Kenntnisprüfung
Deutsch
83-jährige Frau mit Morbus Parkinson und stark eingeschränkter Mobilität – lebt mit ihrem 86-jährigen Ehemann zurückgezogen in einer heißen Wohnung im 5. Stock. Akute Hinweise auf beginnende Exsikkose und Verwirrtheit bei sommerlicher Hitze. Setting: ambulanter Pflegedienst.
Sie versorgen Frau Margarete Vogel, 83 Jahre alt, im Rahmen Ihrer Tätigkeit in einem ambulanten Pflegedienst in Frankfurt am Main. Frau Vogel hat seit zehn Jahren Morbus Parkinson und ist deshalb nicht mehr in der Lage, selbstständig die Wohnung zu verlassen. Sie lebt mit ihrem Ehemann Heinrich Vogel (86 Jahre) in einer kleinen Wohnung im 5. Stock am Stadtrand. Das Ehepaar lebt sehr zurückgezogen. Die einzigen sozialen Kontakte sind ihre Nichte Petra, die einmal wöchentlich Einkäufe bringt, der ambulante Pflegedienst (zweimal wöchentlich Unterstützung bei der Körperpflege und einmal wöchentlich Haushaltshilfe) und der Lieferdienst, der das Mittagessen bringt. Mit den Nachbarn besteht kein Kontakt.
Sie möchten heute Frau Vogel bei der Körperpflege unterstützen. Es ist heute schon um 8.00 Uhr morgens sehr heiß, etwa 27 Grad Celsius. Sie sind froh, dass das Haus einen Aufzug hat. Herr Vogel bringt seine Frau in die Küche, wo sie am Tisch sitzt. Ihr Kopf ist auf den Tisch vornübergebeugt, nur langsam kann sie ihren Kopf heben. Auch spricht sie heute sehr wenig. Sie hatten Frau Vogel schon öfter bei der Körperpflege unterstützt – an anderen Tagen war sie deutlich gesprächiger und aufgeweckter. Heute übernehmen Sie die Körperpflege weitgehend allein, eine aktivierende Pflege ist heute nahezu unmöglich. Als Sie fertig sind, stellt Herr Vogel seiner Frau eine Tasse Kaffee hin, die sie wegen ihres Tremors kaum halten kann. Der Ehemann berichtet, dass es morgens immer „schlecht“ mit ihr wäre. Ab etwa 10.00 Uhr würde sie dann fitter werden und sich wackelig, aber selbstständig in der Wohnung bewegen und sogar kleine Hausarbeiten übernehmen.
Sie nehmen wahr, dass es schon sehr warm in der Wohnung ist – die letzten heißen Tage haben die kleine Wohnung regelrecht aufgeheizt. Die Wohnung hat einen kleinen Balkon und große Fenster, die nach Süden und Westen ausgerichtet sind. An den Fenstern sind Rollos angebracht, die heute jedoch nicht heruntergelassen sind. Als Sie sich von Frau Vogel verabschieden, erkundigt sie sich bei Ihnen, ob Sie nun wieder die Tasche zur Schneiderin zurückbringen und wünscht Ihnen noch ein schönes Fest. Herr Vogel hat ebenfalls nicht verstanden, was seine Frau damit meinte.
Weitere Diagnosen: arterielle Hypertonie, Hypothyreose, Hyperlipidämie
| Medikament | Dosis | Form | Route | Schema |
|---|---|---|---|---|
| Levodopa | 100 mg | Tbl. | p.o. | 1-0-1 |
| Benserazid | 28,5 mg | Tbl. | p.o. | 1-0-1 |
| Atorvastatin | 20 mg | Tbl. | p.o. | 0-0-1 |
| Ramipril | 2,5 mg | Tbl. | p.o. | 1-0-0 |
| L-Thyroxin | 25 µg | Tbl. | p.o. | 1-0-0 |
Herr Vogel pflegt seine Ehefrau seit Jahren liebevoll zu Hause. Die zunehmende Bewegungseinschränkung, die heute beobachtete Verwirrtheit und die heiße Wohnung stellen für ihn als pflegenden Angehörigen eine große Herausforderung dar.
Damit die Versorgung von Menschen mit Morbus Parkinson gelingt, braucht es eine gute Zusammenarbeit unterschiedlicher Personen und Berufsgruppen. Eine zentrale pflegerische Aufgabe ist die korrekte Medikamentengabe sowie die strukturierte Übergabe von Informationen.
Frau Vogel ist durch ihren Morbus Parkinson und die zusätzlichen Komorbiditäten sturzgefährdet – insbesondere durch den Tremor, die Bradykinese und die wackelige Gangsicherheit. Die Sturzprophylaxe im Sinne des Expertenstandards des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) ist daher eine zentrale pflegerische Aufgabe.
Bei einer chronischen Erkrankung wie dem Morbus Parkinson stellt sich die Frage, wie Gesundheit und Lebensqualität trotz fortschreitender Krankheit gefördert werden können. Die zurückgezogene Lebensweise des Ehepaars Vogel und die heutige Verwirrtheit von Frau Vogel werfen zudem ethisch relevante Fragen zur Autonomie auf.
