Interview mit Maria Goeppert‑Mayer

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R = Reporter / Reporterin  
M = Maria Goeppert‑Mayer, theoretische Physikerin, Nobelpreisträgerin 1963

R:  
Guten Tag und herzlich willkommen zu unserer Wissenschaftssendung. Heute haben wir eine außergewöhnliche Frau zu Gast: die theoretische Physikerin Maria Goeppert‑Mayer, die 1963 den Nobelpreis für Physik erhielt. Sie entwickelte das berühmte Schalenmodell des Atomkerns, das die moderne Kernphysik revolutioniert hat. Frau Goeppert‑Mayer, wir freuen uns sehr, dass Sie heute bei uns sind.

M:  
Vielen Dank. Es ist schön, hier zu sein.

R:  
Für viele junge Menschen ist Physik heute ein selbstverständlicher Teil der Schule. Aber zu Ihrer Zeit war es für Frauen sehr ungewöhnlich, in der Physik Karriere zu machen. Wie kam es dazu, dass Sie sich für dieses Fach entschieden haben?

M:  
Ich bin in Göttingen aufgewachsen, in einer Familie voller Wissenschaftler. Mein Vater war Professor für Pädiatrie, und viele unserer Freunde waren Mathematiker oder Physiker. Ich war schon als Kind fasziniert von Zahlen und Naturgesetzen. Für mich war es völlig klar, dass ich Physik studieren wollte. Das war damals allerdings noch ein sehr ungewöhnlicher Wunsch für eine Frau.

R:  
Sie haben also in Göttingen studiert?

M:  
Ja, ich begann mein Studium an der Universität Göttingen. Es war eine ganz normale Universität, keine reine Frauenhochschule. Die Professoren waren zwar sehr kompetent, aber viele von ihnen glaubten, dass Frauen in der Wissenschaft nichts zu suchen hätten. Einige sagten sogar offen, Frauen sollten lieber heiraten und Kinder großziehen. Das hat mich natürlich geärgert, aber ich habe weiterstudiert.

R:  
Haben Sie Ihr Physikstudium abgeschlossen?

M:  
Ja, ich habe promoviert. Aber ich musste während meiner Ausbildung oft Kompromisse machen. In den 1930er‑Jahren war es für Frauen fast unmöglich, eine bezahlte Stelle an einer Universität zu bekommen. Deshalb habe ich viele Jahre unbezahlt geforscht. Das war frustrierend, aber ich wollte unbedingt weitermachen.

R:  
Wie ging es dann weiter?

M:  
Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete ich in den USA an verschiedenen Forschungsprojekten. Fünf meiner sieben Geschwister waren im Militärdienst, und ich wollte ebenfalls etwas beitragen. Ich wurde in ein Team aufgenommen, das komplizierte Berechnungen für kernphysikalische Modelle durchführen musste. Wir arbeiteten damals noch mit mechanischen Rechenmaschinen, die unglaublich langsam waren. Für eine einzige Berechnung brauchten wir manchmal mehrere Stunden.

R:  
Das klingt sehr mühsam.

M:  
Das war es auch. Ich wollte unbedingt etwas Neues ausprobieren. Als ich hörte, dass in einem Forschungszentrum in Chicago ein neues theoretisches Modell des Atomkerns entwickelt werden sollte, habe ich mich sofort gemeldet. Dort begann ich, über die Struktur des Atomkerns nachzudenken. Der Kern ist winzig, aber unglaublich komplex. 1949 veröffentlichte ich dann mein Schalenmodell. Es erklärte zum ersten Mal, warum bestimmte Atomkerne besonders stabil sind.

R:  
Wurde Ihre Arbeit damals sofort anerkannt?

M:  
Nicht wirklich. Viele Kollegen glaubten zunächst nicht, dass eine Frau ein so komplexes Modell entwickeln konnte. Bei wissenschaftlichen Präsentationen standen meistens nur Männer auf der Bühne. Frauen wurden selten erwähnt. Erst Jahre später wurde meine Arbeit ernst genommen.

R:  
Wie hat Ihr Mann auf Ihre wissenschaftliche Tätigkeit reagiert?

M:  
Ich hatte großes Glück. Mein Mann war Chemiker und unterstützte mich sehr. Ich musste meine Forschung nie aufgeben. Wir hatten zwei Kinder, und eines von ihnen arbeitet heute selbst in der Wissenschaft.

