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Dem Kind zuliebe in Bremen schlafen
An keinem anderen Ort sei der Aufenthalt für Kinder so geborgen wie im Nachtkindergarten Sonnenstrahl, sagen viele Mütter. Weil die Stunden im Schlaf vergehen – dank der 12 Nachtbetreuerinnen.
Von Stefanie Brenner
3500 Kinder aus der ganzen Region wurden letztes Jahr im Nachtkindergarten Sonnenstrahl in Bremen betreut. Die 12 Mitarbeiterinnen, die sich im Schichtbetrieb ablösen, stehen den Eltern und ihren Kindern täglich von 18 bis 8 Uhr mit Rat und Tat zur Seite. Die einfühlsamen Betreuerinnen – viele von ihnen sind ausgebildete Kinderkrankenschwestern, Erzieherinnen oder Sozialpädagoginnen – verfügen auch über Erste-Hilfe-Kenntnisse. Der Nachtkindergarten Sonnenstrahl ist der einzige in Norddeutschland, der seinen kleinsten Gästen in beiden Häusern einen eigenen Schlafraum bietet.
Aufenthalt und Betreuung sind kostengünstig. In beiden Räumen stehen vier Wickeltische mit Papierwindeln, eine Küche zum Aufwärmen der Kindermahlzeiten, sechs Bettchen, ein Laufgitter, Nachttöpfe und Toiletten für Kleinkinder zur Verfügung. Außerdem gibt es zahlreiche Stofftierchen, Schaukelpferdchen, Bauklötze, Puppenstuben, einen großen Stall, Bilderbücher, Spiele und vieles mehr. Die warme Atmosphäre wird durch gedämpftes Licht, sanfte Musik und vorgelesene Gutenachtgeschichten geschaffen.
Es ist schön für die Kinder, mit anderen Kindern zu schlafen, die eine andere Muttersprache sprechen oder aus einem anderen Kulturkreis kommen, weiß Carola Lehmann (38). Die ehemalige Kinderkrankenschwester, selber Mutter eines fünfjährigen Sohnes, gehört seit 11 Jahren zum Team der Betreuerinnen. Zusammen mit 11 Kolleginnen ist sie abwechselnd in den beiden Schlafzimmern der Häuser A und B beschäftigt. Die Kinder kennen ihre Stimme, ihren Geruch und ihre Lieblingslieder, sagt Frau Lehmann.
Bevor Carola Lehmann 1997 von der Stadt Bremen angestellt wurde, war sie viele Jahre auf einer Kinderstation und später noch in einem Wohnheim für Pflegekinder beschäftigt. Die Kontakte zu den jetzt von ihr betreuten Kindern seien nicht mehr so eng wie früher in der Klinik oder im Heim, dafür biete ihr die heutige Tätigkeit mehr Vielfalt. Jeden Abend lerne sie neue Kinder kennen, deren Mütter und Väter im Schichtdienst arbeiten – als Krankenschwestern, Polizistinnen oder Bäckerinnen.
Die kinderliebende Frau reist selber gern und viel. Auch ihre Fremdsprachenkenntnisse kommen ihr hier zugute. Carola Lehmann spricht neben ihrer Muttersprache Englisch, Türkisch und Russisch. Sehr bereichernd sei es, dass sie in ihrer täglichen Arbeit andere Kulturen kennenlerne. Mein Sohn schläft hier so ruhig wie zu Hause, lobt eine alleinerziehende Mutter, die als Nachtschwester im Krankenhaus arbeitet.

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