Sie haben 60 Minuten Vorbereitungszeit. Sie dürfen sich Notizen machen und diese in der Prüfung nutzen. Erlaubte Hilfsmittel während der Vorbereitung: SGB V, SGB XI, Expertenstandards des DNQP sowie Berufs-, Gesetzes- und Staatsbürgerkunde. Die mündliche Prüfung dauert 45 bis 60 Minuten und wird von zwei Fachprüferinnen oder Fachprüfern abgenommen. Bewertet wird mit „bestanden“ oder „nicht bestanden“.
Vollständiger Prüfungsdialog zwischen einer Studentin und zwei Prüfenden, der zeigt, wie Sie alle fünf Kompetenzbereiche überzeugend bearbeiten und mit „bestanden“ abschließen.
Prüfer Herr Wagner: Guten Morgen, Frau Patel. Schön, dass Sie heute zu Ihrer mündlichen Kenntnisprüfung gekommen sind. Mein Name ist Wagner, ich bin Pflegepädagoge an dieser Pflegeschule. Meine Kollegin Frau Becker ist ebenfalls Pflegepädagogin. Sie hatten 60 Minuten Vorbereitungszeit. Bitte stellen Sie sich kurz vor und beginnen Sie dann mit Ihrer Fallanalyse.
Studentin (Frau Patel): Guten Morgen, Herr Wagner, guten Morgen, Frau Becker. Vielen Dank. Mein Name ist Aisha Patel, ich bin 34 Jahre alt und komme ursprünglich aus Indien. Dort habe ich mein Diplom als Krankenschwester am All India Institute of Medical Sciences in New Delhi erworben. Seit zwei Jahren arbeite ich in einem ambulanten Pflegedienst in Frankfurt am Main. Ich habe meinen Defizitbescheid erhalten und mich auf die Kenntnisprüfung vorbereitet. Wenn Sie einverstanden sind, beginne ich mit einem kurzen Überblick über die Falldarstellung und gehe dann zur strukturierten Bearbeitung über.
Prüfer Herr Wagner: Sehr gerne. Bitte beginnen Sie.
Studentin: Ich versorge im Rahmen meiner Tätigkeit in einem ambulanten Pflegedienst Frau Margarete Vogel, 83 Jahre alt, im 5. Stock am Stadtrand. Frau Vogel hat seit zehn Jahren Morbus Parkinson und lebt mit ihrem 86-jährigen Ehemann zurückgezogen. Heute Morgen um 8.00 Uhr ist es bereits 27 Grad Celsius heiß. Frau Vogel ist deutlich verlangsamt, ihr Kopf ist auf den Tisch vornübergebeugt, sie spricht wenig und ihr Tremor ist ausgeprägt. Beim Abschied äußert sie den verwirrten Satz, ich solle „die Tasche zur Schneiderin zurückbringen“ und wünscht mir „ein schönes Fest“. Auch der Ehemann hat diese Äußerung nicht verstanden.
Bevor ich auf die Pflegeprobleme eingehe, möchte ich kurz die Pathophysiologie des Morbus Parkinson erläutern, weil sie für die Pflege zentral ist.
Pathophysiologie des Morbus Parkinson: Morbus Parkinson ist eine progrediente neurodegenerative Erkrankung, die durch das Absterben dopaminproduzierender Nervenzellen in der Substantia nigra des Mittelhirns verursacht wird. Wenn etwa 60 bis 80 Prozent dieser Zellen zugrunde gegangen sind, treten die ersten Symptome auf. Der entstehende Dopaminmangel führt zu einer Störung der Bewegungssteuerung. Die Hauptsymptome werden als Parkinson-Trias bezeichnet: Tremor (Zittern, oft Ruhetremor), Rigor (Muskelsteifigkeit) und Bradykinese oder Akinese (Bewegungsverlangsamung oder -armut). Häufig kommt eine posturale Instabilität hinzu, also gestörte Halteregulation mit erhöhtem Sturzrisiko.
Komplikationen sind: Ruhetremor und Rigor führen zu Bewegungseinschränkung und sozialem Rückzug; Schluckstörungen mit Aspirationsgefahr; Obstipation durch Verlangsamung des Magen-Darm-Trakts; Schlafstörungen; Depression bei etwa 40 Prozent der Betroffenen; im späten Verlauf kognitive Einschränkungen bis hin zur Parkinson-Demenz; vegetative Störungen wie orthostatische Dysregulation; und ein typisches Phänomen sind On-Off-Schwankungen – plötzliche Wechsel zwischen guter und schlechter Beweglichkeit, oft im Tagesverlauf.
Therapieansätze: Die Standardtherapie ist Levodopa in Kombination mit einem Decarboxylasehemmer wie Benserazid oder Carbidopa. Levodopa wird im Gehirn zu Dopamin umgewandelt. Ergänzend werden Dopamin-Agonisten, MAO-B-Hemmer oder COMT-Hemmer eingesetzt. Frau Vogel erhält Levodopa 100 mg und Benserazid 28,5 mg jeweils morgens und abends. Sehr wichtig: Die Einnahmezeiten müssen strikt eingehalten werden, weil sonst die Wirkstoffspiegel schwanken und On-Off-Phänomene auftreten. Nicht-medikamentöse Therapien sind Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie und in fortgeschrittenen Fällen die Tiefe Hirnstimulation.
