Modedesignerin
Sie hören eine Ansage aus dem Radio. Zu dieser Ansage gibt es eine Aufgabe. Welche Lösung (a, b oder c) passt am besten?
Hörtext – Interview (strukturiert, ohne Kürzungen)
Heute haben wir in unserem Magazin einen ganz besonderen Gast zu Besuch: die bekannte Modedesignerin Dorothee Schumacher. Zur Zeit hier in München für eine Präsentation ihrer neuen Kollektion. Wir begrüßen Sie ganz herzlich, Dorothee. Guten Tag.
Dorothee, Sie sind nicht nur eine der bekanntesten Modemacherinnen,
sondern auch Unternehmerin und Mutter. Außerdem sieht man Sie auf vielen Empfängen und Veranstaltungen. Wie schaffen Sie das bloß?
Oh, ich bin einfach sehr organisiert. Und wenn ich ehrlich bin: Ich habe ziemlich klare Regeln im Alltag. Zum Glück brauche ich nur vier bis fünf Stunden Schlaf, um fit zu sein. So stehe ich früh auf, mache kurz Sport
und frühstücke dann mit meiner Familie. Danach fahre ich ins Atelier.
Und wie sieht ein normaler Arbeitstag dort aus?
Also, zuerst sprechen wir über neue Entwürfe. Dann wählen wir Stoffe und Farben aus. Das sind hauptsächlich meine Aufgaben. Und dann geht es an die Umsetzung. Das mache ich natürlich nicht selbst, dafür haben wir Profis. Am Ende sieht man die Stücke dann im Laden.
Woher kommen Ihre Ideen?
Vieles kommt aus ganz unterschiedlichen Bereichen: aus Filmen, aus Kunst, manchmal auch aus der Musik. Aber ich reise auch oft in große Städte, und ich schaue auf der Straße: Was tragen die Menschen gerade? So findet man fast überall neue Impulse.
Dorothee, Sie haben eigentlich alles: Erfolg, Reichtum, Freunde, Familie. Bleiben da noch Wünsche offen?
Erst mal muss ich sagen: Ich bin wirklich sehr dankbar für alles, was ich habe. Aber ich arbeite auch hart dafür. Keiner hat mir etwas geschenkt. Viele Menschen sehen nur die Shows und die schönen Momente, aber kaum jemand sieht den Druck.
Was für Druck?
Nun, zweimal im Jahr zeigen wir neue Kollektionen. Das ist für mich oft ein Gefühl wie früher in der Schule, als man abgefragt wurde oder einen Test schreiben musste. Immer wieder prüfen die Leute unsere Arbeit. Und jedes Mal fragt man sich: Ist das gut genug?
Woher kommt diese Einstellung?
Also eigentlich ist meine Mutter dafür verantwortlich. Sie war eine sehr strenge Frau und selbst berufstätig. Sie sagte mir immer wieder, dass ich lernen muss, mich nur auf mich selbst zu verlassen. Und sie meinte: Erst die Schule beenden, dann einen Beruf haben – und erst danach heiraten.
Und wie erziehen Sie Ihre Kinder?
Ich versuche ihnen beizubringen, dass Familie sehr, sehr wichtig ist.
Außerdem sollen sie gute Manieren lernen und nicht denken, dass sie etwas Besonderes sind. Wirklich, ich will, dass sie ein normales Leben führen. Und ich glaube, das klappt bei uns ganz gut.
Und Ihr Mann? Begleitet er Sie zu solchen Terminen?
Nein, gar nicht. Oft kommt er mit. Wenn ich allein ausgehe, macht ihm das nichts aus. Wir sind glücklich verheiratet und haben volles Vertrauen zueinander. Und es ist doch ganz klar, dass er nicht immer Lust hat, mich auf allen Reisen oder Präsentationen zu begleiten.
Ja, danke. Tschüss.
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