Ein Buch über Väter
Sie hören nun ein Gespräch. Dazu sollen Sie 10 Aufgaben lösen. Sie hören das Gespräch zweimal. Entscheiden Sie beim Hören, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.
9% (23 von 257 Personen konnten beim ersten Mal richtig antworten)
Moderator: Guten Tag und herzlich willkommen zu unserer Sendung. Heute sprechen wir über ein Thema, das in den letzten Jahren immer häufiger diskutiert wird: Familie, Rollenteilung und neue Wege im Berufs- und Privatleben. Herr Baschinger ist heute bei uns. Er ist Vater und Autor und hat kürzlich sein erstes Buch über Väter vorgestellt, die nach der Geburt ihrer Kinder Elternzeit nehmen. Er hat bewusst einen eher unkonventionellen Weg gewählt, seine Familie zu organisieren, da Mütter üblicherweise nach der Geburt ihrer Kinder Elternzeit nehmen. Wir freuen uns sehr, Sie bei uns zu haben.
Herr Baschinger: Vielen Dank für die Einladung.
Moderator: Herr Baschinger, Sie haben kürzlich ein Buch veröffentlicht. Könnten Sie uns kurz etwas darüber erzählen?
Herr Baschinger: Ja, natürlich. Ich habe ein Buch über meine persönlichen Erfahrungen als Vater geschrieben. Es geht um meinen Alltag mit meinem Sohn, um kleine Probleme zu Hause und auch um gesellschaftliche Themen, die man plötzlich ganz anders wahrnimmt, wenn man selbst Eltern wird.
Moderator: Wie lange sind Sie schon Vater?
Herr Baschinger: Mein Sohn ist jetzt fast zehn Monate alt. Ich lebe schon seit einiger Zeit mit meiner Partnerin zusammen. Wir haben eine sehr gute und vertrauensvolle Beziehung. Sie arbeitet als Gymnasiallehrerin und ist nach der Arbeit sehr erschöpft.
Moderator: In Ihrem Buch sprechen Sie auch über Geschlechterrollen in Familien. Finden Sie, dass die Medien dieses Thema ausreichend behandeln?
Herr Baschinger: Ehrlich gesagt, nicht wirklich. Zeitungen und Fernsehen konzentrieren sich immer noch sehr oft auf traditionelle Familienmodelle. Moderne Familienstrukturen kommen vergleichsweise selten vor. Ich finde aber auch, dass nicht alles öffentlich diskutiert werden sollte. Manche Dinge sollten einfach privat bleiben. Leider verzerren die sozialen Medien derzeit die Informationen: Dinge, die geheim bleiben sollten, werden öffentlich zur Schau gestellt, während Dinge, über die geschrieben werden sollte, verschwiegen werden!
Moderator: Ein wichtiges Thema in Ihrem Buch ist auch die Elternzeit. Wie hat Ihr Chef reagiert, als Sie ihm davon erzählt haben?
Herr Baschinger: Zuerst war ich selbst etwas zögerlich. Aber mein Chef hatte sofort Verständnis. Er fand es gut, dass ich Verantwortung übernehmen wollte, und ich musste ihn nicht lange überzeugen.
Moderator: Und wie war es für Sie persönlich zu Hause?
Herr Baschinger: Es gab natürlich mehr Arbeit, aber die Hausarbeit war nicht plötzlich etwas völlig Neues. Mit der Geburt meines Sohnes kam zwar viel neue Arbeit hinzu, aber sie gehörte nicht zum täglichen Alltag. Schon lange vor der Geburt meines Sohnes habe ich im Haushalt geholfen – gekocht, geputzt und eingekauft. Für mich war das nichts Besonderes, einfach das Übliche, wenn man zusammenlebt.
Moderator: Haben Ihre Kollegen Sie während Ihrer Elternzeit sehr vermisst?
Herr Baschinger: Das ist eine sehr interessante Frage. Ich hätte mir natürlich gewünscht, dass meine Kollegen mich vermisst hätten. Aber ich hatte bereits eine recht selbstständige Rolle im Team. Der Übergang verlief sehr schnell und reibungslos. Die Arbeit ging also weiter.
Moderator: Viele Väter berichten von Vorurteilen. Haben Sie Ähnliches erlebt?
Herr Baschinger: Ja, ich habe vor meiner Elternzeit gehört und gelesen, dass viele Väter in Elternzeit mit negativen Vorurteilen konfrontiert werden. In meinem Freundeskreis gab es mehr Neugier als Kritik. Viele fanden meine Entscheidung interessant und wollten mehr darüber erfahren. Ich bin fast nie auf wirklich negative Reaktionen gestoßen.
Moderator: Lassen Sie uns nun mehr über Ihr neuestes Buch sprechen. Für wen haben Sie es eigentlich geschrieben?
Herr Baschinger: Mein neuestes Buch ist fast wie ein Tagebuch. Es handelt von meinem Alltag, meinen Erlebnissen und Sorgen. Das Buch hat mir geholfen, meine Gedanken zu ordnen. Ehrlich gesagt, hatte ich nicht erwartet, dass es später jemand anderes lesen würde.
Moderator: Zum Schluss noch ein Blick in die Zukunft. Was sind Ihre beruflichen Pläne?
Herr Baschinger: Ich möchte wieder arbeiten gehen, wenn mein Sohn in die Schule kommt. Bis dahin möchte ich die Zeit mit ihm bewusst nutzen. Teilzeitarbeit wäre möglich, passt aber momentan einfach nicht.
Moderator: Vielen Dank, dass Sie sich heute die Zeit genommen haben, Ihre wertvolle Erfahrung mit uns zu teilen.
Herr Baschinger: Gern geschehen.
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