Aus dieser Falldarstellung leite ich folgende fünf zentrale Pflegeprobleme ab:
Aus diesen Pflegeproblemen leite ich folgende SMART-formulierten Pflegeziele ab:
Zu den Pflegeinterventionen – ich begründe jede Intervention pflegefachlich:
Zur akuten Situation heute: Sofortmaßnahmen – Rollos schließen, querlüften, leichte Bekleidung, Trinkmenge anbieten (kleine Schlucke Wasser oder ungesüßten Tee), Vitalzeichen kontrollieren (Blutdruck, Puls, Temperatur), strukturierte SBAR-Übergabe an den Hausarzt wegen der Verwirrtheit, da ein beginnendes Delir bei Exsikkose nicht ausgeschlossen werden kann.
Zur Sturzprophylaxe orientiere ich mich am Expertenstandard „Sturzprophylaxe in der Pflege“ des DNQP. Konkret: Tinetti-Test als Risikoeinschätzung, Wohnraumanpassung mit Beseitigung von Stolperfallen, festes Schuhwerk, Haltegriffe im Bad, ausreichende Beleuchtung, Hausnotruf. Wichtig: Fortbewegung nur in der On-Phase, also nach 10 Uhr, wenn Levodopa wirkt.
Zur Medikamentengabe: Strikte Einhaltung der Levodopa-Einnahmezeiten, sonst On-Off-Schwankungen. Levodopa idealerweise 30 Minuten vor den Mahlzeiten, weil Eiweiß die Resorption hemmt. Beobachtung auf Nebenwirkungen wie Übelkeit, orthostatische Dysregulation, Halluzinationen.
Zur Aktivierung: Aktivierende Pflege gezielt ab 10 Uhr, wenn Frau Vogel in der On-Phase ist. Biografieorientierte Gespräche, kleine kognitive Aufgaben, Beibehalten der kleinen Hausarbeiten als wertvolle Ressource.
Zur sozialen Aktivierung: Beratung zu Tagespflege, ehrenamtlichen Besuchsdiensten, Selbsthilfegruppen der Deutschen Parkinson Vereinigung. Kontakt zur Nichte intensivieren.
Zur Entlastung des Ehemannes: Beratung zu Verhinderungspflege nach §39 SGB XI, Tagespflege nach §41 SGB XI, Kurzzeitpflege nach §42 SGB XI, Pflegestützpunkt nach §7a SGB XI.
Prüfer Herr Wagner: Vielen Dank, sehr strukturiert. Eine Nachfrage: Welche diagnostischen Maßnahmen sind bei Frau Vogel sinnvoll und welche Ergebnisse sind zu erwarten? Bitte unterscheiden Sie zwischen pflegerischer und ärztlicher Diagnostik.
Studentin: Gerne. Diagnostische Maßnahmen unterteile ich in zwei Bereiche:
Pflegerische Diagnostik – was die Pflege selbst erhebt:
Ärztliche Diagnostik – was der Arzt anordnet:
Prüferin Frau Becker: Sehr differenziert. Was sind On-Off-Schwankungen und wie reagieren Sie darauf pflegerisch?
Studentin: On-Off-Schwankungen sind typische Komplikationen einer Langzeittherapie mit Levodopa, meist nach mehreren Jahren der Behandlung. On-Phasen sind Phasen guter Beweglichkeit, wenn Levodopa wirkt. Off-Phasen sind Phasen plötzlicher Bewegungsarmut, wenn der Wirkstoffspiegel fällt. Bei Frau Vogel sind die Morgenstunden klassisch Off-Phasen, weil sie über Nacht keine Medikation hatte. Pflegerisch reagiere ich so: Aktivierende Pflege und Mobilisation in den On-Phasen ab 10 Uhr, Körperpflege passiv in der Off-Phase morgens, strikte Einhaltung der Einnahmezeiten der Medikamente, Beobachtung und Dokumentation der Schwankungen, Information an den Hausarzt bei deutlicher Verschlechterung – gegebenenfalls Anpassung der Medikation oder Umstellung auf retardierte Präparate.
Prüfer Herr Wagner: Letzte Frage zu KB I: Welche Bedeutung hat der Satz „Tasche zur Schneiderin zurückbringen“?
Studentin: Dieser Satz ist ein wichtiges Warnsignal. Er deutet auf eine akute Verwirrtheit hin, die in der Pflege als Delir bezeichnet wird, wenn sie plötzlich auftritt und schwankt. Ein Delir bei alten Menschen kann viele Ursachen haben – bei Frau Vogel sind aktuell mehrere Faktoren gleichzeitig vorhanden: die Hitze, die mögliche Exsikkose, die Polypharmazie mit fünf Dauermedikamenten und die fortgeschrittene Parkinson-Erkrankung. Bei Parkinson-Patienten besteht zudem ein erhöhtes Risiko für Halluzinationen unter Levodopa-Therapie. Mein Handeln: Ich werte diese Äußerung nicht als „normale Vergesslichkeit“ ab, sondern dokumentiere sie genau und informiere den Hausarzt, weil ein Delir akut behandlungsbedürftig ist und sich bei Nicht-Behandlung dramatisch verschlechtern kann.
