Erfahrene Pflegekraft zeigt einer Schülerin, wie man mit einer Patientin spricht

Was sehen Sie auf diesem Bild? Welche Situation zeigt es?
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Erfahrene Pflegekraft zeigt einer Schülerin, wie man mit einer Patientin spricht

Beispiel

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Prüfer: Beginnen wir nun mit Teil 1. Können Sie etwas zu der Situation in diesem Bild sagen?
Kandidat: Auf dem Bild sehe ich drei Personen. Eine ältere Dame liegt im Krankenhausbett. Sie trägt ein Krankenhaushemd. Neben ihr sitzen zwei Pflegekräfte in hellblauer Arbeitskleidung. Im Hintergrund sieht man medizinische Geräte und ein Krankenhausbett. Das ist eindeutig ein Patientenzimmer in einem Krankenhaus.
Die ältere Dame schaut die Pflegekräfte an. Sie spricht oder reagiert auf etwas. Sie wirkt wach und aufmerksam. Sie hält ihre Hand aus  — vielleicht erklärt sie ihre Symptome oder beantwortet eine Frage.
Die Pflegekraft auf der linken Seite hat lockige dunkle Haare. Sie hält ein Tablet oder ein Klemmbrett in der Hand. Sie zeigt mit dem Finger auf etwas — vielleicht auf die Hand der Patientin oder auf ein Gerät. Sie spricht dabei. Sie wirkt erfahren und selbstsicher.
Die Pflegekraft in der Mitte hat blonde Haare. Sie schaut sehr konzentriert auf das, was die andere Pflegekraft zeigt. Sie hört aufmerksam zu. Sie lernt gerade. Das zeigt mir, dass sie eine Schülerin oder neue Kollegin ist, die von der erfahrenen Pflegekraft angeleitet wird.
Diese Situation zeigt einen typischen Moment der Einarbeitung. Eine erfahrene Pflegekraft erklärt einer Schülerin, wie man mit einer Patientin spricht und wie man eine Situation bewertet. Das ist ein sehr wichtiger Teil der Ausbildung in der Pflege.

Falls der Student stockt oder wenig sagt, fragt der Prüfer nach:

Prüfer: Was passiert in diesem Bild?
Kandidat: Auf dem Bild findet eine Anleitungssituation am Patientenbett statt. Eine erfahrene Pflegekraft zeigt einer Pflegeschülerin, wie man mit einer Patientin arbeitet. Sie zeigt vielleicht, wie man den Zustand der Patientin beurteilt. Oder sie erklärt, wie man mit der Patientin kommuniziert.
Die Patientin ist aktiv dabei. Sie spricht und zeigt auf ihre Hand. Das ist gut. Lernen am echten Patienten ist sehr wertvoll. Die Schülerin sieht sofort, wie eine echte Situation aussieht. Sie sieht, wie die erfahrene Pflegekraft arbeitet und kommuniziert.
Das Lernen am Patientenbett ist ein wichtiger Teil der Pflegeausbildung. Man kann vieles in der Schule lernen. Aber erst in der Praxis, mit echten Patienten, versteht man wirklich, was die Arbeit bedeutet.

Prüfer: Was machen die verschiedenen Menschen?
Kandidat: Auf dem Bild sind drei Personen zu sehen.
Die Patientin liegt im Bett. Sie trägt ein hellblaues Krankenhaushemd. Sie hat weiße Haare. Sie schaut die Pflegekräfte an und spricht. Sie hält ihre Hand aus . Vielleicht beschreibt sie ihre Schmerzen oder Symptome. Sie ist aktiv am Gespräch beteiligt. Das ist gut — Patienten sollen immer einbezogen werden.
Die erfahrene Pflegekraft sitzt links neben der Patientin. Sie hält ein Tablet in der Hand. Sie zeigt mit dem Finger auf die Hand der Patientin. Sie spricht dabei und erklärt. Sie ist die Anleiterin in dieser Situation. Sie zeigt der Schülerin, wie man vorgeht.
Die Pflegeschülerin sitzt in der Mitte. Sie schaut sehr konzentriert auf das, was die erfahrene Kollegin zeigt. Sie sagt gerade nichts. Sie beobachtet und lernt. Das ist ein typisches Bild beim Lernen durch Zuschauen. Später wird sie selbst machen, was sie gerade sieht. Das nennt man „Vormachen — Mitmachen — Selbermachen". Das ist eine bewährte Methode in der Pflegeausbildung.

