Eine große Reise
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Moderatorin:
Guten Abend und herzlich willkommen zur heutigen Ausgabe von Reisewelten. Viele Menschen träumen davon, einmal im Leben eine große Reise zu unternehmen. Die Biologin Carla Rehm hat sich diesen Traum erfüllt. Sie war zwölf Monate allein unterwegs – und zwar mit einem kleinen Van, den sie selbst ausgebaut hat.
Jetzt ist sie seit einigen Monaten wieder in Österreich, und wir freuen uns, dass sie heute bei uns im Studio ist.
Frau Rehm, was hat Sie dazu gebracht, solch eine außergewöhnliche Reise zu unternehmen?
Carla Rehm:
Ich liebe das Reisen schon seit meiner Studienzeit. Vor sechs Jahren habe ich mir einen kleinen Transporter gekauft und ihn schrittweise umgebaut. Ich wollte unabhängig sein und gleichzeitig flexibel reisen.
Lange war ich mir aber nicht sicher, ob ich das wirklich wagen soll – vor allem wegen der Kosten und der Einsamkeit unterwegs.
Moderatorin:
Die meisten beginnen so eine Reise ja in Südeuropa oder Skandinavien. War das bei Ihnen auch so?
Carla Rehm:
Nicht ganz. Ich habe in Portugal gestartet und bin dann nach Nordafrika übergesetzt. Ich wollte jede Landschaft intensiv erleben, nicht nur an einem Ort sein.
Natürlich war ich auch gezwungen, zwischendurch zu fliegen – vor allem, als ich von Marokko nach Kanada weitergereist bin.
Moderatorin:
So ein Abenteuer lässt sich ja schwer mit einem normalen Berufsleben vereinbaren. Wie haben Sie das organisiert?
Carla Rehm:
Ich hatte großes Glück. Mein Mietvertrag lief genau zu dem Zeitpunkt aus, als ich loswollte, und meine Stelle als wissenschaftliche Assistentin wurde befristet beendet.
So hatte ich keine Verpflichtungen mehr und habe die Chance genutzt.
Moderatorin:
Wie hat Ihr Umfeld reagiert?
Carla Rehm:
Meine Eltern waren skeptisch, aber nicht überrascht – sie kennen meinen Freiheitsdrang.
Viele Freunde fanden die Idee spannend, andere wiederum hatten große Bedenken, gerade weil ich allein unterwegs war.
Moderatorin:
Gab es auch gefährliche Situationen?
Carla Rehm:
Einmal bin ich in einem abgelegenen Teil von Kanada im Schnee steckengeblieben. Dort kam selten jemand vorbei.
Zum Glück traf ich nach ein paar Stunden auf ein Ehepaar mit Allradfahrzeug. Die beiden halfen mir nicht nur aus dem Schnee, sie luden mich sogar für zwei Nächte zu sich nach Hause ein.
Moderatorin:
Und wie haben Sie diese lange Reise finanziert?
Carla Rehm:
Ich habe zuvor zwei Jahre bewusst gespart. Außerdem bin ich recht genügsam und habe viel im Van geschlafen oder auf Campingplätzen übernachtet.
Zusätzlich habe ich Online-Artikel für Umweltmagazine geschrieben – das hat meine Reisekasse etwas unterstützt.
Am teuersten war der Transport meines Vans von Europa nach Nordamerika.
Moderatorin:
Sie hatten sicher auch wenig Gepäck dabei, oder?
Carla Rehm:
Richtig. Ich hatte nur das Nötigste dabei – Kleidung, Campingausrüstung, etwas Technik.
Aber ein Lieblingspulli durfte trotzdem mit. Was mir wirklich gefehlt hat, waren mein Garten, meine Bücher und die gemeinsamen Abende mit Freunden.
Moderatorin:
Und wie war es, zurückzukehren?
Carla Rehm:
Gar nicht so leicht. Ich musste mich erst wieder an das geregelte Leben gewöhnen.
Aber es ging schneller als gedacht. Ich arbeite jetzt in der Öffentlichkeitsarbeit einer Umweltorganisation in Linz.
Ich bin froh, dass ich diese Reise gemacht habe – sie hat mich verändert und mir viel Selbstvertrauen gegeben.
Moderatorin:
Frau Rehm, danke für Ihren Besuch und das inspirierende Gespräch!
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