Prüfer Herr Wagner: Herr Vogel pflegt seine Frau seit Jahren liebevoll zu Hause. Bitte definieren Sie zunächst Pflegeberatung und beschreiben Sie die Schritte eines Beratungsprozesses.
Studentin: Pflegeberatung ist ein zielgerichteter, professionell gestalteter, interaktiver Prozess zwischen einer Pflegefachperson und einem Klienten oder dessen Bezugsperson. Das Ziel ist Empowerment – den Klienten zu informierten, autonomen Entscheidungen zu befähigen. Pflegeberatung ist gesetzlich verankert in §7a SGB XI.
Der Beratungsprozess gliedert sich in sechs Phasen:
Wichtig vorab: In der Pflegeberatung gebe ich ausschließlich pflegerische und gesundheitsbezogene Hinweise. Ich sage Herrn Vogel nicht, ob er seine Frau weiter zu Hause pflegen oder ins Heim geben soll. Sätze wie „Sie müssen Ihre Frau jetzt ins Heim geben“ oder „Sie dürfen sie nicht mehr alleine lassen“ wären ein schwerwiegender Verstoß gegen das Prinzip der Autonomie. Stattdessen informiere ich umfassend, biete Alternativen an und unterstütze die Familie bei einer informierten Entscheidung.
Methodische Abgrenzung von Beratung, Schulung und Anleitung:
Beratung ist ein offener, ergebnisoffener Prozess zur Unterstützung autonomer Entscheidungen. Sie folgt keiner festen Lernzielstruktur. Methoden: aktives Zuhören, offene Fragen, Reflexion. Bei Herrn Vogel zur Frage der Hitzeprophylaxe und der Entlastungsmöglichkeiten.
Schulung ist eine strukturierte, didaktisch geplante Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten zu einem konkreten Thema. Sie folgt klaren Lernzielen, einem Methodenmix und endet mit einer Evaluation. Bei Herrn Vogel: Schulung zur korrekten Levodopa-Einnahme mit kognitiven Lernzielen (warum strikte Zeiten), psychomotorischen Lernzielen (Medikamente korrekt vorbereiten) und affektiven Lernzielen (Akzeptanz der täglichen Routine). Methoden: Lehrgespräch, Demonstration, Übung, Lernkontrolle.
Anleitung ist die unmittelbare praktische Begleitung beim Tun. Bei Herrn Vogel: Anleitung beim sicheren Transfer seiner Frau vom Bett zum Stuhl – ich zeige es vor, er macht es nach, ich gebe direktes Feedback. Methoden: Vier-Schritte-Methode (Vorbereitung, Vormachen, Nachmachen, Üben).
Bezogen auf Herrn Vogel schlage ich folgenden Beratungsprozess vor – exemplarisch zum Thema Hitzeprophylaxe und Entlastung:
In Phase eins schaffe ich ein ruhiges Setting, sage zum Beispiel: „Herr Vogel, Sie pflegen Ihre Frau mit so viel Liebe. Darf ich Ihnen ein paar Hinweise geben, wie Sie Ihre Frau bei dieser Hitze schützen können und wie Sie selbst ein bisschen Entlastung finden können?“
In Phase zwei frage ich konkret: „Wie geht es Ihnen selbst gerade? Was belastet Sie am meisten? Was haben Sie in den letzten Hitzetagen schon ausprobiert?“
In Phase drei vereinbare ich ein Ziel: „Bis zu meinem nächsten Besuch in einer Woche kennen Sie fünf Hitzeschutz-Maßnahmen und mindestens drei Entlastungsangebote.“
In Phase vier informiere ich konkret – ohne Vorgaben:
Hitzeschutz: „Rollos sollten in den frühen Morgenstunden geschlossen werden, am besten ab 7 Uhr. Lüften nur nachts und früh morgens. Frau Vogel sollte mindestens 1,5 Liter täglich trinken – ein Trinkprotokoll auf dem Tisch hilft. Leichte Bekleidung. Kühle Umschläge auf Stirn und Handgelenken. Bei Verwirrtheit, sehr hohem Fieber oder plötzlicher Verschlechterung sofort den Hausarzt rufen oder 112.“
Entlastung: „Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Verhinderungspflege nach §39 SGB XI – bis zu sechs Wochen pro Jahr Vertretung. Tagespflege nach §41 SGB XI – Ihre Frau wird tagsüber in einer Einrichtung betreut. Kurzzeitpflege nach §42 SGB XI – für einen Erholungsurlaub. Die Pflegekasse berechnet das. Der Pflegestützpunkt nach §7a SGB XI berät Sie kostenlos.“
In Phase fünf evaluiere ich beim nächsten Besuch ohne zu bewerten. In Phase sechs dokumentiere ich alles im Pflegebericht.
