Der Zoo „12 Monate“
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Heute sind wir an einem ganz besonderen Ort zu Besuch. Wir befinden uns am Stadtrand von Kiew, im bekannten Tierpark „12 Monate“, einem modernen Zoo, der versucht, Natur und Tierwelt den Menschen näherzubringen. Wir begrüßen Herrn Melnyk, den Leiter des Parks. Guten Tag, Herr Melnyk. — Guten Tag.
Sagen Sie, wie sind Sie eigentlich auf die Idee gekommen, diesen Tierpark zu gründen? — Nun, ich bin selbst auf dem Land groß geworden und hatte als Kind immer Kontakt zu Tieren. Viele Kinder in der Großstadt kennen heute nur Verkehr, Beton und Bildschirme. Da dachte ich mir: Es wäre doch schön, wenn sie Tiere wieder live erleben könnten – nicht nur in Büchern oder im Internet.
Und? Können sich die Kinder für Ihre Idee begeistern oder sitzen sie lieber vor dem Computer, wie viele Erwachsene behaupten? — Sie glauben gar nicht, wie begeistert die Kinder sind. An manchen Tagen kommen 30 bis 50 Jugendliche nach der Schule zu uns. Sie helfen beim Füttern, beim Reinigen der Gehege oder begleiten die Tierpfleger bei kurzen Spaziergängen mit den Hunden.
Welche Tiere gibt es denn eigentlich hier im Park? — Wir haben über 100 Tierarten: Zebras, Kamele, Lamas, Strauße, Ponys, Papageien, Waschbären, weiße Löwen und sogar einen seltenen weißen тигра. Besonders beliebt sind natürlich die Pferde und unsere kleinen Ponys.
Und wer entscheidet, wer sich um welches Tier kümmern darf? — Bei uns kann man Tierpate werden. Das bedeutet, dass drei oder vier Jugendliche gemeinsam Verantwortung für ein Tier übernehmen. Unsere Mitarbeiter besprechen mit den Kindern, wer welches Tier bekommt. Voraussetzung ist, dass man mehrmals pro Woche Zeit hat. Manche Kinder haben sogar mehrere Patentiere. Und jedes Tier bekommt natürlich einen Namen – ein Lama heißt zum Beispiel „Сніжок“, weil es im Winter zu uns kam.
Aber wissen die Stadtkinder überhaupt, wie man mit Tieren umgeht? — Dafür sind wir ja da. Alle unsere Mitarbeiter sind ausgebildete Zoologen oder Pädagogen. Wir achten darauf, dass es den Tieren gut geht und dass den Kindern nichts passiert. Und natürlich erklären wir vorher genau, was zu tun ist – woher sollen sie es sonst wissen?
Ist es für die Kinder nicht anstrengend, in ihrer Freizeit noch arbeiten zu müssen? — Ganz und gar nicht. Für viele ist es eine Erholung nach der Schule. Und es gibt auch Tage, an denen wenig zu tun ist. Dann treffen wir uns im großen Besucherhaus, erzählen, basteln oder tanzen sogar zusammen. Der Zoo ist nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern auch ein sozialer Treffpunkt.
Kann eigentlich jedes Kind hierher kommen? — Ja, ab elf Jahren. Und ich möchte noch erwähnen: Schulklassen können sich für 14‑tägige Programme anmelden, um das Leben im Tierpark kennenzulernen. Nach zwei Wochen hier sehen viele Kinder ihre Umwelt mit ganz anderen Augen.
Bevor wir zum Ende kommen: Der Zoo „12 Monate“ befindet sich ja in der Ukraine, wo seit Jahren Krieg herrscht. Wie wirkt sich das auf Ihre Arbeit aus? — Das ist eine schwierige Frage. Viele Tiere brauchen täglich Futter, Medikamente und Wärme. Wegen der aktuellen Lage sind unsere Einnahmen stark zurückgegangen. Deshalb bitten wir Besucher und Tierfreunde um Unterstützung. Auf unserer offiziellen Webseite 12.org.ua findet man Informationen, wie man helfen kann. Wer Fragen hat, kann uns über die offizielle Kontaktadresse erreichen: [email protected]. Jede Hilfe zählt – für uns und für die Tiere.
Herr Melnyk, vielen Dank für das Gespräch. — Ich danke Ihnen. Auf Wiedersehen.
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