R:  
Sie waren später auch an der Gründung eines der ersten modernen Kernforschungsinstitute beteiligt, stimmt das?

M:  
Ja, das war 1952. Damals sahen die Labore noch sehr bedrohlich aus – große schwarze Geräte, die eher an Maschinen aus einem alten Industriefilm erinnerten. Ich habe vorgeschlagen, die Geräte heller zu gestalten, damit sie weniger einschüchternd wirken. Außerdem habe ich an der Entwicklung neuer Rechenmethoden mitgearbeitet, die später in vielen Programmiersprachen verwendet wurden.

R:  
Und heute? Arbeiten Sie immer noch in der Forschung?

M:  
Ja, ich unterrichte gerade einen Einführungskurs in theoretischer Physik. Es macht mir Freude, jungen Menschen zu zeigen, wie spannend die Welt der Atome ist.

R:  
Frau Goeppert‑Mayer, vielen Dank für dieses inspirierende Gespräch.

M:  
Sehr gern. Auf Wiedersehen.

0 / 10 richtige Optionen

1

Maria Goeppert‑Mayer wuchs in einer Familie von Kinderärzten auf.

Nr. 1 – FALSCH (–)

Aussage: „Maria Goeppert-Mayer wuchs in einer Familie von Kinderärzten auf.“

Information aus dem Hörtext:
Im Hörtext wird gesagt, dass ihr Vater Professor für Pädiatrie war und viele Freunde der Familie Mathematiker oder Physiker waren.

Warum ist das falsch?
Die Aussage verallgemeinert den Beruf des Vaters auf die ganze Familie. Im Hörtext wird jedoch nur ein Kinderarzt erwähnt, nicht eine Familie von Kinderärzten.

Typischer Stolperpunkt:
Eine einzelne Person darf nicht auf die ganze Familie übertragen werden.

2

Maria Goeppert‑Mayer begann ihr Studium an der Universität Göttingen, schloss es jedoch an einer anderen Hochschule ab.

Nr. 2 – FALSCH (–)

Aussage: „Maria Goeppert-Mayer begann ihr Studium an der Universität Göttingen, schloss es jedoch an einer anderen Hochschule ab.“

Information aus dem Hörtext:
Maria Goeppert-Mayer sagt, dass sie ihr Studium an der Universität Göttingen begann und dort promovierte.

Warum ist das falsch?
Im Hörtext gibt es keinen Hinweis auf einen Hochschulwechsel. Die Aussage fügt eine zusätzliche Information hinzu, die nicht genannt wird.

Typischer Stolperpunkt:
Ein vermuteter Wechsel wird als Tatsache dargestellt, obwohl er im Hörtext nicht erwähnt wird.

3

Maria Goeppert‑Mayer besitzt einen Doktortitel.

Nr. 3 – RICHTIG (+)

Aussage: „Maria Goeppert-Mayer besitzt einen Doktortitel.“

Information aus dem Hörtext:
Maria Goeppert-Mayer sagt ausdrücklich: „Ja, ich habe promoviert.“

Warum ist das richtig?
Der Hörtext bestätigt klar, dass sie ihr Studium abgeschlossen und einen Doktortitel erworben hat.

Typischer Stolperpunkt:
Manche verbinden lange unbezahlte Forschung fälschlich mit einem nicht abgeschlossenen Studium. Der Hörtext sagt jedoch eindeutig, dass sie promoviert hat.

4

Maria Goeppert‑Mayer arbeitete langsam mit Rechenmaschinen.

Nr. 4 – FALSCH (–)

Aussage: „Maria Goeppert-Mayer arbeitete langsam mit Rechenmaschinen.“

Information aus dem Hörtext:
Im Hörtext heißt es, dass sie mit mechanischen Rechenmaschinen gearbeitet haben, die unglaublich langsam waren. Außerdem wird gesagt, dass man für eine Berechnung manchmal mehrere Stunden brauchte.

Warum ist das falsch?
Im Hörtext wird die Langsamkeit den Rechenmaschinen zugeschrieben, nicht der Arbeitsweise von Maria Goeppert-Mayer. Die Aussage behauptet jedoch, dass sie selbst langsam arbeitete. Diese Information steht so nicht im Hörtext.

Typischer Stolperpunkt:
Eine Eigenschaft eines Werkzeugs (langsame Maschine) wird leicht als Eigenschaft einer Person verstanden (sie arbeitet langsam). Im Hörtext wird aber nur die Maschine als langsam beschrieben.

