Patientenbeschwerden über unfreundlichen Kollegen im Krankenhaus

Situation:
Sie arbeiten in einem Krankenhaus. Mehrere Patientinnen und Patienten haben sich darüber beschwert, dass ein Kollege sehr unfreundlich und ungeduldig mit ihnen umgeht. Einige fühlen sich nicht ernst genommen.

Aufgabe:
Überlegen Sie zusammen mit Ihrer Gesprächspartnerin oder Ihrem Gesprächspartner, wie Sie in dieser Situation angemessen reagieren.

Diese Stichpunkte helfen Ihnen:

  1. Patientinnen und Patienten: Wie auf die Beschwerden reagieren? Was anbieten?
  2. Kollege: Wie das Gespräch suchen? Wie unterstützen?
  3. Kurzfristig: Was im Team tun, damit so etwas nicht mehr vorkommt?
  4. Langfristig: Wie das Arbeitsklima und den Umgang mit Patientinnen und Patienten dauerhaft verbessern?
  5. …?
speedometer 4:00 Min
lock

Um diese Funktion zu nutzen, brauchst du ein Premium-Abo.

Premium freischalten

Antwortboben

Wörter: 0

Beispiel

0:00
0:00

TN1: „Hast du gehört, dass sich mehrere Patientinnen und Patienten darüber beschwert haben, dass unser Kollege sehr unfreundlich und ungeduldig mit ihnen umgeht? Einige fühlen sich nicht ernst genommen, was in einem Krankenhaus wirklich nicht akzeptabel ist."
TN2: „Ja, ich habe davon gehört. Das ist wirklich eine sehr ernste Situation, denn Patientinnen und Patienten befinden sich in einer verletzlichen Lage und sind auf einfühlsame und respektvolle Behandlung angewiesen. Wenn sie sich nicht ernst genommen fühlen, leidet nicht nur ihr Wohlbefinden, sondern auch das Vertrauen in unser gesamtes Team. Weißt du, wie viele Beschwerden bisher eingegangen sind?"
TN1: „Ja, in den letzten zwei Wochen haben sich fünf Patientinnen und Patienten direkt bei der Stationsleitung gemeldet. Das ist für ein Krankenhaus eine sehr hohe Zahl, die wir nicht ignorieren dürfen. Sollten wir zunächst mit den betroffenen Patientinnen und Patienten sprechen?"
TN2: „Da stimme ich dir vollkommen zu. Wir sollten alle Patientinnen und Patienten, die sich beschwert haben, persönlich aufsuchen, ihnen aufmerksam zuhören und uns aufrichtig entschuldigen. Dabei sollten wir ihnen versichern, dass ihre Beschwerden ernst genommen werden und dass wir konkrete Maßnahmen ergreifen. Kannst du das genauer erklären, was wir ihnen konkret anbieten könnten?"
TN1: „Ja, gerne. Wir könnten ihnen anbieten, dass künftig eine andere Pflegeperson oder ein anderer Arzt für ihre Betreuung zuständig ist, falls sie sich dabei wohler fühlen. Das Wichtigste ist, dass sie sich sicher und gut betreut fühlen. Außerdem sollten wir sicherstellen, dass ihre medizinische Versorgung in keiner Weise beeinträchtigt wird. Sollten wir auch das Gespräch mit dem betroffenen Kollegen suchen?"
TN2: „Ja, auf jeden Fall, aber sehr behutsam. Ein Einzelgespräch in einer ruhigen und vertraulichen Atmosphäre ist der richtige erste Schritt. Dabei sollten wir die konkreten Beschwerden sachlich ansprechen und fragen, ob es Gründe gibt, die wir nicht kennen. Weißt du, ob der Kollege in letzter Zeit unter besonderem Druck steht?"
TN1: „Ja, soweit ich weiß, arbeitet er seit Wochen viele Überstunden, weil die Station unterbesetzt ist. Das erklärt möglicherweise die Ungeduld, rechtfertigt das Verhalten aber natürlich nicht. Vielleicht braucht er Unterstützung, die er bisher nicht bekommen hat. Da bin ich anderer Meinung als Kolleginnen und Kollegen, die sagen, wir sollten das Problem sofort eskalieren, ohne erst mit ihm zu sprechen. Kannst du das genauer erklären, welche Unterstützung wir ihm anbieten könnten?"