Prüfer: Was empfinden Sie beim Anblick dieses Bildes?
Kandidat: Beim Anblick dieses Bildes fühle ich Freude und Nostalgie. Ich erinnere mich an meine eigene Ausbildungszeit. Ich war auch einmal die Person, die zuschaut und lernt.
Was mich besonders anspricht, ist die Situation direkt am Patientenbett. Die Schülerin lernt nicht aus einem Buch. Sie lernt mit einem echten Menschen. Das ist so viel wertvoller. Sie sieht, wie die Patientin reagiert. Sie hört, wie die erfahrene Pflegekraft spricht. Sie lernt nicht nur die Technik — sie lernt auch, wie man mit Menschen umgeht.
Ich finde auch die Haltung der erfahrenen Pflegekraft sehr schön. Sie zeigt und erklärt. Sie nimmt sich Zeit. Sie ist geduldig. Das ist nicht selbstverständlich. Im Pflegealltag ist man oft sehr beschäftigt. Trotzdem nimmt sie sich Zeit für die Schülerin. Das ist echte Verantwortung.
Dieses Bild erinnert mich daran, wie wichtig gute Ausbildung ist. Was man in der Ausbildung lernt, nimmt man das ganze Berufsleben mit. Eine gute Anleiterin kann einen großen Unterschied machen — für die Schülerin und am Ende auch für die Patienten.

Prüfer: Nun, wir sprechen also über die Einarbeitung von Pflegeschülern. Wie denken Sie über dieses Thema?
Kandidat: Die Einarbeitung von Pflegeschülern ist ein sehr wichtiges Thema. Die ersten Wochen und Monate in der Pflege sind prägend. Wenn eine Schülerin gut angeleitet wird, lernt sie nicht nur die Technik. Sie lernt auch, wie man mit Patienten umgeht, wie man im Team arbeitet und wie man mit schwierigen Situationen umgeht. Eine gute Einarbeitung gibt Sicherheit. Eine schlechte Einarbeitung kann dazu führen, dass junge Menschen den Beruf früh wieder verlassen. Das können wir uns nicht leisten — der Pflegemangel ist schon jetzt ein großes Problem.

FRAGEN B1

Prüfer: Wie werden Pflegeschüler in Ihrer Einrichtung eingearbeitet?
Kandidat: In unserer Einrichtung haben Pflegeschüler eine feste Anleiterin. Das ist eine erfahrene Pflegekraft, die für die Schülerin verantwortlich ist. Sie zeigt ihr, wie alles funktioniert. Sie erklärt die Abläufe auf der Station. Und sie arbeitet die ersten Wochen eng mit der Schülerin zusammen.
Am Anfang schaut die Schülerin nur zu. Dann macht sie mit. Und langsam darf sie Aufgaben selbst übernehmen — immer unter Aufsicht. Wenn die Schülerin sicherer wird, bekommt sie mehr Eigenverantwortung.
Es gibt auch regelmäßige Gespräche zwischen Schülerin und Anleiterin. Man bespricht, was gut läuft und was noch geübt werden muss. Das nennt man Feedback. Feedback ist sehr wichtig für das Lernen.

Prüfer: Welche Risiken gibt es, wenn Schüler Patienten versorgen?
Kandidat: Es gibt verschiedene Risiken. Das größte Risiko ist, dass die Schülerin eine Aufgabe macht, für die sie noch nicht bereit ist. Sie kennt vielleicht die Technik noch nicht gut genug. Oder sie ist zu nervös. Das kann zu Fehlern führen.
Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Schülerin immer unter Aufsicht arbeitet — besonders am Anfang. Sie darf keine Aufgaben alleine machen, die sie noch nicht gelernt hat.
Ein anderes Risiko ist, dass die Schülerin überfordert wird. Wenn man zu viel auf einmal lernen muss, macht man mehr Fehler. Eine gute Anleiterin gibt der Schülerin Zeit. Sie macht Schritt für Schritt. Sie fordert nicht zu viel auf einmal.

