Patient wirft einen Becher nach einer Pflegekraft

Was sehen Sie auf diesem Bild? Welche Situation zeigt es?
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Patient wirft einen Becher nach einer Pflegekraft

Beispiel

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Prüfer: Beginnen wir nun mit Teil 1. Können Sie etwas zu der Situation in diesem Bild sagen?
Kandidat: Auf dem Bild sehe ich eine sehr ernste und beunruhigende Situation in einem Krankenhauszimmer. Das Zimmer ist ein normales Patientenzimmer mit einem Bett, einem Nachttisch und medizinischen Anschlüssen an der Wand. Ein älterer Herr sitzt auf dem Krankenbett. Er trägt einen dunkelblauen Pullover und eine graue Hose. Sein Gesichtsausdruck ist sehr aggressiv. Er hat den Mund geöffnet und schreit. Mit dem rechten Arm hat er gerade einen Kunststoffbecher geworfen. Man sieht den Becher in der Luft und Wasser, das herausspritzt. Er richtet seinen Arm direkt auf die Pflegekraft vor ihm. Eine Pflegekraft steht rechts im Bild. Sie trägt blaue Arbeitskleidung und hat ein Namensschild. Sie hat beide Hände abwehrend vor sich gehoben. Sie weicht zurück. Ihr Gesichtsausdruck zeigt Erschrecken und Angst. Sie versucht sich zu schützen. Diese Situation zeigt einen direkten körperlichen Angriff auf eine Pflegekraft. Das ist leider keine Ausnahme. Gewalt gegen Pflegekräfte ist ein ernstes und häufiges Problem im Gesundheitswesen. Es zeigt, unter welchen schwierigen Bedingungen Pflegekräfte täglich arbeiten.

Falls der Student stockt oder wenig sagt, fragt der Prüfer nach:

Prüfer: Was passiert in diesem Bild?
Kandidat: Auf dem Bild greift ein Patient eine Pflegekraft körperlich an. Er sitzt auf seinem Krankenbett und hat einen Becher mit Wasser nach ihr geworfen. Der Becher fliegt gerade durch die Luft. Die Pflegekraft hebt die Hände schützend hoch und weicht zurück. Das ist ein klarer Fall von Gewalt gegen eine Pflegekraft. Solche Situationen kommen im Pflegealltag leider vor. Hinter dem aggressiven Verhalten des Patienten kann es viele Ursachen geben. Vielleicht hat er Schmerzen und fühlt sich nicht gehört. Vielleicht ist er durch eine Erkrankung oder Medikamente verwirrt. Oder er ist einfach überwältigt von seiner Situation. Das erklärt das Verhalten, aber es rechtfertigt es nicht. Eine Pflegekraft hat das Recht, sicher zu arbeiten.

Prüfer: Was machen die verschiedenen Menschen?
Kandidat: Auf dem Bild sind zwei Personen zu sehen. Der Patient sitzt auf dem Krankenbett. Er ist ein älterer Herr mit grauen Haaren. Er trägt einen dunklen Pullover und eine graue Hose. Er hat gerade einen Becher geworfen, man sieht seinen ausgestreckten Arm. Sein Gesicht zeigt extreme Aggression. Er schreit. Er ist offensichtlich sehr aufgewühlt und außer Kontrolle. Die Pflegekraft steht in der Zimmertür oder kurz davor. Sie trägt blaue Pflegekleidung. Beide Hände sind nach vorne gestreckt, mit den Handflächen nach außen. Das ist eine klassische Abwehrhaltung. Sie weicht zurück. Ihr Gesicht zeigt Erschrecken und Angst. Im Hintergrund sieht man den Nachttisch mit einer Wasserflasche und anderen Gegenständen. Die Situation ist dynamisch und gefährlich.