5

Maria Goeppert‑Mayer hatte insgesamt fünf Geschwister, von denen mehrere im Militär dienten.

Nr. 5 – FALSCH (–)

Aussage: „Maria Goeppert-Mayer hatte insgesamt fünf Geschwister, von denen mehrere im Militär dienten.“

Information aus dem Hörtext:
Im Hörtext heißt es, dass fünf ihrer sieben Geschwister im Militärdienst waren.

Warum ist das falsch?
Die Aussage verwechselt die Gesamtzahl der Geschwister mit der Anzahl der Geschwister im Militär. Insgesamt hatte sie sieben Geschwister.

Typischer Stolperpunkt:
Teilmengen dürfen nicht als Gesamtzahl verstanden werden.

6

Die Arbeit mit den mechanischen Rechenmaschinen empfand sie als abwechslungsreich und motivierend.

Nr. 6 – FALSCH (–)

Aussage: „Die Arbeit mit den mechanischen Rechenmaschinen empfand sie als abwechslungsreich und motivierend.“

Information aus dem Hörtext:
Maria Goeppert-Mayer beschreibt die Arbeit als mühsam und sagt, dass sie unbedingt etwas Neues ausprobieren wollte.

Warum ist das falsch?
Der Hörtext stellt die Arbeit als anstrengend und eintönig dar, nicht als motivierend oder abwechslungsreich.

Typischer Stolperpunkt:
Positive Bewertungen werden angenommen, obwohl im Hörtext eine klare Kritik geäußert wird.

7

Maria Goeppert‑Mayer arbeitete während des Zweiten Weltkriegs die ganze Zeit in Chicago.

Nr. 7 – FALSCH (–)

Aussage: „Maria Goeppert-Mayer arbeitete während des Zweiten Weltkriegs die ganze Zeit in Chicago.“

Information aus dem Hörtext:
Im Hörtext wird gesagt, dass sie in den USA an verschiedenen Projekten arbeitete und später nach Chicago ging.

Warum ist das falsch?
Die Aussage verwendet eine zeitliche Verallgemeinerung. Der Hörtext nennt Chicago nur für einen späteren Abschnitt, nicht für die gesamte Zeit.

Typischer Stolperpunkt:
Ein genannter Ort wird fälschlich auf den ganzen Zeitraum übertragen.

8

Maria Goeppert‑Mayer hat zwei Kinder, die ebenfalls in der Wissenschaft tätig sind.

Nr. 8 – FALSCH (–)

Aussage: „Wegen der Computersprache konnte der erste Rechner schneller als der Mensch arbeiten.“

Information aus dem Hörtext:
Die hohe Geschwindigkeit wird mit der elektronischen Technik erklärt. Eine Programmiersprache wird in diesem Zusammenhang nicht genannt.

Warum ist das falsch?
Die Aussage nennt einen Grund, der im Hörtext nicht erwähnt wird.

Typischer Stolperpunkt:
Ursache und Wirkung werden vertauscht oder falsch ergänzt.

9

Maria Goeppert‑Mayer gründete ihr eigenes Kernforschungsinstitut.

Nr. 9 – FALSCH (–)

Aussage: „Maria Goeppert-Mayer gründete ihr eigenes Kernforschungsinstitut.“

Information aus dem Hörtext:
Sie sagt, dass sie an der Gründung eines Instituts beteiligt war.

Warum ist das falsch?
Beteiligung bedeutet nicht, dass sie das Institut allein gegründet hat. Die Aussage ist stärker als der Hörtext.

Typischer Stolperpunkt:
Mitarbeit wird als alleinige Verantwortung verstanden.

10

Maria Goeppert‑Mayer entwickelte allein eine moderne Programmiersprache, die heute weltweit genutzt wird.

Nr. 10 – FALSCH (–)

Aussage: „Maria Goeppert-Mayer entwickelte allein eine moderne Programmiersprache, die heute weltweit genutzt wird.“

Information aus dem Hörtext:
Im Hörtext wird gesagt, dass sie an neuen Rechenmethoden mitgearbeitet hat, die später in Programmiersprachen verwendet wurden.

Warum ist das falsch?
Die Aussage behauptet eine alleinige Entwicklung einer konkreten Programmiersprache. Diese Information steht nicht im Hörtext.

Typischer Stolperpunkt:
Mitarbeit und spätere Nutzung werden fälschlich als Erfindung dargestellt.

Audio in dieser Übung wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.

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