Lieferschwierigkeiten und Nutzung von Firmenfahrzeugen für private Fahrten

Lesen Sie das Protokoll und die Aufgaben. Welche Antwort (a, b oder c) passt am besten?

20% (1 von 5 Personen konnten beim ersten Mal richtig antworten)

Protokoll 18.04.20XX, 09:00–11:30 Uhr
Besprechungsraum: 118 | Ort: Friedrichstraße 92, 10117 Berlin
Teilnehmende: Claudia Bergmann (CB, stellvertretende Geschäftsleitung), Holger Steiner (HS, Leitung Einkauf), Renate Pfaff (RP, Leitung Produktion), Werner Goldt (WG, Leitung Finanzen), Ingrid Roth (IR, Leitung Personal), Michael Specht (MS, Leitung Vertrieb), Nadja Lenz (NL, Leitung Marketing), Franziska Haub (FH, Leitung Qualitätssicherung), Carsten Wulf (CW, Leitung IT)
Sitzungsleitung: Claudia Bergmann | Protokollantin: Ingrid Roth
Nicht anwesend: Stephan Krell (SK, Geschäftsleitung) — befindet sich auf einer Dienstreise
Tagesordnungspunkte:

  • Begrüßung und Genehmigung der Tagesordnungspunkte
  • Lieferschwierigkeiten mit einem Rohstofflieferanten
  • Aktueller Stand der Qualitätskontrolle
  • Änderung der Überstundenregelung
  • Nutzung von Firmenfahrzeugen für private Fahrten
  • Sonstiges


TOP 1 Begrüßung und Genehmigung der Tagesordnungspunkte
CB begrüßt alle Anwesenden und bittet um die Genehmigung der Tagesordnungspunkte. Diese wird per Handzeichen einstimmig angenommen. Als nächster Besprechungstermin wird der 17.07.20XX nach der Sommerpause einstimmig vereinbart.

TOP 2 Lieferschwierigkeiten mit einem Rohstofflieferanten
HS berichtet, dass unser osteuropäischer Rohstofflieferant Baltic Raw Materials GmbH die Preise für seine Ausgangsmaterialien ohne vorherige Absprache angehoben und bereits in Rechnung gestellt hat. Auf Nachfrage teilte der Lieferant mit, dass dies auf stark gestiegene Energiekosten zurückzuführen sei. Dies wird von uns nicht akzeptiert und wurde entsprechend gegenüber dem Lieferanten kommuniziert. Nach mehreren Verhandlungsrunden konnte eine vorläufige Einigung erzielt werden. Wir behalten uns vor, bis zum 30. des nächsten Monats einen für uns wirtschaftlicheren Lieferanten zu finden. Zuständig hierfür sind HS und WG. Mögliche neue Partner könnten im nordafrikanischen Raum gesucht werden, über den HS bereits positive Erfahrungen berichten kann. Ziel ist eine einvernehmliche Vertragsauflösung ohne gegenseitige Forderungen. Rechtliche Schritte sollen in diesem Fall nicht eingeleitet werden. Ein Zwischenbericht ist bis zum 10. des nächsten Monats vorzulegen.

TOP 3 Aktueller Stand der Qualitätskontrolle
FH berichtet über den aktuellen Stand der Qualitätskontrolle. Die Abteilung hat vor drei Quartalen ein neues Prüfverfahren für die Endkontrolle eingeführt. Das System schlägt bereits an, wenn in der Messung eine Abweichung von 15 Prozent festgestellt wird. Seit der Einführung des Verfahrens ist die Zahl der Kundenbeschwerden spürbar gesunken. FH wertet dies als ersten messbaren Erfolg der neuen Methode.

TOP 4 Änderung der Überstundenregelung
CB dankt der Belegschaft für die große Einsatzbereitschaft der vergangenen Monate. Besonders in Phasen mit hohem Auftragseingang lasse sich Mehrarbeit nicht immer vermeiden.
Bisher hatten die Mitarbeitenden die Möglichkeit, geleistete Überstunden entweder als Freizeitausgleich zu nehmen oder sich auszahlen zu lassen. Aufgrund eines anhaltend hohen Auftragsvolumens wird ab sofort festgelegt, dass bis zu 25 Überstunden pro Quartal ausschließlich finanziell vergütet werden können. Ein Freizeitausgleich ist derzeit aus betrieblichen Gründen nicht möglich. Sollte das Auftragsvolumen zu einem späteren Zeitpunkt sinken, kann diese Regelung erneut überprüft werden. Die Maßnahme wurde mit dem Betriebsrat abgestimmt und ist mit Protokoll vom 12.04.20XX genehmigt.