Prüfer: Was empfinden Sie beim Anblick dieses Bildes?
Kandidat: Beim Anblick dieses Bildes fühle ich sofort Bestürzung und Mitgefühl für die Pflegekraft. Das ist eine Person, die zur Arbeit gekommen ist, um zu helfen. Sie wollte dem Patienten etwas bringen oder sich um ihn kümmern. Und sie wird angegriffen. Das ist zutiefst ungerecht. Was mich auch beschäftigt, ist die Einsamkeit in dieser Situation. Sie steht alleine da. Es ist kein Kollege in der Nähe. Niemand hilft ihr. Das ist leider oft so. Pflegekräfte sind häufig alleine, wenn solche Situationen passieren, und müssen in Sekundenschnelle entscheiden, was sie tun. Dieses Bild ist ein sehr starkes Symbol für ein Problem, das viel zu wenig öffentliche Aufmerksamkeit bekommt. Gewalt gegen Pflegekräfte ist kein Einzelfall. Es passiert täglich. Und es hat Folgen, körperliche, aber vor allem psychische. Pflegekräfte, die Gewalt erleben, brauchen Unterstützung und Schutz.

Prüfer: Nun, wir sprechen also über Gewalt gegen Pflegekräfte. Wie denken Sie über dieses Thema?
Kandidat: Gewalt gegen Pflegekräfte ist für mich eines der dringendsten und am meisten unterschätzten Probleme in der Pflege. Viele Pflegekräfte erleben täglich verbale oder körperliche Übergriffe. Und viele sagen nichts, weil sie denken, das gehört dazu. Das darf nicht so sein. Niemand muss Gewalt am Arbeitsplatz akzeptieren. Als Gesellschaft müssen wir das ernster nehmen und Pflegekräfte besser schützen.

FRAGEN B1

Prüfer: Welche Formen von Gewalt können Pflegekräfte am Arbeitsplatz erleben?
Kandidat: Gewalt gegen Pflegekräfte hat viele Formen. Die häufigste ist verbale Gewalt. Patienten oder Angehörige schreien, beleidigen oder bedrohen die Pflegekraft. Das ist zwar nicht körperlich, aber trotzdem sehr belastend. Es gibt auch paraverbale Gewalt, also lautes Schreien oder aggressives Auftreten, das Angst macht. Und dann gibt es körperliche Gewalt. Der Patient wirft Gegenstände wie auf dem Bild, schlägt, kratzt, beißt oder spuckt. Das ist strafrechtlich relevant und sehr gefährlich. Außerdem gibt es sexuelle Belästigung durch Patienten. Das ist ebenfalls eine Form von Gewalt, die ernst genommen werden muss. Alle diese Formen kommen im Pflegealltag vor, und alle hinterlassen Spuren.

Prüfer: Warum werden Pflegekräfte von Patienten manchmal angegriffen?
Kandidat: Hinter jedem aggressiven Verhalten steckt eine Ursache. Die häufigste ist Angst. Ein Patient, der sich hilflos fühlt, reagiert manchmal mit Aggression. Er hat Schmerzen und fühlt sich nicht gehört. Er versteht nicht, was mit ihm passiert, und hat Angst. Kognitive Einschränkungen spielen ebenfalls eine Rolle. Bei Demenz kann ein Patient eine Pflegehandlung als Bedrohung erleben, obwohl sie ihm helfen soll. Er wehrt sich instinktiv. Manche Medikamente können aggressives Verhalten verstärken. Alkohol oder Drogenentzug können zu extremen Reaktionen führen. Und manchmal gibt es psychische Erkrankungen, bei denen Aggressivität ein Symptom ist. Das erklärt das Verhalten, aber es rechtfertigt es nicht. Die Pflegekraft hat immer das Recht auf körperliche Unversehrtheit.

Prüfer: Was soll man tun, wenn man von einem Patienten angegriffen wird?
Kandidat: In einer akuten Situation ist das Wichtigste die eigene Sicherheit. Man geht sofort auf Abstand. Man verlässt das Zimmer, wenn das möglich ist. Man kämpft nicht zurück. Man bleibt so ruhig wie möglich und ruft laut um Hilfe. Nach der Situation informiert man sofort die Stationsleitung. Man dokumentiert, was passiert ist, wann, wie und wer dabei war. Man meldet den Vorfall als Arbeitsunfall, wenn man verletzt wurde. Und man spricht mit jemandem darüber. Mit einer Kollegin, mit dem Vorgesetzten oder mit dem Betriebsarzt. Solche Erlebnisse soll man nicht alleine verarbeiten. Schweigen ist keine Lösung. Wer schweigt, schützt weder sich selbst noch zukünftige Kollegen.