Ergänzend nutze ich verschiedene Beratungsmodelle: das WHO-Modell der Patientenberatung, das 5-A-Modell – Assess, Advise, Agree, Assist, Arrange – und das Motivational Interviewing nach Miller und Rollnick.
Prüferin Frau Becker: Was tun Sie, wenn Herr Vogel sagt: „Ich brauche keine Hilfe, ich schaffe das schon allein. Meine Frau gehört zu mir“?
Studentin: Ich respektiere seine Entscheidung und seine Autonomie. Ich werte nicht und dränge nicht. Ich sage zum Beispiel: „Das verstehe ich gut. Sie kennen Ihre Frau am besten und kennen sich am besten. Mein Angebot bleibt – wenn Sie irgendwann Fragen haben, können Sie jederzeit auf mich zukommen.“ Ich lasse Informationsmaterial da – etwa eine Broschüre des Pflegestützpunkts oder der Deutschen Parkinson Vereinigung. Ich beobachte seine Belastungssymptome im weiteren Verlauf. Wenn ich Anzeichen einer Pflegekrise sehe – Erschöpfung, Reizbarkeit, vernachlässigte Selbstpflege, gesundheitliche Probleme – spreche ich es behutsam erneut an. Auch das ist Teil professioneller Pflege: nicht aufdrängen, aber präsent bleiben. Wichtig: Auch wenn er Hilfe ablehnt, dokumentiere ich die Beratung sorgfältig im Pflegebericht. Das ist rechtlich relevant.
Prüfer Herr Wagner: Welche rechtlichen Grundlagen hat die Pflegeberatung in Deutschland?
Studentin: Zentral ist §7a SGB XI – individueller Rechtsanspruch auf Pflegeberatung, kostenlos durch Pflegekassen oder Pflegestützpunkte. §7b SGB XI regelt Beratungsbesuche im häuslichen Umfeld. §37 Abs. 3 SGB XI sieht verpflichtende Beratungseinsätze für Pflegegeldempfänger vor – je nach Pflegegrad halbjährlich oder vierteljährlich. Akteure mit Beratungsauftrag sind die Pflegekassen, die Pflegestützpunkte, zugelassene Pflegedienste sowie Beratungsstellen anerkannter Träger wie Caritas, Diakonie oder AWO. Speziell für Parkinson-Patienten gibt es die Deutsche Parkinson Vereinigung mit Beratungsangeboten.
Prüferin Frau Becker: Können Sie eine konkrete Schulungssituation für Herrn Vogel beschreiben?
Studentin: Gerne. Schulungsthema: Korrekte Einnahme der Levodopa-Medikation. Kognitives Lernziel: Herr Vogel versteht, warum die Einnahmezeiten strikt einzuhalten sind und warum Levodopa 30 Minuten vor den Mahlzeiten gegeben wird. Psychomotorisches Lernziel: Er kann eine Wochen-Medikamentenbox korrekt befüllen. Affektives Lernziel: Er erkennt die Wichtigkeit für die Beweglichkeit seiner Frau. Methoden: Kurzer Lehrvortrag mit einfachen Bildern, Demonstration der Box, Übung durch ihn selbst, schriftliches Merkblatt mit Einnahmezeiten, Lernkontrolle durch Fallbesprechung. Dauer: 30 Minuten. Evaluation beim nächsten Besuch.
Prüfer Herr Wagner: Bitte erklären Sie zunächst den Begriff Übergabe, nennen Sie die Ziele und die Methode.
Studentin: Die Übergabe ist eine zielgerichtete, strukturierte Informationsweitergabe zwischen Pflegenden oder zwischen Pflege und anderen Berufsgruppen, mit der die Verantwortung für die Versorgung eines Patienten von einer Person an eine andere übertragen wird.
Ziele der Übergabe:
Arten der Übergabe:
Die SBAR-Methode (Situation, Background, Assessment, Recommendation) ist der internationale Standard für strukturierte Übergaben. Erweitert wird sie zu ISBAR (mit Identifikation am Anfang) oder SBAR-R (mit Read-back am Ende).
Prüferin Frau Becker: Sehr gut. Bitte nennen Sie nun die sechs Regeln der Medikamentengabe und erläutern Sie deren Bedeutung bei Frau Vogel.
Studentin: Die 6-R-Regel:
Erweitert wird die Regel zur 10-R-Regel mit: richtige Wirkung, richtige Reaktion (Beobachtung auf Nebenwirkungen), richtige Aufklärung und richtige Kontrolle.
