Auszubildende früh selbstständig arbeiten lassen?

Auszubildende früh selbstständig arbeiten lassen?

Situation: Eine Auszubildende auf Ihrer Station möchte gern mehr allein machen und selbst Aufgaben bei den Patienten übernehmen. Sie sind nicht sicher, ob sie dafür schon genug Erfahrung hat.

Beispiel

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Person A: Sag mal, hast du gemerkt, dass unsere Auszubildende gern mehr allein machen möchte? Sie will schon selbst Aufgaben bei den Patienten übernehmen. Ich finde das mutig, aber ich bin nicht sicher, ob sie dafür schon bereit ist. Wie siehst du das?

Person B: Oh, gute Frage. Da bin ich auch hin und her gerissen. Die erste Kollegin auf der Karte ist ja klar dafür. Sie meint, junge Leute sollten früh Verantwortung tragen, weil sie so schneller dazulernen und sicherer im Umgang mit den Patienten werden. Natürlich nur mit guter Anleitung und in einem sicheren Rahmen, aber Vertrauen hilft ihnen weiter. Da ist etwas dran. Wer nie etwas allein macht, bleibt ja unsicher. Aber meinst du nicht, dass man da auch vorsichtig sein muss?

Person A: Genau das frage ich mich auch. Der Kollege in der Mitte sieht es ja nicht so einfach, und das leuchtet mir ein. Er sagt, es hängt von der Situation und vom Stand der Ausbildung ab. Schritt für Schritt mehr Selbstständigkeit ist gut, kleine Aufgaben kann man früh übergeben, aber bei schwierigen Dingen sollte immer eine Fachkraft dabei sein. Ich sehe das ähnlich. Ich lasse unsere Auszubildende zum Beispiel schon selbst Blutdruck messen, aber beim Verbandwechsel bin ich noch dabei. Machst du das auch so?

Person B: Ja, genau so. Bei einfachen Sachen lasse ich sie machen, bei schweren schaue ich mit. Genau davor warnt ja auch die dritte Kollegin auf der Karte. Sie ist eher dagegen, dass junge Leute zu früh allein arbeiten, weil ihnen noch Anleitung und Erfahrung fehlen und dann leicht Fehler passieren oder sie sich überfordern. Für sie steht die Sicherheit der Patienten immer an erster Stelle, und Verantwortung soll erst kommen, wenn das Können wirklich da ist. Das finde ich wichtig. Ein Fehler kann bei uns schnell gefährlich werden. Findest du nicht auch?

Person A: Doch, da hast du recht. Die Sicherheit der Patienten geht immer vor. Aber ganz ausbremsen würde ich sie trotzdem nicht. Ihr Wille zu lernen ist ja etwas Gutes. Vielleicht geht es nicht um ein klares Ja oder Nein, sondern um das richtige Tempo. Meinst du nicht, dass wir das gut begleiten können?

Person B: Doch, das wäre die beste Lösung. Wenn wir sie ganz allein lassen, ist das riskant, aber wenn wir sie langsam heranführen, lernt sie richtig. Ich denke, wir sollten ihr nach und nach mehr zutrauen und immer schauen, was sie schon sicher kann. Einfache Aufgaben allein, schwere zusammen mit uns. Und wir sollten das nicht jeder für sich machen, sondern uns absprechen. Wollen wir gemeinsam einen kleinen Plan für sie überlegen?

Person A: Auf jeden Fall. Wenn wir sie beide gleich anleiten, ist es für sie viel klarer. Dann sind wir uns einig: Selbstständigkeit ist gut und wichtig, aber sie muss zum Können passen und die Sicherheit der Patienten geht vor. Lass uns zusammen festlegen, was sie schon allein machen darf und wo wir noch dabei sind.

Person B: Genau so machen wir es. Gut, dass wir geredet haben. Jetzt weiß ich, wie wir sie gut unterstützen können.

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