TN2: „Ja, gerne. Wir könnten ihm zunächst anbieten, einige seiner Aufgaben vorübergehend zu übernehmen, um den Druck zu reduzieren. Außerdem könnte ein Gespräch mit dem betrieblichen Gesundheitsdienst oder eine professionelle Supervision sehr hilfreich sein. Manchmal brauchen Pflegekräfte einfach jemanden, der zuhört. Was können wir als Team kurzfristig tun, damit so etwas nicht mehr vorkommt?"
TN1: „Das ist eine sehr wichtige Frage. Wir könnten im Team vereinbaren, dass wir uns gegenseitig stärker unterstützen, besonders in stressigen Situationen. Wenn jemand merkt, dass eine Kollegin oder ein Kollege überlastet ist, sollte er oder sie aktiv anbieten zu helfen, anstatt wegzuschauen. Weißt du, ob wir auch klare Absprachen für besonders belastende Situationen treffen sollten?"
TN2: „Ja, das halte ich für sehr sinnvoll. Wir könnten zum Beispiel vereinbaren, dass bei sehr schwierigen Patientengesprächen immer eine zweite Person dabei ist oder zumindest in der Nähe bleibt. So verhindern wir, dass jemand alleine in einer Situation überfordert ist und falsch reagiert. Sollten wir außerdem regelmäßige kurze Teamrunden einführen, in denen wir die aktuelle Belastung besprechen?"
TN1: „Da stimme ich dir vollkommen zu. Kurze tägliche oder wöchentliche Teamrunden würden sicherstellen, dass niemand still vor sich hin leidet. Wenn Probleme frühzeitig angesprochen werden, können wir gemeinsam Lösungen finden, bevor jemand an seine Grenzen gerät. Wie können wir langfristig das Arbeitsklima und den Umgang mit Patientinnen und Patienten dauerhaft verbessern?"
TN2: „Das ist eine sehr wichtige Frage. Wir sollten der Stationsleitung vorschlagen, regelmäßige Pflichtschulungen zu empathischer Kommunikation und zum Umgang mit belastenden Situationen einzuführen. Außerdem sollten wir gemeinsam klare Standards für den Umgang mit Patientinnen und Patienten erarbeiten, die alle kennen und einhalten. Weißt du, ob das Thema Überlastung auch strukturell angegangen werden sollte?"
TN1: „Ja, unbedingt. Die Personalplanung auf unserer Station muss verbessert werden, denn Einzelpersonen können auf Dauer keine Aufgaben für mehrere Personen übernehmen. Wir sollten der Stationsleitung einen konkreten Vorschlag zur Personalaufstockung und zu besserer Dienstplanung machen. Das würde nicht nur unserem Kollegen helfen, sondern dem gesamten Team. Ich glaube, wir haben jetzt alle wichtigen Punkte besprochen. Sollen wir kurz zusammenfassen?"
TN2: „Ja, gerne. Fassen wir kurz zusammen: Als Sofortmaßnahmen sprechen wir alle betroffenen Patientinnen und Patienten persönlich an, entschuldigen uns aufrichtig und bieten ihnen an, eine andere Bezugsperson zu wählen. Wir suchen das vertrauliche Einzelgespräch mit dem Kollegen und bieten ihm konkrete Entlastung und Unterstützung an."
TN1: „Genau. Im Team vereinbaren wir gegenseitige Unterstützung in Stresssituationen, führen klare Absprachen für schwierige Patientengespräche ein und starten regelmäßige kurze Teamrunden, damit Belastungen frühzeitig angesprochen werden."
TN2: „Langfristig führen wir Pflichtschulungen zu empathischer Kommunikation ein, erarbeiten gemeinsam klare Standards für den Umgang mit Patientinnen und Patienten und machen der Stationsleitung einen konkreten Vorschlag zur Verbesserung der Personalplanung. Ich denke, damit sind wir uns einig."
TN1: „Ja, wir sind uns einig. Dann fangen wir jetzt sofort damit an."

Um mit den Übungen fortzufahren, müssen Sie sich kostenlos registrieren oder sich bei Ihrem Konto einloggen.

Andere B2 Beruf Übungen auswählen