Prüfer: Haben Sie selbst Gewalt oder aggressive Situationen in der Pflege erlebt?
Kandidat: Ja, ich habe solche Situationen erlebt. In meiner Arbeit hatte ich einen Patienten mit Demenz, der bei der abendlichen Körperpflege sehr aggressiv wurde. Er schlug und kratzte, weil er Angst hatte und nicht verstand, was ich wollte. Ich habe gelernt, ruhig zu bleiben, Abstand zu halten und die Pflege zu unterbrechen, wenn die Situation eskalierte. Nach einigen Versuchen mit verschiedenen Ansätzen hat es besser funktioniert. Ich habe aber auch verbal aggressive Situationen erlebt, wo Angehörige sehr laut und bedrohlich wurden. Das war sehr belastend. In meinem Heimatland wird über das Thema Gewalt gegen Pflegekräfte noch weniger gesprochen als in Deutschland. Viele Kollegen akzeptieren das als Teil des Berufs. Das finde ich falsch. Niemand sollte Gewalt am Arbeitsplatz hinnehmen müssen.

Prüfer: Wie kann man sich als Pflegekraft schützen und präventiv handeln?
Kandidat: Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Prävention. Erstens hilft Risikoeinschätzung. Bei der Aufnahme eines Patienten sollte man fragen, ob er in der Vergangenheit aggressiv war. Diese Information muss dokumentiert und an das Team weitergegeben werden. Zweitens helfen Deeskalationsschulungen. Man lernt, wie man aufgebrachte Menschen beruhigt, bevor die Situation eskaliert. Drittens ist es wichtig, nie alleine zu einer bekannten Risikosituation zu gehen. Zu zweit ist man viel sicherer. Viertens sollte man immer einen Fluchtweg freilassen. Man stellt sich nicht zwischen Patient und Tür. Und fünftens hilft offene Kommunikation mit dem Team. Wenn man weiß, dass ein Patient heute besonders unruhig war, bereitet man sich anders vor. Wissen schützt.

FRAGEN B2

Prüfer: Welche rechtlichen Konsequenzen hat körperliche Gewalt gegen Pflegekräfte?
Kandidat: Körperliche Gewalt gegen Pflegekräfte ist in Deutschland strafbar. Es ist Körperverletzung, auch wenn sie von einem Patienten kommt. Das Krankenhaus oder der Pflegedienst hat die Pflicht, seine Mitarbeiter zu schützen. Wenn eine Pflegekraft verletzt wird, ist das ein Arbeitsunfall. Er muss der Berufsgenossenschaft gemeldet werden. Diese übernimmt dann die Kosten für Behandlung und eventuelle Rehabilitation. In schweren Fällen kann Strafanzeige gestellt werden. In der Praxis wird das selten gemacht, aber das Recht besteht. Einrichtungen müssen außerdem Schutzmaßnahmen ergreifen. Sie müssen Risikoeinschätzungen durchführen, Schulungen anbieten und sichere Arbeitsbedingungen gewährleisten. Wenn sie das nicht tun, können sie haftbar gemacht werden. Es ist wichtig, dass Pflegekräfte ihre Rechte kennen und Vorfälle konsequent melden.

Prüfer: Wie beeinflusst erlebte Gewalt die psychische Gesundheit von Pflegekräften?
Kandidat: Die psychischen Folgen von erlebter Gewalt am Arbeitsplatz sind ernst und dürfen nicht unterschätzt werden. Viele Pflegekräfte entwickeln nach Übergriffen Angst. Sie haben Angst, zu dem Patienten zu gehen. Sie haben Angst, in ähnliche Situationen zu kommen. Das beeinflusst ihre Arbeit und ihre Lebensqualität. In schweren Fällen kann eine posttraumatische Belastungsstörung entstehen. Das sind anhaltende psychische Symptome nach einem traumatischen Erlebnis, zum Beispiel Schlafstörungen, Flashbacks oder Vermeidungsverhalten. Außerdem steigt das Burnout-Risiko bei Pflegekräften, die regelmäßig Gewalt erleben. Viele verlassen dann den Beruf. Das ist ein großer Verlust für das Gesundheitssystem. Deshalb brauchen Pflegekräfte nach einem Übergriff sofortige Unterstützung, nicht nur körperlich, sondern auch psychologisch.