Personen und Berufsgruppen in der Versorgung von Frau Vogel:
Hausarzt zur medizinischen Gesamtkoordination, gerade heute akut wegen der Verwirrtheit. Neurologe für die Parkinson-Therapie, eventuelle Anpassung der Medikation, Bewertung der On-Off-Schwankungen. Physiotherapeut für Mobilitätstraining, Sturzprophylaxe, Atemtherapie. Logopäde für Schluckstörungen und Sprache, weil bei Parkinson typische Sprachveränderungen auftreten. Ergotherapeut für Wohnraumanpassung und Alltagskompetenz. Apotheke – sehr wichtig bei fünf Dauermedikamenten für Medikationsanalyse und Wechselwirkungsprüfung. Sozialdienst und Pflegestützpunkt nach §7a SGB XI. Pflegekasse mit Medizinischem Dienst zur Begutachtung des Pflegegrads. Tagespflege nach §41 SGB XI zur Entlastung des Ehemannes. Deutsche Parkinson Vereinigung als Selbsthilfeangebot. Und die Nichte Petra als wichtige soziale Ressource.
Aufgaben der Pflege in der Zusammenarbeit: Koordinationsfunktion als Drehscheibe, strukturierte Informationsweitergabe via Pflegebericht und SBAR, Initiierung von Fallbesprechungen, fachgerechte Dokumentation, Anwaltsfunktion (Patient Advocacy) für Frau Vogel.
Prüferin Frau Becker: Führen Sie nun konkret eine SBAR-Übergabe an den Hausarzt durch wegen der heutigen Situation bei Frau Vogel.
Studentin: Sehr gerne. Ich rufe in der Praxis an:
S – Situation: „Guten Tag, Frau Patel vom ambulanten Pflegedienst. Ich rufe wegen Frau Margarete Vogel an, geboren am ... Sie zeigt heute Morgen akute Verwirrtheit und Antriebslosigkeit, die Wohnung ist stark aufgeheizt.“
B – Background: „Frau Vogel ist 83 Jahre alt, hat seit zehn Jahren Morbus Parkinson, dazu Hypertonie, Hypothyreose und Hyperlipidämie. Sie nimmt Levodopa, Benserazid, Atorvastatin, Ramipril und L-Thyroxin.“
A – Assessment: „Heute Morgen um 8.00 Uhr fand ich Frau Vogel mit dem Kopf auf dem Tisch, sie spricht kaum. Beim Abschied äußerte sie verwirrte Sätze – sie sprach von einer Tasche zur Schneiderin und einem Fest. Die Wohnung ist 27 Grad warm, die Rollos sind nicht heruntergelassen. Ich vermute eine beginnende Exsikkose mit Delir, möglicherweise auch eine Off-Phase ihres Parkinsons. Eine kardiale oder zentrale Ursache kann ich nicht sicher ausschließen.“
R – Recommendation: „Ich bitte um einen Hausbesuch heute oder eine telefonische Anordnung. Bis dahin schließe ich die Rollos, lüfte, biete Trinken in kleinen Mengen an, kontrolliere die Vitalzeichen alle 30 Minuten und bleibe bis zur Stabilisierung vor Ort. Sollte sich der Zustand verschlechtern, rufe ich den Notarzt unter 112.“
Prüfer Herr Wagner: Hervorragend. Was sind die Vorbehaltsaufgaben nach §4 PflBG?
Studentin: Vorbehaltsaufgaben sind Tätigkeiten, die ausschließlich von Pflegefachpersonen ausgeübt werden dürfen:
Diese Aufgaben dürfen weder an Pflegehilfskräfte noch an andere Berufsgruppen delegiert werden.
Prüfer Herr Wagner: Frau Vogel ist sturzgefährdet. Stellen Sie zunächst die Bedeutung der Expertenstandards des DNQP dar und erklären Sie, wie Sie den Expertenstandard „Sturzprophylaxe in der Pflege“ umsetzen.
Studentin: Die Expertenstandards des DNQP sind evidenzbasierte, monodisziplinäre Instrumente der Qualitätsentwicklung. Sie haben drei zentrale Bedeutungen:
Aktuell gibt es neun nationale Expertenstandards: Dekubitusprophylaxe, Entlassungsmanagement, Schmerzmanagement bei akuten und chronischen Schmerzen, Sturzprophylaxe, Förderung der Harnkontinenz, Pflege bei chronischen Wunden, Ernährungsmanagement, Erhaltung und Förderung der Mobilität, Beziehungsgestaltung bei Demenz.
Umsetzung des Expertenstandards „Sturzprophylaxe in der Pflege“ bei Frau Vogel:
Qualitätsmanagement (QM) in der Pflege:
Qualitätsmanagement ist ein systematischer Ansatz zur Sicherung und Weiterentwicklung der Versorgungsqualität. Es beruht auf dem PDCA-Zyklus – Plan, Do, Check, Act.
Drei Qualitätsdimensionen nach Avedis Donabedian:
Externe QM-Systeme:
DIN ISO 9001 ist die internationale Norm für Qualitätsmanagementsysteme. Sie ist branchenübergreifend anwendbar und basiert auf prozessorientiertem Denken, Kundenorientierung und kontinuierlicher Verbesserung.
KTQ – Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen: ein deutsches Zertifizierungsverfahren speziell für das Gesundheitswesen, das Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Praxen zertifiziert. Bewertet werden sechs Kategorien: Patientenorientierung, Mitarbeiterorientierung, Sicherheit, Informations- und Kommunikationswesen, Führung, Qualitätsmanagement.