TOP 5 Nutzung von Firmenfahrzeugen für private Fahrten
IR teilt mit, dass alle Mitarbeitenden, die einen Firmenwagen nutzen, diesen ab dem kommenden Monat auch für private Fahrten verwenden dürfen. Es wird jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass in diesem Fall ein Fahrtenbuch geführt werden muss, in dem die privat zurückgelegten Kilometer eingetragen werden. Das Fahrtenbuch ist monatlich in der Finanzabteilung einzureichen.

TOP 6 Sonstiges
MS schlägt vor, dass sein Team gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Abteilungen am Freitag in zwei Wochen einen Abend beim Kegeln in der Freizeitanlage „Stadtpark Aktiv", Lindenallee 22, verbringt. Die Personalabteilung stellt die Einladung ins Intranet. Interessierte melden sich bis kommenden Montag dort an.

Der Termin der nächsten Sitzung

Schließen

Die richtige Antwort ist c, weil der Text eindeutig sagt: „Als nächster Besprechungstermin wird der 17.07.20XX nach der Sommerpause einstimmig vereinbart.“ Das bedeutet klar: Der Termin wurde bereits während der Besprechung festgelegt. Die wichtigsten Signalwörter sind hier „wird ... vereinbart“ und „einstimmig“. Beides zeigt, dass die Entscheidung schon getroffen wurde.

Die Antwort a ist eine klassische Umkehrungsfalle. Im Text steht gerade nicht, dass der Termin noch offen ist, sondern genau das Gegenteil: Er wurde schon beschlossen. Wer nur das Thema „nächste Sitzung“ erkennt, aber das Verb „vereinbart“ übersieht, kann hier leicht in die Falle tappen.

Die Antwort b ist eine Hinzufügungsfalle. Die Formulierung „nach der Sommerpause“ steht tatsächlich im Text, aber sie beschreibt nur den zeitlichen Rahmen des festgelegten Termins. Daraus darf man nicht machen, dass der Termin erst später abgestimmt wird. Hier wird also eine echte Textinformation genommen und inhaltlich falsch erweitert.

muss erst noch festgelegt werden. wird nach der Sommerpause von den Teilnehmenden abgestimmt. wurde während der Besprechung vereinbart.

 

Die Firma

Schließen

Die richtige Antwort ist c, weil die Firma laut Protokoll prüft, ob sie zu einem günstigeren Lieferanten wechseln kann. Im Text heißt es: „Wir behalten uns vor, bis zum 30. des nächsten Monats einen für uns wirtschaftlicheren Lieferanten zu finden.“ Inhaltlich bedeutet das genau: Die Firma wird nach einem günstigeren Lieferanten suchen. Wichtige Schlüsselwörter sind „wirtschaftlicheren Lieferanten“, „finden“ und auch der Hinweis auf mögliche neue Partner.

Die Antwort a ist eine eindeutige Umkehrungsfalle. Im Text steht ausdrücklich: „Dies wird von uns nicht akzeptiert“. Die Aussage behauptet aber das Gegenteil, nämlich dass die Preiserhöhung ohne Widerspruch akzeptiert wurde. Solche direkten Gegensätze zwischen Text und Antwort sind in Protokollaufgaben sehr häufig.

Die Antwort b ist eine Wortfalle. Das Wort „Energiekosten“ kommt im Text vor, aber nur als Begründung des Lieferanten für die Preiserhöhung. Die Firma selbst lehnt diese Argumentation ab. Die Antwort nutzt also ein echtes Schlüsselwort aus dem Text, verdreht aber den Zusammenhang. Genau das macht diese Falle so gefährlich.

hat die Preiserhöhung des Lieferanten ohne Widerspruch akzeptiert. möchte sich gern an den gestiegenen Energiekosten beteiligen. wird nach einem günstigeren Lieferanten suchen.

 

Die Abteilung Qualitätskontrolle

Schließen

Die richtige Antwort ist c, weil der Text ausdrücklich von positiven Entwicklungen spricht: „Seit der Einführung des Verfahrens ist die Zahl der Kundenbeschwerden spürbar gesunken. FH wertet dies als ersten messbaren Erfolg der neuen Methode.“ Diese Aussage zeigt klar, dass es erste positive Ergebnisse gibt. Die entscheidenden Signalphrasen sind „spürbar gesunken“ und „ersten messbaren Erfolg“.

