Schmerzmittel nach Bedarf oder nach Schema?

Schmerzmittel nach Bedarf oder nach Schema?

Situation: Auf Ihrer Station liegt ein Patient mit starken Schmerzen. Sie überlegen, ob Sie ihm die Schmerzmittel nur geben sollen, wenn er danach fragt, oder lieber zu festen Zeiten.

Beispiel

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Person A: Sag mal, hast du kurz Zeit? Ich bin mir bei Herrn Klein nicht sicher. Er hat starke Schmerzen. Soll ich ihm die Schmerzmittel nur geben, wenn er darum bittet, oder lieber zu festen Zeiten? Wie machst du das?

Person B: Oh, gute Frage. Da bin ich mir auch nicht immer sicher. Die erste Kollegin auf der Karte richtet sich ja ganz nach dem Bedarf. Sie meint, jeder spürt Schmerzen anders, und man muss den Patienten genau beobachten und öfter mal nachfragen, damit man das Mittel früh genug gibt und der Schmerz gar nicht erst zu groß wird. Da ist etwas dran. So bekommt jeder das, was er gerade braucht. Aber meinst du nicht, dass man dabei auch mal etwas übersehen kann?

Person A: Genau das frage ich mich auch. Der Kollege in der Mitte macht es ja nicht so einheitlich, und das leuchtet mir ein. Er sagt, es hängt vom Fall ab. Wer dauerhaft Schmerzen hat, ist mit festen Zeiten oft besser dran, und bei plötzlichen Schmerzen kann man je nach Bedarf reagieren. Am Ende zählen für ihn die Vorgabe vom Arzt, wie das Mittel wirkt und wie es dem Patienten damit geht. Ich sehe das ähnlich. Ich hatte mal einen Patienten mit dauerhaften Schmerzen, bei dem feste Zeiten viel besser geholfen haben. Kennst du das auch?

Person B: Ja, das kenne ich gut. Bei manchen Patienten sind feste Zeiten wirklich ruhiger. Die dritte Kollegin auf der Karte setzt ja ganz auf einen festen Plan. Sie findet, so bleibt der Schmerz die ganze Zeit auf einem ruhigen Niveau und schießt nicht plötzlich in die Höhe. Für sie ist das sicherer, gerade bei älteren Patienten oder bei denen, die kaum sagen können, wie es ihnen geht. Das finde ich wichtig. Nicht jeder meldet sich ja von allein. Findest du nicht auch?

Person A: Doch, da hast du recht. Manche Patienten halten die Schmerzen viel zu lange aus und sagen nichts. Aber ganz starr würde ich es auch nicht machen. Jeder Mensch ist eben anders. Vielleicht geht es nicht um ein klares Entweder-oder, sondern darum, für jeden Patienten das Richtige zu finden. Meinst du nicht, dass wir das gut abstimmen können?

Person B: Doch, das wäre die beste Lösung. Wenn jeder es anders macht, ist das für die Patienten nicht gut. Ich denke, wir sollten uns immer an die Vorgabe vom Arzt halten und für jeden Patienten einzeln schauen. Bei dauerhaften Schmerzen einen festen Plan, bei plötzlichen Schmerzen nach Bedarf, und dabei immer gut nachfragen und alles genau aufschreiben. Wollen wir das zusammen mit dem Arzt so festlegen?

Person A: Auf jeden Fall. Zu zweit können wir das viel klarer regeln als allein. Dann sind wir uns einig: Es gibt nicht die eine Lösung für alle. Wir schauen bei jedem Patienten genau hin und entscheiden zusammen mit dem Arzt. Lass uns das heute für Herrn Klein gleich so besprechen.

Person B: Genau so machen wir es. Gut, dass wir geredet haben. Jetzt fühle ich mich bei der Schmerzgabe wieder sicherer.

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