Fall, zusammen sind wir stärker als jeder allein. Dann sind wir uns also einig: Unsere Gesundheit und das Wohl der Patienten stehen nicht im Widerspruch, sondern gehören zusammen. Nur wer auf sich selbst achtet, kann auch lange gut pflegen. Und wir gehen heute gemeinsam zur Leitung und sprechen über eine faire Lösung für solche Situationen.
Person A: Genau so machen wir es. Gut, dass wir geredet haben. Jetzt ist mir meine Position viel klarer.

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