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Stadtgarten mit Geschichte
Ein neues Bürgerprojekt im Stadtpark Hamburg-Altona
Die Schaufel klappert. Streng klingt die Stimme der Gärtnerin: Die Tomaten müssen direkt am ersten Beet eingepflanzt sein. Bisher gibt es aber noch keine weiteren Hinweise. Hinter der Schubkarre steht aber keine Gärtnerin, sondern die Studentin Lisa Brückner. Lisa ist Teilnehmerin an einem Projekt, das einen Gemeinschaftsgarten im Rahmen der Stadtteilarbeit gestaltet. Die Bürger des Gartenprojektes des Stadtparks Hamburg-Altona waren von Anfang an begeistert von der Idee, einen eigenen Gemeinschaftsgarten anzulegen. Tobias Hartmann, der im Garten die Hauptverantwortung trägt, erinnert sich noch genau: Unser erster Eindruck bei der Vorstellung des Projektes war einfach toll, denn wer nimmt schon gerne an Versammlungen teil, wenn er dafür auch was anderes machen kann. Trotzdem sieht das Projekt vor wie in einer regulären Vereinsarbeit auch Verantwortung zu übernehmen. Dabei wird auf Kreativität, Fleiß und Teamarbeit Wert gelegt.
Die Gemeinschaft wurde für den Stadtgarten in vier Gruppen eingeteilt: Eine Pflanzgruppe, eine Bewässerungsgruppe, eine Gruppe, die für die Gartenwege zuständig ist, und eine, die sich um die Gestaltung der Infotafeln und die Präsentation kümmert. So gibt es wirklich für jeden etwas zu tun und jeder bringt sich auf seine Weise ein.
Für die Pflanzerinnen und Pflanzer gibt es eine Schulung, so muss Lisa üben, wie eine Gärtnerin zu arbeiten. Die Bewässerungsgruppe wiederum sitzt mit dem Profigärtner Klaus Berger am Computer und arbeitet an dem passenden Bewässerungsplan zu den verschiedenen Beeten im Garten. Die Wegegruppe zieht mit Spaten und Schubkarre hinaus auf den Hof, um die dazu passenden Pfade anzulegen. Jetzt wissen wir auch, wie und womit man Wege gestaltet und Pflanzen versorgt, freuen sich die Bürger. Zum Beispiel klingt zertretener Kies wie schnelle Schritte im Park oder das langsame Öffnen einer Gartentür wie das Öffnen eines Zeltes – wir haben Verschiedenes ausprobiert. Da lernt man dann auch, dass bei einer Pflanzung, die im Winter stattfindet, kein Vogelgesang zu hören sein darf, erinnert sich Philipp lachend und erzählt, wie sie die Pflanzung noch einmal von vorn beginnen mussten.
Bei den Pflanzarbeiten im Beet hilft der Gartentechniker Martin Decker den Bürgern. Er gibt viele Tipps, sagt was geht und was wir lassen sollten, welche Werkzeuge gut sind und welche Methoden möglich sind. Und er hat heute zum Schluss sogar selbst bei einem Beet mitgepflanzt, erzählt Tobias begeistert. Die Bürger sind so mit ihrem Projekt verwachsen, dass sie teilweise von abends um sechs bis nachts halb drei im Garten sitzen und mit Martin herumexperimentieren.
Das Projekt ist zwar irrsinnig anstrengend und zeitaufwändig, aber es lohnt sich. Weil man viel mehr gelernt hat als bei einem normalen Vereinstreffen, meint Tobias. Und auch sein Freund Philipp ist sich sicher: Das ist nun mal einfach viel besser, als wenn du ewig zuhören oder irgendwelche Reden halten musst.

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