Prüfer: Welche systemischen Faktoren tragen zu Gewalt gegen Pflegekräfte bei?
Kandidat: Gewalt gegen Pflegekräfte entsteht nicht im Vakuum. Es gibt systemische Faktoren, die das Risiko erhöhen. Der wichtigste ist der Personalmangel. Wenn zu wenige Pflegekräfte für zu viele Patienten da sind, entsteht Frustration. Patienten warten länger, fühlen sich vernachlässigt und reagieren aufgewühlt. Zeitdruck macht die Situationen angespannter. Eine Pflegekraft, die keine Zeit hat, zu erklären und zu beruhigen, hat schneller Konflikte. Unzureichende Schulungen in Deeskalation erhöhen ebenfalls das Risiko. Wenn Pflegekräfte nicht wissen, wie sie mit aggressiven Patienten umgehen sollen, können sie Situationen nicht rechtzeitig entschärfen. Und eine Kultur des Schweigens, in der Übergriffe nicht gemeldet werden, macht das Problem unsichtbar. Nur was gemeldet wird, kann auch bekämpft werden. Systemische Lösungen sind deshalb genauso wichtig wie individuelle Schutzmaßnahmen.

Prüfer: Wie unterscheidet sich die Situation in Deutschland von anderen Ländern bezüglich Gewalt gegen Pflegekräfte?
Kandidat: Gewalt gegen Pflegekräfte ist ein weltweites Problem, aber die Situation unterscheidet sich je nach Land. In Deutschland gibt es einen zunehmenden gesellschaftlichen Diskurs über das Thema. Es gibt Gesetze, die Pflegekräfte schützen, und Strukturen wie die Berufsgenossenschaft, die bei Arbeitsunfällen hilft. Trotzdem werden viele Vorfälle immer noch nicht gemeldet. In manchen Ländern, auch in meinem Heimatland, ist das Thema noch weniger sichtbar. Übergriffe werden als normal akzeptiert. Es gibt weniger rechtlichen Schutz. Und das Bewusstsein, dass man Gewalt nicht akzeptieren muss, ist weniger verbreitet. In Großbritannien zum Beispiel gibt es sehr strenge Protokolle zum Schutz von Pflegekräften und eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Gewalt im Gesundheitswesen. Das ist ein gutes Modell. Deutschland könnte hier noch mehr tun.

Prüfer: Welche Maßnahmen können Einrichtungen ergreifen, um Pflegekräfte besser vor Gewalt zu schützen?
Kandidat: Einrichtungen tragen eine große Verantwortung für den Schutz ihrer Mitarbeiter. Es gibt verschiedene wirksame Maßnahmen. Erstens sollten alle Mitarbeiter regelmäßig in Deeskalation geschult werden. Das ist keine Einmalschulung, sondern ein fortlaufender Prozess. Zweitens sollten Risikoeinschätzungen bei jedem Patienten durchgeführt und dokumentiert werden. Das Team muss informiert sein, wenn ein Patient als aggressiv bekannt ist. Drittens sollten technische Hilfsmittel eingesetzt werden. Notruftasten, Alarmsysteme und sichere Raumgestaltung helfen, in Notsituationen schnell Hilfe zu rufen. Viertens braucht es eine klare Melde- und Dokumentationskultur. Jeder Vorfall muss gemeldet werden, ohne Konsequenzen für die Pflegekraft befürchten zu müssen. Und fünftens muss es psychologische Nachsorge geben. Nach einem schwerwiegenden Vorfall braucht die betroffene Pflegekraft Unterstützung und Zeit zur Verarbeitung.

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