Prüfer: Was muss man beachten, wenn Schüler mit Patienten arbeiten?
Kandidat: Die Patientensicherheit hat immer Vorrang. Bevor eine Schülerin eine Aufgabe am Patienten macht, muss sie sie gelernt und geübt haben. Entweder in der Schule oder im Übungsraum.
Der Patient muss informiert werden. Er soll wissen, dass eine Schülerin bei seiner Versorgung hilft. Und er hat das Recht, das abzulehnen. Das muss man respektieren — ohne Druck.
Die Anleiterin muss dabei sein oder in der Nähe. Sie muss sofort eingreifen können, wenn etwas nicht stimmt. Die Schülerin ist noch in der Ausbildung. Die Verantwortung liegt bei der examinierten Pflegekraft.

Prüfer: Wie geht man damit um, wenn ein Patient nicht von einer Schülerin versorgt werden möchte?
Kandidat: Jeder Patient hat das Recht, Nein zu sagen. Er kann ablehnen, von einer Schülerin versorgt zu werden. Das ist sein gutes Recht. Man darf ihn nicht unter Druck setzen.
In diesem Fall übernimmt die erfahrene Pflegekraft die Versorgung. Die Schülerin kann trotzdem dabei sein und zuschauen — wenn der Patient einverstanden ist.
Die Schülerin sollte das nicht persönlich nehmen. Manchmal haben Patienten Angst oder schlechte Erfahrungen gemacht. Das hat nichts mit der Schülerin zu tun. Man erklärt ihr das ruhig. Auch der Umgang mit Ablehnung ist ein Teil der Ausbildung.

Prüfer: Welche Eigenschaften braucht eine gute Praxisanleiterin?
Kandidat: Eine gute Praxisanleiterin braucht vor allem Geduld. Schüler lernen verschieden schnell. Manche brauchen mehr Zeit. Das muss man akzeptieren.
Sie muss auch gut erklären können. Fachwissen alleine reicht nicht. Man muss auch in einfachen Worten erklären können, warum man etwas so macht. Schüler verstehen dann besser, was sie tun.
Außerdem muss sie ehrliches Feedback geben. Sie soll nicht nur loben. Sie soll auch sagen, was besser werden muss — aber immer respektvoll und konstruktiv. Kritik soll helfen, nicht verletzen.
Und sie soll ein Vorbild sein. Schüler schauen sehr genau, wie die Anleiterin mit Patienten umgeht. Sie lernen durch Beobachtung. Wenn die Anleiterin respektvoll und professionell ist, übernimmt die Schülerin diese Haltung.

FRAGEN B2

Prüfer: Welche pädagogischen Methoden sind bei der Einarbeitung besonders effektiv?
Kandidat: In der Pflegeausbildung gibt es verschiedene Methoden. Eine sehr bewährte Methode ist das Prinzip „Vormachen — Mitmachen — Selbermachen". Die Anleiterin zeigt die Aufgabe zuerst. Dann macht die Schülerin es mit Unterstützung. Dann macht sie es alleine — zuerst mit Aufsicht, später selbstständig.
Auf dem Bild sieht man eine andere wichtige Methode — das Lernen am Patientenbett. Die Schülerin sieht eine echte Situation. Sie sieht, wie die erfahrene Pflegekraft kommuniziert und handelt. Das ist sehr wertvoll.
Außerdem ist die Reflexion sehr wichtig. Nach einer Situation bespricht man gemeinsam, was gut war und was besser werden kann. Das nennt man Nachbesprechung oder Debriefing. Die Schülerin denkt über ihre eigene Arbeit nach. Das fördert das Lernen sehr.
Regelmäßige Feedbackgespräche sind auch wichtig — nicht nur am Ende des Einsatzes, sondern immer wieder zwischendurch. So weiß die Schülerin, wo sie steht.

Prüfer: Wie kann man verhindern, dass Pflegeschüler den Beruf früh aufgeben?
Kandidat: Das ist ein sehr wichtiges Thema. Viele Schüler brechen die Ausbildung ab. Das ist ein großes Problem für die Pflege.
Der häufigste Grund für den Abbruch ist Überforderung. Die Schüler fühlen sich allein gelassen. Sie haben zu viel Verantwortung zu früh. Sie haben keine Unterstützung.
Deshalb ist eine gute Einarbeitung so wichtig. Die Schülerin braucht eine feste Ansprechperson. Sie braucht regelmäßiges Feedback. Sie braucht das Gefühl, dass ihre Fragen willkommen sind.
Außerdem ist Wertschätzung sehr wichtig. Ein ehrliches Lob, ein „Du hast das gut gemacht" — das motiviert. Man fühlt sich gesehen.
Und eine positive Fehlerkultur hilft. Fehler gehören zum Lernen. Wenn eine Schülerin Angst hat, Fehler zuzugeben, lernt sie nicht. Sie braucht das Gefühl, dass Fehler erlaubt sind — solange man aus ihnen lernt.

