Bericht über das Goethe-Haus in Weimar
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Willkommen bei „Geschichte erleben“. In unserer heutigen Sendung besuchen wir ein historisches Gebäude, das zu den bedeutendsten literarischen Erinnerungsorten Deutschlands zählt: das Goethe-Haus am Frauenplan in Weimar.
Bereits seit 1886 ist das Gebäude für die Öffentlichkeit zugänglich – heute als Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Klassisches Weimar“. Es war fast fünf Jahrzehnte lang das Zuhause von Johann Wolfgang von Goethe, einem der einflussreichsten Dichter und Denker des deutschen Sprachraums.
Ursprünglich im Jahr 1709 erbaut, wurde das Haus Goethe im Jahr 1794 vom damaligen Herzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach geschenkt – als Anerkennung für Goethes kulturpolitisches Engagement. Goethe ließ es anschließend nach seinen ästhetischen und funktionalen Vorstellungen umgestalten. Besonders bemerkenswert: Er kombinierte Wohn- und Arbeitsbereich auf eine Weise, die seiner Zeit weit voraus war.
Der heutige Besucher kann über 50 Originalräume besichtigen, darunter das berühmte Arbeitszimmer, in dem Werke wie „Faust“, „Die Wahlverwandtschaften“ oder „Wilhelm Meisters Wanderjahre“ entstanden. In der Hausbibliothek finden sich über 7.000 Bände, viele davon mit Anmerkungen Goethes selbst – ein faszinierender Einblick in das Denken des Universalgelehrten.
Im Jahr 2024 wurde das Museum um neue digitale Elemente erweitert: Besucher können nun mithilfe von Augmented Reality die damalige Raumgestaltung erleben und interaktive Lesestationen nutzen. Laut Museumsleitung war das Ziel, „jüngere Generationen stärker anzusprechen, ohne die Authentizität des Hauses zu verlieren.“
Besonders interessant: Goethe war nicht nur Dichter, sondern auch Naturwissenschaftler und Minister. Diese Vielseitigkeit spiegelt sich im Haus wider – unter anderem in einer Sammlung geologischer Gesteine und Präparate, die Goethe selbst zusammengetragen hatte.
Trotz seiner Bekanntheit blieb Goethe bei der Einrichtung seines Hauses erstaunlich bescheiden. In einem Brief von 1823 schrieb er: „Ich kann nicht gut denken, wenn mich ein Sofa zur Ruhe verführt.“ – So erklärt sich, warum in seinem Arbeitszimmer statt eines bequemen Sessels nur ein schlichter Holzstuhl steht.
Ein Besuch im Goethe-Haus ist also nicht nur eine Zeitreise in die Weimarer Klassik, sondern auch eine Einladung, über das Verhältnis von Kreativität, Einfachheit und geistiger Arbeit nachzudenken.
Das war „Geschichte erleben“ – bleiben Sie neugierig!
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