Medizinischer Dienst (MD), früher MDK: prüft im Auftrag der Pflegekassen die Qualität in Pflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten. Die Ergebnisse werden veröffentlicht (Transparenzbericht).
Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen: ein wichtiges Qualitätsdokument mit acht Artikeln – Selbstbestimmung, körperliche und seelische Unversehrtheit, Privatheit, Pflege und Behandlung, Information und Beratung, Kommunikation und Wertschätzung, Religion und Kultur, Sterben und Tod.
Warum ist die Einführung eines QM-Systems sinnvoll? Erstens, gesetzliche Verpflichtung nach §113 SGB XI. Zweitens, Patientensicherheit durch standardisierte Prozesse. Drittens, Mitarbeiterzufriedenheit durch klare Strukturen. Viertens, kontinuierliche Verbesserung. Fünftens, Wettbewerbsvorteil durch Zertifizierung. Sechstens, rechtliche Absicherung durch Dokumentation.
Prüferin Frau Becker: Welchen Beitrag leistet Pflegeforschung zur Qualitätsentwicklung und warum ist die Umsetzung in Deutschland schwierig?
Studentin: Pflegeforschung liefert die Grundlage für evidenzbasierte Pflege. Pflegeinterventionen werden auf wissenschaftlicher Grundlage begründet, nicht auf Tradition oder Bauchgefühl. Sie ermöglicht Innovation und Qualitätsverbesserung und trägt zur Professionalisierung des Pflegeberufs bei.
Schwierigkeiten in Deutschland: Erstens das Transferproblem zwischen Theorie und Praxis – Forschungsergebnisse erreichen die Bettkante oft mit Verzögerung. Zweitens Sprachbarrieren – viele aktuelle Studien werden auf Englisch publiziert. Drittens Zeitmangel im Pflegealltag. Viertens die fehlende Forschungstradition: Pflege wird in Deutschland erst seit den 1990er Jahren akademisch ausgebildet und hat somit eine vergleichsweise kurze Forschungsgeschichte.
Prüfer Herr Wagner: Bei einer chronischen Erkrankung wie dem Morbus Parkinson stellt sich die Frage, wie Gesundheit und Lebensqualität trotz fortschreitender Krankheit gefördert werden können. Erläutern Sie zunächst die Bedeutung der Ethik für das pflegerische Handeln und beschreiben Sie die Salutogenese.
Studentin: Ethik bietet die Grundlage für die Begründung professionellen pflegerischen Handelns, besonders in Dilemmasituationen. In der Pflege orientiere ich mich an mehreren Bezugsrahmen:
Erstens: Die vier ethischen Prinzipien nach Beauchamp und Childress – Autonomie, Nicht-Schaden, Wohltun, Gerechtigkeit.
Zweitens: Der ICN-Ethikkodex für Pflegende mit den vier Hauptverantwortungen: Gesundheit fördern, Krankheit verhüten, Gesundheit wiederherstellen, Leiden lindern.
Drittens: Die Care-Ethik, eine Beziehungsethik, die die Verantwortung in der Pflegebeziehung betont.
Theorie der Salutogenese nach Aaron Antonovsky:
Aaron Antonovsky war ein israelisch-amerikanischer Medizinsoziologe, der die Salutogenese in den 1970er Jahren entwickelte. Der Begriff bedeutet wörtlich Entstehung von Gesundheit. Im Gegensatz zur klassischen Pathogenese, die fragt: „Was macht Menschen krank?“, fragt die Salutogenese: „Was hält Menschen gesund?“
Antonovsky stellt sich Gesundheit und Krankheit als Kontinuum zwischen Health-Ease und Dis-Ease vor. Das Kernkonzept ist das Kohärenzgefühl (Sense of Coherence) mit drei Komponenten:
Wichtig sind die generalisierten Widerstandsressourcen – intern wie Selbstvertrauen, Wissen, Optimismus und extern wie soziale Unterstützung, finanzielle Sicherheit.
Ethischer Konflikt im Fall Vogel:
Im Fall Vogel sehe ich einen zentralen ethischen Konflikt zwischen der Autonomie der Eheleute und dem Prinzip des Nicht-Schadens. Konkret: Das Ehepaar lebt zurückgezogen, lehnt möglicherweise Hilfe ab, möchte zu Hause bleiben – das ist ihr Recht. Gleichzeitig zeigen die heutigen Beobachtungen (Hitze, Verwirrtheit, soziale Isolation), dass diese Lebensweise gesundheitliche Risiken birgt. Wann ist es eine Bevormundung, eine Heimunterbringung anzuregen? Wann ist es Vernachlässigung, sie nicht anzuregen?
Ein zweiter Konflikt: Frau Vogel ist heute kognitiv eingeschränkt. Ist ihre verbale Kommunikation noch Ausdruck ihres freien Willens, oder ist sie schon Symptom eines Delirs? Wer entscheidet für sie? Hat sie eine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht?
Förderung der Gesundheit von Frau Vogel mit Salutogenese:
Prüferin Frau Becker: Was ist der Unterschied zwischen Salutogenese und Prävention?
