Dienstübergabe

Sie sollen einer Praktikantin etwas über Ihren Beruf berichten.
Ihr Vortrag sollte circa zwei Minuten dauern. Anschließend sollen Sie Fragen des Prüfers bzw. der Prüferin beantworten.
Dienstübergabe

Beispiel

0:00
0:00

Kandidat: Ich habe dieses Thema gewählt, weil die Dienstübergabe eine der wichtigsten Aufgaben im Pflegealltag ist – und gleichzeitig eine, bei der Fehler besonders schnell passieren können. Ich möchte über drei Dinge sprechen: was eine gute Übergabe ausmacht, welche Risiken eine schlechte Übergabe mit sich bringt und wie man sie im Alltag verbessern kann.
Eine gute Dienstübergabe ist strukturiert, vollständig und klar. Der abgehende Dienst informiert den ankommenden über den aktuellen Zustand jedes Patienten – Vitalzeichen, Medikamente, besondere Vorkommnisse, offene Aufgaben. Das klingt einfach, ist aber in der Praxis oft herausfordernd, weil am Ende eines langen Dienstes die Energie fehlt und man unter Zeitdruck steht.
Was passiert bei einer schlechten Übergabe? Wichtige Informationen gehen verloren. Der nächste Dienst weiß nicht, dass ein Patient in der Nacht Fieber hatte oder dass ein Medikament noch nicht gegeben wurde. Das kann zu ernsthaften Fehlern führen – im schlimmsten Fall gefährdet es die Patientensicherheit direkt.
Wie kann man Übergaben verbessern? Ein strukturiertes Übergabeprotokoll hilft sehr – so vergisst man nichts Wichtiges. Viele Einrichtungen nutzen heute digitale Systeme, die den Prozess erleichtern. Außerdem sollte man Rückfragen ausdrücklich erlauben und ermutigen – wer etwas nicht verstanden hat, muss nachfragen dürfen.
Zusammenfassend: Eine gute Übergabe ist keine Formalität. Sie ist das Bindeglied zwischen zwei Diensten und damit ein entscheidender Teil der Patientensicherheit.

Prüfer: Sie haben gesagt, am Ende eines langen Dienstes fehlt oft die Energie für eine gute Übergabe. Wie stellt man trotzdem sicher, dass nichts Wichtiges vergessen wird?
Kandidat: Am besten hilft es, die Übergabe nicht erst ganz am Ende zu machen, sondern schon während des Dienstes mitzuschreiben. Wenn ich etwas Wichtiges beobachte – zum Beispiel dass ein Patient unruhig war oder einen Sturz hatte – notiere ich das sofort, nicht erst kurz vor der Übergabe. So ist am Ende alles schon festgehalten und ich muss nichts mehr aus dem Gedächtnis kramen. Ein standardisiertes Protokoll gibt dabei eine gute Struktur vor.

Prüfer: Was sind die häufigsten Fehler, die bei der Dienstübergabe passieren?
Kandidat: Der häufigste Fehler ist, dass zu viel als selbstverständlich vorausgesetzt wird – man denkt, der Kollege weiß das sowieso, und erwähnt es nicht. Ein anderer häufiger Fehler ist, dass die Übergabe zu schnell gemacht wird, weil alle nach Hause wollen. Dann werden Details übersprungen, die eigentlich wichtig wären. Und manchmal ist die Sprache zu vage – „der Patient war heute etwas unruhig" sagt wenig. Besser ist: „Herr Müller war zwischen 14 und 16 Uhr sehr agitiert, hat zweimal versucht aufzustehen, Sturz konnte verhindert werden."

Prüfer: Sollte die Übergabe mündlich, schriftlich oder beides sein?
Kandidat: Beides zusammen ist am sichersten. Nur mündlich ist zu fehleranfällig – man vergisst etwas oder versteht etwas falsch. Nur schriftlich ist zu unpersönlich – manche Dinge lassen sich besser im Gespräch erklären, zum Beispiel wenn der Zustand eines Patienten sich gerade verändert. Die Kombination aus einem schriftlichen Protokoll und einem kurzen mündlichen Austausch ist deshalb der beste Weg. So hat man auch im Nachhinein eine Dokumentation, falls etwas unklar ist.

Prüfer: Haben Sie selbst schon erlebt, dass eine schlechte Übergabe zu einem Problem geführt hat?
Kandidat: Ja. Ich habe einmal einen Dienst übernommen, bei dem mir nicht gesagt wurde, dass ein Patient kurz vor der Übergabe über Schmerzen geklagt hatte. Das wurde als nicht so wichtig eingeschätzt. Ein paar Stunden später stellte sich heraus, dass es sich um ernstere Beschwerden handelte. Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert – aber seitdem bin ich sehr sensibel dafür, was ich in der Übergabe weitergebe. Lieber einmal zu viel sagen als einmal zu wenig.

Andere B1-B2 Pflege (telc) Übungen auswählen