Prüfer: Welche rechtlichen Grenzen gibt es für Pflegeschüler?
Kandidat: Pflegeschüler dürfen nur Aufgaben machen, für die sie ausgebildet sind. Das ist gesetzlich geregelt. Sie dürfen keine selbstständigen medizinischen Entscheidungen treffen.
Bestimmte Aufgaben dürfen sie nur unter Aufsicht machen. Zum Beispiel das Geben von Medikamenten oder das Legen eines venösen Zugangs. Diese Aufgaben brauchen viel Wissen und Übung.
Die Verantwortung für die Handlungen einer Schülerin liegt bei der examinierten Pflegekraft. Wenn die Schülerin einen Fehler macht, ist die Anleiterin mitverantwortlich. Deshalb ist die Aufsicht so wichtig.
Wenn eine Schülerin eine Aufgabe macht, für die sie nicht qualifiziert ist, und der Patient Schaden nimmt, kann das rechtliche Konsequenzen haben. Für die Schülerin, für die Anleiterin und für die Einrichtung.
Deshalb muss jede Pflegekraft die Grenzen der Schülerin kennen. Und die Schülerin muss selbst sagen, wenn sie sich unsicher fühlt. Das ist eine wichtige Kompetenz in der Pflege.

Prüfer: Wie hat sich die Pflegeausbildung in Deutschland in den letzten Jahren verändert?
Kandidat: Die Pflegeausbildung in Deutschland hat sich 2020 stark verändert. Es gibt jetzt eine neue generalistische Ausbildung. Das bedeutet, alle Pflegeschüler lernen zusammen — egal ob sie später in der Altenpflege, der Kinderkrankenpflege oder der Krankenpflege arbeiten wollen.
Früher gab es drei verschiedene Ausbildungen. Das war manchmal ein Problem. Ein Altenpfleger konnte nicht einfach in ein Krankenhaus wechseln. Jetzt ist die Ausbildung breiter. Man hat mehr Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt.
Ein anderer Trend ist die Akademisierung der Pflege. Es gibt immer mehr Pflegestudiengänge. Pflegekräfte können jetzt auch studieren. Das gibt der Pflege mehr wissenschaftliche Grundlage. Und es erhöht das Ansehen des Berufs in der Gesellschaft.
Diese Entwicklungen sind gut. Aber sie bringen auch Herausforderungen. Viele Einrichtungen müssen ihre Ausbildungskonzepte anpassen. Das braucht Zeit und Ressourcen.

Prüfer: Wie sollte man mit Fehlern von Pflegeschülern umgehen?
Kandidat: Fehler gehören zum Lernen. Das ist normal. Kein Mensch lernt ohne Fehler. Das muss man als Anleiterin und als Team akzeptieren.
Wenn eine Schülerin einen Fehler macht, ist das Wichtigste zuerst die Patientensicherheit. Hat der Patient Schaden genommen? Was muss jetzt gemacht werden? Das kommt immer zuerst.
Dann spricht man mit der Schülerin. Aber nicht vor dem Patienten und nicht vor dem ganzen Team. Das wäre beschämend. Man geht zur Seite und spricht ruhig.
Man analysiert den Fehler gemeinsam. Warum ist er passiert? War die Schülerin zu wenig vorbereitet? War sie abgelenkt? War die Aufgabe zu schwer für ihren Stand? Diese Analyse ist wichtig. Man findet so die Ursache.
Dann überlegt man zusammen, wie man es beim nächsten Mal besser machen kann. Das ist konstruktives Feedback. Es hilft der Schülerin, zu wachsen.
Schwere Fehler oder Beinahe-Fehler müssen auch gemeldet werden. Nicht um jemanden zu bestrafen. Sondern um das System zu verbessern. Das nennt man Fehlerkultur. Eine offene Fehlerkultur macht die Pflege sicherer — für alle.

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