Studentin: Prävention orientiert sich an der Pathogenese und fragt: „Wie verhindere ich Krankheit?“ Sie wird in drei Stufen unterteilt: primär (Krankheit verhindern, Impfung), sekundär (Krankheit früh erkennen, Vorsorge), tertiär (Folgeschäden vermeiden, Reha).
Salutogenese dagegen orientiert sich an Gesundheit und fragt: „Was stärkt den Menschen?“ Sie konzentriert sich auf Ressourcen, nicht auf Risiken.
Bei Frau Vogel: Prävention sind Sturzprophylaxe-Maßnahmen, Pneumokokkenimpfung, Medikamentencheck. Salutogenese ist alles, was Frau Vogel trotz Parkinson Lebensfreude und Sinn gibt – das Familienleben mit dem Ehemann, die kleinen Hausarbeiten, der Kontakt zur Nichte, die Erinnerungen an aktive Jahre. Beide Konzepte ergänzen sich.
Prüfer Herr Wagner: Was ist der Unterschied zwischen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht und warum ist das für Frau Vogel besonders wichtig?
Studentin: Eine Patientenverfügung ist eine schriftliche Erklärung einer einwilligungsfähigen Person für den Fall, dass sie ihre Wünsche bezüglich medizinischer Behandlungen nicht mehr äußern kann. Sie regelt was gemacht oder nicht gemacht werden soll.
Eine Vorsorgevollmacht bestimmt wer stellvertretend Entscheidungen treffen darf. Bei Frau Vogel wäre das logischerweise ihr Ehemann oder die Nichte.
Für Frau Vogel ist das aus zwei Gründen besonders wichtig: Erstens können sich kognitive Einschränkungen bei Parkinson im Verlauf entwickeln – eine schriftliche Patientenverfügung dokumentiert ihren Willen verbindlich, solange sie noch einwilligungsfähig ist. Zweitens ist der Ehemann 86 Jahre alt – er könnte selbst plötzlich erkranken, dann braucht es eine klare Regelung.
Prüfer Herr Wagner: Vielen Dank, Frau Patel. Wir haben jetzt alle fünf Kompetenzbereiche besprochen. Möchten Sie zum Abschluss noch etwas ergänzen?
Studentin: Nein, vielen Dank. Ich habe versucht, alle Aspekte des Falls strukturiert darzustellen.
Prüfer Herr Wagner: Sehr gut. Bitte warten Sie kurz vor der Tür, wir werden uns kurz beraten.
[Nach 5 Minuten Beratung der Prüfenden]
Prüfer Herr Wagner: Frau Patel, kommen Sie bitte herein. Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie den mündlichen Teil der Kenntnisprüfung mit „bestanden“ abgeschlossen haben. Herzlichen Glückwunsch!
Studentin: Vielen Dank, das freut mich sehr.
Die Falldarstellung „Frau Vogel“ ist als exemplarische Pflegesituation im Format der staatlichen Kenntnisprüfung nach §45 PflAPrV gestaltet. Die Prüfungsaufgaben pro Kompetenzbereich orientieren sich am offiziellen Muster des Regierungspräsidiums Darmstadt (Hessen) und wurden um Themen ergänzt, die in realen Kenntnisprüfungen bundesweit erfragt werden – insbesondere zur Pathophysiologie, zur Diagnostik, zur Übergabe nach SBAR, zum Qualitätsmanagement, zur 6-R-Regel und zur Salutogenese. Die Antworten der Studentin und die Vertiefungsfragen sind eine prüfungstypische Rekonstruktion zur Übung – offizielle Musterlösungen werden nicht veröffentlicht.
Akute Risikofaktoren (heute):
Krankheitsbedingte Risikofaktoren:
Soziale und strukturelle Risikofaktoren:
Akute Information (heute):
Pflegeanamnestische Information:
Strukturelle Information:
Personale Ressourcen Frau Vogel:
Personale Ressourcen Herr Vogel:
Soziale Ressourcen:
Strukturelle Ressourcen:
Akut heute:
Medizinisch (mittelfristig):
Therapeutisch:
Sozial und pflegerisch:
Selbsthilfe und Beratung:
Familiär und sozial:
Akute Maßnahmen heute:
Pflegefachliche Maßnahmen (mittelfristig):
Medikamentenmanagement (besonders wichtig!):
Beratung des Ehemannes:
Aktivierung und Lebensqualität (Salutogenese):
Dokumentation und Koordination:
Schritt 1 – Vitalzeichen und Hautstatus (heute):
Schritt 2 – Trinkprotokoll über 3 Tage:
Schritt 3 – Urindiagnostik:
Schritt 4 – Wohnraum kühlen:
Schritt 5 – Bekleidung und Körperkühlung:
Schritt 6 – Konkrete Trinkmaßnahmen:
Schritt 7 – Schulung Hitzeschutz:
Schritt 8 – Schulung Medikamentenmanagement bei Hitze:
Schritt 9 – Notfallplan:
Schritt 10 – Erhöhte Pflegefrequenz bei Hitzewellen:
Schritt 11 – Evaluation:

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