Die Antwort a ist eine Zahlenverwechslungsfalle. Die „15 Prozent“ beziehen sich im Text nicht auf den Anteil fehlerhafter Produkte, sondern auf eine Abweichung in der Messung, bei der das System anschlägt. Die Zahl ist also real, aber ihre Bedeutung wird im Distraktor falsch dargestellt. Genau solche Zahlentricks sind in Prüfungen besonders typisch.

Die Antwort b ist eine Übertreibungsfalle. Im Text steht nur, dass es einen „ersten messbaren Erfolg“ gibt. Das bedeutet nicht, dass alle Qualitätsprobleme vollständig gelöst wurden. Wörter wie „sämtliche“, „vollständig“ oder „alle“ sind oft Warnsignale, weil sie Aussagen stärker machen, als der Text es erlaubt.

meldet, dass 15 Prozent der Produkte fehlerhaft sind. hat sämtliche Qualitätsprobleme behoben. verzeichnet erste positive Ergebnisse.

 

Die Mitarbeitenden

Schließen

Die richtige Antwort ist c, weil der Text deutlich macht, dass wegen des hohen Auftragsvolumens derzeit mehr gearbeitet werden muss als üblich. Schon in der Einleitung zu diesem TOP steht: „Besonders in Phasen mit hohem Auftragseingang lasse sich Mehrarbeit nicht immer vermeiden.“ Dazu kommt die neue Regelung, dass Überstunden derzeit nicht durch Freizeit ausgeglichen werden können. Beides zusammen zeigt: Die Mitarbeitenden müssen aktuell mehr arbeiten als normalerweise.

Die Antwort a ist eine Personenverwechslungsfalle. Im Text steht: „Die Maßnahme wurde mit dem Betriebsrat abgestimmt“. Das heißt nicht, dass die Mitarbeitenden selbst mit dem Betriebsrat verhandelt haben. Hier werden Belegschaft, Unternehmensleitung und Betriebsrat bewusst durcheinandergebracht. Man muss also genau unterscheiden, wer handelt und wer nur betroffen ist.

Die Antwort b ist eine besonders tückische Umkehrungsfalle mit Teilwahrheit. Im Text heißt es zuerst: „Bisher hatten die Mitarbeitenden die Möglichkeit, geleistete Überstunden entweder als Freizeitausgleich zu nehmen oder sich auszahlen zu lassen.“ Danach folgt aber die neue Regel: „ab sofort“ können bis zu 25 Überstunden pro Quartal „ausschließlich finanziell vergütet werden“, und „ein Freizeitausgleich ist derzeit aus betrieblichen Gründen nicht möglich“. Das Signalwort „Bisher“ ist hier entscheidend: Es kündigt das alte, nicht mehr gültige Modell an. Wer zu schnell liest, merkt sich nur den ersten Satz und wählt deshalb fälschlich b.

haben mit dem Betriebsrat über die neue Regelung verhandelt. können Überstunden weiterhin als Freizeitausgleich nehmen. müssen zurzeit mehr arbeiten als üblich.

 

Das Fahrtenbuch

Schließen

Die richtige Antwort ist b, weil im Text ganz präzise steht, was in das Fahrtenbuch eingetragen werden muss: „ein Fahrtenbuch geführt werden muss, in dem die privat zurückgelegten Kilometer eingetragen werden.“ Das ist eine direkte Übereinstimmung mit der Aussage, dass das Fahrtenbuch die privat gefahrenen Kilometer enthält. Das Schlüsselwort ist hier „privat“.

Die Antwort a ist eine Übertreibungsfalle. Im Text steht nicht, dass alle mit dem Firmenwagen gefahrenen Kilometer dokumentiert werden, sondern nur die privaten Kilometer. Das kleine Wort „alle“ macht die Aussage zu weit und damit falsch. Solche Totalwörter sind in Distraktoren oft ein deutlicher Warnhinweis.

Die Antwort c ist ebenfalls eine Übertreibungsfalle. Das Fahrtenbuch betrifft nur Mitarbeitende, „die einen Firmenwagen nutzen“ und diesen privat verwenden dürfen. Es wird also keineswegs von allen Mitarbeitenden des Unternehmens geführt. Hier wird eine eingeschränkte Regelung fälschlich auf die gesamte Belegschaft ausgeweitet.

dokumentiert alle mit dem Firmenwagen gefahrenen Kilometer. enthält die privat gefahrenen Kilometer. wird von allen Mitarbeitenden des Unternehmens geführt.

 


Andere B2 Beruf Übungen auswählen