Ein Ausflug ins Appenzellerland
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Grüezi miteinander und herzlich willkommen in unserer Schaukäserei! Ich bin Reto Fässler, seit zwölf Jahren bin ich hier Käser, und heute begleite ich Sie durch unser Haus.
Zweimal am Tag bringen uns die Bauern aus der Umgebung frische Rohmilch – im Jahr kommen so rund acht Millionen Liter zusammen. Zu Käse verarbeiten wir davon gut zwei Millionen Liter, und zwar hier vor Ihren Augen in unserem großen Kessi, das 6500 Liter fasst – darauf sind wir besonders stolz! Die übrigen sechs Millionen Liter holt jedes Jahr eine Partnerfirma aus dem Nachbardorf ab; dort entstehen daraus Butter, Joghurt und Rahm. Aus der Molke, die bei uns übrig bleibt, machen wir Ziger, einen weichen Frischkäse – dafür wird die Molke stark erhitzt.
Gleich gehen wir die Treppe hinauf auf unsere Galerie. Bis vor ein paar Jahren durften Gruppen noch direkt in die Halle – neben dem dampfenden Kessi zu stehen, das war für unsere Gäste immer das Größte! Heute blicken Sie von der Galerie durch große Glasscheiben hinunter und sehen, wie die Käser mit der Käseharfe die dicke Masse im Kessi schneiden. Die Käser tragen in der Halle besondere Arbeitskleidung: weiße Jacke, Haube und Gummistiefel, denn seit dem Umbau ist die Halle aus hygienischen Gründen allein dem Personal vorbehalten. Auf dem Weg kommen wir übrigens an unserem Käsekeller vorbei. Dort lagern Tausende Laibe, und gepflegt werden sie von Robotern – für viele eine echte Überraschung.
Und jetzt zu unserem Käse, dem Appenzeller. Die Rohmilch wird im Kessi auf gut 30 Grad angewärmt – so warm wie ein schöner Sommertag! Dann kommt das Lab dazu, und die Milch wird langsam fest. Danach reifen die Laibe mindestens drei Monate im Keller und werden dort immer wieder mit unserer Kräutersulz eingerieben. Die Kräutersulz ist unser großes Geheimnis – alle wollen das Rezept wissen, aber es kennen nur zwei Personen in der ganzen Schweiz. Ihren Käse Appenzeller nennen dürfen übrigens nur rund 40 Dorfkäsereien in der Ostschweiz, denn Appenzeller ist eine eingetragene Marke.
Neben dem Appenzeller machen wir auch einen Käse zum Schmelzen, nämlich für Raclette. Im Winter ist Raclette bei unseren Gästen der absolute Renner – alle reden davon! Man schmilzt den Käse Stück für Stück und gibt ihn über kleine Erdäpfel, die man mit der Schale gekocht hat. Beim Fondue sind es dagegen Brotwürfel, die man in den heißen, flüssigen Käse aus dem Topf tunkt. In unserem Laden geht der Appenzeller aber viel öfter über die Theke als der Raclettekäse.
Käse macht man im Appenzellerland schon seit über 700 Jahren. Vor gut hundert Jahren gab es hier fast in jedem Dorf eine kleine Käserei. Heute sind es in der ganzen Region noch rund 40, die Appenzeller herstellen. Bevor ein Laib aus einer dieser Käsereien in den Verkauf kommt, klopfen und probieren Kontrolleure jeden einzelnen – und alle Käsereien halten sich an dieselben strengen Regeln.
Nach dem Rundgang können Sie in unserem Laden probieren, und wer Lust hat, mischt sich am Ende seine eigene Kräutertüte zum Mitnehmen. So, und jetzt hinauf auf die Galerie!
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